Freche Ehrlichkeit

Erstellt am 1. März 2012 von

 

Die Zeitschrift Sozialcourage (Druckauflage 180.000) wird vom Deutschen Caritasverband in Freiburg herausgegeben und erscheint vierteljährlich in 26 verschiedenen Regional- und Zielgruppenausgaben. In ihrer aktuellen Ausgabe 1/2012 enthält sie auf Seite 3 einen ausführlichen Buchtipp zu Hanna Schotts wunderbarem Buch Von Liebe und Widerstand – Das Leben von Magda und André Trocmé:

„Wir wissen nicht, was ein Jude ist. Wir kennen nur Menschen“, sagt der Pfarrer eines kleinen französischen Dorfes dem Präfekten 1942 ins Gesicht. Der kommt zur Kontrolle, da Gerüchte über Menschenschmuggel zu ihm gelangt sind. Im besetzten Frankreich unter der Herrschaft von Wehrmacht, SS und Vichytruppen kann das schon einmal Gefangenschaft oder Tod als Antwort bedeuten. Doch Frechheit siegt, die freche Ehrlichkeit des Pfarrers André Trocmé und seiner Frau, der Lehrerin Magda. Denn in jedem Haus von Le Chambon sind Juden versteckt, nicht nur in Hotel und Pension des Luftkurorts: Auch einfache Bauern verbergen Kinder vor der Deportation in den sicheren Tod. Denn: Man kann und muss etwas gegen den Naziterror tun. Bis Kriegsende haben die Dörfler in den Cevennen mindestens 3.000 Menschenleben gerettet, klug, gastfreundlich und solidarisch. Dies und die Biografie der beiden Initiatoren sind lesenswert und dokumentarisch; beispielhaft für das Leben nach dem eigenen Gewissen.

Am Freitag, 27. April 2012 (19.30 Uhr) liest Hanna Schott übrigens aus diesem Buch in der Buchhandlung StadtMission Darmstadt (Merckstr. 24, 64283 Darmstadt). Und – im Gepäck zum Beispiel auch Kinderbücher aus ihrer Feder – sie ist immer wieder auch zu Lesungen und Veranstaltungen in Schulen unterwegs.

Und am Montag, 23. April, ist nicht nur der Welttag des Buches, sondern auch der Yom Hashoah, der Holocaust Remembrance Day. Am Yom Hashoah 2009 sagte US-Präsident Barack Obama über die schier unglaubliche Selbstverständlichkeit, mit der die oben erwähnten mutigen Dörfler viel riskierten:

„Nicht ein einziger Jude, der [in die Gegend von Le Chambon-sur-Lignon] kam, wurde abgewiesen oder verraten. Doch es dauerte noch Jahrzehnte, bis die Dorfbewohner von dem erzählten, was sie getan hatten – und auch dann taten sie es nur widerstrebend.“   

Übrigens sind in André Trocmés Bestseller Von Engeln und Eseln – Geschichten nicht nur zu Weihnachten tatsächlich auch ganz wunderbare Geschichten etwa zu Passion und Ostern enthalten. Kleiner Tipp …


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.