Archiv vom März, 2013

 

Erstellt am 26. März 2013 von

Treu bis in den Tod

 

Wolfgang Hädes packender Lebensbericht seines Schwagers Necati Aydin, der im Alter von knapp 35 Jahren für seinen Glauben an Jesus Christus starb, ist nun auch in Norwegen erhältlich. Der Luther Forlag in Oslo hat eine norwegische Ausgabe seines Buches Mein Schwager – ein Märtyrer unter dem Titel Tro inntil døden –  Fortellingen om en moderne Martyr veröffentlicht. O-Ton Wolfgang Häde:

„Den 18. April 2007 werde ich wohl nie vergessen. Mein Schwager Necati Aydin, der deutsche Christ Tilmann Geske sowie Ugur Yüksel werden in ihrem Büro in der türkischen Stadt Malatya von fünf jungen Männern überfallen, brutal gefoltert und schließlich ermordet. Der ausdrückliche Grund: sie sind Christen, die ihren Glauben in der Türkei offen teilen. Später geben die Täter zu Protokoll, dass sie an diesem Tag auch mich hatten töten wollen …“

Obwohl Wolfgang Häde persönlich betroffen ist, sogar selbst bedroht war, schreibt er sachlich und respektvoll. An keiner Stelle erliegt er der Versuchung, negative Emotionen zu schüren. Das beeindruckt mich.

 

Erstellt am 25. März 2013 von

Habe gerade den Roman Gedächtnis mit Flügeln von Romain Gary gelesen. Gary (eigentlich Roman Kasev), der für zwei seiner Romane den renommierten Literaturpreis Prix Goncourt erhielt (was nur deswegen überhaupt möglich war, weil man ihn nicht sofort hinter dem Pseudonym Emile Ajar identifizierte), beschreibt darin aus der Sicht des jungen Franzosen Ludovic Fleury die Geschichte einer Liebe. Und er erzählt wunderbar poetisch und mit schier unpassender Leichtigkeit vom französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Herrlich zum Beispiel die Figur des Marcellin Duprat, mit drei Sternen versehener Inhaber des angesehenen Restaurants Clos Joli, der „letzten Bastion des echten Frankreich“. Und wunderbar Ambroise Fleury, der Onkel des Protagonisten, der sich auf die Kreation ausgefallener Papierdrachen versteht und auf seine Weise protestiert und Zeichen setzt. Diese drei repräsentieren die Würde der französischen Nation. In einer Zeit, in der es vernünftig scheint, sich anzupassen, leisten sie auf scheinbar ganz unvernünftige Weise Widerstand.

An ein, zwei Stellen im Buch verweist Gary auf Le Chambon-sur-Lignon und Pfarrer André Trocmé – ein Ort der Menschlichkeit und ein Widerstandsnest, das bis heute kaum bekannt ist und wo Tausende gerettet wurden. Mitten im Krieg zieht etwa der Drachenbauer Ambroise Fleury nach Le Chambon (und überlebt am Ende sogar Auschwitz). Der letzte Satz im Roman lautet:

Ich beende nun diese Geschichte, indem ich noch einmal den Namen des Pfarrers André Trocmé niederschreibe und den von Le Chambon-sur-Lignon, denn besser könnte man es nicht ausdrücken.

Die deutsche Ausgabe, stilvoll übersetzt von Jeanne Pachnicke (Originaltitel: Les Cerfs-volants, Editions Gallimard, Paris 1980), erschien 1989 im Aufbau-Verlag und wurde noch gedruckt vom Grafischen Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden … Inzwischen scheint es das Buch allerdings nur noch antiquarisch zu geben.

Erstellt am 22. März 2013 von

Jochen Klepper

 

Heute vor 110 Jahren, am 22. März 1903, wurde Jochen Klepper geboren. Klepper war ja einer der bedeutendsten christlichen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Roman Der Vater war ein Bestseller, seine geistlichen Gedichte finden sich in vielen Gesangbüchern.

Es lohnt sich, sich mit dem Leben und Werk Kleppers zu beschäftigen – und dazu kann ich von Herzen die Biografie Jochen Klepper empfehlen, die Markus Baum 2011 vorgelegt hat: Fundiert und lebendig geschrieben, verschafft uns dieses Buch eine intensive Begegnung mit dem sensiblen Menschen und faszinierenden Grenzgänger und ist zugleich eine spannende Reise durch Landschaften und Zeiten, die sein Leben geprägt haben.

Heute liest Markus Baum übrigens, absolut passend, in der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Nikolassee, um 19.00 Uhr im Jochen-Klepper-Saal.

