Archiv vom August, 2014

 

Erstellt am 27. August 2014 von

Am Samstag, 20. September 2014 findet in Mainz ein ganz besonderer Kongress statt: donum vitae, der an christlichen Werten orientierte Schwangerschafts(konflikt)beratungs-Verband, lädt  zu einem inspirierenden Tag zum Thema „Dem Leben Zukunft geben“ ein.

 

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Mit dabei ist auch Fotografin und Autorin Conny Wenk, die Kinder mit Down-Syndrom seit Jahren liebevoll in den Fokus nimmt. Auf dem Kongress spricht sie über ihren persönlichen Weg, zeigt Fotos und denkt laut darüber nach, was es in Deutschland braucht, um jedem Leben Zukunft zu geben.

Weitere Referenten sind zum Beispiel Julia Klöckner, MdL, Hermine Nock vom Bundesverband Herzkranke Kinder, Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier.

Information und Anmeldung zum Kongress ist bis zum 8.9.2014 unter www.zukunftleben.de möglich.

Erstellt am 26. August 2014 von

In den letzten Tagen sprach sich die Empfehlung des britischen Wissenschaftlers Richard Dawkins herum, Kinder mit Down-Syndrom abzutreiben (was – das muss man auch zur Kenntnis nehmen – in den allermeisten Fällen tatsächlich geschieht; in Deutschland geht man von weit über 90 % aus) – und sorgte für lebendige Diskussionen.

Dawkins ist Zoologe und Biologe und gilt als einer der bekanntesten Vertreter eines „Neuen Atheismus“. Hier ein kleiner Auszug aus seiner Stellungnahme:

 

„I personally would go further and say that, if your morality is based, as mine is, on a desire to increase the sum of happiness and reduce suffering, the decision to deliberately give birth to a Down baby, when you have the choice to abort it early in the pregnancy, might actually be immoral from the point of view of the child’s own welfare. I agree that that personal opinion is contentious and needs to be argued further, possibly to be withdrawn. In any case, you would probably be condemning yourself as a mother (or yourselves as a couple) to a lifetime of caring for an adult with the needs of a child. Your child would probably have a short life expectancy but, if she did outlive you, you would have the worry of who would care for her after you are gone. No wonder most people choose abortion when offered the choice. Having said that, the choice would be entirely yours and I would never dream of trying to impose my views on you or anyone else.“

 

Hier geht es zur Seite von Herrn Dawkins, wo auch der Kontext der Debatte deutlicher wird. Und dass man sehr wohl anderer Meinung sein kann.

Zum Beispiel was Down-Syndrom mit Glück und Leiden zu tun hat. Oder dass die Lebenserwartung von Menschen mit Down-Syndrom heutzutage längst nicht mehr so gering eingeschätzt wird wie vor Jahrzehnten. Oder dass auch Menschen mit Unterstützungsbedarf in Zeiten der Inklusion nicht Zeit ihres Lebens abhängig sind von der „Betreuung“ der Eltern, sondern durchaus ein selbständigeres Leben führen, als gemeinhin so angenommen wird. Oder, viel grundsätzlicher, worauf sich unser Recht auf Leben und Selbstbestimmung gründet. Und inwiefern darin auch das Recht enthalten ist, über das Leben anderer zu entscheiden …

Dr. Dominik Klenk, Verleger  und Geschäftsführer von ‚fontis, dem Brunnen Verlag Basel, hat Dawkins‘ jüngste Äußerungen zum Anlass für einen Kommentar genommen: „Nützlichkeit ist keine Himmelsrichtung“ …

Erstellt am 25. August 2014 von

Und wieder geht es weiter mit unserer Serie mit Auszügen aus dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe aus der Feder des schwedischen Autors Anders-Petter Sjödin. Im zweiten Teil des Buches geht es konkret um geistliche Übungen – zunächst stellt Sjödin fünf grundlegende Übungen vor. Anschließend schildert er sehr knapp 20 weitere Übungen und Lebenshaltungen.

Heute folgt also ein Auszug aus Kapitel 10 („Fünf grundlegende geistliche Übungen“):

 

"Eins der besten Bücher ..."

