Archiv vom Juni, 2018

 

Erstellt am 6. Juni 2018 von

 

Es hat seine Vorteile, wenn man das Büro im Wohnhaus hat. Auch wenn für einen Selbstständigen damit praktisch immer die Gelegenheit besteht, „mal eben“ ins Büro zu gehen (seltsamerweise komme ich dann selten genauso schnell wieder raus). Aber im Gegensatz zu unzähligen Berufstätigen bin ich in nur wenigen Augenblicken vom Esstisch am Schreibtisch. Und zurück!

Im Moment ist es außerdem gut, dass ich schnell für meine Frau erreichbar bin, wenn sie mich im Umgang mit unseren Jungs mal eben braucht. Und natürlich genieße ich die vielen Freiheiten, die damit verbunden sind – zum Beispiel das Privileg, am Freitagnachmittag gemeinsam eine Kaffeepause zu verbringen.

So wie letzten Freitag. Da unser Samuel (12) sein Zimmer genau neben meinem Büro hat (wir bilden also so eine Art Bürogemeinschaft) und meine Abwesenheit manchmal gerne nutzt, um sich mal an Papas PC zu setzen, habe ich mir angewöhnt, zumindest eine Tastensperre einzugeben.

Ich sitze also gemütlich mit meiner Frau bei einer Tasse Kaffee, als Samuel ins Wohnzimmer schlendert, „Anrufbeantworter“ sagt er dabei. Mir schwant etwas … Als ich dann später wieder ins Büro gehe, sehe ich, dass jemand angerufen hat, der Mitarbeiter einer Druckerei. Außerdem schickt er eine Mail hinterher mit der Bitte um Rückruf, ich sei telefonisch offenbar gerade nicht erreichbar.

Als ich ihn zurückrufe, erzählt er, dass er soeben drei Mal versucht habe, mich anzurufen, aber wohl mit der Leitung etwas nicht stimme. Jedes Mal sei „eine fremde Person“ am Apparat gewesen, „aus einem fremden Land“, und sie hätte außerdem „in einer fremden Sprache“ mit ihm gesprochen.

Ich kann mich nicht beherrschen und muss lauthals loslachen: Jetzt weiß ich sicher, was Samuel mit „Anrufbeantworter“ gemeint hat – während ich gemütlich an meinem Kaffee genippt habe, hat er mal eben den Telefondienst übernommen.

Den Druckerei-Mitarbeiter konnte ich schnell aufklären: Mit unserem Telefon stimmt alles, nur konnte er unseren Samuel leider nicht verstehen. Samuel hat Down-Syndrom und ist auch Autist; mit dem Sprechen und Verstanden werden ist das so eine Sache. Trotzdem kann er mit Telefon in der Hand im Zimmer auf und ab gehen und sehr glaubwürdig nachspielen, wie Mama und Papa so telefonieren. In seiner Sprache eben.

Den ganzen Tag habe ich mich über diese Episode amüsiert; und der Druckerei-Mitarbeiter konnte sein Telefonerlebnis auch wieder richtig einordnen.

Auf jeden Fall bin ich ziemlich stolz, dass ich einen ganz persönlichen Anrufbeantworter habe! Falls Sie mich also mal telefonisch erreichen wollen und überraschend „eine fremde Person“ hören – versuchen Sie es ruhig nochmal. Denn über den Inhalt der eingegangenen Anrufe schweigt Samuel wie ein Grab.

Das Schöne ist: Wenn man Fremde kennen lernt, beginnt man auch, sie zu verstehen.

Erstellt am 5. Juni 2018 von

 

 

Was für eine unermessliche, prachtvolle Schönheit. Gleich hinter dem Ortsausgangsschild.

Das Gras am Straßenrand ist in die Höhe geschossen, Mohnblumen und Kornblumen blühen in seiner Mitte. Strahlendes Rot und leuchtendes Blau. Ich parke mein Auto und mache Fotos für meine Frau – sie liebt Mohnblumen.

Und wie ich da so in der Wiese stehe, umschwärmt von Insekten, muss ich an eine Passage aus der Bergpredigt denken:

 

„Warum sorgt ihr euch um die Kleidung?

Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“

 

Machen wir uns nichts vor: Es ist nicht immer leicht, sein Tagewerk zu schaffen und für die Familie zu sorgen.

Doch hier, inmitten der Blütenpracht, haben diese Worte von Jesus Christus eine ganz direkte Kraft. Hat er nicht recht? Vor all unserem Tun sind wir zuallererst Beschenkte. Staunen und ehrfürchtige Dankbarkeit pochen in meinen Adern.

Uwe Heimowski

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.