Wir brauchen einander

Erstellt am 28. September 2017 von

Dr. Oliver Merz ist aktuell Projektleiter für Inklusion beim Sozialwerk der Heilsarmee Schweiz, Österreich, Ungarn. Zudem arbeitet er als Pfarrer und Seelsorger, Gastdozent und Referent. Gerade ist seine Dissertation erschienen – auf die wir hier sehr gerne hinweisen:

 

Kirche steht dem Thema Inklusion ihrem Selbstverständnis nach positiv gegenüber und vertritt dies auch offensiv. Aber wie sieht es innerhalb der Kirche aus? Was geschieht, wenn die Pfarrerin oder der Pfarrer mit einer chronischen Krankheit oder einer körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung leben muss, die den Berufsalltag erheblich einschränkt? Wie können Betroffene und ihre Kirchen konkret damit umgehen?

 

 

 

Ich gehöre zum Kreis dieser Betroffenen. Im Jahr 1990 erkrankte ich im Alter von 19 Jahren an „Multipler Sklerose“ (MS). Die Diagnose veränderte meinen Lebensverlauf einschneidend und beeinflusste auch nachhaltig den beruflichen Werdegang.

Seit 1999 übe ich trotz meiner gesundheitlichen Konstitution eine pastorale Tätigkeit aus. Dass mir darum viele Herausforderungen im Zusammenhang von Behinderung und Pfarrberuf vertraut sind, erklärt sich von selbst. So wurde meine grundsätzliche Tauglichkeit und Tragbarkeit zur Ausübung einer pastoralen Tätigkeit aufgrund der körperlichen Voraussetzungen wiederholt thematisiert und kritisch hinterfragt. Die Konstitution muss bei neuen Anstellungen und in der täglichen Arbeitsplanung offengelegt und berücksichtigt werden. Das bedingt nicht zuletzt von Lokalkirchen und anderen Arbeitgebern eine gewisse Flexibilität und Bereitschaft, damit einhergehende Risiken von vornherein in Kauf zu nehmen.

Alle Beteiligten leben im ständigen Bewusstsein für unvorhergesehene Programmänderungen, die direkt oder indirekt durch die körperliche Konstitution ausgelöst werden können. Abgesehen von nicht zu verschweigenden Herausforderungen fördert diese Situation aber unter anderem die Sensibilität dafür, dass das Leben und insbesondere das kirchliche Gemeindeleben im Miteinander von grundsätzlich ergänzungsbedürftigen Individuen gründet und Unvorhergesehenes zum Leben dazugehört. Dies begünstigte insbesondere eine breiter abgestützte Verantwortungsteilung bzw. den stärkeren Miteinbezug von Mitarbeitenden in kirchlichen Arbeitsumfeldern, in denen ich seit 1999 war und bin.

Das Buch setzt sich mit dem Verhältnis von Inklusion, Behinderung und Pfarramt auseinander und scheut auch unbequeme Themen nicht. Es werden erste empirische Resultate aus dem deutschsprachigen landes- und freikirchlichen Umfeld dokumentiert, Herausforderungen bei der Inklusion von Pfarrpersonen mit Behinderung erläutert und Maßnahmen vorgestellt.

 


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.