Erstellt am 21. März 2013 von

Ich bin glücklich!

 

21. März – heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag! Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) haben ja bekanntlich mehr, das 21. Chromosom ist nämlich dreifach vorhanden; und so bietet sich dieses Datum geradezu an.

Wir haben ja zwei Söhne mit Down-Syndrom (siehe oben, danke, Conny Wenk, für das Foto!) und ich möchte mit niemandem tauschen – es ist wirklich ein Glück, in ihr Lachen zu schauen, sich mit hinein nehmen zu lassen in ihre eigene Welt und ihr eigenes Empfinden; zu lernen, den Augenblick für sich zu nehmen und nicht all zu viele Gedanken an gestern oder morgen zu verschwenden. Das scheint mir eine richtig gesunde Haltung zu sein.

Mit vielen Eltern von Kindern mit Behinderung verbindet uns die Erfahrung, dass zwar manches im Leben anders und einiges nicht unbedingt leicht ist. Aber wir erkennen dankbar, dass unser Leben an Tiefe gewinnt. Und dass wir reicher sind. Menschen mit Behinderung zeigen uns oft, sie verkörpern es geradezu, was unser Menschsein im Wesentlichen ausmacht. Ich würde sagen: Dass wir geliebt sind, und zwar ganz unabhängig von dem, was wir in den Augen anderer so „leisten“ oder „darstellen“. Dass wir einzigartig sind und der Welt ohne uns etwas fehlen würde. Und dass jeder von uns etwas geben kann – zum Beispiel Wertschätzung, Respekt und Liebe.

Im krassen Gegensatz dazu steht die Praxis der Pränataldiagnostik – die im Wesentlichen nur noch wenig mit Schwangerschaftsvorsorge zu tun hat, sondern, wenn wir ehrlich sind, nach Menschen mit bestimmten Merkmalen fahndet. Mit welchem Ergebnis?

Gestern hatten wir Besuch von einem Redakteur unserer Lokalzeitung. Er meinte sich zu erinnern, früher viel mehr Menschen mit Down-Syndrom begegnet zu sein. Wir reden viel von Integration und von Inklusion, und das ist auch gut so. Aber tragischerweise kommen viele Kinder mit Behinderung gar nicht erst lebend zur Welt.

Menschen liegen uns am Herzen. Auch Menschen mit Down-Syndrom. Ihr Dasein macht mich reicher, nicht ärmer. Sie sind keine Last, sondern wecken in mir die Lebenslust. Und jedes Leben ist ein Geschenk.

Der heutige Tag trägt hoffentlich dazu bei, dass viele Menschen einen neuen Blick dafür gewinnen, dass ein Chromosom mehr oder weniger nicht wirklich das Problem ist. Sondern viel eher meine Sicht auf das Leben.

Ich jedenfalls bin glücklich!

 

Erstellt am 20. März 2013 von

Das Erlassjahr-Evangelium

 

Kürzlich erreichte uns ein Belegexemplar der Monatszeitschrift Publik-Forum (Untertitel: „kritisch, christlich, unabhängig“), die  in ihrer Dezember-Ausgabe (Nr. 24) eine Rezension zu Kim Tans spannender Studie Das Erlassjahr-Evangelium – Ein Unternehmer entdeckt Gottes Gerechtigkeit brachte. „… In diesem Sinne sind dem Buch viele Leser zu wünschen, die in die Debatte um die Überschuldungskrise die biblische Vision der Schuldenbefreiung kräftig einbringen.“

Was tief in den ersten Kapiteln des Alten Testaments vergraben scheint, wird bei Kim Tan tatsächlich hochaktuell und brisant: er konfrontiert uns mit konkreten biblischen Anweisungen zu Wohlstand, Besitz und der Überwindung von Armut. Auch wenn die in der Praxis damals kaum umgesetzt wurden.

Ausgehend von der alttestamentlichen Einrichtung des Erlassjahres bis zum Pfingstwunder und dem Beginn der christlichen Gemeinde, entfaltet der Autor, ein global agierender erfolgreicher Investor, in dieser spannenden biblischen Studie das Konzept eines „heiligen“ Lebensstils. Er zeigt, wie diese praktischen Prinzipien Gottes Vision einer gerechten Welt widerspiegeln.

Könnte es sein, dass hier auch hilfreiche Impulse für unsere aktuellen politischen wie finanzpolitischen Herausforderungen auf Entdeckung warten?

