Schlagwort-Archiv: Versöhnung

 

Erstellt am 14. März 2017 von

Überraschung gelungen! Im Sommer wird er 65, und am vergangenen Wochenende wurde Bernhard Ott, langjähriger Leiter und Dozent des Bildungszentrums Bienenberg, verabschiedet.

Zu diesem Anlass haben Lukas Amstutz, der neue Bienenberg-Leiter, sowie Hanspeter Jecker weitgehend unbemerkt ein Buch zusammengestellt, das Bernhard Ott gewidmet ist.

Keine Sorge, diese Festschrift ist alles andere als trockene akademische Lektüre, sondern atmet viel von der Lebendigkeit, die ich mit Bernhard Ott und überhaupt dem Bienenberg verbinde. (Ganz egal, welchem dieser drei Herren man zum Beispiel zuhört – intellektuelle Redlichkeit, geistliche Weisheit und Lebenserfahrung sind immer spürbar, verpackt in eine unterhaltsame Darbietung, die ihresgleichen sucht.)

 

 

 

Bernhard Ott hat den Neufeld Verlag von der ersten Stunde an unterstützt und ist mit zwei Büchern auch als Autor vertreteten: Die Kirche – 7 Gründe, warum ich sie liebe und Handbuch Theologische Ausbildung: Grundlagen – Programmentwicklung – Leitungsfragen (in der zweiten, überarbeiteten Auflage).

Aktuell arbeitet er noch für die Europäische Ev. Akkreditierungsvereinigung und ist Dekan für die akademischen Studiengänge der Akademie für Weltmission (AWM) in Korntal.

 

Im Kurztext zu dem ihm gewidmeten Buch Fit für die Welt!? Beiträge zu einer friedenskirchlichen Theologie und Gemeindepraxis heißt es:

Einen gängigen Slogan aus der Hochschulbildung bezeichnete er einst als Steilpass, um die Aufgabe theologischer Ausbildung zu beschreiben: „Fit für die Welt!“

Bernhard Ott interpretierte dies aus missionstheologischer Perspektive und verstand seinen Dienst als Beitrag, Menschen für Gottes Schalom-Projekt in und mit dieser Welt fit zu machen. Dabei war er offen für innovative Wege, stellte jedoch immer wieder kritische Fragen an allzu pragmatische und marktwirtschaftliche Konzepte.

Die in diesem Buch vorliegenden Beiträge zu einer friedenskirchlichen Theologie und Gemeindepraxis haben die Autorinnen und Autoren aus Dankbarkeit für eine längere oder kürzere Weggemeinschaft mit Bernhard Ott verfasst. Die Artikel spiegeln damit eine Auswahl von Themen wider, die dem Jubilar in seinen vielfältigen Tätigkeiten wichtig gewesen sind.

 

 

Mit Beiträgen von Tobias Faix, Timothy J. Geddert, Paul Kleiner, Daniel Plessing, Johannes Reimer, David W. Shenk, Willy Surbeck, Thomas R. Yoder Neufeld, Beat Weber und vielen anderen.

Erstellt am 28. Juli 2016 von

Seit kurzem wird unser kleines, aber feines Kinderbuchprogramm im Neufeld Verlag ergänzt durch eine weitere Perle, Angekommen! Vier Kinder erzählen von ihrem ersten Jahr in Deutschland:

 

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Die Integration von Flüchtlingen wird uns als Gesellschaft in den kommenden Jahren beschäftigen. Hanna Schott (Text) und Volker Konrad (Illustrationen) haben ein wunderbares Buch geschaffen, das die harte Realität in dieser Welt nicht verschweigt – was es zum Beispiel für Kinder bedeutet, alles zurückzulassen -, und dabei eben doch mit Leichtigkeit und Witz Geschichten erzählt, die den Horizont weiten. Ich jedenfalls musste beim Lesen öfter mal schlucken und lachen …

Ich bin sicher: Sie werden dieses Buch lieben! Hier geht’s direkt zur Leseprobe

 

Die Autorin:

Hanna Schott ist Autorin vieler erfolgreicher Bücher für Kinder und Erwachsene.

 

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Mit dem Kinderbuch Fritzi war dabei war sie 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung erst im vergangenen Herbst wieder auf Lesereise. Die Verfilmung dieser „Wendewundergeschichte“ ist derzeit in Arbeit, und das Drehbuch hat schon jetzt gewonnen – den Deutschen Animationsdrehbuchpreis.

