Archiv vom August, 2016

 

Erstellt am 11. August 2016 von

Wenn Theologie in philosophischen Begriffen ausgedrückt und mit Hilfe von Philosophie und Logik strukturiert wird, dann braucht man dazu Intelligenz und die Fähigkeit, logisch denken zu können. Wenn Theologie aber in Form einer Geschichte präsentiert wird, dann kann die Bedeutung dieser Geschichte nicht angemessen erfasst werden, ohne dass der Interpretierende – so gut wie nur möglich – Teil der Kultur des Erzählers und dessen Zuhörer wird.

Eine wunderbare Darstellung dieses Dilemmas präsentiert N. T. Wright in seinem Buch über die Auferstehung. Wright zitiert ein Beispiel von George Caird: Aus dem Mund eines Amerikaners bedeutet: »I am mad about my flat!«: »Ich ärgere mich über meine Reifenpanne!« Aber für einen Engländer bedeutet der gleiche Satz: »Ich bin von meiner Wohnung begeistert!« Die Kultur des Sprechers muss also berücksichtigt werden, wenn das Gesagte verstanden werden soll.

Das Gleiche trifft für das Leben und die Lehre Jesu zu. Natürlich ist der Geist Gottes durch die Jahrhunderte nicht ohne Zeugnis geblieben. Und doch gibt es Bedeutungsebenen eines Textes, die erst dann erschlossen werden können, wenn die Kultur des Nahen Ostens verstanden und bei der Auslegung der Schrift eingesetzt wird.

Lukas 15 ist ein hervorragendes Beispiel für diese Wahrheit:

Ist es eine Schande, wenn ein Mann seinen Vater um sein Erbe bittet, wenn der Vater noch lebt? Ist es ein schlechtes Zeichen, wenn der ältere Bruder dazu schweigt? Wie soll der Vater reagieren? Bringt der junge Mann seiner Familie im Dorf Schande, wenn er seinen Anteil des Erbes verkauft?

Als der Sohn »zu sich kam«, bedeutet das, dass er »bereute« oder dass er »versuchte, etwas zum Essen zu bekommen«? Warum gibt es in der Geschichte keine Mutter? Macht der Vater sich lächerlich, wenn er die Straβe hinunterrennt? Darf ein Vater seine Gäste verlassen, um mit seinem ältesten Sohn zu reden, der drauβen auf dem Hof schmollt? Und falls er es tut, was bedeutet das?

 

Als wir Kenneth E. Baileys (1930-2016) Buch Der ganz andere Vater – Die Geschichte vom verlorenen Sohn aus nahöstlicher Perspektive 2006 erstmals auf Deutsch herausgegeben haben (übrigens hervorragend übersetzt von Gertrud Geddert), waren wir begeistert.

Und nicht nur wir! Hier sehen Sie Auszüge aus den Stimmen zu diesem Buch.

Und hier erzählt Kenneth E. Bailey selbst in einem Fünf-Minuten-Film, worum es in dem berühmten „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ eigentlich geht.

 

Nachdem die gedruckte Ausgabe nun eine Weile vergriffen war (es ist auch als E-Book verfügbar), ist dieses wunderbare Buch ab Mitte September wieder erhältlich.

 

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Es ist ein ungewöhnlich reiches Buch:

  • In einem spannend zu lesenden Kommentar zu Lukas 15 liefert Bailey wertvolles Hintergrundwissen.
  • Mit arabischen Kalligrafien aus eigener Feder illustriert er diese Botschaft,
  • und schließlich zeigt ein dramatisches Theaterstück (das sich mit einfachen Mitteln aufführen oder vorlesen lässt): Gott ist auf der Suche nach seinen Kindern.

Hier als Beispiel eine Kalligrafie samt Erklärung:

 

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In unserem Lektoratsteam habe ich in letzter Zeit manches Mal gefragt: Welches Buch kann auf den Punkt bringen, wofür unser Herz schlägt:

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist! Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben: Bei Gott bin ich willkommen.

 

Als ich jetzt an der zweiten Auflage von Der ganz andere Vater arbeitete, wurde mir klar: Hier ist es, und zwar schon lange, bevor wir dieses Motto überhaupt formuliert haben.

 

Es berührt mich tief, wie Bailey uns die Geschichte dieses Vaters und seiner Söhne erklärt. Und ich entdecke mich wieder in dieser Geschichte – mit meiner Angst, zu kurz zu kommen. Mit meinem Hunger nach Leben, nach Freiheit. Aber auch mit der Sorge: Was habe ich eigentlich von meiner Treue?