Erstellt am 19. März 2013 von

Wie sollen wir leben? An welchen Werten und Normen können wir uns orientieren? Wie treffen wir Entscheidungen in ethischen Fragen, die uns herausfordern? In unserer Gesellschaft dreht sich fast alles um Geld, Sex und Macht. Interessanterweise hat auch Jesus zu diesen Themen viel gesagt.

Das Theologische Seminar Bienenberg bietet mit L/G/L Regio (L/G/L = Lebensgestaltung / Gemeindearbeit / Leiterschaft) ein zweiteiliges Seminar unter der Überschrift „Verantwortlich leben – Lebensgestaltung in der Nachfolge von Jesus“ in der Evangelischen Täufergemeinde (ETG) CH-Diessbach an. „In diesem Seminar orientieren wir uns an der Bibel, um nach tragfähigen ethischen Werten und Normen zu fragen. Was sagen uns das Alte Testament, Jesus und die Apostel zu einer ‚guten’ Lebensgestaltung? Was das bedeutet, wird anhand von Fragestellungen in den Bereichen Geld, Sex und Macht erarbeitet“, heißt es im Einladungs-Flyer.

Zur Vorbereitung wird die Lektüre von Timothy Gedderts Buch Verantwortlich leben – Wenn Christen sich entscheiden müssen (3. Auflage 2012) empfohlen.

Am kommenden Samstag, 23. März, referiert Bienenberg-Dozent Lukas Amstutz über „Das Alte Testament als Grundlage einer biblischen Ethik – Fallbeispiel: Sexualität verantwortlich leben“. Am Samstag, 7. September, spricht Dr. Bernhard Ott dann über „Jesus und die Bergpredigt – Fallbeispiel: Verantwortlicher Umgang mit Besitz und Macht“.

Info & Anmeldung: Erwin Weibel, Evangelische Täufergemeinde, Dorfstrasse 59, CH-3264 Diessbach, erwin.weibel@etg-diessbach.ch

 

Erstellt am 18. März 2013 von

Vor  gut einer Woche, am 8. und 9. März 2013 fand in der Andreas Hermes Akademie in Bonn das MEDA Forum statt. Gemeinsames Anliegen der über 120 Teilnehmenden war die Suche nach Einsichten und Lösungen auf dem Weg zu einer gerechteren Welt. Zum Thema „Auf Gerechtigkeit setzen – Wenn Unternehmer neue Wege finden …“ waren Gäste und Referenten aus Frankreich, der Schweiz, Kanada, USA, den Niederlanden und aus Paraguay gekommen.

Der Neufeld Verlag war als Sponsor dabei, und gemeinsam mit Cornelia Horsch (Horsch Maschinen GmbH, Schwandorf) war ich für die Moderation verantwortlich.

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Hier ein Auszug aus der Pressemeldung im Anschluss an die Tagung:

„Die Welt ist ungerecht, aber es lässt sich viel tun“, betonte Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher aus Ulm, Mitglied des Club of Rome und Experte zum Thema globale Gerechtigkeit. Er sprach über Wohlstand und Balance in weltweiter Perspektive. Eine Leitfrage laute: „Wie setzen wir Mittel mit großer Hebelwirkung ein, damit Menschen sich selbst helfen können?“

Über MEDAs Werte und Motivation referierte MEDA-Präsident Allan Sauder aus Kanada. „Die Armut wirksam überwinden durch kreative Geschäftsideen“ laute das Anliegen von MEDA seit seiner Gründung 1953. Die international tätige gemeinnützige Organisation hilft Menschen in Entwicklungsländern, sich selbst zu helfen – mit den Mitteln der sozialen Marktwirtschaft.

Zahlreiche internationale Beiträge, Videos und Impulse boten spannende Einblicke – z. B. in die Arbeit von MEDA in Pakistan. Über die dortige Arbeit mit Frauen berichtete am Weltfrauentag Helen Loftin aus Kanada, viele Jahre Projektleiterin in Pakistan und Afghanistan.

Gerhard Pries, Präsident der MEDA-Tochter Sarona Asset Management, einer Fondsmanagementgesellschaft mit Büros in Kanada und den Niederlanden, stellte sich Fragen zu Investments. Neben der Projektarbeit in Entwicklungsländern entwickelte MEDA Instrumente zur Geldanlage als Mittel zur Armutsbekämpfung.

Am Freitag Abend sprach Pastor Jan Lüken Schmid aus Emden über Bergpredigt und Business. Christen leben in der Welt und sollen dort Salz und Licht sein. Ziel unternehmerischen Handelns im Sinne der Bergpredigt muss sein, „den Geschmack des Lebens für andere zu verbessern und in das Dunkel etwas Licht zu bringen“. Der Weg zum Frieden, mit Gott und mit Menschen, ginge nur über Gerechtigkeit.