Ihr Kinderbuch Tuso über einen Straßenjungen in Afrika wird nicht nur von der Süddeutschen Zeitung, sondern vor allem von lesenden Kindern hoch gelobt; die japanische Ausgabe wurde in gigantischen Stückzahlen verkauft.

Im Neufeld Verlag hat Hanna Schott zum Beispiel die packende Biografie von Magda und André Trocmé veröffentlicht – Von Liebe und Widerstand. Der Mut dieses Paares rettete Tausende. Auch diese Geschichte wäre eigentlich filmreif, und tatsächlich scheint die Story längst in irgendeiner Schublade irgendwo in Hollywood zu liegen …

Wie vielseitig Hanna Schott ist, zeigt schon ein kurzer Blick auf ihre Vita: Die gelernte Buchhändlerin studierte Literatur, Theologie, Musikwissenschaft und „allerhand Sprachen“, war einige Jahre als Lektorin angestellt. Seit 2004 ist sie freiberuflich als Autorin, Redakteurin (sie redigiert P&S, das Magazin für Psychotherapie & Seelsorge), Übersetzerin (vor allem aus dem Schwedischen und Französischen) und Lektorin unterwegs, und das im wahrsten Sinn des Wortes.

Sie organisiert nämlich auch noch Lesereisen, lädt ein zum „Wandern & Schreiben“ und ist selbst gerne als Erzählerin vor Groß und Klein auf Achse.

Um das Kinderbuch Angekommen! zu schreiben, ist sie quer durch die Republik gereist und hat und mit Lehrerinnen, Flüchtlingshelfern und natürlich Kindern gesprochen …

 

Der Illustrator:

Volker Konrad ist Grafik-Designer und als selbstständiger Illustrator in Münster tätig. So lautet zumindest die „technische“ Beschreibung dessen, womit dieser kreative Tausendsassa seine Brötchen verdient. Dabei macht er weit mehr, als Illustrationen für Kinderbuchverlage oder andere Kunden zu erschaffen.
 

Volker Konrad

 

An der Ev.-Theologischen Fakultät der Universität Münster hat er einen Lehrauftrag für Ivrit (modernes Hebräisch), ist studierter Kunst- und Religionslehrer, war mehrfach in Israel und unterrichtet neben modernem auch biblisches Hebräisch.

Obendrauf sattelte er tatsächlich noch ein Design-Studium. Als Illustrator ist er nicht nur fürs Kinderbuch aktiv, sondern zum Beispiel auch in der medizinischen Illustration, etwa für die Zeitschrift „Hebammenforum“.

Für Angekommen! hat Volker Konrad sich mächtig ins Zeug gelegt, sich bis ins Detail in die Geschichten vertieft und bis zum letzten Augenblick das Optimale geschaffen.

 

Sie merken schon: Ich bin begeistert von diesem Buch. Weil es dabei hilft, Menschen und ihre Geschichte zu verstehen. Und die Welt nicht schwarz-weiß, sondern differenziert und bunt wahrzunehmen. So, wie sie eben ist …

Und wenn Sie für Ihre Schulklasse oder Ihren Freundeskreis bestellen, gibt es bereits ab 10 Exemplaren günstige Mengenpreise.

Erstellt am 10. März 2016 von

Unser Verlag war keine zwei Jahre alt, da erschien im August 2005 das Buch Woran ich glaube – Ein Muslim und ein Christ im Gespräch. Die Verfasser, ein christlicher (David W. Shenk) und ein muslimischer Theologe (Badru D. Kateregga), sind enge Freunde.

Ich war David W. Shenk (auf dem Foto rechts) bereits einige Male begegnet und seine persönliche Ausstrahlung hat mich sehr beeindruckt. In diesem Buch zeigen die beiden, wie es trotz großer Unterschiede gelingen kann, den eigenen Glauben zu bezeugen und respektvoll aufeinander zu hören. Ich finde, Shenk verkörpert diese Haltung wie kein Zweiter.

 

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Im englischen Original heißt der Titel dieses Buches Islam and Christianity: A Muslim and a Christian in Dialogue, und ich habe keinen Überblick, in wie vielen Sprachen es inzwischen erhältlich ist.

