Was ist die Frucht eines Apfelbaumes?

Erstellt am 11. Dezember 2012 von

Die Antwort liegt auf der Hand: Ein Apfel. Richtig, aber eben nicht ganz richtig. Der Apfel trägt die Samen des Baumes – und aus diesen entsteht dann die eigentliche Frucht: ein neuer Apfelbaum.

Das lässt sich übertragen: Ein Leben, das Früchte trägt, ist mehr als ein Leben mit „schönen roten Äpfeln“. Nicht, wie ich selber aussehe, wie ich da stehe, was ich erreiche, ist die eigentliche Frucht meines Lebens. Fruchtbar ist ein Leben, das bei sich selber nicht stehen bleibt. Es ist ein Leben, das ausstrahlt auf andere Menschen. Fruchtbar ist ein Leben, das man zum Vorbild nehmen kann; ein Leben, das Auswirkungen hat und andere Menschen bewegt. Die Frucht bin ich nie selber. Die Frucht meines Lebens zeigt sich an den Mitmenschen.

Und doch: ohne Apfel kein neuer Apfelbaum. Ohne einen glaubwürdigen, tiefgründigen Lebensstil wird mein Leben auch keine – positiven – Auswirkungen auf andere Menschen und die Gesellschaft haben. Lebensstil und Frucht bedingen einander. Es sind die Früchte meines Charakters, meiner Persönlichkeit, die auf andere Menschen wirken und sie prägen.

Wie ein solcher Charakter aussehen kann, der dann auf andere Menschen ausstrahlt und Früchte trägt, hat Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Galatien formuliert:

„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“ (Gal 5,22f, nach Luther 1984).

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen und einzeln noch einmal nachsprechen.

Liebe. Freude. Friede. Geduld. Freundlichkeit. Güte. Treue. Sanftmut. Keuschheit.

Einen solchen Charakter hätte ich gerne. Ich verehre Menschen, die derart tiefe Werte und die dazu gehörende Ausstrahlung besitzen. 

Bitte nicht mit Langweilern, Spießern, Sekundärtugendverfechtern verwechseln – nein, ich meine authentische, wahrhaftige, mit sich und der Welt versöhnte Menschen. Menschen, die treu sind, weil sie ihren Partner lieben, und nicht weil sie zu feige sind zum Seitensprung. Menschen die gütig sind, weil sie Menschen mögen, und nicht weil sie keinen Mumm haben, auch mal nein zu sagen. Menschen mit Rückgrat und Profil.

Es gibt solche Menschen. Und ich werde nicht müde, nach ihnen zu suchen und von ihnen zu lernen. Die eine oder andere bemerkenswerte Lebensgeschichte findet man übrigens im Neufeld Verlag ;-).

Uwe Heimowski


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    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.