Schlagwort-Archiv: Christen

 

Erstellt am 1. September 2016 von

Die Medizinische Nothilfe Albanien e. V. (MNA) und die albanische Partnerorganisation Qendra Drita e Shpresës (Zentrum Licht der Hoffnung, QDSH) sind christliche Entwicklungshilfeorganisationen. Ihre Hauptziele sind seit über 20 Jahren die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit einer Behinderung in Albanien.

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Vor wenigen Monaten konnte das neue Rehabilitationszentrum mit verschiedenen Abteilungen bezogen werden.

In diesem Zentrum befindet sich eine moderne orthopädietechnische Werkstatt mit Lehrlingsausbildung zur Patientenversorgung. Zusammen mit der Abteilung für Physiotherapie ist somit eine qualifizierte Versorgung in einem Land möglich, in dem Menschen mit einer Behinderung sonst kaum Zugang zu Rehabilitation haben.

Die MNA betreibt zusätzlich zur Förderung der Inklusion in ihrem Zentrum ein integratives Café. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der therapeutischen und heilpädagogischen Tagesförderung für Menschen mit geistiger Behinderung.

Zur Schulung und Ausbildung von Rehabilitationsspezialisten und Therapeuten sucht die MNA engagierte Fachleute, die sich gerne im Ausland einbringen wollen:

  • Für den Behindertenbereich werden insbesondere Ergotherapeuten, Erzieher, Heil-, Sozial- und Sonderpädagogen gesucht.
  • Dringend wird aktuell, für das neue Rehabilitationszentrum in Südalbanien, eine/ein Orthopädie-Techniker/in für mehrere Jahre gesucht. Die Kernaufgaben liegen in der Stärkung das albanischen OT- und Physio-Teams und der weiteren Entwicklung der Werkstatt.

Mehr Infos gibt es auf der Website der MNA, in einer digitalen Infobroschüre sowie per E-Mail direkt an die Geschäftsstelle der MNA: goldammer@mna-ev.de.

Erstellt am 15. März 2016 von

Ich gebe zu, das klingt etwas missverständlich – der Geist Gottes war zum Glück nicht weg. Aber das Buch Geist Gottes – Quelle des Lebens: Grundlagen einer missionalen Pneumatologie war eine Weile vergriffen … und ist in wenigen Tagen wieder lieferbar!

Das Schöne: Auch wer bei „missional“ erstmal an Zahnpasta denkt und bei „Pneumatologie“ an den korrekten Reifendruck, kann mit diesem Buch durchaus etwas anfangen.

 

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Der Autor Dr. Heinrich Christian Rust, Pastor einer Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Braunschweig und bekannt für biblisch begründete Positionen und eine lebendige Mischung aus Nüchternheit und Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes, greift dieses zentrale Thema neu auf.

Er bietet eine gut verständliche Orientierung und fordert heraus, das umfassende Wirken des Heiligen Geistes in dieser Welt, in der Gemeinde Jesu Christi und in jedem einzelnen Menschen neu wahrzunehmen.

Beim Lesen der gut 370 Seiten war ich immer wieder angetan von seinen Aussagen – Heiner Rust verbindet scharfes Denken und das Lesen der Bibel wunderbar mit alltagspraktischer Anwendung. Das gefällt mir!

Dr. Christoph Schrodt schrieb in der Zeitschrift AUFATMEN:

„Dieses Buch gehört in die Hand und ins Herz eines jeden Menschen, der den Weg der christlichen Gemeinde im 21. Jahrhundert mitgestalten möchte.“

Erstellt am 10. März 2016 von

Unser Verlag war keine zwei Jahre alt, da erschien im August 2005 das Buch Woran ich glaube – Ein Muslim und ein Christ im Gespräch. Die Verfasser, ein christlicher (David W. Shenk) und ein muslimischer Theologe (Badru D. Kateregga), sind enge Freunde.

