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Druckfrisch ist nun auch ein neues Büchlein von Jean Vanier erhältlich: Ich und Du: dem anderen als Mensch begegnen.
Die Gedanken dieses Buches präsentierte Jean Vanier ursprünglich auf einer Tagung zum Thema „Dem anderen begegnen“ in Nordirland. Neben ihm waren Redner aus dem Kosovo, aus Israel und aus Palästina dort. Die Konferenz brachte Menschen unterschiedlicher religiöser und nationaler Herkunft zusammen. Die Offenbarung dieses Treffens war: Wenn wir einander wirklich begegnen, befähigt uns das, einander zu verstehen. Und dann kann es zu Heilung und zum Frieden kommen.
In diesem Buch geht es um die Voraussetzungen für gelingende Begegnungen; um das Wagnis, zu vertrauen und Macht loszulassen. Auf unnachahmliche Weise macht Jean Vanier Mut, unsere Ängste anzunehmen, Unterschiede zu respektieren und sogar zu feiern.
Am Ende verändern ganz gewöhnliche Menschen die Welt.
Vorangestellt ist Vaniers Büchlein der folgende Text:
Diesen Krieg gegen mich selbst habe ich jahrelang geführt.
Er war schrecklich, aber jetzt bin ich entwaffnet.
Ich fürchte mich vor nichts mehr, denn die Liebe treibt alle Furcht aus.
Das Bedürfnis, recht zu haben
und mich dadurch zu rechtfertigen, dass ich andere schlecht mache,
ist mir abhanden gekommen.
Ich lebe nicht mehr irgendwelcher Reichtümer wegen in der Verteidigungshaltung.
Ich möchte einfach alle willkommen heißen und mit ihnen teilen.
Ich beharre auch nicht hartnäckig auf meinen eigenen Vorstellungen und Vorhaben.
Wenn mir jemand etwas Besseres zeigt – oder richtiger sollte ich sagen: etwas Gutes -, akzeptiere ich das ohne irgendwelches Bedauern.
Ich bin nicht mehr auf das Vergleichen aus.
Was gut, wahr und echt ist, ist für mich immer das Beste.
Deshalb habe ich keine Angst.
Wenn man entwaffnet und seines Ichs ledig ist
Und sein Herz dem Gottmenschen öffnet, der alles neu macht,
so nimmt dieser alle Verletzungen von früher weg
und erschließt eine neue Zeit, in der alles möglich ist.
Patriarch Athenagoras von Konstantinopel
Gerne weisen wir an dieser Stelle auf den faszinierenden Fotokalender „ArcheBlicke 2013“ aus Ravensburg hin. Mit den Arche-Gemeinschaften, wo Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammen leben, sind wir ja eng verbunden, unter anderem durch die gemeinsame Herausgabe der Bücher von Jean Vanier.
Den Kalender – wunderbare Bilder und inspirierende Texte, alles in großer Vielfalt wie im richtigen Leben – gibt’s im DIN-A3-Querformat (15,- €) sowie als Familienplaner im Hochformat (10,- €), jeweils zuzüglich Versandkosten. Und das Beste: Jeder Euro kommt dem Arche-Projekt „Ein Haus voller Leben!“ zugute. Hier kann man direkt online bestellen.
