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Den 18. April 2007 werde ich wohl nie vergessen. Mein Schwager Necati Aydin, der deutsche Christ Tilmann Geske sowie Ugur Yüksel werden in ihrem Büro in der türkischen Stadt Malatya von fünf jungen Männern überfallen, brutal gefoltert und schließlich ermordet. Der ausdrückliche Grund: sie sind Christen, die ihren Glauben in der Türkei offen teilen. Später geben die Täter zu Protokoll, dass sie an diesem Tag auch mich hatten töten wollen …
O-Ton Wolfgang Häde, Jahrgang 1958, verheiratet mit der Türkin Janet. Heute ist diese Tat genau fünf Jahre her. In seinem bewegenden Buch Mein Schwager – ein Märtyrer: Die Geschichte des türkischen Christen Necati Aydin (in der 2. Auflage lieferbar) schildert Wolfgang Häde den Lebensweg seines Schwagers und auch die Geschehnisse jenes 18. April. Aydin starb im Alter von knapp 35 Jahren für seinen Glauben an Jesus Christus.
Was mich am meisten beeindruckt: Obwohl Wolfgang Häde persönlich betroffen ist, sogar selbst bedroht war, schreibt er sachlich und respektvoll. An keiner Stelle erliegt er der Versuchung, negative Emotionen zu schüren (und wir alle kennen diesen Impuls, der fast reflexartig aufzutauchen scheint, egal ob es um den Bau von Moscheen oder die Verbreitung des Koran in westlichen Ländern geht. Nüchternheit beinhaltet freilich durchaus, sich für den Erhalt von Menschenrechten einzusetzen und sich ein qualifiziertes Bild von den Absichten und Zielen des Islam zu machen). Darin ist er selbst für mich ein Vorbild, was es heißt, Jesus Christus nachzufolgen – der selbst seine Verfolger liebte und noch am Kreuz vorlebte, dass diese Macht der Liebe stärker ist als jeder Hass.
Soeben ist das Buch übrigens unter dem Titel Faithful Until Death: The Story of Necati Aydin, A Turkish Martyr for Christ auch in den USA erschienen, eine norwegische Ausgabe ist in Vorbereitung.
Am Samstag, 11. Februar 2012 findet in Frankfurt am Main ein Minikongress zum Thema „Glauben und wirtschaften“ statt. Neufeld-Autor Prof. Dr. Johannes Reimer aus Bergneustadt („Gott in der Welt feiern – Auf dem Weg zum missionalen Gottesdienst“) wird zum Thema “Helfen ohne Hintergedanken?” sprechen. Veranstaltet wird der Tag (10.30 bis 17.00 Uhr) im InterCityHotel Frankfurt (Hauptbahnhof) von MEDA Europa.
MEDA steht für „Mennonite Economic Development Associates“ – hier engagieren sich christliche Geschäftsleute überwiegend täuferisch-mennonitischer Prägung, die sowohl verantwortlich wirtschaften wollen als auch sich für eine nachhaltig wirtschaftliche Entwicklung in den armen Regionen dieser Welt einsetzen. „Wirtschaft wirkt“, könnte man als Motto sagen.
Neben dem Hauptvortrag gibt es in Frankfurt Musik von Ernst-Christian Driedger (dessen beeindruckende Gitarreninterpretationen „Vom Blues zum Choral“ auf YouTube zu hören sind) und Referate von Steve Wright, MEDA-Projektleiter in der Ukraine, sowie Titus Horsch, Direktor von MEDA-Europa.
Hier kann man sich anmelden:
MEDA Europa Heinrich-Schütz-Str. 12 a, D-56566 Neuwied, Tel. 0 26 22/90 61 84, europa@meda.org
Erstmals in der Geschichte der Ausrichtung des Friedensnobelpreises haben drei Vorkämpferinnen für die Frauen- und Menschenrechte gemeinsam den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten. Eine davon, Leymah Gbowee, hat an einer mennonitischen Universität, der Eastern Mennonite University (EMU) in Harrisonburg studiert. (Hier ist auch Neufeld-Autor Howard Zehr Professor.) Sie teilt sich den Preis mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und Frauenrechtlerin Tawakkul Karman aus dem Jemen.