Ich war David W. Shenk (auf dem Foto rechts) bereits einige Male begegnet und seine persönliche Ausstrahlung hat mich sehr beeindruckt. In diesem Buch zeigen die beiden, wie es trotz großer Unterschiede gelingen kann, den eigenen Glauben zu bezeugen und respektvoll aufeinander zu hören. Ich finde, Shenk verkörpert diese Haltung wie kein Zweiter.

 

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Im englischen Original heißt der Titel dieses Buches Islam and Christianity: A Muslim and a Christian in Dialogue, und ich habe keinen Überblick, in wie vielen Sprachen es inzwischen erhältlich ist.

Shenk hat jedenfalls keine Scheu und erzählt (zum Beispiel in seinem neuen Buch Christen begegnen Muslimen – Wege zu echter Freundschaft, dessen 3. Auflage in der kommenden Woche erscheint),

  • wie er dem iranischen Präsidenten Ahmadinejad dieses Buch überreichte,
  • wie der Kommandeur einer Hisbollah in Indonesien jedem seiner 50 Offiziere ein Exemplar davon in die Hand drückte (natürlich der indonesischen Ausgabe),
  • wie der muslimische Präsident von Tansania 1.000 Exemplare des Buches bestellte, um sie an Funktionäre zu verschenken.

Ehrlich gesagt, 2005 haben wir dieses Buch nur schleppend verkauft. Es ist tatsächlich ein Gespräch auf Augenhöhe – in einer Rezension auf www.3sat.de hieß es: „… in diesem Gespräch liegt der Keim der Hoffnung, dass ein interreligiöses Miteinanderauskommen nicht nur wünschenswert, sondern auch umsetzbar ist.“

Die erste Auflage war schon seit längerem nicht mehr lieferbar. Doch seit einigen Monaten werden wir immer wieder auf Woran ich glaube – Ein Muslim und ein Christ im Gespräch angesprochen – inzwischen ist den meisten Menschen klar, dass wir nicht drum herum kommen, uns mit Muslimen und ihrem Glauben zu beschäftigen.

Und nun haben wir es tatsächlich angepackt: In der kommenden Woche erscheint eine neue Auflage.

 

 

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Roland Denner, der Missionsleiter von ReachAcross, meint zu diesem Buch:

„Teil unserer Arbeit unter Muslimen ist es, Christen in Deutschland zu einem mutigen und liebevollen Umgang mit muslimischen Menschen zu ermutigen. Leider gibt es nicht allzu viele deutschsprachige Bücher, die diesen Fokus haben. Viele Bücher auf dem christlichen Markt sind in ihrer Analyse des Islam sicher teilweise zutreffend, schüren aber eher Ängste und fördern die Distanz zu Muslimen, als dass sie Christen befähigen, muslimischen Mitmenschen das Evangelium zu vermitteln.

Dafür finde ich Woran ich glaube – Ein Muslim und ein Christ im Gespräch eines der besten Bücher im deutschsprachigen Raum. Wer sich … wirklich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, bekommt hier etwas qualitativ sehr Hochwertiges.“

Ist es da eine Überraschung, dass wir uns über diese Neuauflage ganz besonders freuen?

Erstellt am 24. Dezember 2015 von

Im Oktober erschien David W. Shenks Buch Christen begegnen Muslimen – Wege zu echter Freundschaft, inzwischen ist es bereits in der zweiten Auflage lieferbar.

Letzte Woche nun erhielt dieses Buch den Christianity Today’s 2016 Book Award in der Kategorie „Missions/The Global Church“. Wir gratulieren unserem Autor und freuen uns mit!

 

Brian Howell, Professor für Anthropologie am Wheaton College, meint:

At a time when relations between Christians and Muslims are more complex than ever, Shenk has given us a wonderfully thoughtful account of how to build real relationships. Without giving formulas or reducing Muslims to a single type, Shenk draws on his vast experience in many parts of the world to provide an encouraging way forward for anyone seeking to share the hope of the gospel with their Muslim neighbors.