Am Samstag beleuchtete Dr. Werner Franz aus Paraguay („Gott liebt Unternehmer!“) das Thema „Gerechtigkeit im Unternehmen“. Sehr konkret übertrug er die „Praktiken“ aus John Howard Yoders Studie Die Politik des Leibes Christi – Als Gemeinde zeichenhaft leben auf den Unternehmensalltag. Ich glaube, das war der für mich inspirierendste Vortrag.

Den Abschluss am Samstag bildeten Käthi Zindel-Weber und Daniel Zindel aus dem Schweizer Kanton Graubünden, die unter der Überschrift „Lieben, leiten, leben“ und passend zu ihrem gleichnamigen Buch Führungskräfte in ihren Ehen ermutigten und motivierten, die jeweilige Berufung des anderen anzuerkennen und zu fördern.

Die Resonanz auf die Tagung war positiv. „Unser Ziel war es, die Menschen zu ermutigen, sich für Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen und sie mit unserem Glauben und unserer Hoffnung anzustecken. Ich glaube, das ist uns gelungen“, freute sich Titus Horsch, der seit 2008 für MEDA Europa arbeitet.

MEDA (Mennonite Economic Development Associates) ist weltweit aktiv im Kampf gegen Armut und Unterentwicklung. Unternehmer, Selbstständige und engagierte Privatpersonen auf der ganzen Welt gehören heute zum Netzwerk von MEDA, das vor 60 Jahren von einer kleinen Gruppe mennonitischer Geschäftsleute in den USA gegründet wurde. Was sie verbindet: Ein Herz für die Armen, ein gesunder Unternehmergeist und der Wunsch, dass es den anderen auch gut geht. Frauen und Männer bringen sich bei MEDA mit ihren Erfahrungen und Ressourcen ein und werden so Teil der Lösung. Das Markenzeichen von MEDA sind kreative, innovative und marktorientierte Programme, die geprägt sind von Mut, Sachverstand, Wertschätzung und Gottvertrauen.

Kontakt: MEDA Europa gGmbH, Heinrich-Schütz-Str. 12 a, 56566 Neuwied, Tel. 0 26 22/90 61 84, www.meda-europa.org, E-Mail thorsch@meda.org

 

Erstellt am 13. März 2013 von

Die beiden theologischen Ausbildungsstätten Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW) und Theologisches Seminar Bienenberg (TSB) haben kürzlich eine Ausbildungspartnerschaft auf Bachelor-Level vereinbart, die ab dem kommenden Studienjahr in Kraft tritt. Das Herzstück der Vereinbarung bildet das TSB-Kernstudium „Kirche, Kultur & Kontext“, das eine Vertiefung in friedenskirchlich-täuferischer Theologie ermöglicht.

Dieser neu entwickelte Jahreskurs wird ab September 2013 in der Schweiz und in Deutschland angeboten. Er eignet sich für interessierte Laien zur Weiterbildung ebenso wie für ein teil- oder vollzeitliches Studium. Die Zusammenarbeit mit IGW ermöglicht Studierenden, die Studienleistungen des TSB-Kernstudiums „Kirche, Kultur & Kontext“ anrechnen zu lassen und in ein BA-Studium bei IGW zu integrieren.

Zum kommenden Studienjahr 2013/14 kommt es am Theologischen Seminar Bienenberg auch zu einer einschneidenden Veränderung im Programmangebot. Aufgrund der geringen Studierendenzahl wird das etablierte dreijährige Grundstudium eingestellt und dafür das einjährige Studienprogramm mit dem Schwerpunkt „Kirche, Kultur & Kontext“ neu lanciert.

Der neue Studiengang ist als Kernstudium in täuferisch-friedenskirchlicher Theologie konzipiert. In dieser inhaltlichen Profilierung eignet sich das Programm in besonderer Weise für Menschen, die im Rahmen einer theologischen Grundausbildung einen Studienschwerpunkt setzen wollen oder die neben ihrer beruflichen Tätigkeit eine Weiterbildung in täuferisch-friedenskirchlicher Theologie suchen. Angesprochen sind damit besonders auch Menschen, die sich voll- oder teilzeitlich oder auch ehrenamtlich in Gemeinde und Mission engagieren.

