Diskussion um den PraenaTest

Erstellt am 12. Juli 2012 von

 

Endlich, endlich, möchte man meinen, wird in der Öffentlichkeit und in unseren Medien zunehmend über die Pränataldiagnostik diagnostiziert. Was hier läuft, ist dramatisch – schon länger werden z. B. über 90 % der Kinder, bei denen Down-Syndrom vermutet wird, abgetrieben. Die Gründe liegen m. E. zum großen Teil in Unkenntnis, in Ängsten von Gynäkologen und in der verbreiteten Sicht: „Das ist ein Problem, und das gilt es zu vermeiden!“.

Nun hat die Firma LifeCodexx AG aus Konstanz offenbar tatsächlich mit der Einführung des PraenaTest begonnen, eines nicht-invasiven molekulargenetischen pränatalen Diagnostiktests zur Bestimmung von Trisomie 21. Uns erfüllt dieser Test mit Sorge – und irgendwie denke ich auch: Ist es nicht eine viel lohnendere Aufgabe von Forschung und Pharmaunternehmen, Leben zu verbessern und nicht zu verhindern?

Als Verlag werben wir mit unserem Wandkalender A little extra (Fotos von Conny Wenk) und Büchern wie Die Geschichte von Prinz Seltsam leidenschaftlich dafür, dass Vielfalt etwas Wunderbares ist. Unser Leben reich macht. Und dass es für unsere Gesellschaft (und letztlich unsere Lebensqualität) katastrophale Folgen hat, wenn wir so weitermachen wie bisher und uns das Recht herausnehmen, für andere zu entscheiden, ob sie ihr Leben als wertvoll betrachten oder nicht.

Was bedeutet denn eigentlich ein Leben mit Down-Syndrom? Für Eltern, für Geschwister und für Menschen mit Down-Syndrom selbst? Brian Skotko ist Kinderarzt und Genetiker u. a. im Children‘s Hospital in Boston (USA) und gilt als einer der führenden Wissenschaftler zu diesem Thema. Kürzlich hat er die Ergebnisse von drei Studien zu genau diesen Fragen im American Journal of Medical Genetics veröffentlicht: Die Welt bricht nicht zusammen, das Leben ist nicht zu Ende, wenn ein Mensch mit Down-Syndrom geboren wird. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein … Wir lernen unglaublich viel über das Geschenk des Lebens von unseren außergewöhnlichen Kindern.

Cora Halder vom Deutschen Down-Syndrom InfoCenter hat den Artikel übersetzt und gekürzt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Leben mit Down-Syndrom abgedruckt. In unserem aktuellen Down-Syndrom-Newletter (den man gerne einfach per E-Mail an info@neufeld-verlag.de bestellen kann; ältere Ausgaben finden sich hier) geben wir Auszüge daraus wieder.


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.