Ein kleiner Gruß mit dem Juni-Motiv unseres Wandkalenders A little extra 2012. Aus aktuellem Anlass: Gestern brachte unsere regionale Tageszeitung (die Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg) unter der Rubrik „Ereignisse“ eine Kurzmeldung zum 18. Juni:
„2002 urteilte der Bundesgerichtshof, dass Eltern behinderter Kinder den vollen Unterhaltsaufwand ersetzt bekommen können, wenn ihr Arzt bei der Schwangerschaftsuntersuchung die Fehlbildungen übersehen hat.“
Ich finde das nach wie vor ziemlich krass und tue mich schwer damit, nachzuvollziehen, welche Überlegungen und Haltungen solch einem Urteil zugrunde liegen. Was heißt denn das für das Menschenbild unserer Gesellschaft? Welche konkreten Auswirkungen hat dieses Urteil für die Sichtweise von Ärzten und ihre Motivation, möglichst intensive Pränataldiagnostik zu betreiben? Wie stark ist möglicherweise die Dynamik, Leben unter bestimmten Umständen zu vermeiden? Und wie verträgt sich dieses Statement mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, „um ihnen die gleichberechtigte Teilhabe bzw. Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen“? „Teilhabe“?! Für mich klingt das in diesem Zusammenhang fast schon zynisch. „Eigentlich“ heißt es ja im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ …
Was wäre das für eine Gesellschaft, wenn sich noch mehr Menschen auf den Weg einlassen würden, zu erahnen, wie sehr auch unsere Schwachheit und Begrenztheit Teil unseres Lebens ist. Wie viel wir einander geben können, selbst wenn wir meinen, wir hätten nichts beizutragen. Und wie sehr gerade Menschen mit sichtbaren Behinderungen uns einladen, das wirkliche Leben anzunehmen und zu feiern …! Der weise Jean Vanier, Gründer der Arche-Gemeinschaften, wo Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammen leben, schreibt in seinem Buch Weites Herz – Dem Geheimnis der Liebe auf der Spur:
“Behinderte Menschen können ein Paradox sein. Zuweilen wissen wir nicht recht, wer sie sind und wie wir auf sie reagieren sollen. Ihre Gegenwart verpflichtet uns dazu, uns unser eigenes Leben genauer anzusehen und gründlicher darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist.”

“Hoffnung für unsere Welt finden wir nicht in moderneren Waffen oder strengeren Gesetzen. Hoffnung liegt in unserer Fähigkeit, zu lieben und zu vergeben; sie steckt in unserer Sehnsucht, Versöhnung zu leben und in unserer Liebe gegenüber unseren Feinden zu wachsen.”
Jean Vanier
In den sechs Abschnitten dieses Buches entfaltet Jean Vanier - in gewohnt bestechender Ehrlichkeit, Tiefe und Klarheit – die Einladung Gottes, Orte der Zugehörigkeit und des Teilens zu schaffen, wo jeder Mensch mit seiner Zerbrechlichkeit, mit seinen Fähigkeiten und Begrenzungen willkommen ist. Dabei gilt es auch, unsere eigene Armut, den “Fremden” und Einsamen in uns selbst, anzunehmen. Zahlreiche biblische Impulse beleuchten das Geheimnis der grenzenlosen Liebe Gottes, alltägliche Beispiele lassen das Evangelium konkret werden: Bei Gott sind wir willkommen. Unbedingt.
Ab Februar 2010 im Neufeld-Verlag:
In der Arche Punla auf den Philippinen hat Janis Humann einen einjährigen Freiwilligendienst im Rahmen des „Weltwärts”-Programms des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) absolviert. Zusammen mit anderen Freiwilligen hat der junge Mann aus Berlin jetzt einen „Weltwärts-Kalender 2010″ produziert, der zwölf Einsatzprojekte von „Weltwärts” vorstellt, darunter auch die Arche Punla. Die Druckkosten trägt das BMZ, der Erlös soll einem der Projekte zugute kommen.
Der Wandkalender kostet 13 Euro (plus ca. 5 Euro Versandkosten) und ist zu bestellen bei Janis Humann, Winterfeldtstraße 31, 10781 Berlin; Telefon 0 30/2 16 12 60; E-Mail: janis.humann@googlemail.com.
Mehr zur Arche:
Bücher im Neufeld Verlag:





Wer schreibt denn da? Bin 1970 in Ingolstadt geboren und in Oberbayern und Ostwestfalen aufgewachsen. Seit 1995 verheiratet mit der wunderbaren Carolin. 2004 ging mit der Gründung des Neufeld Verlages ein weiterer Traum in Erfüllung. 