 

 

1. Abgeschiedenheit – die positive Einsamkeit

»Am nächsten Morgen verließ Jesus lange vor Sonnenaufgang die Stadt und zog sich an eine abgelegene Stelle zurück. Dort betete er.« Mk 1,35

Bei der Abgeschiedenheit handelt es sich um eine Übung der Enthaltsamkeit, die auf eine positive, selbst gewählte Einsamkeit abzielt, in der wir uns – für einen Tag – von menschlichen Beziehungen zurückziehen, um Gott Raum zu geben.

Die Abgeschiedenheit ist eine der grundlegenden geistlichen Übungen. Der Priester und Psychologe Henri J. M. Nouwen war der Meinung, dass es »ohne Abgeschiedenheit so gut wie unmöglich ist, ein geistliches Leben zu leben«.

Jesus ist das beste Beispiel für den verwandelnden Einfluss, den ein Lebensstil, in dem es Stunden der positiven Einsamkeit gibt, auf unsere Seele hat. Der Evangelist Lukas notiert neun Mal, dass Jesus sich auf einen Berg, in die Wildnis oder in einen Garten zurückzog. Jesus suchte Orte auf, an denen er mit sich allein sein und mit seinem Vater reden konnte.
Die Abgeschiedenheit ist vom »Sein« geprägt, statt vom »Tun«. Im Prinzip tun Sie in Ihrer Abgeschiedenheit – nichts. Sie steigen auf einen Berg oder gehen an den Strand oder an irgendeinen anderen Ort, an dem Sie einsam sein können. Sie enthalten sich für eine Weile von allem, was Sie gefangen nimmt, vor allem von Ihrer Abhängigkeit von der Akzeptanz und Bestärkung durch andere Menschen. Sie sind allein mit Gott, der nicht verlangt, dass Sie ihm imponieren sollen.

Im Licht der Ewigkeit sehen Sie dann alles, was Sie stresst, beunruhigt und gefangen nimmt. Die Abgeschiedenheit schenkt Ihnen Klarheit, Sinn, Ziel und Stärke.
In der Abgeschiedenheit wird man mit seiner eigenen Seele konfrontiert, seiner inneren Leere, seiner Unnatürlichkeit und seinen Masken. Man erkennt, wer man wirklich ist, was erschreckend sein kann, aber auch befreiend. Aus Angst vor der Einsamkeit füllen wir unser Leben mit Aktivitäten, Lärm und Eile an. Denken Sie daran, dass Jesus mit Ihnen in diese Einsamkeit geht und dass er Sie so liebt, wie Sie sind.

Selbst kurze Augenblicke der Abgeschiedenheit können die Möglichkeit zur Reflexion, Kontemplation und zum Kontakt mit Gott bieten: Eine Mittagspause in einem schönen Park, allein in einer Kirche sitzen, blinzelnd einen Sonnenuntergang betrachten oder auf einem Sofa vor dem Feuer sitzen. Die Abgeschiedenheit wird durch Schweigen verstärkt, aber man kann sie auch mit einem aufgeschlagenen Buch in einem Café in der Anonymität einer großen Stadt erreichen. Abgeschiedenheit lässt sich gut mit der Meditation über die Bibel, dem Fasten, dem Gebet oder einer geistlichen Lesung kombinieren. Aber es ist wichtig, dass die Abgeschiedenheit nicht in Arbeit ausartet und zu einem neuen Projekt wird.

Dazu einige Stellen aus der Bibel: Mt 4,1; 11,28; 14,13.23; 17,1; 26,36; Mk 1,35; 6,31.46; Lk 4,1.42; 5,16; 6,12; 9,28; 22,39.

! Zum Nachdenken: Nicht unverantwortlich einfach »abhauen«, sondern die Umgebung darauf vorbereiten, indem man entsprechende Vorkehrungen trifft, um anderen unsere Abwesenheit erträglich zu machen. Wenn Sie sowieso einen Hang zur Introvertiertheit besitzen, sollten Sie sich eher mit aktiven Übungen vertraut machen. Extrovertierten Menschen kann es schwerfallen, »nichts« zu tun, sie fangen dann an, die Abgeschiedenheit mit neuen Aktivitäten auszufüllen, die schließlich zu einer neuen »Arbeit« werden. Abgeschiedenheit ist eine Einstellung des Herzens. Rein technisch kann man Abgeschiedenheit auch in einer Stadt erleben, aber man kann zehn Jahre lang als Einsiedler in der Wüste leben, ohne je Abgeschiedenheit zu erfahren. Die Abgeschiedenheit ist eine fundamentale geistliche Übung, auf der viele andere Übungen aufbauen.

