Archiv vom Mai, 2015

 

Erstellt am 30. Mai 2015 von

Gerne stellen wir hier eine aktuelle Kampagne von Nicole und Markus Schenderlein vor:

 

Einen Monat nach dem Internationalen Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen startet die christliche Initiative für Barrierefreiheit und Inklusion EDENerdig mit einer Social-Media-Aktion, um auch über den 5.5. hinaus auf die Notwendigkeit von Inklusion – besonders unter Christen – aufmerksam zu machen.

Die Initiatoren erklären je in einem kurzen Video auf Facebook, warum Inklusion für Christen ein wichtiges Thema ist und laden passend zum Datum fünf bis sechs ihrer Freunde ein, das ebenfalls zu tun.

 

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Die Aktion wird von prominenten Christen unterstützt: Die Paralympicsiegerin im Fechten Esther Weber, der Musiker und Künstler Jens Böttcher, die Fotografin, Autorin und Herausgeberin Conny Wenk und Bloggerin Mandy werden ebenfalls ein Video posten und fünf bis sechs ihrer Freunde dazu einladen.

Mitmachen kann aber ausdrücklich nicht nur, wer eingeladen wird, sondern jeder, dem das Thema wichtig ist oder jetzt mehr darüber wissen möchte. Mehr Infos über Inklusion als gelebte Nächstenliebe gibt es auf www.edenerdig.de.

Erstellt am 29. Mai 2015 von

John H. Yoder (1927-1997) dürfte der bekannteste mennonitische Theologe der Gegenwart sein. Im Neufeld Verlag sind zwei seiner Bücher erschienen: Die Politik des Leibes Christi. Als Gemeinde zeichenhaft leben sowie Die Politik Jesu.

 

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In den letzten Jahren gibt es nun eine verstärkte Auseinandersetzung mit Yoders sexuellem Fehlverhalten. Zwischen 1992 und 1996 fand zwischen ihm und seiner Kirche ein gemeinde-disziplinarischer Prozess wegen sexuellen Fehlverhaltens (in Wort und Tat) statt. Im Jahr 2014 – wohl auf anhaltenden Druck betroffener Frauen sowie deren Veröffentlichungen und Aussagen – beauftragte die Mennonite Church USA eine Arbeitsgruppe mit einer erneuten Evaluation der Handlungen Yoders.

Sie bestätigte, dass die Verfehlungen Yoders schwerwiegender waren als zuvor angenommen, dass sie auch verschiedene Aspekte von sexuellen Beziehungen einschlossen und dass mehr Frauen und über längere Zeiträume hinweg davon betroffen waren, als man bisher gedacht hatte.

 

Auch als Verlag haben wir immer wieder überlegt, wie wir damit umgehen sollen – möglichst häufig und lautstark darauf hinweisen, dass dieser renommierte Theologe und Ethiker, gerade was seinen eigenen Anspruch in Bezug auf die Übereinstimmung von Glauben und Leben betrifft, sich grob fehlverhalten hat? Dass man seine Bücher daher mit Vorsicht genießen sollte? Aber macht das seine Gedanken und Veröffentlichungen etwa wertlos?

Wie kann man den betroffenen Frauen gerecht werden, die es als Hohn empfunden haben müssen, dass Yoder Jahrzehnte lang als Koryphäe gilt – während über den Missbrauch, von dem offenbar viele betroffen sind, kaum geredet wird?

Klar ist: Es gibt keine Entschuldigung für das Verhalten Yoders. Und das Unrecht, das geschehen ist, muss benannt werden.

Es bleibt allerdings auch wahr: Wir alle leben von der Barmherzigkeit Gottes und sind auf seine Vergebung angewiesen. (Ich finde übrigens enorm hilfreich und bewegend, wie die Autorin Sabine Dittrich in ihrem Roman Erben des Schweigens mit dem schwierigen Thema Versöhnung umgeht.)