Shenk hat jedenfalls keine Scheu und erzählt (zum Beispiel in seinem neuen Buch Christen begegnen Muslimen – Wege zu echter Freundschaft, dessen 3. Auflage in der kommenden Woche erscheint),

  • wie er dem iranischen Präsidenten Ahmadinejad dieses Buch überreichte,
  • wie der Kommandeur einer Hisbollah in Indonesien jedem seiner 50 Offiziere ein Exemplar davon in die Hand drückte (natürlich der indonesischen Ausgabe),
  • wie der muslimische Präsident von Tansania 1.000 Exemplare des Buches bestellte, um sie an Funktionäre zu verschenken.

Ehrlich gesagt, 2005 haben wir dieses Buch nur schleppend verkauft. Es ist tatsächlich ein Gespräch auf Augenhöhe – in einer Rezension auf www.3sat.de hieß es: „… in diesem Gespräch liegt der Keim der Hoffnung, dass ein interreligiöses Miteinanderauskommen nicht nur wünschenswert, sondern auch umsetzbar ist.“

Die erste Auflage war schon seit längerem nicht mehr lieferbar. Doch seit einigen Monaten werden wir immer wieder auf Woran ich glaube – Ein Muslim und ein Christ im Gespräch angesprochen – inzwischen ist den meisten Menschen klar, dass wir nicht drum herum kommen, uns mit Muslimen und ihrem Glauben zu beschäftigen.

Und nun haben wir es tatsächlich angepackt: In der kommenden Woche erscheint eine neue Auflage.

 

 

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Roland Denner, der Missionsleiter von ReachAcross, meint zu diesem Buch:

„Teil unserer Arbeit unter Muslimen ist es, Christen in Deutschland zu einem mutigen und liebevollen Umgang mit muslimischen Menschen zu ermutigen. Leider gibt es nicht allzu viele deutschsprachige Bücher, die diesen Fokus haben. Viele Bücher auf dem christlichen Markt sind in ihrer Analyse des Islam sicher teilweise zutreffend, schüren aber eher Ängste und fördern die Distanz zu Muslimen, als dass sie Christen befähigen, muslimischen Mitmenschen das Evangelium zu vermitteln.

Dafür finde ich Woran ich glaube – Ein Muslim und ein Christ im Gespräch eines der besten Bücher im deutschsprachigen Raum. Wer sich … wirklich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, bekommt hier etwas qualitativ sehr Hochwertiges.“

Ist es da eine Überraschung, dass wir uns über diese Neuauflage ganz besonders freuen?

Erstellt am 3. Dezember 2015 von

Wie vermutlich viele Menschen in Deutschland, habe ich gehörige Bauchschmerzen bei den geplanten militärischen Einsätzen der Bundeswehr in Syrien.

So wie man reife Pusteblumen besser nicht mit einem Golfschläger bekämpft, ist es kaum hilfreich, militärisch gegen den Terror vorzugehen.

An dieser Stelle daher aus aktuellem Anlass schon mal ein Auszug aus John Paul Lederachs Buch Vom Konflikt zur Versöhnung: Kühn träumen – pragmatisch handeln, das im Januar bei uns im Neufeld Verlag erscheint:

 

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Leseprobe „Terror verstehen“ von John Paul Lederach

Lederach engagiert sich ja seit mehr als 30 Jahren in der internationalen Versöhnungsarbeit. Der promovierte Soziologe bietet auf fünf Kontinenten direkte Mediation und Unterstützung bei Versöhnungsbemühungen in Konfliktregionen mit besonders gewalttätigen Auseinandersetzungen an. Lederach war als Berater höchster Regierungsvertreter und nationaler Oppositionsbewegungen in vom Krieg erschütterten Ländern wie Nicaragua, Somalia, Nordirland, Kolumbien, Nepal und auf den Philippinen tätig.

Als Professor für International Peacebuilding und Direktor des Kroc Institute for International Peace Studies an der Universität von Notre Dame ist der Friedensforscher Mitbegründer des Center for Justice and Peacebuilding an der Eastern Mennonite University in Harrisonburg in Virginia. Lederachs über 20 Bücher wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, und er ist als Redner, Berater und Mediationstrainer international gefragt: an den Universitäten Oxford und Harvard ebenso wie in Barcelona, Uppsala, Lillehammer oder Kopenhagen. John Paul Lederach wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit zwei Ehrendoktortiteln.

