Archiv vom Januar, 2015

 

Erstellt am 16. Januar 2015 von

Kaum hat das neue Jahr begonnen, kribbelt es uns in den Fingern – die ersten Neuheiten erscheinen!

Nachdem Holm Schneiders wunderbares Geschenkbuch Ein Baby im Bauch aus der Druckerei kam, ist diese Woche das Buch Die Rückkehr der Zikade – Vom Leben am anderen Ende der Welt erschienen.

 

neufeld-verlag_die-rueckkehr-der-zikade_paul_cover_rgb

 

Was für ein reiches Buch! Beim Lesen musste ich hier und da laut loslachen; an anderen Stellen kommen einem die Tränen – Erzählungen vom echten Leben also, und solche Bücher liebe ich.

Ute Paul lebte und arbeitete 17 Jahre lang mit ihrer Familie als Missionarin in Argentinien. In ihrem Buch Die Rückkehr der Zikade beschreibt sie in kurzen Kapiteln die Schätze alltäglicher Begegnungen, die uns oft erst im Nachhinein wertvoll werden. Die Zikade, die nach langer Zeit aus der Erde hervorkrabbelt, um sich bemerkbar zu machen, steht dabei als Bild für Hoffnung.

 

milagros ist Spanisch und bedeutet Wunder_low

 

Mal augenzwinkernd, mal mit großem Ernst, stellt Ute Paul (übrigens eine tolle Erzählerin!) Menschen und ihre Lebensphilosophie vor, die unter sehr einfachen Verhältnissen den Alltag bestehen. Und sie schildert verletzlich auch ihre ganz persönlichen Lernprozesse: Was heißt es, als Familie mit Kindern im fremden Kontext zu leben?

 

johannes und sokrates standen Schlange vor der Waage an der Recyclingstelle_low

 

Wer selbst als Fremder im Ausland lebt oder Fremde in Deutschland willkommen heißen möchte, wird durch dieses Buch angesteckt – denn an allen Ecken und Enden schimmert der Reichtum durch, der in einem Leben „in anderen Umständen“ steckt.

 

Alfredo konnte herzlich lachen und tief mitfuehlen_von Olaf_low

 

In ihrem Buch Begleiten statt Erobern – Missionare als Gäste im nordargentinischen Chaco, das 2010 im Neufeld Verlag erschien, berichten Ute und Frank Paul von der eindrücklichen Geschichte des Equipo Menonita in Nordargentinien. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte gelangten diese Missionare dazu, sich im fremden Land nicht mehr als dominierende Leiter zu verstehen, sondern vielmehr als lernende Begleiter.

In der Rückkehr der Zikade liefert Ute Paul nun reichlich Anschauungsmaterial dafür, was es für die konkreten Beziehungen (Familie, Ehe, Kirche, Team) bedeutet, den Möglichkeiten der Menschen vor Ort und Gottes Geschichte mit ihnen mehr zuzutrauen.

Danke, Ute, dass Du so viel von Deinem und Eurem Leben mit uns teilst!

Erstellt am 13. Januar 2015 von

Über den Jahreswechsel besuchte ich Freunde in Amerika. Das ganze Haus war noch weihnachtlich geschmückt. Vor dem Kamin hingen Socken. In der amerikanischen Tradition bringt Santa Claus die Geschenke in der Heiligen Nacht durch den Schornstein und versteckt sie in den Socken.

Meine Freunde haben fünf Kinder und einen ganzen Schwung Enkelkinder, da reichte der Platz vor dem Kamin nicht aus. Die vielen Socken waren in der ganzen Wohnung verteilt. Jede einzelne war mit einem Namen bestickt: Rebekka, Daniel, Benjamin usw. Neugierig ging ich von Raum zu Raum und las die Beschriftungen.

 

IMG_2754

 

An einer der Wände hing eine besondere Socke. „Jesus“ war darauf zu lesen, und auf einer goldenen Plakette, die an der Socke befestigt war, stand ein Gedicht:

 

Hang a stocking for Jesus

and fill it with love,

do good deeds for others

to thank God above.

 

Sinngemäß: Häng eine Socke für Jesus auf und füll sie mit Liebe. Tu anderen Gutes, dann dankst du Gott.