 

Unser Partner – auch konkret bei der Publikation der o. a. beiden Yoder-Titel -, das Theologische Seminar Bienenberg, hat nun eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht, auf die wir an dieser Stelle gerne hinweisen:

 

„Wir werden uns im Unterricht weiterhin gern auf die publizierten Schriften John Yoders beziehen und seine Überzeugungen bekannt machen. Wir werden allerdings noch pointierter als bisher auch kritische Anfragen formulieren. …“

 

Die gesamte Stellungnahme kann man hier lesen.

Erstellt am 27. Mai 2015 von

1991 gründete Kurt Stotz den Verein DIENET EINANDER e.V. – Verein für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen. Der Verein will in der Öffentlichkeit bewusst machen, dass auch Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen ein sinnerfülltes und glückliches Leben führen können. Und dass jeder Mensch in seiner ganzen Persönlichkeit ernstgenommen und angesprochen werden möchte.

Das finden wir ebenfalls wichtig, und deswegen weisen wir an dieser Stelle gerne auf die Angebote dieses Vereins hin.

Zusammen mit seiner Frau begann Stotz bereits 1980 mit Urlaubsangeboten für Menschen mit Behinderungen. Inzwischen bietet der Verein jährlich 14 Freizeiten in Loßburg im Schwarzwald sowie in Reudnitz/Thüringen, Oberstdorf/Allgäu, Hintersee bei Berchtesgaden, Schwäbisch Gmünd, in Kärnten und im Salzburger Land in Österreich an. Beim jährlichen Freizeittreffen in Loßburg sind über hundert Freizeitteilnehmer dabei.

Über das Jahr verteilt lädt der Verein darüber hinaus zu sonntäglichen Begegnungstagen im Kreis Freudenstadt für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen ein. Und monatlich treffen sich Menschen mit Behinderung zu einem Gesprächskreis  im Fruchtkasten in Dornstetten.

Für 2015 scheinen schon viele Freizeiten ausgebucht, aber wer bereits das nächste Jahr im Blick hat, will sich ja vielleicht frühzeitig einen Platz reservieren …

Kurt Stotz war Sonderschullehrer, ist verheiratet mit Monika Stotz und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Er ist Landesbeauftragter für Diakonie bei den Apis (dem evangelischen Gemeinschaftsverband Württemberg innerhalb der Ev. Landeskirche).

Erstellt am 26. Mai 2015 von

In der Ostthüringer Zeitung erschien vergangene Woche ein Porträt meines Freundes, des Neufeld-Autors und Blog-Kolumnisten Uwe Heimowski (auf dem Bild mit seiner Frau Christine) – das wir hier gerne wiedergeben:

 

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Geraer Uwe Heimowski hat ein großes Herz für Randgruppen

Gesichter im Geraer Stadtrat: Menschen brauchen Chancen. Das hat Uwe Heimowski auch am eigenen Leib erfahren. Durch den Glauben gestärkt, möchte er sich als Pastor und Stadtrat für andere einsetzen.

Gera. Uwe Heimowski ist in Gera ein bekanntes Gesicht. Als Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde und seit vergangenem Jahr auch als Mitglied des Geraer Stadtrates. In regelmäßigen Abständen stellt er sich selbst die Frage, ob diese beiden Aufgaben zusammenpassen. Und beantwortet sie bisher stets mit „Ja, denn es geht mir bei all meinem Tun immer um Menschen!“ Und wie könne man an besseren Rahmenbedingungen für Menschen mitarbeiten, wenn nicht als Ansprechpartner einer christlichen Gemeinde und als Stadtrat!?

Der 50-Jährige strippt sein Leben auf wie eine Kette. Eine Lebensstation öffnete den Weg für eine andere, jede hat mit ihrer vorigen zu tun. Das Jahr 1986 war der Grundstein für den Menschen, der Heimowski heute ist. Ein junger, alkohol- und spielsüchtiger Mann fand nach einem einschneidenden Erlebnis zum Glauben und ins Leben zurück. Viele Monate Therapie folgten und schließlich die Entscheidung, etwas aus dem eigenen Leben zu machen. Heimowski ließ sich zum Erzieher ausbilden, absolvierte seinen Zivildienst bei der Heilsarmee unter anderem im Bereich Obdachlosenberatung, studierte Theologie in Hamburg, Basel und Halle und hängte eine Zusatzausbildung zu Religionslehre an. Der Aufbau einer Gruppe für suchtkranke Jugendliche im Jugendheim Bad Köstritz 1999 „war dann wie eine Berufung“.