 

(Dieser Auszug entstammt dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe von Anders-Petter Sjödin, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2012, Seite 198f.)

Hier geht’s zu Folge 3!

Erstellt am 20. August 2014 von

Dallas Willard gilt schon lange als weiser Impulsgeber, wenn es um Themen wie geistliches Leben (das würde ihm vermutlich schon wieder viel zu fromm und künstlich klingen) und Christsein im Alltag geht. Sein Buch Jünger wird man unterwegs – Jesus-Nachfolge als Lebensstil ist bereits in der 2. Auflage erhältlich und macht Mut dazu, sich Jesus in allen Lebensbereichen anzuvertrauen.

Willard (1935–2013) war „eigentlich“ Philosophie-Professor in Los Angeles, übersetzte den Philosophen und Mathematiker Edmund Husserl aus dem Deutschen. Doch Dallas Willard war auch ordinierter Baptisten-Pastor. Und seine populär geschriebenen geistlichen Bücher prägen unzählige Menschen, darunter Autoren wie Gordon MacDonald, Brennan Manning, Richard Foster oder Henri Nouwen.

Nun ist vor wenigen Tagen ein weiteres Willard-Buch im Neufeld Verlag erschienen: Jünger leben mittendrin.

 

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„Ich schreibe ,Dallas Willard für Dummies‘“, meinte John Ortberg einmal. „Er hat mich beeinflusst wie niemand sonst.“ Dieses Buch mit Kapiteln von Dallas Willard und John Ortberg basiert auf einer Konferenz, die die beiden im Februar 2013 gemeinsam bestritten – kurz bevor Dallas Willard (auf dem Konferenzfoto unten rechts) starb.

 

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Auch wenn auf dem Umschlag nur Dallas Willard als Autor zu erkennen ist, sind drei der sieben Kapitel in diesem Buch von John Ortberg. Im Anschluss an die Kapitel (also die ursprünglichen Vorträge) sind auch noch Gespräche zwischen Ortberg und Willard oder auch Rückfragen aus dem Publikum enthalten.

Bei besagter Konferenz ging es um das Herzensanliegen des außergewöhnlichen Bestseller-Autors Dallas Willard: Jesus Christus nachfolgen. Im Alltag erleben, dass das Reich Gottes bereits Wirklichkeit ist. Und dass Jesus unser Meister ist. In allen Fragen.

Als ich das Buch im Vorfeld gelesen haben, bin ich an vielen Stellen hängen geblieben – immer mehr Leserinnen und Leser auch in Deutschland haben erkannt, dass Dallas Willard enorm Hilfreiches zu sagen hat und manche Wahrheit formuliert, die ich so noch kaum anderswo gelesen oder gehört habe.

Als Verlag sind wir ja geradezu elektrisiert von der Tatsache, dass Gott offensichtlich sogar Bücher gebraucht, um Menschen zu berühren. Und wenn wir unseren Slogan betrachten:

 

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

 

dann meinen wir damit ja auch, dass bei Gott jeder willkommen ist. Ich fürchte nur, dass selbst viele Christen das (noch) gar nicht so erfahren und für sich annehmen. Auch hier bringt Dallas Willard wunderbare Impulse:

 

Jesus sagt, „Nehmt mein Joch“. Schafft euch das Joch der offiziellen Religion vom Hals. (Seite 16)

Das Großartige an Jesus war seine Fähigkeit, einen Bezug zur Realität herzustellen. (Seite 25)

Der Bewährungstest für das religiöse Leben ist das Leben. (Seite 25)

Wenn es nur darum geht, dass Gott unser Denken inspiziert und feststellt, dass wir genau den richtigen Dingen zugestimmt haben, dann sind wir vermutlich auf dem Holzweg. (Seite 32)

Sünden zu vergeben heißt für Gott, dass er eine Sorge weniger hat. Er tut es gerne. (Seite 32)

Frag dich einmal, warum Gott nicht im Garten geblieben ist. Er hat vorbeigeschaut. (Seite 35)

Das sanfte Joch besteht darin, deine und meine Projekte auf die Seite zu legen und uns um Gottes Projekte zu kümmern. (Seite 37)