Was für ein Vorrecht, solche Bücher verlegen zu dürfen!

 

P. S.: Gerne weisen wir an dieser Stelle übrigens auf ein zweites Buch von Kenneth E. Bailey hin, das derzeit im Verlag SCM R. Brockhaus in Vorbereitung ist (und wohl im Februar 2017 erscheint): Jesus war kein Europäer – Die Kultur des Nahen Ostens und die Lebenswelt der Evangelien.

Erstellt am 10. August 2016 von

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Am Samstag, 10. September 2016, findet in Magdeburg wieder das Sportfest „Down-Sport-in-Magdeburg“ statt.

Als Verlag sind wir mit einem Infostand dabei, den neuen Wandkalender von Conny Wenk und ein neues Buch von Doro May im Gepäck. Druckfrisch …!

Um 10.00 Uhr steigt dann in der Hermann-Gieseler-Halle (Klaus-Miesner-Platz 3, 39108 Magdeburg) wieder mal ein großes Happening, bei dem nicht in erster Linie der sportliche Ehrgeiz oder Wettkampf im Vordergrund stehen, sondern eher ein ausgelassenes Fest des Lebens. Und das ist inspirierend!

Neben verschiedenen Sportarten können Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom sich auch an der Modenschau, dem Trommelworkshop („Drums-Alive“) sowie dem Bewegungs- und Tanzworkshop beteiligen. Beim Mitmachprogramm können auch Geschwisterkinder mitmachen.

Anmeldeschluss ist bereits kommenden Freitag, 12. August 2016. Auch wer gerne einen bestimmten Workshop belegen möchte, sollte sich aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen so bald wie möglich anmelden.

Hier kann man sich Impressionen aus den vergangenen Jahren anschauen und auch gleich anmelden, E-Mail down-sport-in-magdeburg@ssb-magdeburg.de, Tel. 03 91/60 73 76 20, Fax 03 91/60 73 76 22.

Wir freuen uns auf viele Begegnungen!

Erstellt am 9. August 2016 von

Hauptsache, gesund? Nein, Gesundheit ist nicht das Wichtigste im Leben.

Heilung – Zeichen der Herrschaft Gottes lautet der Titel eines Buches von Wolfgang J. Bittner, das längst als Klassiker gilt.

 

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„Wolfgang J. Bittners Versuch, theologische Fragen im Zusammenhang mit Krankenheilung umfassend aufzunehmen und zu klären, ist in seiner nüchternen, soliden und verlässlichen Art immer noch einmalig. Dieses Buch ist nicht für Schriftgelehrte geschrieben, sondern will als kurzgefasstes Handbuch seinen Dienst tun.“

 

So schreibt der Züricher Theologe Prof. Dr. Ralph Kunz im Geleitwort zur vierten Auflage. Die gedruckte Ausgabe des Buches ist schon eine ganze Weile vergriffen. Doch nun ist es als E-Book erhältlich – in allen gängigen Shops und natürlich direkt im Neufeld-E-Book-Shop (für Kunden aus Deutschland).

Erstellt am 5. August 2016 von

Seit Montag ist das wunderbare Kinderbuch Prinz Seltsam und die Schulpiraten auch auf Englisch erhältlich – und wir sind sicher, dass auch dieser zweite Band Prince Noah and the School Pirates seinen Weg machen wird.

Die US-Ausgabe unseres anhaltend erfolgreichen Kinderbuches Die Geschichte von Prinz Seltsam hat inzwischen ja sogar eine Auszeichnung erhalten – die Bronze-Medaille in der Kategorie Children’s Picture Book Awards der IPPY Awards gewonnen. Die Medaille haben wir gleich weitergereicht an Noah Schnee, den Ideengeber der ganzen Geschichte.

 

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Die Übersetzerin Erna Albertz erzählt in einem Blog-Artikel vom druckfrischen zweiten Band – und sogar einen kurzen Film-Trailer, in dem eine ganz besondere Leserin mitwirkt, gibt es bereits.

Unsere Freude ist groß, dass die Geschichte von Prinz Seltsam um die Welt geht und farbenfroh dazu einlädt, Vielfalt dankbar wahrzunehmen.