 

Suchtkranken und Obdachlosen verbunden

Damals sei er in Kontakt zur evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Gera gekommen. „Und seit damals liegen mir Randgruppen wie Suchtkranke und Obdachlose am Herzen“, meint er. Auch zu Flüchtlingen hat er eine ganz persönliche Verbindung, denn seine Mutter flüchtete einst aus Litauen nach Deutschland. „Gera bedeutet seitdem für uns ein großes Willkommen“, sagt er. Seine Haltung, sich in die Gesellschaft einzumischen und für andere Menschen da zu sein, verortet er also stets in seiner ganz persönlichen Geschichte.

Glaube sei etwas, was er gern teile, sagt er – und man glaubt es ihm sofort. Seine Predigten, Worte zum Sonntag in der Ostthüringer Zeitung, seine Beiträge in Zeitschriften und nicht zuletzt seine zahlreichen Bücher sprechen eine deutliche Sprache. Auch in diesem Jahr sollen noch zwei Bücher und ein Adventskalender folgen. Das Schreiben ist für Uwe Heimowski dabei nicht etwas für Mußestunden, eher tägliches Handwerkszeug und die Möglichkeit, Themen weiter zu spinnen. Für die erste Publikation schrieb er sein Leben mit der Suchtkrankheit auf. Mittlerweile geht es oft um Mutmach-Geschichten und spannende Biografien.

 

Das Gefühl anderen helfen zu können

Ausgleich zum vollgestopften Terminkalender sucht er eher beim unverzichtbaren Saunagang und natürlich bei seiner Frau Christine und den fünf gemeinsamen Kindern. „Die Familie darf bei allem nicht zu kurz kommen“, findet Heimowski, der mit der Schweizerin seit 1995 verheiratet ist. Sie trage glücklicherweise seine Entscheidung mit, sich politischmehr zu engagieren und im Stadtrat für die Menschen Gutes zu tun.

Auch wenn er den zeitlichen Umfang der Stadtratstätigkeit – mit Posten im Ausschuss für Soziales und Gesundheit, im Aufsichtsrat der Geraer Heimbetriebsgesellschaft und im Beirat des Jobcenters – etwas unterschätzt habe, mache ihm die Arbeit viel Spaß. „Das Gefühl, dass man etwas bewegen und vorwärtsbringen kann, ist das Schönste“, findet er, wünscht sich davon im Geraer Stadtrat aber noch mehr. Die momentane Situation der Stadt wertet er als Chance, die Belange Geras einmal neu zu sortieren. Die Debatten, die dafür geführt werden, findet er wichtig.

Zwischen seinem Christsein und dem politischen Gestaltungswillen habe es die größte Schnittmenge mit der CDU gegeben, deshalb sei er der Partei 2012 beigetreten und sitze nun für sie im Stadtrat. Bei der CDU aufgehoben, fühle er sich auch beim aktuell intensiv diskutierten Thema Flüchtlinge. Asyl sei ein nicht verhandelbares Grundrecht, trotzdem müsse man das Thema Zuwanderung und Asylrechtsverweigerung diskutieren dürfen, meint er. Das habe nichts damit zu tun, dass man mit allen Menschen, die in der Stadt ankämen, menschenwürdig umgehen müsse. Wie die Stadtverwaltung es bisher geschafft habe, die Flüchtlinge zu betreuen und zu integrieren, findet er toll.

Sein persönlicher politischer Standpunkt habe mit dem Leben der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde G26, in der er als Pastor tätig sei, nichts zu tun, betont er „Unser Gemeindeleben ist bunt und lebendig. 100 bis 150 Menschen besuchen die Gottesdienste, darunter viele junge Familien“, freut er sich, dass seine Gemeinde den Grundsatz lebt, Kirche müsse offen für alle Menschen sein.

