Schlagwort-Archiv: Jean Vanier

 

Erstellt am 13. März 2015 von

(Nachtrag: Hier kann man sich die Verleihung vom 18. Mai 2015 in London oder Ausschnitte davon ansehen.)

 

Jean Vanier erhält den Templeton Prize 2015 – das gab die British Academy in London am Mittwoch, 11. März 2015 bekannt.

Vanier, 86, sei ein „Förderer einer Gesellschaft der gegenseitigen Anteilnahme und sozialen Gerechtigkeit“. Er unterstütze aktiv den Dialog und das Verständnis zwischen Christen, Hindus, Juden, Muslimen und Angehörigen anderer Glaubensrichtungen mithilfe von Vorlesungen, Konferenzen und Einkehr-Zusammenkünften rund um die Welt. Seine Arbeiten umfassen mehr als 30 Bücher, die in 29 Sprachen übersetzt wurden.

Der Templeton Prize ist mit 1,1 Millionen britischen Pfund (1,5 Millionen Euro) dotiert und gilt als einer der weltweit bedeutendsten jährlich verliehenen Preise für Verdienste rund um die Menschlichkeit und in Anerkennung der „spirituellen Natur des Lebens“. Der Preis wird am 18. Mai 2015 in der St. Martin-in-the-Fields-Kirche in London überreicht werden. Die ausschlaggebenden Kriterien bei der Verleihung des Templeton Prize seien unter anderem Kreativität, Innovation, Standhaftigkeit und Wirkungskraft. Zu den bisherigen Preisträgern und Preiträgerinnen gehören etwa Desmond Tutu (2013), der Dalai Lama (2012) und Mutter Teresa (1973).

 

 vanier_main_low

 

 

„L’Arche fördert Beziehungen zwischen Menschen, in denen Helfende über die Begegnung mit Benachteiligten selbst an Lebensqualität gewinnen. Jean Vanier hat erkannt, dass Menschen, die von der Gesellschaft typischerweise als schwach angesehen werden, den vermeintlich stärkeren dabei helfen, ihre eigenen Schwächen zu erkennen und anzunehmen.“

Jean Vanier (Foto: John McElroy), geboren 1928, studierte in Toronto und Paris und promovierte in Philosophie. Er war an der Gründung von zwei internationalen Gemeinschaftsbewegungen beteiligt, Arche und Glaube & Licht: Die Archen sind Lebensgemeinschaften von Menschen mit und ohne geistige Behinderungen, die ihren Alltag teilen und meist zusammen wohnen. Glaube-&-Licht-Gruppen sind kleine Gemeinschaften von Menschen mit geistigen Behinderungen, ihren Familien und Freunden, die sich zu Gebet, Austausch, Ausflügen oder gemeinsamen Feiern treffen.

Die 137 Arche-Gemeinschaften in 40 Ländern und 1.600 Glaube-&-Licht-Gemeinschaften in 80 Ländern sind Lebensräume der Verwandlung und Erneuerung. Hier und weit darüber hinaus hat Vanier sich über Jahrzehnte als radikaler Anwalt der Armen und Schwachen in unserer Gesellschaft eingesetzt.

Während es beim Thema Behinderung häufig um Toleranz, Rechte und ein inklusives Miteinander geht, lädt Jean Vanier ebenso beharrlich wie inspirierend dazu ein, die tiefgründigen Gaben und das ungemein wertvolle Beispiel der Menschen zu erkennen, die so häufig abgelehnt werden.

Mit seinem Führungsstil, seinen Veröffentlichungen und seiner ganz praktischen Arbeit überschreitet Jean Vanier religiöse und kulturelle Grenzen. Als Theologe und Philosoph ist er mit der Normalität des Alltags sehr vertraut; zugleich erleben Menschen jeglicher Herkunft, dass er ein tiefes Verständnis dafür verkörpert, wie schwierig es in unserer komplizierten Welt ist, gut zu sein und Gutes zu tun. Als Praktiker ist er ein Zeuge der transformierenden Kraft von Liebe, Schwachheit, Vergebung und Einfachheit – geistlichen Qualitäten, die heutzutage nicht oft im Rampenlicht stehen.

Seine Erfahrung eines Lebens mit Menschen mit geistigen Behinderungen und seine geistliche Reflexion dieser Erfahrung brachten ihn dazu, sich darauf zu konzentrieren, mit und für – vor allem benachteiligte – andere zu sein, ihnen echt zu begegnen und ihnen zu dienen. Immer wieder entdeckt und beschreibt er dabei auch die Schönheit im Gewöhnlichen unseres Alltags.