 

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Lynne Hybels meint:

Ich kann mir kaum ein Buch vorstellen, das besser in unsere Zeit passt. Als jemand, die häufig in den Krisenregionen des Nahen Ostens ist, um Menschen des Friedens aufzusuchen, finde ich dieses Buch extrem hilfreich und inspirierend.

 

Simon Laufer schreibt in seinem Blog:

Shenks Buch ist berührend, bewegend, aufrüttelnd und herausfordernd. Es wirft viele Vorurteile über den Islam über den Haufen und ruft uns den dringenden Auftrag Jesu in Erinnerung, alle Menschen zu lieben – und besonders in Muslimen Menschen zu sehen, die Gott suchen und ihm dienen wollen. Bei dieser Suche kommt es darauf an, wie überzeugt und überzeugend wir selbst den Weg Jesu gehen. Denn als Christen haben wir tatsächlich nur eine mögliche Antwort auf Hass und Gewalt: den Weg der Liebe, des Friedens und der Versöhnung.

 

Hier gibt es mehr Infos zum Buch.

Erstellt am 8. Dezember 2015 von

Diese Tage kam wieder ein neues Buch aus der Druckerei, das in der Edition Wortschatz erschienen ist – unserem Selfpublishing-Dienstleister.

Der Schweizer Autor Richard Böck, Diakon in Wil (Kanton St. Gallen), hat sich auf 290 Seiten dem Leben des Reformators Martin Luther gewidmet. Sein Roman Durchs Feuer hindurch liegt allein von der Ausstattung her so schön in der Hand, dass man ihn gar nicht mehr weglegen will …

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Martin Luther (1483–1546) war wohl einer der mutigsten Menschen seiner Zeit. Er prangerte das feudale Leben etlicher Kirchenfürsten an; er kritisierte die Praxis der Kirche, Geld für Sündenvergebung zu nehmen. Anstatt den Menschen ständig ihre Sünden vor Augen zu halten und ihnen mit Hölle und Fegefeuer zu drohen, so Luther, sollte die Kirche mehr von der Liebe Gottes sprechen – der Liebe, die zur Vergebung bereit ist.

Herzlichen Glückwunsch also zu diesem Buch, lieber Herr Böck, wir wünschen Ihnen viele begeisterte Leserinnen und Leser!

Erstellt am 29. Mai 2015 von

John H. Yoder (1927-1997) dürfte der bekannteste mennonitische Theologe der Gegenwart sein. Im Neufeld Verlag sind zwei seiner Bücher erschienen: Die Politik des Leibes Christi. Als Gemeinde zeichenhaft leben sowie Die Politik Jesu.

 

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In den letzten Jahren gibt es nun eine verstärkte Auseinandersetzung mit Yoders sexuellem Fehlverhalten. Zwischen 1992 und 1996 fand zwischen ihm und seiner Kirche ein gemeinde-disziplinarischer Prozess wegen sexuellen Fehlverhaltens (in Wort und Tat) statt. Im Jahr 2014 – wohl auf anhaltenden Druck betroffener Frauen sowie deren Veröffentlichungen und Aussagen – beauftragte die Mennonite Church USA eine Arbeitsgruppe mit einer erneuten Evaluation der Handlungen Yoders.

Sie bestätigte, dass die Verfehlungen Yoders schwerwiegender waren als zuvor angenommen, dass sie auch verschiedene Aspekte von sexuellen Beziehungen einschlossen und dass mehr Frauen und über längere Zeiträume hinweg davon betroffen waren, als man bisher gedacht hatte.

 

Auch als Verlag haben wir immer wieder überlegt, wie wir damit umgehen sollen – möglichst häufig und lautstark darauf hinweisen, dass dieser renommierte Theologe und Ethiker, gerade was seinen eigenen Anspruch in Bezug auf die Übereinstimmung von Glauben und Leben betrifft, sich grob fehlverhalten hat? Dass man seine Bücher daher mit Vorsicht genießen sollte? Aber macht das seine Gedanken und Veröffentlichungen etwa wertlos?

