Schlagwort-Archiv: Markus Baum

 

Erstellt am 20. November 2015 von

Am kommenden Sonntag, 22. November ist der 80. Todestag Eberhard Arnolds. An diesem Wochenende findet daher in Fulda eine inspirierende Tagung statt, auf die wir in unserem Blog bereits hingewiesen haben.

Am kommenden Montag, 23. November strahlt ERF Medien in der Sendung „Calando“ das Feature  „Vom Militärkutscher zum Pazifisten – Eberhard Arnold und die Feindesliebe“ aus.

 

Eberhard Arnold

 

Im Oktober wurde bereits in der Sendereihe „Lesezeichen“  eine vierteilige Staffel zur ungemein spannenden Eberhard-Arnold-Biografie aus der Feder von Markus Baum wiederholt.

Am 2. Dezember wird Markus Baum dann in der Reihe  „Glaube und Denken“ in der Sendung „Wie buchstabiert man Frieden stiften?“ u. a. auf Eberhard Arnolds Konzept der Wehrlosigkeit in der Tradition der Hutterischen Brüder eingehen und auf seine Haltung zu Römer 13.

 

Baum bietet übrigens auch Veranstaltungen zu Eberhard Arnold an:

Vielseitig wirken, eindeutig bleiben – Eberhard Arnold, ein moderner Franziskus

Theologe, Reformpädagoge, Publizist, Pazifist, Gewissen der Jugendbewegung, Gründer der neuhutterischen Bruderhöfe, eine prägende und herausragende Gestalt – viele Etiketten passen auf Eberhard Arnold. Vor 80 Jahren – 1935 – ist er, gerade einmal 52-jährig,  gestorben. Und sein Name ist weithin in Vergessenheit geraten – zu Unrecht.

Markus Baum macht mit Eberhard Arnold und seinem Leben im Geist der Bergpredigt bekannt, lädt außerdem zum Singen ein. Denn im Umkreis Eberhard Arnolds ist auch ein einzigartiges Liederbuch entstanden, die „Sonnenlieder“, eine Sammlung geistlicher wie profaner, altehrwürdiger wie zeitgenössischer Lieder der Jahre unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg.

Erstellt am 16. Januar 2015 von

Am 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, seit 1996 in Deutschland, seit 2005 auch international und von den Vereinten Nationen getragen. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau sowie zwei weitere Konzentrationslager Auschwitz befreit, vor genau 70 Jahren also. Öffentlich wird damit an alle Opfer jenes totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus erinnert (hier ein Auszug aus einer Rede von Norbert Lammert):

„Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.“

Zu der bedrückenden Schattenseite jenes immer noch unfassbaren Unrechts gehört auch der Blick auf jene mutigen Menschen, die an der Würde jedes Einzelnen festgehalten und dafür oftmals einen sehr hohen Preis bezahlt haben.

Im Neufeld Verlag erschien kurz vor Weihnachten die dritte Auflage der Biografie von Magda und André Trocmé, die zu diesen Menschen zählen. Ihr Beispiel ist auch heute noch inspirierend und macht Mut, im Gegenüber den Menschen zu sehen.

„Wir wissen nicht, was ein Jude ist. Wir kennen nur Menschen“, erwiderte Pfarrer Trocmé einmal gegenüber einem Präfekten. Der Mut dieses Paares rettete Tausende, und weil sie wie die vielen hugenottischen Bewohner jener Gegend in Frankreich nicht viel Aufhebens davon machten, sind die mutigen Menschen von Le Chambon bis heute kaum bekannt. Dabei retteten sie Tausende …

 

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Auch Jochen Klepper gehörte zu jenen Menschen, die nicht aus dem Blick verloren, dass es eine göttliche Autorität über unserem Leben gibt und wir uns für unser Tun und Lassen zu verantworten haben.

Angesichts des Schreckens nahmen Klepper, seine jüdische Frau und deren Tochter sich im Dezember 1942 gemeinsam das Leben. Ich habe mich gerade zum wiederholten Male in die Lektüre seiner Tagebücher Unter dem Schatten deiner Flügel und seines großen historischen Romans Der Vater vertieft. Markus Baum schreibt in seiner lesenswerten Biografie (auf S. 145):

Jochen Klepper idealisiert das Königtum Friedrich Wilhelms I. und die Art, wie er seine Rolle ausgefüllt hat. Friedrich Wilhelms Idee von Staats- und Regierungskunst (wie Jochen Klepper sie begriffen hat) dient ihm als Maßstab für neuzeitliche Potentaten. Friedrich Wilhelms Gestaltungsdrang und die Zügel, die er sich dabei angelegt hat, das alles soll auch als Maßstab für Hitler, Mussolini und Franco gelten.