Wir tun unser Bestes, aber wir verlassen uns nicht auf unser Bestes. Wenn wir unser Vertrauen auf unser Bestes legen, dann denken wir, die Lösung lautet, härter zu arbeiten, und das kann nie die Lösung sein, besonders nicht für Menschen, die in leitender Position für Christus arbeiten. (Seite 38)

 

Na, haben Sie Appetit bekommen? Wenn das keine inspirierende Lektüre für die nächsten Wochen ist! Weitere Zitate folgen demnächst an dieser Stelle …

Erstellt am 19. August 2014 von

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Sandra Roth

Lotta Wundertüte

Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl

Gebunden mit Schutzumschlag, 272 Seiten

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013

 

Ein absolut lesenswertes Buch – allen empfohlen, die drinstecken oder mal reinschauen wollen in ein Leben mit einem behinderten Kind, wo plötzlich die Welt Kopf steht. Wo nichts mehr so ist, wie man es vorher geplant hat. Wo Planen oft gar nicht mehr möglich ist. Lotta, die “Wundertüte”, ist ins Leben getreten und man weiß nun mal nie, was in einer Wundertüte steckt.

Sandra Roth, Jahrgang 1977, ist freie Autorin u. a. für DIE ZEIT oder Brigitte. Lotta Wundertüte ist ihr erstes Buch, und darin erzählt sie authentisch und liebevoll von den ersten drei Jahren mit Lotta. Es ist wunderbar geschrieben und hat mich tief berührt.

Sandra Roth beschreibt ehrlich den Kampf mit sich selbst, das Ringen als Ehepaar, die Auseinandersetzungen mit und gegen Ärzte und deren Meinungen. Dazu die vielen Fragen mit großer Tragweite: Wie werden wir dem Bruder gerecht? Müssen wir endlich annehmen, dass sie sich vermutlich nie allein wird fortbewegen können – oder geben wir damit zu früh auf? Wie viel Therapie ist zu viel, wie viel zu wenig?

Und mittendrin: das Mädchen Lotta, “zickig, zäh, süß und schwerbehindert”.

Das Buch nimmt uns mit zu unzähligen Krankenhausaufenthalten – und es gibt tiefe Einblicke etwa in Sinn und Unsinn von Pränataldiagnostik oder auch Inklusion. Wir lesen vom kräftezehrenden Bemühen um Hilfsmittel sowie einen Kindergartenplatz – nachdem die Politik den heilpädagogischen Kindergarten in Köln mal eben für überflüssig erklärt hat … Und die Autorin erzählt von ihrem Wunsch, dass die Menschen auf der Straße Lotta in die Augen schauen und nicht auf ihren schiefen Hals.

Danke, liebe Sandra Roth, für soviel Offenheit und Mut! Und wer jetzt unbedingt noch wissen will, was Lotta eigentlich genau hat – dem sei gesagt: Lotta hat … eine phantastische Familie!

Carolin Neufeld

Erstellt am 14. August 2014 von

Anfang Mai haben wir ja bereits darauf hingewiesen: Im Rahmen der baden-württembergischen Landesgartenschau findet am Samstag, 27. September in Schwäbisch Gmünd ein Down-Syndrom-Tag statt. Inzwischen hat uns Rita Lawrenz vom Arbeitskreis Down-Syndrom das ausführliche Programm für dieses Wochenende geschickt:

 

Freitag, 26. September

Fußballturnier: In den Mannschaften spielen prominente Persönlichkeiten, Eltern, Geschwister, Freunde von Kindern/Jugendlichen mit Down-Syndrom; in jeder Mannschaft sind Erwachsene mit Down-Syndrom dabei.

Tombola, veranstaltet von der Klosterbergschule

 

Samstag, 27. September

10.00 Eröffnung mit Qi Gong

10.30 Grußworte von Schirmherrin Daniela Schadt, Oberbürgermeister Arnold und der Deutschen Stiftung für Menschen mit Down-Syndrom

12.00-15.00 Uhr Symposium mit Fachvorträgen:

1. Medizinische Besonderheiten bei Menschen mit Down-Syndrom

2. Poseidon-Projekt (Christine Schniersmeier)

3. Sprachstörungen bei Menschen mit Down-Syndrom

4. Neue Wohnformen für Menschen mit Behinderung (Jörg Sadowski)

ab 14 Uhr Musikalisches Rahmenprogramm

Parallel gibt es an diesem Tag auf dem gesamten Gelände der Landesgartenschau Angebote, die zum Mitmachen einladen

20.00 Konzert Sabrina Weckerlin und Band

 

(Änderungen vorbehalten.) Weitere Informationen bzw. das ggf. aktualisierte Tagesprogramm gibt es online unter www.gmuend2014.de oder beim Arbeitskreis Down-Syndrom.

