Archiv vom September, 2012

 

Erstellt am 28. September 2012 von

Schon der Titel dieses Buches provoziert. Und das seit 40 Jahren: Wirklich, 1972 erschien dieses Buch zum ersten Mal in den USA. Schnell wurde klar: Den Namen des Autors sollte man sich merken – John Howard Yoder, ein Theologe zwischen den Welten – später bezeichnet als Mennonit, Evangelikaler und Katholik. Stimmt, der 1927 in den USA geborene Yoder war offenbar in mehreren Welten zuhause.

Im Nachkriegs-Europa engagierte er sich als freiwilliger Helfer beim Aufbau eines Kinderheims im Elsass; auch seine Frau kommt aus dem Elsass. Er studierte bei Karl Barth in Basel, arbeitete im ökumenischen Ausschuss des Deutschen Evangelischen Kirchentages mit. Dann wurde er Dozent an einem freikirchlichen Theologischen Seminar, später zusätzlich an der katholischen Universität Notre Dame (wo es heute jährliche „John Howard Yoder Dialogues on Nonviolence, Religion & Peace“ gibt), in Buenos Aires und Straßburg.

Der methodistische Theologe Stanley Hauerwas bezeichnet Yoder als den „wohl führenden amerikanischen Theologen und Ethiker der letzten fünfzig Jahre“; die Zeitschrift Christianity Today zählt ihn zu den einflussreichsten zeitgenössischen Theologen. Die hier vorliegende Studie Die Politik Jesu ist sein bekanntestes Werk – und wurde von Christianity Today auf Platz 5 der 100 wichtigsten theologischen Bücher des 20. Jahrhunderts gesetzt.

1981 erschien Die Politik Jesu erstmals auf deutsch (im Agape Verlag), mit einem Vorwort von Jürgen Moltmann.

„Alle Lager, ob konservativ oder progressiv, ob hochkirchlich oder kongregationalistisch, ob eher ökumenisch-weltoffen oder evangelikal-innergemeindlich, sahen sich anhand dieses Buches erneut der Provokation ausgesetzt, die sich in der Begegnung mit dem Leben Jesu selbst stellt.“

So Fernando Enns, der ein Vorwort zur aktuellen Neuausgabe beisteuerte.

Yoder starb 1997. Erst 1994, 22 Jahre nach der Erstausgabe, war „The Politics of Jesus“ in einer neuen Ausgabe erschienen – mit Kommentaren zu jedem Kapitel. Nun liegt diese Auflage mit den umfangreichen Ergänzungen des Autors erstmals auf deutsch vor, übersetzt von Wolfgang Krauß.

Doch worum geht es in diesem Buch? Jesus und Politik? „Yoders theologische Überlegungen haben das Ziel, das vorherrschende theologische Korsett zu sprengen und neu zu fragen, was Jesus für uns heute bedeutet“, schreibt Tobias Faix in seinem Vorwort zur Neuausgabe. Und weiter:

„Yoder ermutigt, sich den Macht- und Strukturproblemen unserer Zeit aktiv zu stellen und das Evangelium nicht auf eine individualistisch verengte Auslegung zu reduzieren. Seine These, dass Jesus als Urheber eines radikalen sozialen Wandels betrachtet werden müsse und tatsächlich zu Lebzeiten ein Jubeljahr ausgerufen hat (Lk 4,16–30), beeinflusste viele Theologen weltweit. … Diese Gedanken haben eine ganze Generation von Christen weltweit beeinflusst, wie beispielsweise Ronald J. Sider, David Bosch, Samuel Escobar, Brian McLaren, Jim Wallis oder Shane Claiborne. Gerade Letzterer hat Yoders Gedanken aufgenommen und in seiner Lebensgemeinschaft in einem Armenviertel von Philadelphia (The Simple Way) praktisch umgesetzt und in seinen Bestsellern Ich muss verrückt sein, so zu leben: Kompromisslose Experimente in Sachen Nächstenliebe und Jesus for President reflektiert, verarbeitet und weiterentwickelt und ist so ein Vorbild für viele geworden.“

Aber wie kommen wir als Verlag dazu, ein Buch herauszugeben, dessen erste Auflage in den USA 1972 erschienen ist? Weil es nicht nur für Theologen in großer konfessioneller Bandbreite von enormer Bedeutung ist, sondern weil es hilfreiche Impulse gibt, die auch ganz praktisch fruchtbar werden können (vgl., was der britische Wagniskapitalgeber Dr. Kim Tan in seinem Buch Das Erlassjahr-Evangelium – Ein Unternehmer entdeckt Gottes Gerechtigkeit beschreibt). Noch einmal Tobias Faix:

„Yoders Kombination aus Klarheit und Radikalität macht Die Politik Jesu zu einem der wichtigsten Bücher der letzten Jahrzehnte. Die Neuauflage kommt deshalb gerade richtig, mitten in eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und des diakonischen Aufbruchs. Viele Kirchen und Gemeinden entdecken ihren gesellschaftlichen Auftrag wieder neu und versuchen, die Liebe Christi in ihre Nachbarschaft zu tragen. Dabei stoßen sie auf sozialethische Fragen, wie wir Christen mit Konsum, Umweltzerstörung oder Konflikten umzugehen haben. Yoder zeigt, dass die Bibel diese Fragen auf und ernst nimmt und sie in eine ganzheitliche Nachfolge Christi führen.“

Ganz abgesehen davon finden wir es spannend, dass ein zentraler Teil von Yoders Arbeit auf eine Studie von André Trocmé zurückgeht – dessen Biografie aus der Feder von Hanna Schott wir letztes Jahr herausgeben konnten.