Das Urteil aus der Vergangenheit über die Tyrannen der Gegenwart kann eigentlich nur vernichtend ausfallen: zu kurz gesprungen, nicht selbstlos genug, nicht Gott verantwortlich, nicht den Menschen gerecht werdend. Im Roman steht dieses Urteil nur zwischen den Zeilen, aber in den Königsgedichten spricht Jochen Klepper ausdrücklich von den „frevelhaft vermessenen“ Völkern, von törichten Königen, die „ein Reich des Glücks erzwingen“ wollen und damit nur scheitern können.

Erstellt am 14. April 2014 von

Plough, „Der Pflug“, heißt eine Zeitschrift, die von der Bruderhof-Gemeinschaft herausgegeben wird und die mich schon seit Jahren begleitet. Der Bruderhof ist eine christliche Gemeinschaftsbewegung der reformatorischen Tradition, die 1920 in Deutschland gegründet wurde.

Wir sind herzlich mit ihnen verbunden und haben Markus Baums Biografie des Bruderhof-Gründers Eberhard Arnold in der Neuauflage vor einem Jahr gemeinsam neu herausgegeben.

Eberhard Arnold (1883–1935) gehört zu den großen Gestalten der Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts. Ohne Berührungsängste pflegte der Zeitgenosse und Gesprächspartner von Karl Barth, Martin Buber und Leonhard Ragaz den lebendigen Austausch mit der Jugendbewegung wie mit der christlichen Studentenarbeit, mit der Evangelischen Allianz wie mit dem religiösen Sozialismus. Er hielt evangelistische Vorträge, setzte sich publizierend mit der Gedankenwelt seiner Zeit auseinander – und er rang leidenschaftlich darum, Jesus kompromisslos zu folgen.

Ich merke schon, ich komme ins Schwärmen … Denn eigentlich wollte ich nur einen „Gastbeitrag“ ankündigen:

Carmen Ben-Eliezer (17) lebt auf einem Bruderhof in England und hat kürzlich in einem Beitrag für den Plough über ihren ganz besonderen jüngeren Bruder geschrieben. Danke, dass wir den Artikel hier auf deutsch wiedergeben dürfen!

 

 

Ben gewinnt das Eselrennen

„Ich habe eine Goldmedaille gewonnen!“, posaunte Ben über den Mittagstisch.

„Wirklich? Wofür denn?“, fragte ich ihn. Alle Augen waren nun auf Ben gerichtet. Ein schelmisches Grinsen spielte um Augen und Mund, als er die gespannten Zuhörer durch seine Brille anblickte.

„Für … mein … Eselrennen!“ rief er laut aus. Unsere Familie brach in fröhliches Gelächter aus. Wir alle wussten genauso gut wie Ben, dass bei einem Eselrennen immer der letzte gewinnt.

„Toll, wir gratulieren dir!“, und wir alle schüttelten ihm die Hand über den Tisch hinweg.

Ben war 2002 als sechstes und letztes Kind meiner Eltern geboren worden. Bei der Geburt zeigte sich, dass er Down-Syndrom hat. Mit seiner Ankunft veränderte sich alles in unserer Familie. Zum Guten.

Ich liebe Ben. Ich nutze jede Gelegenheit, um mit ihm zusammen zu sein. Er ist mein Bruder, Freund und Lehrer. Er hat mir einige Lektionen zum Thema Lebensqualität erteilt. Hier ist ein kleiner Einblick in den Alltag mit Ben:

„Bleibt in Bewegung! Wenn ihr nicht fliegen könnt, lauft! Wenn ihr nicht laufen könnt, geht! Wenn ihr nicht gehen könnt, kriecht! Aber bleibt …“ Eine dröhnende, laute Stimme riss mich aus meinem Traum. Ich schlug die Bettdecke zurück, setzte mich auf die Bettkante und hörte genauer hin. Dann stürmte ich ins Wohnzimmer. Als ich die Tür öffnete, sah ich Ben, mit dem Rücken zu mir, vor dem CD-Spieler stehen und eine leere CD-Hülle fest in den Händen, auf der der Titel zu lesen war: „Reden von Dr. Martin Luther King“. Für Ben gibt es keinen Stillstand, auch wenn das dem Rest der Familie die Ruhe raubt; das Leben ohne Ben wäre schrecklich langweilig.