 

IMG_2794

 

Man mag das für kitschig halten. Mir jedenfalls hat es gut gefallen. Immerhin haben wir an Weihnachten den Geburtstag von Jesus gefeiert. Und was könnte ich ihm besseres schenken als ein dankbares und liebendes Herz, das sich dem Nächsten zuwendet?

Uwe Heimowski

Erstellt am 9. Januar 2015 von

Vielleicht geht es anderen Eltern da ja anders – aber wir waren zu Beginn so mit unseren Kids beschäftigt, dass wir gar nicht auf die Idee gekommen sind, uns mal ausführlich schlau zu machen, was es an Förderung und Unterstützung für Familien mit behinderten Kindern gibt. Leider setzt sich ja selten jemand mit einem hin, um darauf hinzuweisen, welche Möglichkeiten man überhaupt hat.

  • Bis wir unseren ersten Behindertenausweis beantragt haben, hat es also ein wenig gedauert …
  • Erst spät haben wir mitbekommen, dass Fahrten mit dem privaten PKW steuerlich absetzbar sind, bis 3.000 oder sogar 15.000 Kilometer im Jahr (z. B. Merkzeichen „H“).
  • Das Thema Behindertentestament liegt noch vor uns, und ich bin froh, dass unsere Schule demnächst wieder einen Infoabend dazu anbietet – da braucht es ja offenbar wirklich erfahrene Fachleute.

Glücklicherweise gibt es in Deutschland vielfältige Förderungen, und es lohnt sich durchaus, sich damit mal zu beschäftigen – auch wenn man seine Nase sonst nicht so wahnsinnig gerne in solche Texte steckt.

Im Bundesministerium für Arbeit und Soziales gibt es kostenlos den Ratgeber für Menschen mit Behinderung. Auf meinem Schreibtisch liegt aktuell die Ausgabe 2014, und Aktualität ist bei sich immer wieder mal ändernder Rechtslage ja durchaus sinnvoll. (Mit anderen Worten: Durch die leichte Anhebung der Pflegesätze ab 2015 ist dieses Buch teils schon überholt …) Den Großteil dieses fast 700 Seiten starken Buches machen denn auch tatsächlich Gesetzestexte aus (Sozialgesetzbuch, UN-Behindertenrechtskonvention etc.).

Betsellen kann man sich den Ratgeber per E-Mail an publikationen@bundesregierung.de oder online unter www.bmas.de.

 

Ein anderes Buch mit ähnlichem Charakter liegt auf meinem Schreibtisch: Recht und Förderung für mein behindertes Kind – Elternratgeber für alle Lebensphasen – alles zu Sozialleistungen, Betreuung und Behindertentestament.

 

9783423507455

 

Verfasst wurde dieser Ratgeber von Jürgen Greß, der offenbar jahrelange Erfahrungen in der Beratung von Menschen mit Behinderung hat.

Dieser Rechtsberater informiert über Sozialleistungen und Rechte, die Eltern mit behinderten Kindern zustehen. Er behandelt Fragen zu ausgewählten Lebenssituationen mit einem behinderten Kind (z. B. Geburt, Schulbesuch, Ausbildung, Volljährigkeit und Auszug aus dem Elternhaus). Und Greß stellt die Voraussetzungen für Sozialleistungen (wie Sozialhilfe, Grundsicherung, Kranken- und Pflegeversicherung, Kindergeld etc.) ausführlich dar. Schließlich bietet dieser Ratgeber auch Informationen zu gesetzlicher Betreuung und den Möglichkeiten des Erbrechts, um behinderte Kinder über den Tod der Eltern hinaus abzusichern.

Mir liegt leider nicht die aktuelle zweite Auflage vor, sondern die erste (März 2009). Die zweite Auflage wurde wohl komplett überarbeitet (Rechtsprechung bis November 2013). Schwerpunkte dieser Neuauflage sind:

  • Leistungen der Grundsicherung
  • Pflegeversicherungsreform 2012
  • Änderungen beim Kindergeldbezug
  • Schulbegleitung/Integrationsassistenz, Schulgeld, Inklusion
  • UN-Behindertenrechtskonvention
  • Schwerbehindertenausweis
  • Neue Rechtsprechung zum „Behindertentestament“, Erbrechtsreform 2010

Ich meine: Ein Buch zu diesem Thema sollten Eltern behinderter Kinder sich anschaffen und dann mindestens einmal durchblättern. Von so mancher Entdeckung dürften sie nämlich profitieren. Und hier und da werden sie dann ohnehin das Gespräch mit Fachleuten suchen.