 Christine Schimmel

Erstellt am 21. Mai 2015 von

Zum Muttertag hat Conny Wenk gerade einen kurzen Film produziert, den Sie sich hier anschauen können – „in honor of all the wonderful Moms I have met in my life who fill our world with beauty and love“.

 

Als wir in den letzten Wochen unsere Herbstvorschau vorbereitet haben – das ist der Katalog, den vor allem Buchhändler bekommen, um fröhlich zu bestellen, was dann in den folgenden Wochen und Monaten an Neuheiten erscheint -, haben wir bei der Doppelseite rund ums Down-Syndrom und dem Kalender A little extra 2016 (den man bereits vorbestellen kann – oder gleich im Abo beziehen) ein paar Zitate von Müttern mit aufgenommen:

 

„Mittlerweile weiß ich, was für ein großes Geschenk Gott uns mit diesem kleinen Extra gemacht hat und dass es eine Ehre ist, so einen besonderen Menschen auf seinem Weg begleiten zu dürfen … Liebe zählt keine Chromosomen.“

„Es hat uns sehr berührt und in unserer Überzeugung bestärkt, dass wir unseren Sohn so annehmen wollten, wie er uns geschenkt wurde.“

„Dank deiner Bilder kann ich immer wieder neuen Mut schöpfen!“

 

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Für uns hier im Verlag ist es sehr berührend, solche Rückmeldungen zu lesen. Und wir sind total glücklich, dass wir mit Conny Wenk zusammen arbeiten dürfen und ein wenig dazu beitragen, ihre Bilder in die Öffentlichkeit zu bringen.

Conny sagt mit ihrem Film ein herzliches „Danke!“ an all die besonderen Mütter außergewöhnlicher Kinder – wir sagen von Herzen „Danke!“ an Conny Wenk!

Was Du, liebe Conny, mit Deinem Einsatz bewegst, können wir nur erahnen – wir stehen staunend daneben und sind … dankbar!

Erstellt am 20. Mai 2015 von

Es ist eine der Herausforderungen unseres Lebens, den Menschen, der so ganz anders ist, zu verstehen. Ihn anzunehmen. Ihn willkommen zu heißen. Es fordert mich wirklich regelrecht heraus, jemanden anzunehmen, der eben nicht so tickt wie ich. Und zugleich ist es wohl ein Lernfeld, das unser Leben tatsächlich enorm bereichern kann – wenn wir entdecken, dass unsere Unterschiedlichkeit und Vielfalt ein Schatz sind.

Auf dem Weg dahin kann ich ein Seminarwochenende mit unseren Autoren Ute und Frank Paul empfehlen. Die beiden haben ja lange Zeit in Argentinien gelebt, wisssen also, was es heißt, fremd zu sein. In ihren Büchern Die Rückkehr der Zikade – Vom Leben am anderen Ende der Welt sowie Begleiten statt Erobern Missionare als Gäste im nordargentinischen Chaco erzählen sie davon.

 

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Vom 16. bis 18. Oktober 2015 findet in Reichelsheim im Odenwald ein Seminarwochenende „Die Fremden verstehen – Kulturelle Vielfalt als Lernfeld und Segen“ statt:

Ein Seminarwochende für alle Jesus-Nachfolger, die sich fragen, wie das Zusammenleben- und arbeiten von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen fruchtbar gelingen kann.

Wie wird es bereichernd und ergänzend? Wie können sich unsere Begegnungen am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Uni, in der Nachbarschaft und in unseren Gemeinden von „fremd“ zu „vertraut“ wandeln? Wie können wir (Vor-)Urteile erkennen und überwinden? Welche Verstehenshilfen und Herausforderungen finden wir in der Bibel?

Diese Tagung beinhaltet Impulse, Gesprächsrunden, Bibelarbeit und interaktive Elemente zum Thema „Kultur“, auch Feiern und vielsprachiges Singen wird nicht zu kurz kommen.