Übernachtungsmöglichkeiten in Schwäbisch Gmünd findet man hier.

Auch wenn wir selbst leider nicht dabei sein können – die Produkte rund ums Down-Syndrom aus dem Neufeld Verlag kann man in Schwäbisch Gmünd kaufen; vermutlich in der Buchhandlung des Christlichen Tagungs- und Gästezentrums Schönblick.

Erstellt am 14. August 2014 von

In der Arche Ravensburg teilen Menschen mit und ohne geistige Behinderung ihr Leben. Mit der Arche sind wir seit Jahren herzlich verbunden – nicht zuletzt durch unsere Zusammenarbeit bei der Herausgabe der Bücher Jean Vaniers sowie seiner Biografie.

Nun sucht die Arche Ravensburg ab September eine(n) Sozialwirt(in).

Aufgaben sind die Weiterentwicklung der Finanzierung im Bereich Pflegesätze und durch Fundraising, insbesondere die Akquise von Spenden und öffentlichen Fördermitteln für ein Sanierungsprojekt. Auch Budgetierung und Controlling des Wirtschaftsplans, Öffentlichkeitsarbeit und Betreuung der Website gehören dazu.

Hier gibt es die ausführliche Stellenausschreibung. „Wirken Sie mit an unserer Vision von einer Gesellschaft, in der jeder dazugehört“, heißt es darin. Passt das nicht ganz wunderbar zum Slogan unseres Verlages: „Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!“?

Erstellt am 13. August 2014 von

Es ist unser Bestseller im ersten Halbjahr 2014: Holm Schneiders ermutigendes Buch „Was soll aus diesem Kind bloß werden?“ 7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom.

Inklusion am Arbeitsplatz? Nicht immer, aber immer öfter, findet Prof. Dr. Holm Schneide und erzählt sieben Lebensläufe, die zeigen, dass Inklusion möglich ist.

 

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Dabei ist auch Tobias Wolf (Foto), Neigungsgruppenlehrer an einer Montessorischule. Im März war Tobias Wolf bei der diesjährigen Bildungsmesse didacta am Stand des Dachverbandes Montessori Deutschland aktiv und hat dort im „Gläsernen Klassenzimmer“ zwei English Songs for Kids vorgestellt.

Die Zeitschrift Bayerisches Inklusionsinfo für Teilhabe und Nichtaussonderung hat nun auf einer Doppelseite mit Fotos von der didacta davon berichtet.

Hier kann man sich einen Filmbeitrag des MDR über Tobias Wolf, „Deutschlands ersten Lehrer mit Down-Syndrom“, anschauen.

Erstellt am 12. August 2014 von

Am Samstag, 13. September 2014 geht es wieder rund: Ab 10.00 Uhr findet das Sportfest „Down-Sport-in-Magdeburg“ statt. Ähnlich wie in Frankfurt am Main seit Jahren ein Deutsches Down-Sportlerfestival im Rahmen der HEXAL-Initiative „Für eine bessere Zukunft“ angeboten wird, engagiert sich hier der Stadtsportbund Magdeburg.

Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom können sich im Wettkampf messen, ihre Erfolge genießen und vor allem gemeinsam mit ihren Geschwistern und Eltern Spaß haben. Und der ist garantiert, würde ich mal sagen … Die Verpflegung ist dabei für alle kostenfrei.

Auch die Produkte des Neufeld Verlages rund ums Down-Syndrom sind in Magdeburg wieder zu finden.

Anmelden kann man sich online noch bis zum 15. August 2014. Kontakt: Stadtsportbund Magdeburg e. V., Telefon 03 91/6 07 37 62-0, Fax -2, E-Mail down-sport-in-magdeburg@ssb-magdeburg.de.

Erstellt am 12. August 2014 von

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„Das Paket stand ungeöffnet auf dem Schrank. Tief nach hinten geschoben, hinter Schachteln versteckt.“

Gideon holt tief Luft, seine Stimme vibriert.

