Gut, dass es dich gibt!

Erstellt am 17. Juni 2014 von

Ich habe noch kaum Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom getroffen, die nicht aus tiefster Überzeugung sagen würden: „Gut, dass es dich gibt!“ Dennoch scheint es in unserer Gesellschaft eine Sichtweise zu geben, dass es besser wäre, Kinder mit Down-Syndrom kämen gar nicht erst auf die Welt.

Für den 16. Juli 2014 plant der CDL-Landesverband Baden-Württemberg eine friedliche Kundgebung in Konstanz: Nach 2012 und 2013 soll nun zum dritten Mal vor dem Gebäude der Firma Lifecodexx gegen deren „PraenaTest“ (einen vorgeburtlichen Bluttest auf Trisomie) demonstriert werden.

„Es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass hier mit modernster Technik ein zudem noch mit hohem finanziellen Profit verbundener Feldzug gegen Menschen mit Down-Syndrom geführt wird. Es ist kaum eine schlimmere Diskriminierung denkbar als die, einer Bevölkerungsgruppe mit einem vorgeburtlichen Gentest, der auf Selektion gerichtet ist, ihr Lebensrecht abzusprechen“,

so der Rechtsanwalt Josef Dichgans, Vorsitzender des CDL-Landesverbands.

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) sind eine Initiative in der CDU/CSU, gegründet 1985 von Mitgliedern der Unionsparteien, die den Lebensschutz in Deutschland durch politisches Handeln und Bewusstseinsbildung verstärken wollen. Die Mitglieder der CDL setzen sich vor allem für das hilflose und ungeborene Leben ein und engagieren sich für ein kinderfreundliches gesellschaftliches Klima.

Hubert Hüppe, bis Dezember 2013 Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, ist seit 1986 stellvertretender Bundesvorsitzender der Christdemokraten für das Leben.

„Menschen mit Down-Syndrom verdienen die gleiche Achtung und haben das gleiche Lebensrecht wie alle anderen Menschen. Sie sind genauso liebenswert und wertvoll und bereichern ihre Familien und unsere ganze Gesellschaft. Eine vorgeburtliche Diagnostik, die allein darauf abzielt, die Geburt dieser Menschen durch Abtreibung zu verhindern, ist deshalb skandalös“,

so Dichgans in der Einladung zur Kundgebung.

Die Veranstalter wünschen sich besonders die Teilnahme von Menschen mit Down-Syndrom – Dichgans: „Es gibt nichts Gewinnenderes als die persönliche Begegnung mit ihnen.“ Und so sind Familien mit Kindern und Jugendichen mit Down-Syndrom in besonderer Weise eingeladen, der Öffentlichkeit an diesem Tag zu zeigen: „Gut, dass es uns gibt!“

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 16. Juli 2014 um 15.30 Uhr vor dem Anwesen der Firma Lifecodexx in Konstanz, Jakob-Stadler-Platz 7, statt (Kontakt zum CDL-Landesverband: lv-bw@cdl-online.de).

Im Zusammenhang mit der Einführung des „PraenaTest“ im Sommer 2012 hatte das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter in einer Stellungnahme deutlich gemacht:

Es muss bei möglichst allen ankommen, wie das Leben mit Down-Syndrom heute tatsächlich ist, u. a. bei der Ärzteschaft, dem Beratungspersonal und bei Jugendlichen, die sich in Zukunft Nachwuchs wünschen. Ärztinnen und Ärzte können sich an etablierte Organisationen und Elterninitiativen wenden. Denn Familien haben umfangreiches fachliches und lebenspraktisches Wissen über Trisomie 21. Ihre Erfahrungen bewähren sich oft in schwerwiegenden Entscheidungssituationen.

Eben auf ihr Erleben beruft sich der amerikanische Kinderarzt und Genetiker Brian Skotko in drei zusammenhängenden Studien (2011). Die große Mehrheit der Menschen mit Trisomie 21:

  • ist mit ihrem Leben zufrieden,
  • findet sich und das eigene Aussehen in Ordnung,
  • liebt die eigenen Eltern und Geschwister,
  • meint, leicht Freunde zu finden,
  • ist hilfsbereit und glaubt, anderen Menschen zur Seite stehen zu können.

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    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.