Kategorie: Menschen mit Behinderung

 

Erstellt am 23. September 2019 von

Bilder verändern unser Denken. Und sie sind mindestens ebenso wirkungsvoll wie Statistiken oder wissenschaftliche Erhebungen, die am Ende dasselbe sagen:

Motiv aus dem Wandkalender 2019


Familien mit einem Kind mit Down-Syndrom leben nicht weniger glücklich. Im Gegenteil!

Am Ende dankbar …

Andrew Solomon zum Beispiel hat über Jahre mehr als 300 Familien begleitet, deren Kinder „nicht in unser Schema von Normalität passen“. In seinem Buch Weit vom Stamm – Wenn Kinder ganz anders als ihre Eltern sind (S. Fischer Verlag, Frankfurt 2013) schreibt er:

„Das Geheimnis dieses Buches besteht darin, dass die meisten hier beschriebenen Familien schließlich dankbar für Erfahrungen waren, die sie mit allen Mitteln verhindern wollten.“

In der Zusammenarbeit mit der Fotografin Conny Wenk, selbst Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom, merken wir immer wieder, wie die Abbildungen in ihren Büchern die Sichtweise der Betrachter erweitern.

Ihre Fotografien von Menschen mit Down-Syndrom strahlen Freude, Schönheit, Lebendigkeit und nicht zuletzt Liebe und Zuneigung aus und helfen damit, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.

Motiv aus dem Wandkalender 2019

Wir möchten, dass noch viel mehr Menschen diese berührenden Bilder zu Gesicht bekommen. Und wir haben den Eindruck: Das ist vermutlich dringender denn je …

Das Projekt 2021

Deswegen wird der Wandkalender A little extra 2021 mit den Fotografien von Conny Wenk im Herbst 2020 an viele Arztpraxen und Kliniken verteilt.

Wir träumen von einer Welt, in der Menschen mit Down-Syndrom willkommen sind!

Conny Wenk, Fotografin, Autorin und Herausgeberin, Stuttgart

Carolin & David Neufeld, Neufeld Verlag, Cuxhaven

Dr. Elzbieta Szczebak, Deutsches Down-Syndrom InfoCenter, Lauf

Motiv aus dem Wandkalender 2019

Und Sie?

Machen Sie mit und spenden Sie jetzt für diese Aktion! Werden auch Sie ein Ermöglicher!

Aktuelle Informationen sowie den jeweiligen Spendenstand finden Sie auf http://2021.alittleextra.de.

Erstellt am 26. August 2019 von

Letztes Jahr sind die ersten drei Hefte der Tigerbande erschienen, spannende Geschichten in einfacher Sprache für Jugendliche und Erwachsene mit Lernschwierigkeiten. Das, was diese Reihe so einzigartig macht, sind dabei sicher die vertrauten Themen aus ihrer eigenen Lebenswelt.

In Kürze erscheint nun die zweite Staffel der Tigerbande – mit drei weiteren Heften, die es wieder günstig im Set (und dann auch noch zu Mengenpreisen – für Schulklassen, Leseklubs etc.) gibt.

Und das sagen die Leser der bisherigen Hefte:

„Wir haben Band 1 und 2 mit der ersten Berufsschulklasse (10. Schuljahr) behandelt und sind begeistert. Alle sind gespannt, wie die Geschichte weiter geht!“

Eine Förderschule

„Mein Sohn [14, mit Down-Syndrom] hat alle drei Bände verschlungen und möchte wissen, wie es mit den Fünfen weiter geht. Es gibt nichts Vergleichbares in einfacher Sprache.“

Eine Mutter

„Zu empfehlen für alle, die junge Leute mit Handicap beim Erwachsenwerden unterstützen wollen.“

Sozialcourage – Das Magazin für soziales Handeln

Wir freuen uns, dass wir diese witzig illustrierte Reihe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Down-Syndrom InfoCenter (als Mitherausgeber) sowie der Bundesvereinigung Lebenshilfe fortsetzen können!

Hier geht’s zu Heft 4 („Tommy wünscht sich eine Freundin“), Heft 5 („Die Tigerbande feiert ein Fest“) und Heft 6 („Maren und Tommy haben Liebeskummer“) sowie direkt zum günstigen 3er-Set (Heft 4-6).