„Dort fanden wir es wieder, als unsere Mutter starb. Wir hatten es vergessen. Nun, als wir es beim Aufräumen fanden, stand uns die Situation wieder vor Augen, als sei es gestern gewesen. Dabei lagen Jahrzehnte dazwischen.“

Wir hatten nach dem Holocaust gefragt. Wie war sie aufgewachsen, Gideons Generation? Geboren bald nach dem Ende des Krieges. Groß geworden im Kibbuz, hatten sie den Staat Israel aufgebaut. Sie, die Kinder der Überlebenden.

„Das Paket kam eines Tages mit der Post. Wir saßen am Esstisch. Der Briefträger klingelte. Mutter nahm die große, schwere Schachtel entgegen. Sie quittierte den Empfang und brachte das Paket in die Wohnung. Wir Kinder waren aus dem Häuschen, nie zuvor hatten wir ein Paket bekommen. Doch Mutter las den Absender, erbleichte, und setzte sich schwer atmend auf ihren Stuhl. Für einen Moment herrschte bedrückte Stille. Dann hielten wir es nicht mehr aus: ,Mutter‘, riefen wir begeistert, ,Mutter, mach es auf, ja?‘

Sie schwieg, unsere Ungeduld wuchs, unsere Hände rissen am Papier. Plötzlich schrie Mutter uns an, wir sollten Ruhe geben. Sie nahm das Paket, wuchtete es mit aller Kraft in die Höhe und schob es auf den Schrank. ,Lasst die Finger davon‘, fuhr sie uns an, ,niemand öffnet das Paket!‘“

Wie haben sie euch von damals erzählt, hatten wir gefragt, von der Zeit unter den Nazis. Vom Überleben in Holland, wo Gideons Eltern gelebt hatten.

„Mutter war immer ruhig, eine stille, sanfte Frau. Nie wurde sie laut. Dass sie nun so aus der Haut fuhr, ließ uns verstummen. Keiner fragte mehr nach dem Paket. Verstohlen schielten wir zum Schrank, doch wir schwiegen. Auch Mutter schwieg. An diesem Tag, und am nächsten, und an jedem weiteren. Kein Wort fiel jemals zu diesem Thema. Irgendwann vergaßen wir die Schachtel auf dem Schrank. Bis zu diesem Tag nach dem Tod der Mutter.“

Gideon unterbricht sich, beginnt Gedanken verloren eine Orange zu schälen.

„Als erstes sahen wir den Absender. Eine Adresse in Holland. Ein Nachbar der Familie meiner Mutter. Dann öffneten wir das Paket. Eine alte Kuckucksuhr kam zum Vorschein. Anbei lag ein Brief. Der Nachbar hatte die Uhr aus dem Haus der jüdischen Familie retten können. Er war als Kind oft bei den Nachbarn gewesen, der kleine Vogel hatte ihn fasziniert. Nach dem Abtransport der Familie war er in die verwaiste Wohnung geschlichen und hatte die Uhr mitgenommen. Nun, Jahre später, hatte er erfahren, dass nur noch Mutter am Leben sei, und ihre Adresse in Israel herausgefunden.“

Gideon schiebt sich einen Schnitz Orange in den Mund.

„Sie hat es gewusst. Zumindest hat sie es geahnt. Darum hat sie das Paket nie geöffnet. Sie konnte es nicht. Und ebenso wenig konnte sie sprechen. Nicht über den Tod ihrer Eltern und Brüder. Nicht über ihre Flucht.“

Gideon verstummt, Stille erfüllt den Raum für einen atemlos langen Moment.

Wir schweigen. Fragen uns, ob wir so haben fragen dürfen.

„Heute steht die Kuckucksuhr in meiner Wohnung“, durchbricht Gideon die Stille und fährt fort, als hätte er unsere stummen Fragen gehört.

„Sie funktioniert sogar. Und sie erinnert mich daran: Meine Eltern konnten nicht sprechen, wir Kinder dagegen dürfen nicht schweigen.“

Uwe Heimowski

 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem neuen Buch von Uwe Heimowski und Andreas Martz Shalom, Herr Levi – Jüdisches Leben heute, das im November mit zahlreichen Bildern des russischen Fotografen Roman Mordashev erscheint.

Das oben verwendete Bild aus Israel (Jaffa / Joppe) wurde von Daniel Wermke aufgenommen.

 

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.