Oben erwähnte Leseprobe zeigt nur einen Ausschnitt aus diesem reichhaltigen und von Erfahrung getränkten Buch. Täglich werden wir mit Konflikten und ihren Folgen konfrontiert. Auf politischer und auf persönlicher Ebene. Familie, Nachbarschaft, Arbeitsplatz, Gemeinde – es gibt keine Umgebung, die gegen Konflikte immun wäre. Und Kriege, die eigentlich weit weg scheinen, kommen uns durch Flüchtlinge ganz nahe.

Bill und Lynne Hybels (Willow Creek) schreiben im Vorwort:

„Dieses Buch könnte die Welt verändern. Zerrüttete Ehe? Lesen Sie ,Vom Konflikt zur Versöhnung‘. Familienstreitigkeiten? Lesen Sie ,Vom Konflikt zur Versöhnung‘. Gemeindespaltung? Lesen Sie ,Vom Konflikt zur Versöhnung‘. Kriegführende Länder? Ganz ehrlich: Wenn es möglich wäre, die Führer der Welt so lange einzusperren, bis sie ,Vom Konflikt zur Versöhnung‘ gelesen haben, wäre die Welt von Grund auf verändert.“

Und Karsten Hüttmann, Vorsitzender des Christival 2016 (Thema: Jesus versöhnt), meint:

„Selten hat mich ein Buch so hoffnungsvoll gestimmt, dass Versöhnung wirklich möglich ist – egal ob im Großen oder Kleinen. Egal ob zwischen Ländern, Nachbarn oder Familienmitgliedern. Lederach verbindet anschaulich Erfahrungen aus seiner langjährigen Arbeit mit theologischer Reflexion. Ein Buch, dass jeder lesen sollte, der sich nach mehr Frieden sehnt.“

Erstellt am 21. Juli 2015 von

Jetzt gibt’s was auf die Ohren:

Seit gestern strahlt der christliche Sender Radio Horeb in 14 Teilen den Roman Erben des Schweigens von Sabine Dittrich in seiner Sendereihe „Erzählung“ aus. Montags bis Freitags kann man sich die Lesung jeweils ab 11.15 Uhr anhören.

Die zweite Auflage des ausgezeichneten Romans ist bereits in Vorbereitung …

 

Erben des Schweigens

 

Erstellt am 15. Juli 2015 von

Unser Kolumnist Uwe Heimowski ist ein rühriger Initiator von kreativen Projekten. Am Montag ging eine besondere Aktion in Gera zu Ende – hier ein Bericht von der russisch-amerikanisch-deutschen Partnerwoche in der G26:

 

Mehr als eine Woche, vom 3. bis 13. Juli, sprudelte es in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde G26 Leben in bunter Vielfalt durch den Besuch aus den beiden Partnergemeinden. Die 12 russischen Gäste aus Rostov am Don und die 22 amerikanischen Gäste aus Virginia versprühten bei herrlichem Sommerwetter sichtbar und hörbar ihre Lebensfreude in der Innenstadt und im Hofwiesenpark.

Evgeniy Korolev, der zuletzt vor zwei Jahren in Gera war, kam ins Schwärmen, wie schön die Stadt geworden sei. Ein großes Ziel dieser Partnerwoche war der dreitägige Arbeitseinsatz im Tierpark Gera unter dem Motto „Arbeiten für den Frieden“. Etwa 50 Menschen konnten unter der fachkundigen Anleitung des Tierparkpersonals Wege ausbessern, Zäune reparieren und Gehege streichen. Der Tierpfleger Steffen Horn freute sich besonders über den Neuanstrich der Anlage für die Yaks, die kaum wiederzuerkennen war.

 

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Ermöglicht wurde das gesamte Projekt besonders durch die Geld- und Materialspenden verschiedener Unternehmer. Der Leiter des Tierparks, Ulrich Fischer, bedankte sich für die wertvolle Unterstützung, die alle Erwartungen seines Teams weit übertroffen hatte. Dennoch ging es nicht nur um die Arbeitsleistung.