Nach dem Frühstück beginnt das Theater. Ben zieht sich Muttis Mantel an und verwandelt sich damit in den Heiligen Georg. Mit einem hölzernen Kochlöffel stürzt er sich in den Kampf mit dem Drachen – mein Bruder Mike, der noch im Bett liegt, sucht schnellstens unter seiner Bettdecke Schutz. Mike schnaubt betäubend laut unter diesem Angriff.

An diesem Morgen will unsere Familie auf einen gemeinsamen Spaziergang gehen. „Ben, zieh Schuhe und Jacke an“, versuche ich ihn anzuspornen. Dann werde ich ungeduldig und sage ihm, dass er sich nun beeilen muss. Drei Minuten später sitzt er immer noch ohne Schuhe und Jacke auf dem Boden, und schreit einfach zurück. Wieder einmal muss ich einsehen: Je mehr ich ihn zwingen will, umso länger wird es dauern. Geduld löst das Problem. Wozu all die Eile?

Als wir durchs Dorf schlendern, bleibt er plötzlich stehen und starrt einem Mann auf Krücken entgegen. „Ben, starr‘ den Mann nicht so an – das tut man nicht“, flüstere ich ihm zu. Ben hört gar nicht hin. Er beobachtet, wie der Mann an unserer Mutter vorbeigeht, und sagt dann: „Mama, wir müssen für den Mann beten, dass es ihm besser geht.“ Wenn ich mein Tempo auch ein bisschen runterschrauben würde, vielleicht hätte ich dann auch mehr Mitgefühl.

Wir gehen bis zum Bahnhof. Ben setzt sich auf eine Bank und wartet auf den einfahrenden Zug. Gerade in dem Moment stellt sich eine ziemlich große Dame mit einer auffallenden Frisur genau vor Ben. „Dicke, dumme Dame mit dem Haar auf dem Kopf!“, schreit Ben. Ich zucke vor Peinlichkeit zusammen. Dankbarerweise können die meisten Leute Bens undeutliche Sprache kaum verstehen. Doch die Dame versteht, worum es geht. Wie dem auch sei, Ben vergibt sich nichts, wenn er sagt, was er denkt und fühlt. Eigentlich gewinnt er meistens etwas. Die Dame hat ihm jedenfalls die Sicht frei gegeben.

Wieder zu Hause, geht Ben sofort zum CD-Spieler. „Los, los, Thomas! Thomas, die Nummer eins.“ Wenn es um Bens Lieblings-CD geht, dann geht nichts über die Lieder von „Thomas die Lokomotive“.

„Tanz, Carmen!“, ruft Ben laut, während er wie wild im Wohnzimmer herumhüpft. Plötzlich fühle ich mich ganz frei. Alle Unsicherheit und Anspannung meines Lebens als Teenager löst sich und ich stürze mich in einen wilden Tanz mit ihm.

Das schätze ich am meisten am Zusammensein mit Ben; er lebt im Jetzt und schert sich nicht darum, wie er aussieht, sich benimmt oder spricht. Er nimmt dich bedingungslos an. Er trägt nie eine Maske.

Abends sind wir mit Freunden zu einem festlichen Essen im großen Speisesaal. Als unsere Familie den Raum betritt, ruft unsere Mutter aus: „Oh, seht doch, wie schön das aussieht!“ Sie wird jedoch von einem tiefen Stoßseufzer unterbrochen. Ben steht in echter Verzweiflung neben ihr. Die Tische sind in einer ungewohnten Weise arrangiert und Ben ist seiner üblichen Routine beraubt. „Manche Leute kapieren es nie!“, murmelt er vor sich hin.

Glücklicherweise bedient Lorenz, einer von Bens erwachsenen Freunden, heute im Speisesaal und bringt Ben am Ende des Festmahls sein Lieblingseis. Bens Freudenjauchzer durchbrechen die feine, gedämpfte Atmosphäre des Speisesaals.

Wieder zu Hause, sitze ich am Tisch und versuche meine Algebra-Hausaufgaben zu verstehen. Ben zieht sich einen Stuhl heran, setzt sich neben mich und kramt seine Mathe Hausaufgaben hervor. Er deutet im geöffneten Mathebuch auf die Aufgabe und fragt: „Was ist größer: 201 oder 102?“ Ich gebe Ben meine volle Aufmerksamkeit. Wie kommt es, dass er in diesem Moment so eindeutig die höchste Priorität für mich hat?