Wie kann man den betroffenen Frauen gerecht werden, die es als Hohn empfunden haben müssen, dass Yoder Jahrzehnte lang als Koryphäe gilt – während über den Missbrauch, von dem offenbar viele betroffen sind, kaum geredet wird?

Klar ist: Es gibt keine Entschuldigung für das Verhalten Yoders. Und das Unrecht, das geschehen ist, muss benannt werden.

Es bleibt allerdings auch wahr: Wir alle leben von der Barmherzigkeit Gottes und sind auf seine Vergebung angewiesen. (Ich finde übrigens enorm hilfreich und bewegend, wie die Autorin Sabine Dittrich in ihrem Roman Erben des Schweigens mit dem schwierigen Thema Versöhnung umgeht.)

 

Unser Partner – auch konkret bei der Publikation der o. a. beiden Yoder-Titel -, das Theologische Seminar Bienenberg, hat nun eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht, auf die wir an dieser Stelle gerne hinweisen:

 

„Wir werden uns im Unterricht weiterhin gern auf die publizierten Schriften John Yoders beziehen und seine Überzeugungen bekannt machen. Wir werden allerdings noch pointierter als bisher auch kritische Anfragen formulieren. …“

 

Die gesamte Stellungnahme kann man hier lesen.

Erstellt am 26. Mai 2015 von

In der Ostthüringer Zeitung erschien vergangene Woche ein Porträt meines Freundes, des Neufeld-Autors und Blog-Kolumnisten Uwe Heimowski (auf dem Bild mit seiner Frau Christine) – das wir hier gerne wiedergeben:

 

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Geraer Uwe Heimowski hat ein großes Herz für Randgruppen

Gesichter im Geraer Stadtrat: Menschen brauchen Chancen. Das hat Uwe Heimowski auch am eigenen Leib erfahren. Durch den Glauben gestärkt, möchte er sich als Pastor und Stadtrat für andere einsetzen.

Gera. Uwe Heimowski ist in Gera ein bekanntes Gesicht. Als Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde und seit vergangenem Jahr auch als Mitglied des Geraer Stadtrates. In regelmäßigen Abständen stellt er sich selbst die Frage, ob diese beiden Aufgaben zusammenpassen. Und beantwortet sie bisher stets mit „Ja, denn es geht mir bei all meinem Tun immer um Menschen!“ Und wie könne man an besseren Rahmenbedingungen für Menschen mitarbeiten, wenn nicht als Ansprechpartner einer christlichen Gemeinde und als Stadtrat!?

Der 50-Jährige strippt sein Leben auf wie eine Kette. Eine Lebensstation öffnete den Weg für eine andere, jede hat mit ihrer vorigen zu tun. Das Jahr 1986 war der Grundstein für den Menschen, der Heimowski heute ist. Ein junger, alkohol- und spielsüchtiger Mann fand nach einem einschneidenden Erlebnis zum Glauben und ins Leben zurück. Viele Monate Therapie folgten und schließlich die Entscheidung, etwas aus dem eigenen Leben zu machen. Heimowski ließ sich zum Erzieher ausbilden, absolvierte seinen Zivildienst bei der Heilsarmee unter anderem im Bereich Obdachlosenberatung, studierte Theologie in Hamburg, Basel und Halle und hängte eine Zusatzausbildung zu Religionslehre an. Der Aufbau einer Gruppe für suchtkranke Jugendliche im Jugendheim Bad Köstritz 1999 „war dann wie eine Berufung“.

 

Suchtkranken und Obdachlosen verbunden

Damals sei er in Kontakt zur evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Gera gekommen. „Und seit damals liegen mir Randgruppen wie Suchtkranke und Obdachlose am Herzen“, meint er. Auch zu Flüchtlingen hat er eine ganz persönliche Verbindung, denn seine Mutter flüchtete einst aus Litauen nach Deutschland. „Gera bedeutet seitdem für uns ein großes Willkommen“, sagt er. Seine Haltung, sich in die Gesellschaft einzumischen und für andere Menschen da zu sein, verortet er also stets in seiner ganz persönlichen Geschichte.