Eine chinesische Ausgabe ist in Vorbereitung …

Erstellt am 4. August 2016 von

Von 71 holländischen Frauen, die ihre Schwangerschaft auf Grund der Diagnose Downsyndrom beendet hatten, berichteten 34 Prozent, dass ihr Arzt während der Beratung nicht einmal die Möglichkeit einer Fortführung der Schwangerschaft ansprach.

Das kann man einem Artikel der Zeitschrift Spektrum – Die Woche entnehmen, der unter der Überschrift „Unsere Kinder von morgen: Was bedeutet das Genome Editing für die nächsten Generationen?“ in Ausgabe 22/2016 erschien.

Der medizinische Genetiker Brian Skotko vom Massachusetts General Hospital in Boston hat Frauen beobachtet, bei deren Föten oder Babys Downsyndrom festgestellt wurde; außerdem hat er ähnliche Untersuchungen aus der ganzen Welt zusammengetragen. Wie er feststellen konnte, wird Frauen manchmal auch von Ärzten direkt zum Schwangerschaftsabbruch oder zur Adoptionsfreigabe ihrer Babys geraten. Schon mit Phrasen wie „Es tut mir leid“ oder „Ich muss Ihnen eine schlechte Nachricht überbringen“ lässt sich die Entscheidung einer Frau stark beeinflussen.

Das erinnert mich an Prof. Dr. Holm Schneider (Uniklinik Erlangen). Als Kinderarzt auf der Neugeborenenstation hat er Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom bewusst zu ihrem besonderen Baby gratuliert und gesagt:

Sie werden mit diesem Kind nicht weniger Freude haben als mit einem anderen.

Davon brauchen wir noch viel mehr, denn solche Reaktionen, gerade von Ärzten, können unglaublich Mut machen – oder eben Unsicherheit verstärken.

Interessant fand ich auch dieses Zitat aus dem oben erwähnten Artikel aus Spektrum – Die Woche:

Nach einer Studie beurteilt die Hälfte aller Schwerbehinderten ihre Lebensqualität als „gut“ oder „exzellent“.

Viele überschätzen auch den Einfluss der Gesundheit auf die Zufriedenheit im Vergleich zu anderen Faktoren wie finanzieller oder sozialer Unterstützung. Eine Studie aus dem Jahr 1978 verglich beispielsweise Menschen, die erst kurz zuvor durch einen Unfall gelähmt wurden, mit Leuten, die kurz vorher in einer staatlichen Lotterie zwischen 50 000 und einer Million US-Dollar gewonnen hatten.

Die Menschen nach einem Unfall schätzten ihre aktuelle Zufriedenheit natürlich erst einmal niedriger ein als Leute nach einem Lotteriegewinn. Doch beide Gruppen schätzten ihr Zufriedenheitslevel für die Zukunft relativ gleich ein.

Die Leute nach einem Unfall zogen dabei mehr Freude aus den täglichen Aktivitäten wie frühstücken und mit Freunden reden.

Erstellt am 2. August 2016 von

Wie ist das, wenn man glücklich und voller Vorfreude schwanger ist – und dann erfährt, dass das Kind, das man erwartet, seine eigene Geburt mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht lange überleben wird?

Es zieht einem den Boden unter den Füßen weg. Und die Welt sieht auf einmal ganz anders aus.

Katrin und Manuel Schmidt haben genau das erlebt – während der Schwangerschaft hat man ihnen gesagt, dass die kleine Dalia wohl nicht lange leben wird. Sie haben sich entschieden, das Kind so lange wie möglich zu behalten und zu begleiten. Auch wenn dieser Weg schwer war und viel von ihnen verlangt hat.

Bald nach dieser Erfahrung hat Katrin Schmidt Texte und Fotos zusammengestellt, um dem Ausdruck zu verleihen, was sie gerade erlebt hatte. Ihre Worte und Bilder sprachen auch anderen Menschen aus der Seele, die Schweres durchgemacht hatten.

Die Idee, die ganze Geschichte mit Dalia aufzuschreiben, reifte dann einige Jahre.

 

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Doch nun ist es so weit – vor wenigen Tagen erschien das Buch Gehalten, wenn nichts mehr hält – Meine Geschichte mit unserer still geborenen Tochter, in dem Katrin Schmidt authentisch den Weg schildert, den sie als Familie gegangen sind.

Ihre Erfahrungen machen Mut, sich auch schmerzvollen Wegen zu stellen und daran zu wachsen. Mittendrin haben sie erlebt, dass sie bei Gott gehalten sind, wenn nichts anderes mehr hält. Und das ist ganz und gar kein billiger Trost …

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.