Vor wenigen Tagen ist dieses Buch in der Edition Bienenberg erschienen. Also: jetzt zugreifen, einsteigen und sich herausfordern lassen. Dabei lohnt sich auch gleich ein Blick auf ein weiteres Buch aus der Feder von John Howard Yoder: Die Politik des Leibes Christi – Als Gemeinde zeichenhaft leben.

Erstellt am 25. September 2012 von

Das hört man von unserem Alexander (11) zur Zeit wirklich häufig. Auf der Fahrt zum Angeln mit seinem Fußballtrainer-Idol Franz (es gibt offenbar nichts Größeres!), beim Musik hören und Quatsch machen, wenn’s Tortellini mit Spinat gibt oder – einfach so. Ich muss dann manchmal innerlich schmunzeln und bin selbst auf einmal ganz glücklich, weil solche Momente mit Alex uns wirklich – beglücken: Es macht einfach reich, dankbar und zufrieden durchs Leben zu gehen. Nicht immer zuerst das zu suchen, was zu unserem Glück scheinbar noch fehlt, sondern den Blick auf das zu richten, was uns froh macht. Und da gibt es unglaublich viel. Danke, Alexander!

Was mich zum Beispiel froh macht, sind die Bilder der Stuttgarter Fotografin Conny Wenk (die man erst am Samstag z. B. in der Stuttgarter Zeitung bewundern konnte). Inzwischen ist der Wandkalender A little extra 2013 erschienen. Und glauben Sie mir, wenn Sie jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern wollen (und zwar nicht nur einmal!), gibt es kaum ein besseres Geschenk als diese Bilder von Conny Wenk.

Warum es mir persönlich Spaß macht, dass dieser Kalender im Neufeld Verlag erscheint, habe ich neulich mal im Radio erzählt. Hier können Sie sich das kurze Interview anhören (3:51).

Der Kalender ist übrigens sogar mehrsprachig und international einsetzbar: Das Kalendarium ist durchgehend Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch angelegt. Blättern Sie sich doch online durch und lassen Sie sich von den Fotos von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom inspirieren!

Damit es Ihnen dann noch mehr Spaß macht, gleich mehrere Exemplare zu verschenken (mal abgesehen davon, dass es der täglichen Laune wirklich hilft, wenn der Kalender zuhause in mehreren Zimmern hängt!), gibt es günstige Mengenpreise schon ab 10 Stück. Wenn Sie also Ihren Arzt beglücken wollen, Großeltern, Lehrer, Logopäden, Physiotherapeuten, Ihren Pfarrer oder Ihre beste Freundin – greifen Sie zu!

Erstellt am 21. September 2012 von

… dann werden manche nervös, ich weiß. Aber keine Sorge, Lothar Krauss ist ein Freund, der nicht nur den Neufeld Verlag seit der Gründung begleitet, sondern der leidenschaftlich liest und ständig die Augen und Ohren offen hält, was hilfreiche, inspirierende, herausfordernde … einfach gute Bücher angeht. Ihm verdanken wir so manchen Tipp (und durchaus mal kritische Worte, wenn er anderer Meinung ist), zum Beispiel den Hinweis auf Gary Thomas, Die Kraft der unscheinbaren Kleinigkeiten, das wir soeben neu auflegen konnten. Danke, Lothar!

Er ist Pastor der VM Esslingen, einer Pfingstgemeinde, und verfügt über eine Menge Erfahrung in der Leitung von Gemeinden und Begleitung und Förderung anderer Menschen. Seit einiger Zeit hat er sich entschlossen, in einem eigenen Blog weiterzugeben, was ihn rund um das Thema Leitung bewegt – im Esslinger Leiterforum. Wie las ich heute so schön bei Alan Hirsch – „es macht sich nicht besonders gut, wenn man auf dem Trockenen steht und anderen das Schwimmen beibringen will“. Lothar Krauss ist ein Schwimmlehrer, der selbst im Wasser ist … Schaut doch mal dort vorbei!

Erstellt am 21. September 2012 von

Unser letzter Eintrag ist schon ein Weilchen her – und es ist ja nicht so, dass wir nichts zu sagen hätten: Inzwischen sind fast alle Herbst-Novitäten erschienen (wir warten gerade auf die letzten zwei Titel, die heute noch aus der Druckerei kommen sollen), und die ersten Stimmen erreichen uns; es gibt spannende Rezensionen, Veranstaltungen mit Autoren und vieles, was uns bewegt.

In den letzten Wochen waren wir allerdings ein wenig außer Atem – u. a., weil wir recht kurzfristig unseren Logistik-Dienstleister gewechselt haben. Neufeld-Bücher werden seit Ende August von der Umbreit Verlagsauslieferung in Bietigheim-Bissingen verschickt.

Also: jetzt gibt’s dann bald wieder aktuelle Wortmeldungen an dieser Stelle!

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.