Glaube sei etwas, was er gern teile, sagt er – und man glaubt es ihm sofort. Seine Predigten, Worte zum Sonntag in der Ostthüringer Zeitung, seine Beiträge in Zeitschriften und nicht zuletzt seine zahlreichen Bücher sprechen eine deutliche Sprache. Auch in diesem Jahr sollen noch zwei Bücher und ein Adventskalender folgen. Das Schreiben ist für Uwe Heimowski dabei nicht etwas für Mußestunden, eher tägliches Handwerkszeug und die Möglichkeit, Themen weiter zu spinnen. Für die erste Publikation schrieb er sein Leben mit der Suchtkrankheit auf. Mittlerweile geht es oft um Mutmach-Geschichten und spannende Biografien.

 

Das Gefühl anderen helfen zu können

Ausgleich zum vollgestopften Terminkalender sucht er eher beim unverzichtbaren Saunagang und natürlich bei seiner Frau Christine und den fünf gemeinsamen Kindern. „Die Familie darf bei allem nicht zu kurz kommen“, findet Heimowski, der mit der Schweizerin seit 1995 verheiratet ist. Sie trage glücklicherweise seine Entscheidung mit, sich politischmehr zu engagieren und im Stadtrat für die Menschen Gutes zu tun.

Auch wenn er den zeitlichen Umfang der Stadtratstätigkeit – mit Posten im Ausschuss für Soziales und Gesundheit, im Aufsichtsrat der Geraer Heimbetriebsgesellschaft und im Beirat des Jobcenters – etwas unterschätzt habe, mache ihm die Arbeit viel Spaß. „Das Gefühl, dass man etwas bewegen und vorwärtsbringen kann, ist das Schönste“, findet er, wünscht sich davon im Geraer Stadtrat aber noch mehr. Die momentane Situation der Stadt wertet er als Chance, die Belange Geras einmal neu zu sortieren. Die Debatten, die dafür geführt werden, findet er wichtig.

Zwischen seinem Christsein und dem politischen Gestaltungswillen habe es die größte Schnittmenge mit der CDU gegeben, deshalb sei er der Partei 2012 beigetreten und sitze nun für sie im Stadtrat. Bei der CDU aufgehoben, fühle er sich auch beim aktuell intensiv diskutierten Thema Flüchtlinge. Asyl sei ein nicht verhandelbares Grundrecht, trotzdem müsse man das Thema Zuwanderung und Asylrechtsverweigerung diskutieren dürfen, meint er. Das habe nichts damit zu tun, dass man mit allen Menschen, die in der Stadt ankämen, menschenwürdig umgehen müsse. Wie die Stadtverwaltung es bisher geschafft habe, die Flüchtlinge zu betreuen und zu integrieren, findet er toll.

Sein persönlicher politischer Standpunkt habe mit dem Leben der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde G26, in der er als Pastor tätig sei, nichts zu tun, betont er „Unser Gemeindeleben ist bunt und lebendig. 100 bis 150 Menschen besuchen die Gottesdienste, darunter viele junge Familien“, freut er sich, dass seine Gemeinde den Grundsatz lebt, Kirche müsse offen für alle Menschen sein.

 Christine Schimmel

Erstellt am 19. Mai 2015 von

Der britische Autor Simon Parke hat John Bunyans Klassiker Die Pilgerreise mit Randis Reise ein modernes Gesicht verliehen. Heute folgt nun die vierte und letzte Folge von Auszügen zum Kennenlernen.