Jean Vanier lebt in der Arche in Trosly, Frankreich.

 

Im Neufeld Verlag erschienen die Biografie Jean Vaniers:

sowie weitere Bücher aus der Feder von Jean Vanier:

Erstellt am 28. Juli 2014 von

Katimavic ist ein Wort aus der Sprache der Inuit und bedeutet „Ort der Begegnung“.

Vom 4. bis 7. September 2014 laden evangelische und katholische Frauen und Männer aus Süddeutschland zum „Katimavic“ ins Kloster Roggenburg ein. Diese ökumenischen Begegnungstage bringen Menschen mit Behinderung und Menschen, die anderweitig ihre Grenzen haben, zusammen.

Jean Vanier rief 1972 in Paris das erste Katimavic ins Leben. Er wollte damit die Arche-Bewegung bekannt machen. Seit 1987 gibt es Katimavics in Süddeutschland.

 

Eingeladen sind alle, die mit uns entdecken wollen, dass wir, behindert oder nicht, uns gegenseitig viel zu sagen haben. Kinder und Senioren, Jugendliche und Erwachsene, Männer und Frauen, Leute aus Polen, Schottland oder Deutschland – rund 120 Personen von überall her. Denn Katimavic kennt keine Grenzen!

 

Diese Einladung passt sehr gut zu unserem Anliegen als Verlag!

Der offizielle Anmeldeschluss ist zwar schon vorbei, aber offenbar gibt es noch einige wenige freie Plätze. Hier gibt es nähere Informationen.

Erstellt am 27. Mai 2014 von

In Regensburg laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für den 99. Deutschen Katholikentag, der vom 28. Mai bis 1. Juni stattfindet. Die Caritas präsentierte kürzlich ihr Programm, das vor allem im Caritas-Dorf auf dem Neupfarrplatz angeboten wird. Unter der Überschrift „Menschen begegnen und Brücken bauen: Die Caritas-Bühne hat ihre eigenen Stars: zum Beispiel Tobias Wolf, Deutschlands erster Lehrer mit Down-Syndrom“ wirbt sie für ihr buntes Programm.

Tobias Wolfs Geschichte ist in dem neuen Buch von Holm Schneider enthalten, „Was soll aus diesem Kind bloß werden?“ 7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom.

Im Rahmen des Katholikentages nimmt Tobias Wolf am Fachgespräch „Gute Bildung für alle“ zur Gestaltung schulischer Inklusion teil (Freitag, 16. bis 16.30 Uhr auf der Caritas-Bühne auf dem Neupfarrplatz). Mit dabei ist dann auch Irmgard Badura, Beauftragte der bayerischen Staatsregierung für Menschen mit Behinderung.

Die Arche – Lebensgemeinschaften von Menschen mit und ohne Behinderung, die vor genau 50 Jahren von Jean Vanier gegründet wurden – lädt zu einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag, den 31. Mai, um 12.30 Uhr in der Kirche St. Anton (Furtmayrstr. 22). Thema: „Miteinander unterwegs – auf den Spuren Jesu“.

Ich erinnere mich noch gerne an den Arche-Gottesdienst im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages in München. Und auch wenn ich nicht unbedingt auf Stars abfahre – die Mitwirkenden haben mich berührt.

Insofern herzliche Empfehlung, diesen ganz besonderen „Stars“ zu begegnen …!

 

Erstellt am 3. Dezember 2013 von

Hier und da dürfte heute in den Medien davon die Rede sein – vom Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, der jährlich am 3. Dezember begangen wird. Freilich ist das immer eine gute Gelegenheit, außergewöhnliche Menschen in den Blick zu nehmen.

Natürlich, jeder Mensch ist einzigartig, hat ganz individuelle Begabungen, einen einmaligen Blick auf die Welt und freilich auch seine Begrenzungen. Und auch wenn wir oft denken: „Wir schaffen das im Grunde alles schon alleine“, sieht die Wahrheit anders aus: Wir brauchen einander. Wir brauchen Menschen, die barmherzig mit uns sind. Die unsere Schwächen nicht ausnutzen, sondern die uns annehmen, wie wir sind. Mit Ecken und Kanten. Schließlich sehnt sich jeder Mensch zutiefst danach, geliebt zu werden.