Und hier geht’s zu Heft 1 („Die Tigerbande“), Heft 2 („Tommy zieht aus“) und Heft 3 („Olle will selbst bestimmen“) sowie zum 3er-Set (Heft 1-3).

Die erste Staffel ist ja bereits lieferbar; die zweite Staffel wird in wenigen Wochen (Mitte bis Ende September 2019) erscheinen und kann in unserem Webshop schon jetzt vorbestellt werden.

Oder in der Buchhandlung Ihres Vertrauens …

Erstellt am 20. August 2019 von

Über Buchbesprechungen freuen wir uns als Verlag natürlich. Fast immer jedenfalls. Am meisten gefallen uns dabei Rezensionen, in denen jemand sich intensiv mit einem Buch auseinandersetzt und seine persönliche Bewertung schildert.

Kürzlich erschien eine solche Buchbesprechung von Hans-Georg Wigge auf jesus.de. In seiner Kurzzusammenfassung schreibt er über das Buch Prinz Seltsam und die Schulpiraten:

Ein brillant durchdachtes Kinderbuch für Erstleser und Vorleser, die eine Welt schaffen möchten, wie Jesus sie meint. Dieses Buch baut Vorurteile gegenüber Behinderung gekonnt ab.

Jetzt in Fibelschrift für Erstleser!

Weil uns seine Rezension so gut gefällt – und weil er auf eigene Art erzählt, worum es in diesem Buch geht -, bringen wir hier den gesamten Text (die Hervorhebungen sind von uns):

In diesem spannenden Buch für Erstleser, erschienen im Neufeld Verlag, wird dessen Motto „Stell dir eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!“ wunderbar umgesetzt. Liebevoll gestaltete, farbenfrohe Zeichnungen lassen auch beim dritten Lesen Neues entdecken. Poetische, kindgerechte Texte begleiten die Bilder.

Anhand von „Klischeeschulschiffen“ wird die Grundidee der Inklusion einfallsreich auf den Weg gebracht. Die Schule findet nicht in Gebäuden statt, sondern auf diesen Schiffen. Das bietet Raum für wunderbare Abenteuer mit den obligatorischen Piraten. Mädchen jedoch gibt es nur auf dem rosa Mädchenschiff, Jungen auf dem besonders coolen Jungenschiff, Sehbehinderte auf Schiffen mit besonders hohem Geländer, Gehbehinderte auf einem Schiff ohne Treppen usw.

Protagonist mit Down-Syndrom

Prinz Seltsam wird frisch eingeschult. Er wird dem Schiff für die Langsamen zugeordnet, lebt im Augenblick, ist sanftmütig, liebenswert und spiegelt die Spontanität der besonderen Blümlein Gottes mit Down-Syndrom wieder. Er mutiert innerhalb der Geschichte aufgrund seiner unorthodoxen Methoden zum unerwarteten Helden. So führt er alle Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung ad absurdum und beweist: Eingeschränkt ist nur der Mensch, der eingeschränkt wird. Die individuellen Gaben jedes einzelnen Kindes in der Geschichte führen letztendlich zu einer Gemeinschaft, die nur noch mit einem großen Schiff unterwegs ist. Diese Gemeinschaft macht stark und gewinnt. Jeder ist anders begabt, aber alle Begabungen sind wichtig.

Die Geschichte ist ein Plädoyer, Behinderungen nicht als Schwäche zu betrachten. Der Tenor lautet, dass der richtige Umgang damit zu völlig neuen, kreativen Lösungsansätzen führt. Ihnen steht die vom Leistungsdruck zum Tunnelblick erzogene Gesellschaft entgegen. 90 Prozent der Eltern, welche die vorgeburtliche Diagnose Down-Syndrom bekommen, entscheiden sich mittlerweile gegen das Kind (Zeit online vom 11.4.19).

Buch baut Vorurteile ab

Dieses Buch ist ein großartiger Beitrag zu einer Welt, in der jeder willkommen sein sollte. Es lehrt Kinder, sich für eine Gesellschaft zu engagieren, die von der Vereinzelung zur Gemeinschaft, vom Egoismus zur Solidarität und von der Ausgrenzung zu wahrer Inklusion führt. Die von Menschen gezogenen Grenzen zwischen angeblich normalen und angeblich behinderten Gotteskindern werden mit jeder Seite des Buches niedriger, bis sie zum Ende verschwinden. Anders wird nicht als falsch, sondern als bereichernd definiert.