Eine Leserin meinte:

„Randis Reise“ ist faszinierend. Man verfolgt mit Spannung Randi und die Gestalten, denen sie begegnet, und wird von so manch erstaunlicher Wendung überrascht. Dieses Buch ist jedoch nicht nur ein Lesebuch, das eine spannende Pilgerreise erzählt. Es ist viel mehr.
Gleich beim ersten Lesen war mir klar, dass dieses Buch so viele unterschwellige Hinweise, verborgene Wahrheiten und Entdeckungen über mich selbst enthält, dass ich es wieder und wieder lesen muss. Ich befinde mich also gerade beim zweiten Durchlauf …

 

Hier geht es zu Folge 1 bzw. Folge 2 und Folge 3!

 

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Weiter geht es mit dem Kapitel Die zwölfte Station (ab Seite 106):

 

Als sie die Kuppe des ersten Hügels erreichte, schaute sie hinunter auf den Himmel oder etwas, das ihm sehr ähnlich war. Dort lag eine funkelnde Stadt, in der das Leben tobte. Sie hatte kaum zwei Schritte auf diese Stadt zu gemacht, als sie eintauchte in eine Menschenmenge, die sie wie eine große Welle in die Stadtmitte spülte. Sie fand sich neben einer jungen Frau wieder.
»Ist das der Himmel?«, fragte PILGERIN.
»Kann man so sagen«, erwiderte die junge Frau.
»Wieso ›kann man so sagen‹? Ist es der Himmel oder nicht?«
»Das ist SAN FEZBUCOS. Bleib auf dem Laufenden!«
»Oh, ich verstehe!«, erwiderte PILGERIN hastig.
Sie wollte nicht als jemand gelten, der nicht auf dem Laufenden war.
»Und dein Name?«, fragte PILGERIN ihre neue Gefährtin.
»ABLENKA.«
»Hübscher Name, und du bist genau die Person, nach der ich gesucht habe. Ich heiße PILGERIN.«
»PILGERIN?«
»Ja.«
»Grauenhaft!«
»Wirklich?«, fragte PILGERIN.
»Absolut.«
Wie ein schwacher Kapitän auf einem sinkenden Schiff entschloss sich PILGERIN zu einer schnellen Aufgabe ihrer Identität.
»Das ist natürlich nicht mein richtiger Name.«
»Nicht?«
»Auf keinen Fall! Mein richtiger Name ist Randi.«
»Schon besser.«
»Ich habe nur einen Scherz gemacht, als ich PILGERIN sagte.«
»Du bist ein komischer Kauz.«
»Ein lächerlicher Name.«
»Das stimmt allerdings!«
Erleichtert, diese peinliche Situation überwunden zu haben, wünschte sich PILGERIN jetzt, alles über ihr neues Zuhause zu erfahren.
»Also, erzähle mir, was ist so himmlisch an SAN FEZBUCOS?«
»Hier sind wir alle gleich und mit jedem und allem vernetzt!«

»Wow!«, sagte PILGERIN zum ersten Mal in ihrem Leben. Wow? Wo kam das denn her? Warum versuchte sie unter allen Umständen, wieder ganz jung zu sein? »Ja, ich verstehe, dass das dem Himmel ziemlich nahe kommt!«
»Also, ich rede mit dir«, erklärte ABLENKA, »absolute Aufmerksamkeit und so, aber ich schreibe auch gleichzeitig einer Freundin eine SMS, twittere meinen 476 Anhängern, wo ich mich gerade aufhalte, überprüfe meine Facebook-Seite, sehe mir einen Film an und versuche, zusammen mit ein paar Freunden ein Haus zu mieten – alles gleichzeitig auf diesem kleinen Ding!«
ABLENKA schwenkte ein kleines Gerät. PILGERIN staunte über smarte Einfachheit und war begeistert, zu dieser wirklich großen Gruppe von Menschen zu gehören.
»Vernetzt sein ist alles«, erklärte ABLENKA.
»Das stimmt, und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gut es tut, wieder vernetzt zu sein.«
»Wie bitte?«
»Ich sagte, es tut gut, wieder vernetzt zu sein.«
»Warte eine Sekunde, Pauline –«
»– Randi.«
»Randi, ja. Ich bekomme gerade eine Antwort auf meinen Tweet –«
»Oh, ich verstehe –«
»– und wir kommen jetzt an eine gute Szene in dem Film.«
»Oh, richtig.«
»Ahh! Toll!«
»Gute Nachrichten?«
»Möglicherweise eine Wohnung zur Miete! Ich muss telefonieren.«
»Natürlich.«
»Übrigens 538 Facebook-Freunde.«
»Wirklich?«
»Das war eine Lüge. 539! Ein neuer. Wer das wohl sein mag? Mal sehen.«
»Was ist mit dem Film?«

