Zeugnisse

Erstellt am 9. Juli 2013 von

Heute war der große Tag für viele Schüler. Sie hatten ihren letzten Schultag. Es gab Zeugnisse. Wie werden sie wohl heute Abend im Bett liegen? Sind sie überrascht, ermutigt und mit einem guten Zeugnis für ihren täglichen Einsatz belohnt worden? Oder sind ihre Hoffnungen enttäuscht, sind die Ergebnisse schlecht, haben sie vielleicht sogar die Versetzung nicht geschafft?

Meine Frau und ich haben fünf Kinder. Vier von ihnen haben heute ihr Zeugnis bekommen. Da spielt natürlich auch der Vergleich eine Rolle: Was hast du in Mathe? In Englisch bin ich aber besser als du! Na, als ich noch auf der Grundschule war, war mein Zeugnis nicht so schlapp wie deins. Das ist gesunde Konkurrenz – jedenfalls meistens. Mitunter schwingt natürlich etwas Neid oder Spott mit, Kinder können gemein sein.

Und wir Eltern? Wie haben wir unsere Kinder heute ins Bett gebracht? Sind wir stolz auf sie? Wissen sie das? Dürfen sie Fehler machen, sind sie getröstet durch unser Verständnis, oder haben wir ihnen noch zusätzlichen Druck gemacht? Haben wir sie gelobt oder mit ihnen geschimpft? Haben wir sie ermutigt für das nächste Schuljahr und den nächsten Lebensabschnitt, oder sind sie durch unsere Reaktion erst recht frustriert?

Eltern haben eine große Verantwortung. Wir können den Kindern Wertschätzung vermitteln, die weit über die schulischen Erfolge und Misserfolge hinaus geht. „Du bist mein geliebtes Kind“, diese Botschaft übermittelt der Prophet Jeremia einem geschlagenen Volk. Gott lässt durch ihn ausrichten: „Ich habe dich schon immer geliebt, und dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Wenn Erwachsene das brauchen, um wie viel mehr sollten wir es an die Kinder weitergeben: Ich liebe dich und bin stolz auf dich – nicht (nur) auf deine Noten.

Uwe Heimowski

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    Bei Gott bin ich willkommen.

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