Sollte die Intention des Buches fruchten, lernen Große wie Kleine: Die Sonne scheint für alle, der Himmel ist für alle blau und in Gottes Buch des Lebens stehen die aus menschlicher Sicht vermeintlichen Randgruppen obenan, vielleicht sogar fett gedruckt.

Ganz herzlichen Dank an den Rezensenten Hans-Georg Wigge für seine liebevollen Worte!

Erstellt am 8. Juli 2019 von

Fotografin Conny Wenk war in Begleitung einer Stuttgarter Delegation extra nach Macao/China gereist – und brachte doch tatsächlich die begehrte Auszeichnung „Best in the World“ des renommierten Gourmand World Cookbook Awards mit nach Hause!

Damit belegt das im vergangenen Oktober erschienene Kochbuch #46PLUSKOCHT VOLL LECKER Platz 1 in der Kategorie Charity Europe sowie Platz 3 in der Kategorie Photography.

Petra Hauser vom Verein 46plus, der das Kochbuch nicht nur herausgegeben, sondern mit enorm viel Herzblut von A bis Z auf den Weg gebracht hat:

Nicht nur, dass bereits im Dezember 2018 die zweite Auflage des Kochbuches gedruckt wurde; wir sind unglaublich stolz, dass uns als „Branchenneuling“ solch eine Sensation gelungen ist!

Als Verlag gratulieren wir Conny Wenk und dem gesamten Team von 46plus zu diesem außerordentlichen Erfolg von Herzen – für Euren unfassbar kreativen und Mut machenden Einsatz für Menschen mit Down-Syndrom hättet Ihr noch ein paar weitere Auszeichnungen verdient :)!

Zum Vormerken: Auf der Frankfurter Buchmesse kocht Fernsehkoch Frank Buchholz zusammen mit Yannik am Freitag, 18. Oktober 2019 um 16.00 Uhr in der Show-Kitchen (Gourmet Gallery, Halle 3.1).

46PLUS Down-Syndrom Stuttgart e. V., #46pluskocht – voll lecker, Fotografiert von Conny Wenk, 240 Seiten, durchgehend farbig, Hardcover, 21 x 26 cm, € [D] 19,90, Bestell-Nr. 590 093, ISBN 978-3-86256-093-6, Cuxhaven 2018

Erstellt am 3. Juli 2019 von

Es gibt sie noch, die Überraschungen, was den Buchmarkt betrifft!

Vor einiger Zeit drückte mir eine Bekannte ein Buch in die Hand und meinte, dieser Erfahrungsbericht hätte ihr sehr geholfen. Nach ein paar Wochen war es dann so weit, und ich wollte eigentlich nur einen Blick hinein werfen – doch dann las ich mich fest und fast das gesamte Buch in einem Rutsch durch.

Ohne Liebe ist es nicht zu schaffen! lautet der Titel dieses außergewöhnlichen Buches der Schweizer Autorin Melanie Della Rossa. Im Kurztext zum Buch heißt es:

Kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes ahnte sie, dass etwas in der Entwicklung ihrer Tochter Julia nicht stimmte. Doch erst fast vier Jahre später erhielt das Anderssein einen Namen: Angelman-Syndrom.

Diese niederschmetternde Diagnose stellte das Leben der jungen Familie auf den Kopf. Der seltene Gendefekt, der in einer Häufigkeit von 1:20.000 auftritt, war das Eintrittsticket in ein komplett anderes Leben.

Ihr lyrikähnlicher Schreibstil lässt einen schonungslos an den Höhen und Tiefen eines Alltags mit einem Kind mit einer schweren geistigen Behinderung teilhaben.

Dieses Buch erzählt von der Kraft der Liebe und dass der Zusammenhalt einer Familie in der Tat Berge versetzen kann. Ein Buch, das auch Menschen ohne ein solches Schicksal beflügelt und beeindruckt. Mit ihrem Blog auf Facebook erreicht Melanie Della Rossa Tausende von treuen Followern.

Ich konnte mir gut vorstellen, dass die ehrlichen Texte – die in einer ganz eigenen Form gestaltet sind – vielen Eltern beim Lesen einfach nur gut tun. Und ich nahm Kontakt auf mit der Autorin und erfuhr:

Als ich mit dem Schreiben meiner Geschichte damals begann, konnte ich nicht erahnen, was mein Buch an wunderschönen Begegnungen und Reaktionen auslösen wird. Es ist von A bis Z mein Ding, meine Ideen, meine Fotos, ganz viel aus meinem Innern, aber auch unsere klaren Grenzen. Mein Herzensprojekt.