»Darauf komme ich gleich zurück.«
Und das war das Letzte, was PILGERIN von ABLENKA zu sehen bekam, denn jetzt wogte eine andere Menge auf sie zu. Ohne es zu merken, war PILGERIN auf einer Bühne gelandet, auf der ein Mädchen im Teenageralter stand, überwältigt vor Glück.
»Ich habe gerade die ›Star Show‹ gewonnen!«, rief sie hysterisch. »Oh mein Gott! Ich habe gerade die ›Star Show‹ gewonnen!«
Die Menge jubelte ebenfalls hysterisch – das schien eine Voraussetzung zu sein, wenn man hier sein wollte –, gleichzeitig blitzten Kameras auf und Mikrofone wurden ihr vor die Nase gehalten.
»Oh, gratuliere!«, sagte PILGERIN, die sich von der Hysterie anstecken ließ. »Das ist ja fantastisch!«
»Es war eine Reise«, erklärte die junge Frau atemlos. »Aber was für ein Abend! Was. Für. Ein. Abend!«
PILGERIN fand diese Bemerkung etwas seltsam, da die Sonne immer noch hoch am Himmel stand. Sie hatte das Gefühl, dass die Gewinnerin nur etwas nachplapperte. Diese Worte klangen irgendwie abgedroschen.
»Ich habe den Regen überstanden«, berichtete sie gerührt. Die Menschenmenge wurde durch in aller Eile errichtete Barrieren zurückgehalten. »Ich wollte es auf meine Weise tun, ich selbst sein, und das ist mir auch gelungen. Mein Publikum wollte mein wirkliches Ich sehen; sie bekamen mein wirkliches Ich zu sehen und haben mich zur Siegerin gekürt.«
Wie auf ein Stichwort noch mehr hysterisches Geschrei.
»Das ist, nun, was soll ich sagen? Es ist eine Reise. Ich möchte allen meinen Fans danken!«
Wieder hysterisches Kreischen, manche Zuschauer fielen auch in Ohnmacht, und PILGERIN konnte nicht anders, sie freute sich über diese offensichtliche Freude.
»Das ist wirklich toll«, sagte PILGERIN, die ihre Interviewerin zu sein schien. »Äh, entschuldige, ich kenne deinen Namen gar nicht.«
»NAIVA«, erwiderte die junge Frau. »Nenn mich NAIVA.«

 

Erstellt am 12. Mai 2015 von

… und wenn ja, wie viele? So lautet der witzige Titel eines ziemlich erfolgreichen Buches des Philosophen Richard David Precht. Vielleicht war das Buch deshalb so gefragt, weil uns genau das ziemlich beschäftigt: unsere Identität. Wer wir sind. Wer wir werden.

Ich weiß noch, wie ich erstmal schlucken musste, als mir jemand empfahl, einen Auszug aus Psalm 139, Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin, zu meditieren. Ich – wunderbar gemacht? Das ist gar nicht mal so einfach, aufzuschreiben, was an mir „wunderbar gemacht“ ist …

„Wer bin ich?“ ist auch der Titel eines bekannten Textes, den Dietrich Bonhoeffer verfasste und der einige Zeit als Poster in meinem Büro hing. Bonhoeffer greift – damals Gefangener in Tegel – darin auf, dass die Menschen um ihn herum ihn offenbar ganz anders wahrnehmen, als er selbst sich sieht. Vielleicht brauchen wir diese Erinnerung manchmal?

