Häufig unterschätzt: Depression

Erstellt am 29. Mai 2012 von

Das Thema Depression wird häufig unterschätzt, meint die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen, die Ärztin Dr. Gisela Schneider. Während 34 Millionen mit HIV infiziert seien (schlimm genug), litten weltweit 120 Millionen Menschen an Depressionen. Kirchengemeinden in Deutschland können bei der Förderung von Gesundheit eine wichtige Rolle spielen, so Difäm. In gemeinsamer Trägerschaft mit der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen und in Kooperation mit dem „Bündnis gegen Depression e.V. Neckar-Alb“ leitet das Difäm das Projekt „Kirchengemeinden und Depression“. Dieses Projekt im Kirchenbezirk Tübingen basiert auf den Erfahrungen des Difäm mit der gemeindegetragenen Gesundheitsarbeit in den Ländern des Südens. Am Beispiel von Depressionen werden die Möglichkeiten deutscher Kirchengemeinden zur Förderung von Gesundheit aufgezeigt.

Im Neufeld Verlag beschäftigen sich zwei Bücher, die offenbar von immer mehr Menschen als hilfreich wahrgenommen werden, mit dem Thema Depression: Rosemarie Dingeldey erzählt in Es war, als würde ich fallen … Leben mit einer psychischen Erkrankung ihre persönliche Geschichte und gibt wertvolle Einblicke: Wie geht es jemandem, der mit einer psychischen Krankheit lebt?

„Als ich mit 17 in eine psychiatrische Klinik kam, war das zugleich das Ende eines unbeschwerten Lebens. Und es war der Anfang eines Lebens mit Angst, mit Schwäche, mit Medikamenten. Eines Lebens, in dem ich oft verzweifelt war – und das sich trotz allem lohnt.“

Und Jean Vanier, einer der großen geistlichen Schriftsteller unserer Zeit, hat mit seinem Büchlein Von den Wunden des Herzens – Wegbegleiter durch Zeiten der Depression in der Tat einen solchen Wegbegleiter geschaffen.

„Depression ist eine schmerzliche Wirklichkeit. Jenseits rein medizinischer Auslöser, ist sie oftmals die Folge verborgener Traurigkeit oder Schuldgefühle: Dunkle Gefühle, die man als Kind vielleicht unterdrückt hat, durchlebt man in Zeiten der Depression noch einmal.“

Einfühlsam schreibt Jean Vanier über Hintergründe – erhellend für Menschen, die Depressionen aus eigenem Erleben kennen. Zugleich inspiriert Vanier zu Wegen aus dem Dunkel ins Licht: Ein Neuanfang ist immer möglich. Auch Menschen, die andere durch Zeiten der Depression begleiten, liefert dieses Buch wertvolle Einblicke.


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.