Melanie Della Rossa entschied sich dafür, das Buch selbst, ganz ohne Verlag, herauszugeben. Und sie rechnete mit ein paar hundert verkauften Exemplaren.

Inzwischen sind bereits Tausende Bücher verkauft – ein großer Erfolg für die Autorin, eine tolle Unterstützung für den Angelman Verein Schweiz. Und ein ermutigendes Beispiel für echte Herzensprojekte

Wir gratulieren von Herzen und mit tiefem Respekt und freuen uns mit!

Das Buch mit farbigen Fotos und Texten von Melanie Della Rossa (Hardcover, 186 Seiten, CHF 26,-/EUR 23,- Euro zzgl. Versandkosten) kann man beim Angelman Verein Schweiz bestellen.

Erstellt am 13. Mai 2019 von

Am vergangenen Dienstag, 7. Mai 2019 ist Jean Vanier im Alter von 90 Jahren gestorben.

Jean Vanier in Trosly
(Foto: l’Arche, März 2011)


Vanier hatte vor 55 Jahren die Arche-Gemeinschaft gegründet, in der Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammenleben.

Schon bald hatte Vanier, Philosophiedozent und promovierter Theologe, entdeckt:

„Menschen mit einer Behinderung, speziell mit einer intellektuellen, haben der Welt etwas zu geben und zu sagen. Sobald wir mit ihnen in Beziehung treten, beginnen wir, uns zu verwandeln.“

Im Laufe der Jahrzehnte entstanden weltweit über 150 Arche-Gemeinschaften in Kanada, Indien, der Elfenbeinküste, Haiti und vielen anderen Ländern. In Deutschland gibt es heute Archen in Tecklenburg, Ravensburg und Landsberg am Lech.

Neben vielen anderen Auszeichnungen hat Jean Vanier 2015 den Templeton Prize erhalten. Diese hochdotierte Auszeichnung gilt als einer der weltweit bedeutendsten jährlich verliehenen Preise für Verdienste rund um die Menschlichkeit und in Anerkennung der „spirituellen Natur des Lebens“. 

Für den Neufeld Verlag ist der Herzschlag von Jean Vanier eine echte Inspiration: Der Freund und radikale Fürsprecher von Menschen mit geistiger Behinderung lädt uns ein, ihre Gaben ernst zu nehmen und von ihnen zu lernen.

Die Arbeit von Jean Vanier dreht sich im Grunde um drei Fragen:

Was bedeutet es, ganz Mensch zu sein? Was heißt es, anderen wirklich zu dienen? Und wie kann Einheit zwischen unterschiedlichen Menschen entstehen? Seine Antworten waren immer praktisch wie intellektuell, durch sein Leben und Schreiben.

Als wir 2008 – gemeinsam mit dem Tyrolia Verlag – die einzige deutschsprachige Biografie von Jean Vanier herausgeben konnten, war in unserem Verlagsprogramm noch gar nicht erkennbar, wie sehr dieses Buch und das Anliegen Jean Vaniers einmal im Zentrum unserer Überlegungen stehen würde.

Inzwischen hat seine Lebensmission ihren Niederschlag sehr sichtbar im Neufeld Verlag (und in meinem persönlichen Leben) gefunden; wir teilen die tiefe Überzeugung, dass Menschen mit Behinderung uns etwas zu sagen und zu geben haben – und dass wir noch ziemlich am Anfang stehen, das überhaupt wahrzunehmen und wertzuschätzen.

Wir sind tief berührt und dankbar für die Inspiration durch Jean Vanier und die Arche-Gemeinschaften.

Im Neufeld Verlag erschienen die Biografie Jean Vaniers:

sowie weitere Bücher aus der Feder von Jean Vanier:

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Erstellt am 18. März 2019 von

Sollen vorgeburtliche Bluttests zu einer Regeluntersuchung werden (die die Krankenkassen bezahlen)?

Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Kinderärztliche Praxis hat der Debatte zu dieser Frage viel Platz eingeräumt. Neufeld-Autor Prof. Dr. Holm Schneider aus Erlangen hat seine Position in einem ausführlichen Artikel dargelegt – den ich sehr hilfreich finde und ausdrücklich empfehle.