 

Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die an transkultureller Gemeindearbeit, Sozialarbeit, Nachbarschaft interessiert sind; die für ihr berufliches Umfeld Fortbildung zum Thema suchen, sowie an Menschen, die ihre transkulturelle Kompetenz erweitern möchten.

Weitere Infos, auch zur Anmeldung, gibt es hier.

Erstellt am 19. Mai 2015 von

Missionale Theologie – Evangelikale auf dem Weg zur Weltverantwortung, so lautet der Titel des neuen Buches von Dr. Roland Hardmeier. Es ist das dritte Buch in einer Reihe zum Thema „Missional“, die Hardmeier hiermit abschließt. (Siehe auch unser Blogeintrag vom 19. März 2015.)

Der erste Band Kirche ist Mission – auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Missionsverständnis (2009; derzeit nur direkt bei IGW sowie als E-Book erhältlich) wurde mit dem Großen George-W.-Peters-Preis für missiologische Arbeiten ausgezeichnet. Diesem folgte 2012 der zweite Band Geliebte Welt – Auf dem Weg zu einem neuen missionarischen Paradigma. Mit dem dritten Band liegt erstmals eine umfassende Darstellung der Missionalen Theologie – aus evangelikaler Sicht – vor.

 

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Wir haben dem Autor ein paar Fragen gestellt:

 
Herzlichen Glückwunsch, Herr Hardmeier, zum Erscheinen Ihres aktuellen Buches Missionale Theologie – Evangelikale auf dem Weg zur Weltverantwortung! Was würden Sie sagen: An welcher Stelle auf besagtem Weg befindet sich die evangelikale Bewegung derzeit?

Die Evangelikalen haben einen weiten Weg zurückgelegt von dezidierter Weltverneinung zu aktiver Weltgestaltung. Das halte ich für bemerkenswert. Beim Schreiben des Buches war es mir eine Freude, diesen Weg geschichtlich und theologisch nachzuzeichnen.

 

Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „missional“? Ist das schlicht ein moderner Begriff für das, was wir früher „missionarisch“ nannten?

Zum Teil decken sich die Begriffe. Der Begriff „missional“ steht zusätzlich zum bekannten „missionarisch“ für eine ganzheitliche Denkweise. Früher war die Mission der Kirche vor allem die Verkündigung. In der missionalen Theologie wird sie weitergedacht, sie umfasst Wort und Tat, oder anders gesagt: Verkündigung und das Wahrnehmen sozialer Verantwortung.

 

In den vorliegenden nun drei Bänden, in denen Sie sich mit dem ganzen Thema Mission und Missionale Theologie beschäftigen, geht es um ein „ganzheitliches Missionsverständnis“, um einen Paradigmenwechsel. Warum herrscht denn aus Ihrer Sicht überhaupt Veränderungsbedarf?

Weil sich die Welt verändert hat. Bei uns im Westen ist die Kirche nicht mehr im Zentrum der Gesellschaft, sondern nur noch ein „Anbieter“ unter anderen. Die Postmoderne mit ihrer radikalen Pluralität stellt uns vor die Herausforderung, das Evangelium so zu kommunizieren, dass es verstanden wird. Wir sind uns mehr denn je bewusst, dass wir in einer leidenden Welt leben.
Das sind einige der Gründe, warum wir Mission neu denken und althergebrachte Denk- und Verhaltungsmuster hinterfragen müssen. Schon der Apostel Paulus musste, als er das Evangelium mit seinen jüdischen Wurzeln in die Welt der Griechen und Römer trug, neue Wege gehen, damit es von den Zuhörern verstanden werden und im neuen Umfeld heimisch werden konnte.

 

Richten sich Ihre Bücher vor allem an (werdende) Theologen, oder können auch Leserinnen und Leser, die sich ehrenamtlich z. B. im Kirchenvorstand oder in der Gemeindeleitung engagieren, praktischen Nutzen daraus ziehen?