Wenn russische und amerikanische Gäste gemeinsam ihre deutschen Freunde unterstützen, ist dies ein nicht zu übersehendes Zeichen für den Frieden. Dies konnten die zahlreichen Besuchergruppen im Tierpark hautnah miterleben. Eine KiTa-Gruppe beispielsweise sang spontan ein russisches Lied für die jungen Frauen aus Rostov, die gerade den Zaun moosgrün lackierten. Doch auch außerhalb des Waldzoos kam es zu vielen Begegnungen, so zwischen dem aus Kenia stammenden Amerikaner James Njoroge und einer Kassiererin im Supermarkt in Lusan. Sie hatte ihn angesprochen, da sie Mittwoch früh sein Bild in der Zeitung gesehen hatte. Sein leidenschaftlicher Appell an die Menschheit beeindruckte: „Wenn die Welt erkennen würde, dass die Macht der Liebe größer ist als die Liebe zur Macht, dann wäre vielleicht Frieden.“

Gewürdigt wurde der Einsatz insbesondere beim öffentlichen Empfang im Rathaus am Freitagabend, zu dem die Oberbürgermeisterin Frau Dr. Viola Hahn eingeladen hatte. Sie dankte den Gästen für ihren großartigen Einsatz und zog sich zum Schluss das überreichte T-Shirt mit dreisprachigem Aufdruck „Arbeiten für den Frieden“ über. Vertreter des Stadtrates, der Verwaltung und der Kirchen sowie zahlreiche Bürger freuten sich besonders über die russischen und englischen Lieder der beiden Gästechöre.

Musikalisch wurde die Woche am Samstag fortgesetzt, als die Gruppe singend entlang der Gerschen Meile, vom Kornmarktfest ausgehend über den Marktplatz zur Piazza zog, am Nachmittag zum Mohrenplatz und in den Hofwiesenpark. Gemeindereferent Uwe Heimowski kam ins Schwärmen über die offene und freundliche Atmosphäre, die überall in der Stadt zu spüren war. Die Idee gemeinsam mit dem Verein Ja- für Gera auf die Straße zu gehen kam von Volker Tauchert, der dafür gesorgt hatte, dass die Gruppe von verschiedenen Gastronomen entlang der Route mit kleinen Erfrischungen versorgt wurde.

Natürlich blieb noch viel Zeit zum besseren Kennenlernen zwischen Gästen und Gastgebern. Der Jugendreferent der G26, Micha Steppan, organisierte Volleyball im Hofwiesenpark mit jungen Leuten aus Gera, Russland, USA und Syrien. „Beim gemeinsamen Spielen, Erzählen und Lachen gibt es keine Grenzen mehr“, so Steppan über die internationalen Freundschaften.

Ein Besuch im Bundestag, ein Ausflug zur Wartburg und nach Eisenach, eine Stadtführung durch Gera sowie Thüringer Mutzbraten im Garten der Klosterruine in Cronschwitz/Wünschendorf ergänzten das Wochenprogramm kulturell. Ein besonderer Gewinn für alle Seiten war die Unterbringung der 34 Gäste in Privatquartieren, die der Gemeindereferent Stefan Taubmann übernommen hatte: „Ich bin stolz auf unser motiviertes Helferteam in der G26, die täglich so viele Gäste bewirtet haben. Und ich freue mich über den persönlichen Austausch, der in der Freizeit zustande kam und über alle Sprachbarrieren hinweg die Qualität der Begegnungen vertieft hat.“

 

Juli 2015

 

Abschließender Höhepunkt der Partnerwoche war das Internationale Sommerfest in der G26 am Sonntag. Umwerfend war die Resonanz, als nach dem Gottesdienst die mehr als 250 Gäste aus mindestens 18 Nationen ein farbenfrohes Fest erlebten. Besonderer Anziehungspunkt war die Jurte, ein asiatisches Nomadenzelt, in der Olga Lange und Tatjana Gorochov vom Interkulturellen Verein Tee anboten und über russische und asiatische Traditionen erzählten. Das Sommerfest wurde durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert. Es setzte den Startpunkt für das Projekt „Begegnung mit dem Fremden“, das das Anliegen dieser Partnerwoche in den nächsten Monaten weitertragen wird. So sollen eine Filmdokumentation und eine Fotoausstellung entstehen, die die wunderbaren Begegnungen dieser Woche nochmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen werden.

Stefan Taubmann

(Fotoimpressionen zur gesamten Woche gibt es hier.)

Erstellt am 9. Juni 2015 von

Am 20. Juni findet erstmals ein Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung statt.

Im August 2014 hat die Bundesregierung – am Ende einer offenbar emotionalen Debatte – beschlossen, jährlich am Weltflüchtlingstag der Opfer von Flucht und Vertreibung zu gedenken. Während uns täglich dramatische Meldungen von Flüchtlingen erreichen, soll ab diesem Jahr immer am 20. Juni in besonderer Weise an die deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen in der Folge des Zweiten Weltkrieges erinnert werden.