Erstellt am 8. Januar 2015 von

Logo-BewegteKindheit

 

Vom 19. bis 21. März 2015 findet zum 9. Mal der Osnabrücker Kongress „Bewegte Kindheit“ statt. Wir haben als Verlag überlegt, ob wir mit einem Infostand dort dabei sein könnten – aber der 21. März ist für uns natürlich anderweitig verplant: Da findet nämlich auch der Welt-Down-Syndrom-Tag statt …

In mehr als 200 Vorträgen, Seminaren und Praxisworkshops werden in Osnabrück jedenfalls neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entwicklung, Bildung und Erziehung von Kindern vorgestellt und praktische Anregungen für die Gestaltung einer „Bewegten Kindheit“ gegeben. Zielgruppe sind vor allem Erzieher, Lehrer an Grund- und Förderschulen, Tagespflegepersonen, Lehrkräfte an Berufsfachschulen und Fachschulen für Sozialpädagogik, Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten.

Im Vordergrund steht das Thema Inklusion als eine der großen aktuellen bildungspolitischen Herausforderungen.

Der Kongress wird vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück und dem Niedersächsischen Institut für Frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) veranstaltet. Das 130-seitige Programmheft sowie weitere Informationen gibt es online unter www.bewegtekindheit.de.

Vielleicht sind wir ja nächstes Mal dabei – und unsere Bücher und Materialien sind durchaus in Osnabrück vertreten, nämlich am Stand der Dom Buchhandlung.

Erstellt am 5. Januar 2015 von

Das Jahr hat begonnen, Buchhandlungen ordern jetzt fleißig Frühjahrsneuerscheinungen und unsere Handelsvertreter sind auf Reisen, um vorzustellen, was es im Neufeld Verlag in den kommenden Wochen Neues gibt.

Das erste Buch, Ein Baby im Bauch aus der Feder von Holm Schneider, liebevoll-witzig illustriert von Peter Guckes, ist bereits lieferbar – die Exemplare, die wir hier für unser kleines Handlager in Schwarzenfeld bestellt haben, kamen pünktlich am 24. Dezember aus der Druckerei hier an!

 

neufeld-verlag_ein-baby-im-bauch_schneider_cover_rgb

 

Als wir 2011 das Kinderbuch Die Geschichte von Prinz Seltsam herausgegeben haben, hätte man gut sagen können: „Ein Kinderbuch zu verlegen, macht nur dann Sinn, wenn man als Verlag ein entsprechendes Programm aufbaut. Also jedes Halbjahr mindestens ein weiteres Kinderbuch.“ Stimmt. Doch der Erfolg spricht eine andere Sprache: Die Geschichte von Prinz Seltsam zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Titeln des Neufeld Verlages.

Als wir Anfang 2014 Holm Schneiders Buch „Was soll aus diesem Kind bloß werden?“ 7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom herausgegeben haben, hätte man gut sagen können: „Das ist doch ein totales Nischenprodukt – Thema Inklusion und Beruf, und dann auch noch speziell von Menschen mit Down-Syndrom.“ Stimmt. Doch der Erfolg spricht eine andere Sprache: „Was soll aus diesem Kind bloß werden?“ ist unser Bestseller des Jahres.

Wenn wir jetzt das Buch Ein Baby im Bauch herausgeben, könnte man gut sagen: „Ist das jetzt ein Kinderbuch oder ein Geschenkbuch? Was denn jetzt? Und überhaupt, das ist doch gar nicht Euer Ding …“ Mag sein. Doch ich weiß, auch dieses Projekt wird ein Erfolg.

Es ist tatsächlich ein wunderschönes Kinderbuch. Und ein ganz besonderes Geschenk zum Beispiel für werdende Eltern. Freunde von uns haben es inzwischen schon ihren Kindern geschenkt – um ihnen zu erklären, dass sie noch ein Geschwisterchen bekommen …

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.