Manchmal erscheint mir das Leben wie eine große Olympiade, wo jeder versucht, den anderen auszustechen, um Gold, Silber oder Bronze zu gewinnen. Und das bringt mich zurück zum „Eselrennen“, wo immer die letzte Person gewinnt. Unsere Gesellschaft akzeptiert eine solche Art von Qualifikation im Allgemeinen nicht, und Kinder wie Ben werden normalerweise ausgegrenzt. 90 % der Kinder mit Down-Syndrom, wo es vor der Geburt diagnostiziert wurde, bekommen nicht einmal die Chance, geboren zu werden. Aber ich weiß aus meinem eigenen Erleben, wieviel reicher das Leben sein kann, wenn ich versuche, es so wie Ben zu leben.

Vielleicht sollten wir alle lieber an einem „Eselrennen“ teilnehmen.

Erstellt am 4. April 2013 von

Immer wieder sind Neufeld-Autoren zu Gast bei ERF Medien, werden Neufeld-Bücher in Rundfunk- und Fernsehbeiträgen vorgestellt.

In der nächsten Ausgabe der Sendung „Lesbar“ auf ERF eins (Erstausstrahlung am Samstag, 6. April,  21.15 Uhr, ab dann auch in der Mediathek) ist etwa Markus Baum zu Gast bei Ute Heuser-Ludwig und stellt u. a. die Biografie Eberhard Arnolds vor. Die Sendung steht unter dem Gesamtmotto „Im Gegenwind“.

Hanna Schott war bei Radio-Redakteurin Angelika Fries („Calando“) und erzählte gewohnt lebendig von der beeindruckenden Geschichte des afrikanischen Mediziners Matomora Matomora.

Und Rosemarie Dingeldey war zu Gast in einer Talksendung „Hautnah – Gott mitten im Leben“ – Psychische Krankheiten annehmen und verstehen lernen“ von Neues Leben Medien, die auf Bibel TV und im ERF ausgestrahlt wird.

In der Regel werden diese Sendungen mehrfach gesendet und sind darüber hinaus auch über die Mediathek online zu hören bzw. zu sehen. Eine tolle Möglichkeit, die Menschen hinter den Büchern und ihre Geschichte ein wenig kennenzulernen!

Erstellt am 22. März 2013 von

Jochen Klepper

 

Heute vor 110 Jahren, am 22. März 1903, wurde Jochen Klepper geboren. Klepper war ja einer der bedeutendsten christlichen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Roman Der Vater war ein Bestseller, seine geistlichen Gedichte finden sich in vielen Gesangbüchern.

Es lohnt sich, sich mit dem Leben und Werk Kleppers zu beschäftigen – und dazu kann ich von Herzen die Biografie Jochen Klepper empfehlen, die Markus Baum 2011 vorgelegt hat: Fundiert und lebendig geschrieben, verschafft uns dieses Buch eine intensive Begegnung mit dem sensiblen Menschen und faszinierenden Grenzgänger und ist zugleich eine spannende Reise durch Landschaften und Zeiten, die sein Leben geprägt haben.

Heute liest Markus Baum übrigens, absolut passend, in der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Nikolassee, um 19.00 Uhr im Jochen-Klepper-Saal.

Erstellt am 11. Februar 2013 von

Jochen Klepper

 

Markus Baum, Biograf Jochen Kleppers und Eberhard Arnolds (Letztere Neuausgabe ist in wenigen Tagen lieferbar!), ist wieder unterwegs zu Lesungen und Vorträgen rund um Jochen Klepper, der am 22. März vor genau 110 Jahren geboren wurde:

  • Mittwoch, 20. Februar, 19.30 Uhr, Elbingerode, Diakonissenmutterhaus Neuvandsburg
  • Montag, 11. März, 18.00 Uhr, Göttingen, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
  • Dienstag, 12. März, Ev.-Reformierte Gemeinde Hannover
  • Mittwoch, 13. März, 19.00 Uhr, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
  • Donnerstag, 14. März, 15.00 Uhr, EmK Friedrichroda
  • Freitag, 22. März (genau am 110. Geburtstag also), Ev. Kirchengemeinde Berlin-Nikolassee

Wir können uns gewiss nicht beklagen, sondern freuen uns über jede Rezension und jeden Hinweis auf eins unserer Bücher in den Medien. Über manche Rezension freut man sich freilich ganz besonders – in diesem Fall, weil die Klepper-Biografie mir persönlich sehr am Herzen liegt und weil sich der Rezensent so richtig in die Lektüre vertieft hat: Sandro Göpfert, Pfarrer zur Anstellung in Mülsen, hat in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Theologische Beiträge (Heft 5 – Oktober 2012) auf S. 339f. die Jochen-Klepper-Biografie von Markus Baum besprochen. Sein Fazit:

„Eine Beschäftigung mit Leben und Werk Jochen Kleppers auf der Basis dieses Buches ist m. E. aus mehreren Gründen absolut lohnend …“

Ein ganz herzliches Dankeschön, Sandro Göpfert!