Genau hier, scheint mir, können Menschen mit sichtbaren Behinderungen uns viel geben. Wer morgens ganz selbstverständlich damit aufwacht, auf praktische Unterstützung angewiesen zu sein, der kann uns viel sagen über das Menschsein. Was im Leben wirklich zählt. Und warum Beziehungen unbezahlbar sind.

Auch deshalb träumen wir als Verlag von einer Welt, in der jeder willkommen ist. Und wir träumen nicht nur davon, wir wollen mitnehmen auf Entdeckungsreise auf andere „Kontinente“ und sogar „Planeten“ – wo vieles vermutlich ganz anders ist, und unbekannt. Aber nicht unbedingt schlechter. Sondern wo wir gemeinsam so manchen Schatz heben und das Leben auf einmal von ganz anderen Seiten sehen.

Erstellt am 25. Februar 2013 von

Ich und Du: dem anderen als Mensch begegnen

 

Druckfrisch ist nun auch ein neues Büchlein von Jean Vanier erhältlich: Ich und Du: dem anderen als Mensch begegnen.

Die Gedanken dieses Buches präsentierte Jean Vanier ursprünglich auf einer Tagung zum Thema „Dem anderen begegnen“ in Nordirland. Neben ihm waren Redner aus dem Kosovo, aus Israel und aus Palästina dort. Die Konferenz brachte Menschen unterschiedlicher religiöser und nationaler Herkunft zusammen. Die Offenbarung dieses Treffens war: Wenn wir einander wirklich begegnen, befähigt uns das, einander zu verstehen. Und dann kann es zu Heilung und zum Frieden kommen.

In diesem Buch geht es um die Voraussetzungen für gelingende Begegnungen; um das Wagnis, zu vertrauen und Macht loszulassen. Auf unnachahmliche Weise macht Jean Vanier Mut, unsere Ängste anzunehmen, Unterschiede zu respektieren und sogar zu feiern.

Am Ende verändern ganz gewöhnliche Menschen die Welt.

Vorangestellt ist Vaniers Büchlein der folgende Text:

Diesen Krieg gegen mich selbst habe ich jahrelang geführt.

Er war schrecklich, aber jetzt bin ich entwaffnet.

Ich fürchte mich vor nichts mehr, denn die Liebe treibt alle Furcht aus.

Das Bedürfnis, recht zu haben

und mich dadurch zu rechtfertigen, dass ich andere schlecht mache,

ist mir abhanden gekommen.

Ich lebe nicht mehr irgendwelcher Reichtümer wegen in der Verteidigungshaltung.

Ich möchte einfach alle willkommen heißen und mit ihnen teilen.

Ich beharre auch nicht hartnäckig auf meinen eigenen Vorstellungen und Vorhaben.

Wenn mir jemand etwas Besseres zeigt – oder richtiger sollte ich sagen: etwas Gutes -, akzeptiere ich das ohne irgendwelches Bedauern.

Ich bin nicht mehr auf das Vergleichen aus.

Was gut, wahr und echt ist, ist für mich immer das Beste.

Deshalb habe ich keine Angst.

Wenn man entwaffnet und seines Ichs ledig ist

Und sein Herz dem Gottmenschen öffnet, der alles neu macht,

so nimmt dieser alle Verletzungen von früher weg

und erschließt eine neue Zeit, in der alles möglich ist.

 Patriarch Athenagoras von Konstantinopel

Erstellt am 8. Dezember 2012 von

 

Gerne weisen wir an dieser Stelle auf den faszinierenden Fotokalender „ArcheBlicke 2013“ aus Ravensburg hin. Mit den Arche-Gemeinschaften, wo Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammen leben, sind wir ja eng verbunden, unter anderem durch die gemeinsame Herausgabe der Bücher von Jean Vanier.

Den Kalender – wunderbare Bilder und inspirierende Texte, alles in großer Vielfalt wie im richtigen Leben – gibt’s im DIN-A3-Querformat (15,- €) sowie als Familienplaner im Hochformat (10,- €), jeweils zuzüglich Versandkosten. Und das Beste: Jeder Euro kommt dem Arche-Projekt „Ein Haus voller Leben!“ zugute. Hier kann man direkt online bestellen.