Mein erstes Zielpublikum sind Theologen, Pastoren und Missionare. Aber jede an der Aufgabe der Kirche interessierte Person kann Nutzen daraus ziehen. Die Sprache ist einfach gehalten und theologische Fachbegriffe werden erklärt, so dass der Inhalt sich einem auch ohne theologische Vorbildung gut erschließt.

 

Können Sie noch mal kurz den Unterschied zwischen den drei Büchern deutlich machen?

Kirche ist Mission befasst sich vor allem mit der Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im missionarischen Denken.

Geliebte Welt vertieft die theologische Grundlegung des neuen, missionalen Paradigmas. Beide Bücher zusammen liefern eine solide biblische Begründung für ein ganzheitliches Missionsverständnis.

Missionale Theologie schließlich zeichnet die Entstehung dieser neuen Denkweise geschichtlich nach, so dass manches, was in den ersten beiden Büchern theologisch begründet wird, ein Gesicht bekommt und dadurch fassbarer wird.

 

Wenn jemand nur die Zeit für ein Buch aufbringen kann – welches der drei sollte er dann lesen?

Da würde ich Kirche ist Mission empfehlen: Es ist der ideale Einstiegstext. Und wem es gefallen hat, der findet dann vielleicht auch die Zeit, sich an die Folgebände zu wagen.

Erstellt am 19. Mai 2015 von

Der britische Autor Simon Parke hat John Bunyans Klassiker Die Pilgerreise mit Randis Reise ein modernes Gesicht verliehen. Heute folgt nun die vierte und letzte Folge von Auszügen zum Kennenlernen.

Eine Leserin meinte:

„Randis Reise“ ist faszinierend. Man verfolgt mit Spannung Randi und die Gestalten, denen sie begegnet, und wird von so manch erstaunlicher Wendung überrascht. Dieses Buch ist jedoch nicht nur ein Lesebuch, das eine spannende Pilgerreise erzählt. Es ist viel mehr.
Gleich beim ersten Lesen war mir klar, dass dieses Buch so viele unterschwellige Hinweise, verborgene Wahrheiten und Entdeckungen über mich selbst enthält, dass ich es wieder und wieder lesen muss. Ich befinde mich also gerade beim zweiten Durchlauf …

 

Hier geht es zu Folge 1 bzw. Folge 2 und Folge 3!

 

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Weiter geht es mit dem Kapitel Die zwölfte Station (ab Seite 106):

 

Als sie die Kuppe des ersten Hügels erreichte, schaute sie hinunter auf den Himmel oder etwas, das ihm sehr ähnlich war. Dort lag eine funkelnde Stadt, in der das Leben tobte. Sie hatte kaum zwei Schritte auf diese Stadt zu gemacht, als sie eintauchte in eine Menschenmenge, die sie wie eine große Welle in die Stadtmitte spülte. Sie fand sich neben einer jungen Frau wieder.
»Ist das der Himmel?«, fragte PILGERIN.
»Kann man so sagen«, erwiderte die junge Frau.
»Wieso ›kann man so sagen‹? Ist es der Himmel oder nicht?«
»Das ist SAN FEZBUCOS. Bleib auf dem Laufenden!«
»Oh, ich verstehe!«, erwiderte PILGERIN hastig.
Sie wollte nicht als jemand gelten, der nicht auf dem Laufenden war.
»Und dein Name?«, fragte PILGERIN ihre neue Gefährtin.
»ABLENKA.«
»Hübscher Name, und du bist genau die Person, nach der ich gesucht habe. Ich heiße PILGERIN.«
»PILGERIN?«
»Ja.«
»Grauenhaft!«
»Wirklich?«, fragte PILGERIN.
»Absolut.«
Wie ein schwacher Kapitän auf einem sinkenden Schiff entschloss sich PILGERIN zu einer schnellen Aufgabe ihrer Identität.
»Das ist natürlich nicht mein richtiger Name.«
»Nicht?«
»Auf keinen Fall! Mein richtiger Name ist Randi.«
»Schon besser.«
»Ich habe nur einen Scherz gemacht, als ich PILGERIN sagte.«
»Du bist ein komischer Kauz.«
»Ein lächerlicher Name.«
»Das stimmt allerdings!«
Erleichtert, diese peinliche Situation überwunden zu haben, wünschte sich PILGERIN jetzt, alles über ihr neues Zuhause zu erfahren.
»Also, erzähle mir, was ist so himmlisch an SAN FEZBUCOS?«
»Hier sind wir alle gleich und mit jedem und allem vernetzt!«