Erstellt am 21. Januar 2013 von

Am kommenden Sonntag, 27. Januar 2013, ist Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Es war an einem 27. Januar, als die Rote Armee 1945 das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreite. Die Vereinten Nationen erklärten dieses Datum zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Und es stimmt, erinnern ist wichtig.

Zwei Veröffentlichungen aus dem Neufeld Verlag haben einen direkten Bezug zu jener dunklen Zeit: Da ist zum einen Hanna Schotts Biografie Von Liebe und Widerstand – Das Leben von Magda & André Trocmé:

Ein französisch-russisch-italienisches Paar, das sich in New York kennenlernt und nach Indien reisen will, um Gandhi zu treffen. André Trocmé, der hier an demselben Theologischen Seminar studiert wie später Dietrich Bonhoeffer, ist nebenbei Hauslehrer bei der reichsten Familie der Welt, den Rockefellers. Magda Grilli zieht ihn schon nach den ersten Begegnungen in ihren Bann. Schon das wäre filmreif. Doch es geht weiter – ganz anders, als die beiden es planen, und mit zunehmender Dramatik. Statt in Indien landen sie nämlich in der tiefsten französischen Provinz, André als Pfarrer der reformierten Kirche, Magda als Lehrerin. Als deutsche Truppen Frankreich besetzen, eröffnen sich ihnen jedoch ungeahnte Möglichkeiten, gerade weil sie „am Ende der Welt“ leben.

Das Ehepaar Trocmé verwandelt ihren kleinen Luftkurort im Gebirge in einen zentralen Ort der französischen Résistance. Tausende jüdische Kinder und Erwachsene werden von ihnen versteckt, mit Nahrung versorgt und teilweise mit falschen Pässen ausgestattet und ausser Landes geschleust. Am Ende zählten die einen 3.000 Menschen, die vor dem sicheren Tod gerettet worden waren. Die anderen sprachen von mehr als 5.000.

Magda sprach in den USA vor riesigem Publikum an der Seite von Martin Luther King. Das israelische Holocaustmuseum Yad Vashem zeichnete André und Magda Trocmé und mit ihnen die ganze Region für ihren Mut als „Gerechte unter den Völkern“ aus.

Die Journalistin Hanna Schott erzählt in ihrer Biografie „Von Liebe und Widerstand“ so lebendig, als wären wir dabei. Es ist eine Liebesgeschichte, ein zentrales Stück deutsch-französischer Geschichte und nicht zuletzt die Geschichte einer Zivilcourage, die eine ganze Region ansteckte. 

Und dann ist da Markus Baums Biografie des Theologen, Schriftstellers und Dichters Jochen Klepper. Klepper heiratete Johanna Stein, die verwitwet war und zwei Töchter hatte. Sie war Jüdin, eine Tochter schaffte es ins Ausland (und lebt dort noch heute), die andere ging mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Jochen Klepper gemeinsam in den Freitod – angesichts der drohenden Deportation.

Erstellt am 22. Dezember 2012 von

Heute Morgen habe ich mir die Radio-Sendung angehört, die kürzlich auf ERF Plus gesendet wurde. Für die Reihe „Glaube und Denken“ hat Ramona Eibach Klepper-Biograf Markus Baum interviewt (der ja selbst in der Radioredaktion von ERF Medien arbeitet). Dazwischen gibt es Weihnachtslieder von Jochen Klepper zu hören. Berührend und spannend! Hier kann man die Sendung selbst hören oder downloaden.

 

 

 

 

Erstellt am 6. Oktober 2011 von

ERF Medien hat kürzlich ein ausführliches Rundfunk-Interview zur druckfrischen Jochen-Klepper-Biografie ausgestrahlt. Redakteurin Angelika Fries unterhält sich darin mit Markus Baum, Stellvertretender Chefredakteur und Autor dieser außergewöhnlichen Biografie. Hier kann man sich das spannende Gespräch in Etappen anhören:

Radio-Interview mit Markus Baum, Teil 1

Radio-Interview mit Markus Baum, Teil 2

Radio-Interview mit Markus Baum, Teil 3

Radio-Interview mit Markus Baum, Teil 4

 

www.erf.de

 

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.