 

Erstellt am 19. Juni 2012 von

 

Ein kleiner Gruß mit dem Juni-Motiv unseres Wandkalenders A little extra 2012. Aus aktuellem Anlass: Gestern brachte unsere regionale Tageszeitung (die Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg) unter der Rubrik „Ereignisse“ eine Kurzmeldung zum 18. Juni:

„2002 urteilte der Bundesgerichtshof, dass Eltern behinderter Kinder den vollen Unterhaltsaufwand ersetzt bekommen können, wenn ihr Arzt bei der Schwangerschaftsuntersuchung die Fehlbildungen übersehen hat.“

Ich finde das nach wie vor ziemlich krass und tue mich schwer damit, nachzuvollziehen, welche Überlegungen und Haltungen solch einem Urteil zugrunde liegen. Was heißt denn das für das Menschenbild unserer Gesellschaft? Welche konkreten Auswirkungen hat dieses Urteil für die Sichtweise von Ärzten und ihre Motivation, möglichst intensive Pränataldiagnostik zu betreiben? Wie stark ist möglicherweise die Dynamik, Leben unter bestimmten Umständen zu vermeiden? Und wie verträgt sich dieses Statement mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, „um ihnen die gleichberechtigte Teilhabe bzw. Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen“? „Teilhabe“?! Für mich klingt das in diesem Zusammenhang fast schon zynisch. „Eigentlich“ heißt es ja im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ …

Was wäre das für eine Gesellschaft, wenn sich noch mehr Menschen auf den Weg einlassen würden, zu erahnen, wie sehr auch unsere Schwachheit und Begrenztheit Teil unseres Lebens ist. Wie viel wir einander geben können, selbst wenn wir meinen, wir hätten nichts beizutragen. Und wie sehr gerade Menschen mit sichtbaren Behinderungen uns einladen, das wirkliche Leben anzunehmen und zu feiern …! Der weise Jean Vanier, Gründer der Arche-Gemeinschaften, wo Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammen leben, schreibt in seinem Buch Weites Herz – Dem Geheimnis der Liebe auf der Spur:

„Behinderte Menschen können ein Paradox sein. Zuweilen wissen wir nicht recht, wer sie sind und wie wir auf sie reagieren sollen. Ihre Gegenwart verpflichtet uns dazu, uns unser eigenes Leben genauer anzusehen und gründlicher darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist.“

Erstellt am 1. Januar 2010 von

Weites Herz Jean Vanier

„Hoffnung für unsere Welt finden wir nicht in moderneren Waffen oder strengeren Gesetzen. Hoffnung liegt in unserer Fähigkeit, zu lieben und zu vergeben; sie steckt in unserer Sehnsucht, Versöhnung zu leben und in unserer Liebe gegenüber unseren Feinden zu wachsen.“

Jean Vanier

In den sechs Abschnitten dieses Buches entfaltet Jean Vanier  – in gewohnt bestechender Ehrlichkeit, Tiefe und Klarheit – die Einladung Gottes, Orte der Zugehörigkeit und des Teilens zu schaffen, wo jeder Mensch mit seiner Zerbrechlichkeit, mit seinen Fähigkeiten und Begrenzungen willkommen ist. Dabei gilt es auch, unsere eigene Armut, den „Fremden“ und Einsamen in uns selbst, anzunehmen. Zahlreiche biblische Impulse beleuchten das Geheimnis der grenzenlosen Liebe Gottes, alltägliche Beispiele lassen das Evangelium konkret werden: Bei Gott sind wir willkommen. Unbedingt.

Ab Februar 2010 im Neufeld-Verlag:

Erstellt am 22. Dezember 2009 von

In der Arche Punla auf den Philippinen hat Janis Humann einen einjährigen Freiwilligendienst im Rahmen des „Weltwärts“-Programms des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) absolviert. Zusammen mit anderen Freiwilligen hat der junge Mann aus Berlin jetzt einen „Weltwärts-Kalender 2010″ produziert, der zwölf Einsatzprojekte von „Weltwärts“ vorstellt, darunter auch die Arche Punla. Die Druckkosten trägt das BMZ, der Erlös soll einem der Projekte zugute kommen.

Der Wandkalender kostet 13 Euro (plus ca. 5 Euro Versandkosten) und ist zu bestellen bei Janis Humann, Winterfeldtstraße 31, 10781 Berlin; Telefon 0 30/2 16 12 60; E-Mail: janis.humann@googlemail.com.

Mehr zur Arche:

Bücher im Neufeld Verlag:

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.