„Flucht und Vertreibung bedeuten für die Betroffenen großes Leid“, so die Bundesregierung. „Flüchtlinge werden ermordet, vergewaltigt und seelisch verletzt, gewachsene Kulturräume zerstört. Allein 2013 waren nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht; viele als Flüchtlinge im Ausland, der größere Teil als Vertriebene im eigenen Land.“

Am Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung soll nun der weltweiten Opfer von Flucht und Vertreibung und insbesondere der deutschen Vertriebenen gedacht werden. Hierdurch will die Bundesregierung deutlich machen, „dass der Wille und die Kraft zu Versöhnung und Neuanfang, der gemeinsame Aufbau und Zusammenhalt in der Gesellschaft das Fundament bilden, auf dem Deutschland heute Menschen aus 190 Nationen eine Heimat bietet“.

 

Die Autorin Sabine Dittrich aus Hof beschäftigt sich in ihrem Roman Erben des Schweigens intensiv mit genau diesem Thema. Auf unterhaltsame Weise und in eine zarte Romanze eingebettet, liefern sie eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte: deutsch-jüdische und deutsch-tschechische Vergangenheiten, Krieg und Vertreibung. Im Anhang ihres Romans schreibt sie:

 

„Menschen in Gute und Böse, in richtig und falsch Handelnde einzuteilen, ist weitgehend unmöglich. Verfolgte wurden später zu Verfolgern. Manche schafften es, sich zu jeder Zeit auf ,die richtige‘ Seite zu stellen, andere waren immer zur falschen Zeit am falschen Ort und damit die großen Verlierer.

Viele Kinder und Enkel der Kriegsgeneration, die Erben des Schweigens, beginnen, das Schweigen ihrer Vorfahren zu hinterfragen. Machen sich auf die Suche nach Wahrheit, erkennen Unrecht an und wollen versöhnen.

Es steckt die Ahnung dahinter, dass ein vereintes Europa auf unsicheren Beinen steht, solange das Gift historischer Verletzun­gen weiter wirken kann. Unwissen und Schweigen schafft neuen Ressentiments Nährboden.“

 

Erben des Schweigens

 

Die Frankenpost bescheinigt Sabine Dittrich:

 

„Die Autorin legt ein Werk vor, das deutsche, tschechische und jüdische Geschichte aus dem vorigen Jahrhundert so zusammenbringt, dass bedeutende historische Zusammenhänge am Schicksal zweier Familien deutlich werden.“

 

Erben des Schweigens ist somit eine aktuelle Geschichte, die die Frage aufwirft, wie Beziehungen gelingen können und wie die Verstrickung in Schuld überwunden werden kann. Nicht nur am 20. Juni …

Erstellt am 4. Dezember 2014 von

„Hab dich doch nicht so, ich bin immerhin dein Onkel!“

Seit sie zwölf ist, wird Marina S. sexuell missbraucht. Zuhause hat sie nicht den Halt, um sich anzuvertrauen. Ausgenutzt und hilflos, entwürdigt und im Stich gelassen, zieht sie mit 17 aus, um ihr Leben in den Griff zu bekommen. Doch ihre verzweifelte Suche nach Liebe und Geborgenheit, nach einem sicheren Ort, bleibt unerfüllt.

Als schließlich ihre Ehe zu scheitern droht und Marina selbst am Ende ist, begegnet sie Gott. Bei ihm erfährt sie bedingungslose Liebe … und Heilung für ihre verletzte Seele.

Schonungslos schildert Marina S. in ihrem Buch Albtraum ohne Ende? Eine Geschichte von Missbrauch und Heilung den Albtraum, der ihr Leben zerstörte. Und sie erzählt von dem neuen Leben, das sie findet; erfüllt und frei von negativen Gefühlen: Als ihr Mann ihr ihre Untreue vergibt, lernt auch sie, zu vergeben. Eine authentische Geschichte von Missbrauch und Heilung.

 

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Der Privatsender ERF Medien hat für seine Sendereihe „Mensch, Gott!“ zwei TV-Sendungen unter demselben Titel „Albtraum ohne Ende?“ mit Marina S. produziert, die am kommenden Sonntag, 7. Dezember, sowie eine Woche später, am 14. Dezember 2014 um 21.15 Uhr auf BibelTV ausgestrahlt werden.