»Wow!«, sagte PILGERIN zum ersten Mal in ihrem Leben. Wow? Wo kam das denn her? Warum versuchte sie unter allen Umständen, wieder ganz jung zu sein? »Ja, ich verstehe, dass das dem Himmel ziemlich nahe kommt!«
»Also, ich rede mit dir«, erklärte ABLENKA, »absolute Aufmerksamkeit und so, aber ich schreibe auch gleichzeitig einer Freundin eine SMS, twittere meinen 476 Anhängern, wo ich mich gerade aufhalte, überprüfe meine Facebook-Seite, sehe mir einen Film an und versuche, zusammen mit ein paar Freunden ein Haus zu mieten – alles gleichzeitig auf diesem kleinen Ding!«
ABLENKA schwenkte ein kleines Gerät. PILGERIN staunte über smarte Einfachheit und war begeistert, zu dieser wirklich großen Gruppe von Menschen zu gehören.
»Vernetzt sein ist alles«, erklärte ABLENKA.
»Das stimmt, und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gut es tut, wieder vernetzt zu sein.«
»Wie bitte?«
»Ich sagte, es tut gut, wieder vernetzt zu sein.«
»Warte eine Sekunde, Pauline –«
»– Randi.«
»Randi, ja. Ich bekomme gerade eine Antwort auf meinen Tweet –«
»Oh, ich verstehe –«
»– und wir kommen jetzt an eine gute Szene in dem Film.«
»Oh, richtig.«
»Ahh! Toll!«
»Gute Nachrichten?«
»Möglicherweise eine Wohnung zur Miete! Ich muss telefonieren.«
»Natürlich.«
»Übrigens 538 Facebook-Freunde.«
»Wirklich?«
»Das war eine Lüge. 539! Ein neuer. Wer das wohl sein mag? Mal sehen.«
»Was ist mit dem Film?«

»Darauf komme ich gleich zurück.«
Und das war das Letzte, was PILGERIN von ABLENKA zu sehen bekam, denn jetzt wogte eine andere Menge auf sie zu. Ohne es zu merken, war PILGERIN auf einer Bühne gelandet, auf der ein Mädchen im Teenageralter stand, überwältigt vor Glück.
»Ich habe gerade die ›Star Show‹ gewonnen!«, rief sie hysterisch. »Oh mein Gott! Ich habe gerade die ›Star Show‹ gewonnen!«
Die Menge jubelte ebenfalls hysterisch – das schien eine Voraussetzung zu sein, wenn man hier sein wollte –, gleichzeitig blitzten Kameras auf und Mikrofone wurden ihr vor die Nase gehalten.
»Oh, gratuliere!«, sagte PILGERIN, die sich von der Hysterie anstecken ließ. »Das ist ja fantastisch!«
»Es war eine Reise«, erklärte die junge Frau atemlos. »Aber was für ein Abend! Was. Für. Ein. Abend!«
PILGERIN fand diese Bemerkung etwas seltsam, da die Sonne immer noch hoch am Himmel stand. Sie hatte das Gefühl, dass die Gewinnerin nur etwas nachplapperte. Diese Worte klangen irgendwie abgedroschen.
»Ich habe den Regen überstanden«, berichtete sie gerührt. Die Menschenmenge wurde durch in aller Eile errichtete Barrieren zurückgehalten. »Ich wollte es auf meine Weise tun, ich selbst sein, und das ist mir auch gelungen. Mein Publikum wollte mein wirkliches Ich sehen; sie bekamen mein wirkliches Ich zu sehen und haben mich zur Siegerin gekürt.«
Wie auf ein Stichwort noch mehr hysterisches Geschrei.
»Das ist, nun, was soll ich sagen? Es ist eine Reise. Ich möchte allen meinen Fans danken!«
Wieder hysterisches Kreischen, manche Zuschauer fielen auch in Ohnmacht, und PILGERIN konnte nicht anders, sie freute sich über diese offensichtliche Freude.
»Das ist wirklich toll«, sagte PILGERIN, die ihre Interviewerin zu sein schien. »Äh, entschuldige, ich kenne deinen Namen gar nicht.«
»NAIVA«, erwiderte die junge Frau. »Nenn mich NAIVA.«