„Wer bin ich?“ steht jedenfalls auch als Überschrift über einem Gedicht, das ich öfter zitiere, wenn ich vor Publikum Bücher aus dem Neufeld Verlag vorstelle.

Es stammt von Roland Walter, der sich als einen „König der Lebensfreude“ bezeichnet und den ich auch so erlebt habe, als ich ihm einmal persönlich begegnen durfte. Roland ist von Geburt an spastisch gelähmt, ist im Rollstuhl unterwegs (und er ist wirklich unterwegs und kommt sicher mehr herum als ich!) und beschäftigt mehrere Assistenten, damit er selbständig leben kann. In dem Buch König Roland – Im Rollstuhl durchs Universum erzählt er seine Lebensgeschichte; er inszeniert, er choreographiert und ist überhaupt ein Energiebündel mit vielen kreativen Ideen. Hier also kommt sein Gedicht:

 

Wer bin ich?

Die Menschen nennen mich behindert,
und sie haben recht, das bin ich auch.
Gott nennt mich seine gute Schöpfung,
und er hat recht, das bin ich auch.

Die Menschen nennen mein Leben kostspielig,
und sie haben recht, das ist es auch.
Gott sagt, mein Leben ist wertvoll,
und er hat recht, das ist es auch.

Die Menschen nennen mich unproduktiv,
und sie haben recht, das bin ich auch.
Gott sagt, ich bin ein Brückenbauer
zwischen Behinderten und Nichtbehinderten,
und er hat recht, das bin ich auch.

Die Menschen nennen mein Aussehen abstoßend,
und sie haben recht, das ist es auch.
Gott sagt, mein Lachen ist schön,
und er hat recht, das ist es auch.

 

Ich mag diese Zeilen – und seit kurzem gibt es Roland Walters Gedicht nun auch als Poster im DIN A3-Format. Allerdings (erstmal) nur hier im Shop …

 

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Erstellt am 30. April 2015 von

Ab Montag, 4. Mai 2015 ist es im Handel lieferbar, am kommenden Samstag wird es auf dem Christlichen Pädagogentag in Walddorfhäslach vorgestellt: Die Rede ist von dem neuen Buch der Evangelischen Lehrer- und Erziehergemeinschaft in Württemberg e. V., das in der Edition Wortschatz erscheint:

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Traugott Kögler (Hrsg.)

Bildung zwischen Anspruch und Alltag

Ein Mutmachbuch für Pädagogen

124 Seiten, Paperback, Format 12 x 19 cm

Das Buch enthält Beiträge von Arno Backhaus, Harald Binder, Dieter Braun, Marianne Fritsch, Ulrich Giesekus, Maïté Gressel, Traugott Hopp, Traugott Kögler, Gideon Maier, Ute Mayer, Maike Sachs, Heinz Veigel, Martina Walter, Beate Weber und Hartmut Weber sowie ein Vorwort von Paul-Gerhard Roller.

Hier der Kurztext zum Buch:

Wie kann ich mit Begeisterung unterrichten, ohne einen Burnout zu riskieren? Wie kann ich die Stärken der mir anvertrauten Kinder fördern? Und wie gelingt mir ein guter Umgang mit Schwierigkeiten, die der Alltag in Kita und Schule mit sich bringt?

Die Bildungslandschaft ist vielfältig und oft unübersichtlich. Gefragt ist die fachliche Kompetenz von Pädagoginnen und Pädagogen. Noch mehr gefragt ist aber die pädagogische Persönlichkeit. Ob Lehrer oder Schulleiterin, Erzieherin oder Schulsozialarbeiter – sie brauchen Anerkennung und Ermutigung für ihre wichtige Arbeit. Die Autoren dieses Buches wollen mit praxiserprobten Tipps und geistlichen Impulsen dazu beitragen.

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.