Zinkernagels live: Jacobs Tour-Tagebuch, Teil 1

Erstellt am 25. Juni 2013 von

Schon mehrmals war Autorin Sabine Zinkernagel mit ihrem ältesten Sohn Jacob (18) gemeinsam zu Lesungen unterwegs. Ihr Buch Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse – Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern fasziniert nicht nur mich nach wie vor, vermutlich vor allem wegen ihres erfrischenden Schreibstils, verbunden mit einem ehrlichen Blick auf das echte Leben. Inzwischen ist das Buch in der zweiten Auflage und auch als E-Book lieferbar.

Jacob Zinkernagel hat nach den Lesereisen Tagebuch geschrieben, und ein paar Auszüge dürfen wir hier veröffentlichen. Danke, Jacob! Seine Mutter hat seine Berichte „übersetzt“ zum besseren Verständnis hier und da durch Anmerkungen in Klammern ergänzt.

 

26.10.2012, bei der Lebenshilfe in Künzelsau (bei der Oma)

Donnerstag sinn wir hir los de fahren nach Kunselsau unter wes sacht Sabine Em haben wir den Toli mit de Nomen das sachte Sabine For Nuenbert und da For schon Oma an de rufen das wir schpäter kommen dann rif ich de Cornelius an on das de bett zu hause liden de bliden ist oder mit ist de Cornelius fer ste Roli und zu nach mein Roli de sacht nein ich sage nein das de bett ist nicht zu hause de bliden wir haben ab de halten uns das schon hinder Norbert das hir an de hallten haben und Sabine ist Aus Stick und hat nach de schaut und in ernst haben wir das gebet zu hause stehen de lassen das litt noch auf dann Bett Fon Jacob so das wir noch auf das Kasbetel de teten haben

Donnerstag sind wir losgefahren nach Künzelsau. Unterwegs sagt Sabine: Ehm, haben wir den Trolley mitgenommen? Das sagte Sabine vor Nürnberg. Dann rief ich den Cornelius an, ob das Gepäck zu Hause liegen geblieben ist oder mit ist. Der Cornelius versteht „Rolli“ und sucht nach meinem Rolli. Er sagt nein. Ich sage: Nein, das Gepäck ist nicht zu Hause geblieben. Wir haben hinter Nürnberg angehalten und Sabine ist ausgestiegen und hat nachgeschaut. Und im Ernst, wir haben das Gepäck zu Hause stehen gelassen. Das steht noch auf dem Bett von Jacob, so dass wir noch auf das Gaspedal getreten haben.

 

wir waren noch bunlich in Kunselsau und was Stelen wir fest die leden haben bis 22:00 offen Sabine konnte in er ruhe ein Einkaufen und hat alles be kommen unser fes hat Sabine überlet was die noch schel be Soden muss 2 Schafanzüge 2 Zahnbösten 1 Zahnzren 4 Soden 4 Unter hosen, 2 Tischos wir wüzten das wir bei der Oma sinn und die hat hantücher wir waren wo das wir die metite mente da bei haben die weren schwirrich su be kommen den sinn wir wieder zu die Oma de Fahren wir haben zu Argen de dessen und da tun Sabine Handy das mitten Bein Argen essen wir haben Martin erselt teb eine überrachun hura hat si mir eine Überrascun da de lassen de und de dien in Jacobs Zimmer und hat de Toli de sehen wir sinn alle in bett

 

Wir waren noch pünktlich in Künzelsau, und was stellen wir fest? Die Läden haben bis 22.00 Uhr offen. Sabine konnte in Ruhe einkaufen und hat alles bekommen. Unterwegs hat Sabine überlegt, was sie noch schnell besorgen muss: 2 Schlafanzüge, 2 Zahnbürsten, 1 Zahncreme, 6 Paar Socken, 6 Unterhosen, 2 T-Shirts. Wir wussten, wir sind bei der Oma, und die hat Handtücher. Wir waren froh, dass wir die Medikamente dabei haben, denn sie wären schwierig zu bekommen.

Dann sind wir weiter zu der Oma gefahren. Wir haben zu Abend gegessen und da tut Sabines Handy, und das mitten beim Abendessen. Wir haben Martin erzähl, es gibt eine Überraschung. (Martin denkt) Hurra, hat sie mir eine Überraschung dagelassen, und der ging in Jacobs Zimmer und der hat den Trolley gesehen.

Wir sind alle ins Bett.

 

Wir haben er faren das wir nicht For her in den raum kommen da wo die Lisun ist wür schon mal aus zu bauen sie stüllen zu stelen na so was da an de tomen wir wurten be grüst von die Frau von der Lebenshilfe das die doch da rausen sin

wir haben de staunt wie wille da hin de dommen sinn das auch die de kommen sinn die auch nicht bei der Lebenshilfe arbeiten Tuhen wegen Sabine Vile von ihre Schul Freunde waren da Sabine dachte die Ulrike komt nicht, die ist doch in Emten. Aber dann halo Ulrike schön das du da bist die haben alle lang ge kascht in die Pause da gab es Käse Manfred hat nicht gesagt das die Pause su ende ist da habe ich gesagt haltet mal die Klappe alle mitt ei ander die Sabine will weiter lisen vile haben sich ein Buch gekauft mit Witnun ich habe auch un ter schreiben und das Geld kasirt fünfzehn euro das war bis alle nach hause tinen 23:00

 

Wir haben erfahren, dass wir nicht vorher in den Raum kommen, wo die Lesung ist, um schon mal aufzubauen und die Stühle zu stellen. Na so was.

Da angekommen wurden wir von der Vorsitzenden der Lebenshilfe begrüßt. (Sie hat uns gesagt), dass die(jenigen, die den Raum vorher nutzen wollten) doch schon draußen sind.

Wir haben gestaunt, wie viele da hin gekommen sind, und dass auch Menschen, die nicht bei der Lebenshilfe arbeiten, wegen Sabine gekommen sind. Viele von ihren Schulfreundinnen waren da. Sabine dachte die Ulrike (ihre beste Freundin aus der Schulzeit) kommt nicht, die wohnt doch in Emden. Aber dann (sagte sie plötzlich): Hallo Ulrike, schön dass du da bist.

Die (Zuhörer) haben alle lange gequatscht in der Pause, da gab es Käse. Manfred (Jacobs Onkel) hat nicht gesagt dass die Pause zu Ende ist, da habe ich gesagt: Haltet mal die Klappe, alle miteinander, die Sabine will weiter lesen.

Viele haben sich ein Buch gekauft, mit Widmung. Ich habe auch unterschrieben und das Geld kassiert, 15 Euro (pro Buch). Als alle nach Hause gingen, war es 23.00 Uhr.

 

Fortsetzung folgt …

 


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    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.