 

Erstellt am 13. Mai 2015 von

Zugegeben, wenn ich mir neue Bücher kaufe, orientiere ich mich kaum an Bestsellerlisten. Wir alle wissen: Nur die Tatsache, dass ein Buch häufig gekauft wurde, muss leider gar nichts mit seiner Qualität zu tun haben …

Trotzdem ist es natürlich interessant, mal einen Blick auf jene Listen zu werfen: Was hat andere Leserinnen und Leser besonders interessiert? Welche Bücher erreichten letztlich am meisten Menschen? Und manchmal steckt auf den Bestsellerlisten auch tatsächlich ein Buch, das zu entdecken sich lohnt …

Hier sind also unsere zehn meistverkauften Titel von Januar bis März 2015:

 

 

1. Adam Hamilton, 24 Stunden – Der Tag, der die Welt veränderte (erschienen 2014, 2. Auflage 2015)

 

2. Holm Schneider, Ein Baby im Bauch (erschienen 2015)

 

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3. Adam Hamilton, 24 Stunden – Impulse für 40 Tage (erschienen 2014, 2. Auflage 2015)

4. Silke Schnee/Heike Sistig, Die Geschichte von Prinz Seltsam – Mini-Ausgabe (erschienen 2014, 2. Auflage 2015)

5. Josef Ben-Eliezer, Meine Flucht nach Hause (erschienen 2015)

 

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6. Silke Schnee/Heike Sistig, Die Geschichte von Prinz Seltsam (erschienen 2011, 4. Auflage 2015)

7. Ute Paul, Die Rückkehr der Zikade – Vom Leben am anderen Ende der Welt (erschienen 2015)

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8. Conny Wenk, Außergewöhnlich (erschienen 2013, 2. Auflage 2015 in Vorbereitung)

9. Holm Schneider, „Was soll aus diesem Kind bloß werden?“ 7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom (2. Auflage 2014)

 

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10. Silke Schnee/Heike Sistig, Prinz Seltsam und die Schulpiraten (erschienen 2013)

 

Erstellt am 13. Mai 2015 von

Und wieder wurde ein Neufeld-Autor ausgezeichnet: Howard Zehr ist Preisträger des „2015 Ireland Distinguished Visiting Scholar Award“. Diese Auszeichung wird von der US-amerikanischen University of Alabama at Birmingham verliehen.

Zehr gilt als Pionier auf dem Gebiet der Restaurativen Gerechtigkeit, im Neufeld Verlag erschien sein Buch Fairsöhnt: Restaurative Gerechtigkeit – Wie Opfer und Täter heil werden können.

 

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Seine praktische Arbeit und akademische Schriften haben die Wahrnehmung von Kriminalität und Verbrechen gründlich verändert. Howard Zehr hat das Verständnis der Kriminologen dafür geöffnet, dass die kriminelle Tat nicht primär eine Verletzung des Staates, sondern eine Verletzung des Opfers und der Gemeinschaft ist und dass die Bedürfnisse von Opfern und Tätern Vorrang genießen sollen.

Was heute unter dem Begriff Täter-Opfer-Ausgleich immer bekannter wird und auch in der Justiz zunehmend angewandt wird, geht u. a. zurück auf die Arbeit Howard Zehrs.

Herzlichen Glückwunsch, Howard Zehr!

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.