Ab morgen sind die Sendungen bereits in der ERF-Mediathek sowie auf dem YouTubeKanal von ERF zu sehen.

Das Buch von Marina S. ist auch als E-Book erhältlich – und dort besonders gefragt.

Erstellt am 12. August 2014 von

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„Das Paket stand ungeöffnet auf dem Schrank. Tief nach hinten geschoben, hinter Schachteln versteckt.“

Gideon holt tief Luft, seine Stimme vibriert.

„Dort fanden wir es wieder, als unsere Mutter starb. Wir hatten es vergessen. Nun, als wir es beim Aufräumen fanden, stand uns die Situation wieder vor Augen, als sei es gestern gewesen. Dabei lagen Jahrzehnte dazwischen.“

Wir hatten nach dem Holocaust gefragt. Wie war sie aufgewachsen, Gideons Generation? Geboren bald nach dem Ende des Krieges. Groß geworden im Kibbuz, hatten sie den Staat Israel aufgebaut. Sie, die Kinder der Überlebenden.

„Das Paket kam eines Tages mit der Post. Wir saßen am Esstisch. Der Briefträger klingelte. Mutter nahm die große, schwere Schachtel entgegen. Sie quittierte den Empfang und brachte das Paket in die Wohnung. Wir Kinder waren aus dem Häuschen, nie zuvor hatten wir ein Paket bekommen. Doch Mutter las den Absender, erbleichte, und setzte sich schwer atmend auf ihren Stuhl. Für einen Moment herrschte bedrückte Stille. Dann hielten wir es nicht mehr aus: ,Mutter‘, riefen wir begeistert, ,Mutter, mach es auf, ja?‘

Sie schwieg, unsere Ungeduld wuchs, unsere Hände rissen am Papier. Plötzlich schrie Mutter uns an, wir sollten Ruhe geben. Sie nahm das Paket, wuchtete es mit aller Kraft in die Höhe und schob es auf den Schrank. ,Lasst die Finger davon‘, fuhr sie uns an, ,niemand öffnet das Paket!‘“

Wie haben sie euch von damals erzählt, hatten wir gefragt, von der Zeit unter den Nazis. Vom Überleben in Holland, wo Gideons Eltern gelebt hatten.

„Mutter war immer ruhig, eine stille, sanfte Frau. Nie wurde sie laut. Dass sie nun so aus der Haut fuhr, ließ uns verstummen. Keiner fragte mehr nach dem Paket. Verstohlen schielten wir zum Schrank, doch wir schwiegen. Auch Mutter schwieg. An diesem Tag, und am nächsten, und an jedem weiteren. Kein Wort fiel jemals zu diesem Thema. Irgendwann vergaßen wir die Schachtel auf dem Schrank. Bis zu diesem Tag nach dem Tod der Mutter.“

Gideon unterbricht sich, beginnt Gedanken verloren eine Orange zu schälen.

„Als erstes sahen wir den Absender. Eine Adresse in Holland. Ein Nachbar der Familie meiner Mutter. Dann öffneten wir das Paket. Eine alte Kuckucksuhr kam zum Vorschein. Anbei lag ein Brief. Der Nachbar hatte die Uhr aus dem Haus der jüdischen Familie retten können. Er war als Kind oft bei den Nachbarn gewesen, der kleine Vogel hatte ihn fasziniert. Nach dem Abtransport der Familie war er in die verwaiste Wohnung geschlichen und hatte die Uhr mitgenommen. Nun, Jahre später, hatte er erfahren, dass nur noch Mutter am Leben sei, und ihre Adresse in Israel herausgefunden.“

Gideon schiebt sich einen Schnitz Orange in den Mund.

„Sie hat es gewusst. Zumindest hat sie es geahnt. Darum hat sie das Paket nie geöffnet. Sie konnte es nicht. Und ebenso wenig konnte sie sprechen. Nicht über den Tod ihrer Eltern und Brüder. Nicht über ihre Flucht.“

Gideon verstummt, Stille erfüllt den Raum für einen atemlos langen Moment.

Wir schweigen. Fragen uns, ob wir so haben fragen dürfen.

„Heute steht die Kuckucksuhr in meiner Wohnung“, durchbricht Gideon die Stille und fährt fort, als hätte er unsere stummen Fragen gehört.