Parallel zu dem Angebot auf dem Bienenberg für die Schweiz und den süddeutschen Raum wird das Programm ab Herbst auch im Raum Bielefeld angeboten. Die Theoriemodule werden dort in den Räumen von Gemeinden angeboten, Studierende werden wöchentlich in einem Lernzentrum betreut.

Warum wir das an dieser Stelle berichten (schließlich gibt es im deutschsprachigen Raum doch jede Menge Fakultäten an den klassischen Hochschulen sowie Seminare in freier Trägerschaft, die theologisch ausbilden)? Im Neufeld Verlag erscheinen seit Jahren die Buchreihen Edition Bienenberg sowie Edition IGW, wir haben darüber hinaus immer wieder Bücher von Bienenberg-Dozenten (Bernhard Ott, Tim Geddert, David Shenk, Alfred Neufeld …) sowie IGW- „Beteiligten“ (Uwe Heimowski, Heinrich Christian Rust …) verlegt; meine ganz persönlichen geistlichen und gemeindlichen Wurzeln sind wiederum eng mit dem Bienenberg verknüpft.

Dass nun ausgerechnet Bienenberg und IGW eine solche Partnerschaft beginnen, freut uns also ganz besonders. Wir glauben, das wird eine fruchtbare Sache  …!

Erstellt am 12. März 2013 von

Die Kinder spielen Familie. Melissa ist die Mama, Florian der Papa. Talitha und Savina sind Zwillinge. Livia ist die kleine Schwester. Sie möchte aber auch ein Zwilling sein.

„Nein“, protestieren die Großen, „wir haben es zuerst gesagt.“

Livia ist traurig, aber dann hat sie die rettende Idee. Sie ruft begeistert: „Wir können doch zu dritt Zwillinge sein!“

So süß. So geschickt. Natürlich weiß sie noch nicht, dass es neben Zwillingen auch Drillinge gibt. Aber der eigentliche Gedanke gefällt mir:

Sie bricht die Exklusivität auf. Ich will mit dabei sein. Warum sollte eure Definition das verhindern? Warum sollten nur zwei dazugehören? Ich will auch.

Und so ganz nebenbei entlarvt sie noch ihre Schwestern. Hinter dem netten Zwillingsspiel steckt doch noch etwas anderes: wir sind unter uns. Du gehörst nicht dazu. Wir schließen dich aus.

Sie haben es nicht zu ausdrücklich formuliert, aber ich kenne doch meine Pappenheimer. Und so ungewöhnlich wäre dieses Zickengehabe nicht. Da sind meine Mädels wie alle anderen auch. Wie alle anderen Mädels? Nein, wie alle anderen Menschen.

Wir neigen dazu, exklusive Zirkel zu bilden. Ganz schnell entwickeln Gruppen ihre eigenen Muster, ihre Sprache, Statussymbole und Kleidung. Eigene Werte, eigene Verwerfungen. Wir wissen, wer dazu gehört und wer nicht. Wir wissen, wen wir dazu nehmen wollen und wen nicht. Da unterscheidet sich der Fanclub eines Fußballvereins kaum von politischen Parteien oder einer kirchlichen Gruppe. Wir igeln uns ein und zeigen Stacheln. Bewusst oder unbewusst. Und häufig mit guten Gründen: denn Zwillinge sind ja nun mal nur zwei.

Gottes Idee ist das nicht. Es gibt keinen getrennten Himmel für Alte und Junge, für Schwarze und Weiße, für Männer und Frauen, für Reiche und Arme, für Kluge und Dumme. Einzelkinder, Zwillinge oder Drillinge – alle Kinder Gottes sitzen an einem Tisch mit ihrem Vater. Grund genug, das jetzt schon zu üben.

Uwe Heimowski

Erstellt am 7. März 2013 von

Hanna Schott

 

Immer wieder ist unsere Autorin Hanna Schott auch zu Lesungen unterwegs, zum Beispiel in der nächsten Woche: Am Mittwoch, 13. März 2013 liest sie um 19.30 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Kurhausstr. 6  in 55543 Bad Kreuznach; am Donnerstag, 14. März dann um 8 Uhr in der Gesamtschule Stromberg, Rother Weg 19 in 55442 Stromberg. In beiden Fällen liest Hanna Schott aus der faszinierenden Biografie Von Liebe und Widerstand – Das Leben von Magda & André Trocmé.

Auch Margot Käßmann nimmt übrigens in ihrem neuen und gemeinsam mit Anke Silomon herausgegebenen Buch Gott will Taten sehen: Christlicher Widerstand gegen Hitler – Ein Lesebuch Bezug auf die Trocmés; mehr dazu demnächst an dieser Stelle …

 

 

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.