Gbowee, die einen Master in Konfliktbearbeitung an der EMU erlangt hat, erhielt den Nobelpreis für ihre Friedensbemühungen in Liberia. Im Verlauf des zweiten liberianischen Bürgerkrieges gründete sie die Organisation Women of Liberia Mass Action for Peace, diese Friedensorganisation hatte maßgeblichen Einfluss auf die Beendigung des Bürgerkrieges 2003. Sie hat sich in ihrem Land und auf der ganzen Welt für Menschen- und Frauenrechte eingesetzt. Nur 12 andere Frauen haben den Friedensnobelpreis in seiner 110-jährigen Geschichte gewonnen. Leymah Gbowee ist auch die Hauptfigur des Dokumentarfilms „Pray the Devil Back to Hell“, in dem die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in Liberia erzählt wird.
Auf der Frankfurter Buchmesse wurden soeben auch die deutschen Rechte für Gbowees Buch verkauft.
Quellen: mennonews.de, Wolfgang Krauss
Durch seinen unbeirrbaren Einsatz, den konsequent gewaltlosen Weg und eine herausragende Leitungsbegabung hat Martin Luther King jr. entscheidend dazu beigetragen, die Welt zu verändern: Vor wenigen Tagen wurde das riesengroße Denkmal in Washington eingeweiht.
In den sechziger Jahren sprach Magda Trocmé bei riesigen Versammlungen an der Seite des Friedensnobelpreisträgers. Magda und André Trocmé, das reformierte Pfarrerehepaar in Le Chambon, trugen entscheidend dazu bei, Tausende Menschen zu retten, als deutsche Truppen Frankreich besetzten. Beide wurden als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Nach dem Krieg reisten sie nach Indien, Hiroshima und eben auch in die USA, um sich weiterhin engagiert für Frieden und Versöhnung einzusetzen. Später, 1981, wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Universität Haverford, Pennsylvania verliehen – im Namen aller Einwohner von Le Chambon und der benachbarten Ortschaften. (Gemeinsam mit ihr wurde auch Rosa Parks geehrt, die sich 1955 geweigert hatte, ihren Platz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen und die damit die amerikanische Bürgerrechtsbewegung voranbrachte.)
Kürzlich erschien im Neufeld Verlag die inspirierende und herausfordernde Biografie über diese mutigen Retter, die bisher kaum bekannt waren und von Historikern längst in einer Reihe mit Gandhi, Martin Luther King gesehen werden.
Ein Gespräch mit der Trocmé-Biografin Hanna Schott in Deutschlandradio Kultur
Wir sind selbst fast ein bisschen überrascht – die erst in diesem Sommer erschienene dritte Auflage des wunderbaren Weihnachtsbuches “Von Engeln und Eseln” war Ende Oktober vergriffen, vergangene Woche erschien bereits die vierte Auflage (und die ist schon wieder zur Hälfte verkauft …).

“Von Engeln und Eseln – Geschichten nicht nur zu Weihnachten” ist tatsächlich ein außergewöhnliches Buch: Diese Geschichten erzählte Pastor André Trocmé in Chambon-sur-Lignon, während Frankreich von Hitlers Truppen besetzt war und vom Vichy-Regime regiert wurde. Sie veränderten und retteten Leben: Die etwa 9.000 Bewohner jener Gegend leisteten auf ihre Art Widerstand. Als der Krieg zu Ende war, hatten sie fast 5.000 Flüchtlinge gerettet oder ihnen geholfen, darunter etwa 3.500 Juden.
André Trocmé (1901-1971) studierte Theologie in Paris und New York. 1934 wurde er Pastor der reformierten Gemeinde in Chambon-sur-Lignon. Trocmés gewaltfreier Einsatz für den Frieden lässt ihn aus der Sicht von Historikern in einer Reihe mit Martin Luther King und Mahatma Gandhi stehen.
Wer also noch ein richtig klasse Weihnachtsgeschenk oder etwas zum Vorlesen in der Adventszeit braucht …




Wer schreibt denn da? Bin 1970 in Ingolstadt geboren und in Oberbayern und Ostwestfalen aufgewachsen. Seit 1995 verheiratet mit der wunderbaren Carolin. 2004 ging mit der Gründung des Neufeld Verlages ein weiterer Traum in Erfüllung. 