„Sie funktioniert sogar. Und sie erinnert mich daran: Meine Eltern konnten nicht sprechen, wir Kinder dagegen dürfen nicht schweigen.“

Uwe Heimowski

 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem neuen Buch von Uwe Heimowski und Andreas Martz Shalom, Herr Levi – Jüdisches Leben heute, das im November mit zahlreichen Bildern des russischen Fotografen Roman Mordashev erscheint.

Das oben verwendete Bild aus Israel (Jaffa / Joppe) wurde von Daniel Wermke aufgenommen.

 

Erstellt am 17. Juli 2013 von

Sabine Dittrich ist eine beeindruckende Frau. Ich lernte sie vor allem als engagierte Inhaberin der Buchhandlung G. A. Grau & Cie. in Hof kennen (die 1722 gegründet wurde und damit die fünftälteste in Deutschland ist). Sie ist eine Vollblutunternehmerin, kreativ und umtriebig, was z. B. außergewöhnliche Veranstaltungen angeht. Und außergewöhnliche Bücher. Und sie ist eine Geschichtenerzählerin („andere stricken Pullover, ich stricke Geschichten …“ ). Live durfte ich davon schon ein bisschen etwas erleben, als ich zu Gast bei ihren kulinarischen Lesungen war.

 

Sabine Dittrich

 

Und dann hat sie uns ein Manuskript angeboten, Erben des Schweigens:

Wer bin ich wirklich? Woher komme ich? Was bestimmt mein Leben? Grundsätzliche Fragen brechen auf, als die selbstständige Grafikerin Jael Winterstejn bei einem Sommerspaziergang im Rheintal zufällig einen Grabstein entdeckt, auf dem ihr Name steht.

Die Suche nach der Geschichte, die sich hinter diesem Grabstein verbirgt, wird nicht nur zu einer Reise in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie, sondern rührt an andere dunkle Geheimnisse. Fragen von Schuld und Vergebung, Rache und Versöhnung werden plötzlich ganz aktuell und persönlich.

Sie führt zu Begegnungen in Prag und im ehemaligen Sudetenland. Dort trifft Jael den sympathischen Tschechen Radek …

Sabine Dittrich ist mit diesem Roman eine lebendig erzählte, packende Geschichte gelungen, in der das Lebensgefühl mehrerer Generationen aufeinander trifft. Eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte: deutsch-jüdische und deutsch-tschechische Vergangenheiten, Krieg und Vertreibung. Und eine aktuelle Geschichte, die die Frage aufwirft, wie Beziehungen gelingen können und wie die Verstrickung in Schuld überwunden werden kann.

 

Erben des Schweigens

 

Warum gerade dieses Thema? Sabine Dittrich sagt von sich, sie sei selbst eine Erbin des Schweigens: Ihr Vater, Jahrgang 1922, schwieg bis zu seinem Tod über seine Kindheit und Jugend in Oberschlesien, über Erlebnisse an der Ostfront, die russische Gefangenschaft und die Jahre nach dem Krieg.

Und warum ein Buch über deutsch-tschechische Geschichte? Sabine Dittrich ist seit 37 Jahren mit Ivana Vankova, der das Buch gewidmet ist, befreundet. Die beiden glauben, dass das Buch zum Nachdenken und Versöhnen beitragen kann. Auch wenn es nicht allen Lesern gefallen wird: manchen Sudetendeutschen nicht und manchen älteren Tschechen auch nicht. Die Ressentiments auf beiden Seiten sind teilweise noch stark. In der Tschechischen Republik sind sie so stark, dass durch das Sudetendeutsche Thema sogar die Präsidentenwahl Anfang 2013 beeinflusst wurde.

Und weil ihr diese Themen so wichtig sind, hat die Autorin auch gleich weiter gedacht: Auf der Website www.erbendesschweigens.de gibt es Zusatzmaterial – Bilder, vertiefende und weiterführende Informationen zur Zeitgeschichte sowie Vorschläge zur Gestaltung von Unterrichts- und Gruppenstunden.

Und natürlich – für den Herbst sind bereits mehrere Veranstaltungen mit Sabine Dittrich geplant. Nun aber Vorhang auf für Erben des Schweigens – Anfang nächster Woche erscheint der Roman. Ich (das ist wieder mal das Glück, wenn man Bücher schon genießen darf, bevor sie gedruckt auf dem Tisch liegen) habe ihn jedenfalls in einem Zug gelesen …

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.