Vorgeburtliche Bluttests auf Down-Syndrom dürfen nicht zur Regeluntersuchung werden – das fordert auch ein Bündnis aus Lebenshilfe und Down-Syndrom-Verbänden zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März. Zur ethischen Orientierungsdebatte im Bundestag sind in ganz Deutschland Aktionen und Besuche in den Bürgersprechstunden der Abgeordneten geplant.

Hier eine Pressemeldung dazu:

Vorgeburtliche Bluttests, mit denen das Down-Syndrom und weitere Chromosomen-Veränderungen festgestellt werden können, dürfen nicht zur Regeluntersuchung in der Schwangerschaft werden. Das fordert ein Bündnis aus Bundesvereinigung Lebenshilfe, Deutsches Down-Syndrom InfoCenter, Down-Syndrom Netzwerk Deutschland, KIDS Hamburg – Kompetenz- und Infozentrum Down-Syndrom sowie downsyndromberlin anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März.

Mit den neuen Methoden der Pränataldiagnostik geraten Eltern von Kindern mit Behinderung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck, und bei Menschen mit Behinderung verstärkt sich die Angst, in dieser Gesellschaft nicht gewollt zu sein. Sebastian Urbanski, Berliner Schauspieler mit Down-Syndrom und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, sagt: 

„Ich lebe gerne und habe viel Freude am Leben. Ich bin glücklich, weil ich mich als Teil der Gesellschaft fühle und einfach dazu gehöre. Manchmal brauche ich zwar etwas mehr Unterstützung, aber die braucht ja jeder mal. Nur diese Bluttests machen mir und anderen Menschen mit Down-Syndrom wirklich große Sorgen.“

Er findet es gut, dass voraussichtlich im April der Deutsche Bundestag über die gesellschaftlichen und ethischen Folgen der Bluttests debattieren will, bevor der Gemeinsame Bundesausschuss darüber entscheidet, ob diese vorgeburtlichen Untersuchungen gesetzliche Kassenleistung werden.

Die Bluttests dienen aber keiner medizinischen Behandlung. Sie schaffen nicht einmal Klarheit darüber, ob tatsächlich ein Down-Syndrom vorliegt – etwa jedes fünfte Ergebnis ist fehlerhaft: Die Schwangeren erwarten gar kein Kind mit Down-Syndrom. Wenn ein Down-Syndrom – auch Trisomie 21 genannt – diagnostiziert wird, führt das jedoch in den allermeisten Fällen zur Abtreibung des Kindes.

Für den Tag der ethischen Orientierungsdebatte im Bundestag fordert das Bündnis zu bundesweiten Aktionen auf, mit denen die Perspektive von Menschen mit Behinderung und ihren Familien deutlich werden soll: Ein Leben mit Down-Syndrom kann so glücklich und erfolgreich sein wie jedes andere auch. Darüber hinaus wollen Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien die Bundestagsabgeordneten in ihren Bürgersprechstunden besuchen und darauf aufmerksam machen, welche Folgen eine breite Anwendung der Bluttests haben kann – für Menschen mit Down-Syndrom wie für die Gesellschaft insgesamt.

Erstellt am 4. März 2019 von

Am vergangenen Freitag waren Alexander (17) und ich beim Kongress christlicher Führungskräfte in Karlsruhe (KcF). Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und dann beim Abend unter dem Motto „Lebenslinien“ interviewt.

Für mich sind solche Einsätze natürlich immer auch ein wenig spannend, weil man nie weiß, was Alex auf dem Weg noch so einfällt. Und zugleich wurde ich wieder mal selbst beschenkt von seiner Persönlichkeit und seiner Sicht auf die Welt. Besser gesagt: auf die Menschen.

Nachwuchs-Drummer Alex mit Schlagzeuger Daniel Jakobi – diese Begegnung hat ihn wahnsinnig gefreut

Als wir kurz vor unserem Auftritt von einer Visagistin bearbeitet wurden, kam Thomas Middelhoff in den Raum. Er war ja eine Zeit lang Chef von Bertelsmann gewesen, einem der weltgrößten Medienunternehmen mit dem weltweit größten Publikumsverlag Penguin Random House. Und daneben Alex und ich als Vertreter des fast kleinsten Verlages der Welt

So wie Alexander es zuvor schon bei allen Leuten gemacht hatte, denen wir begegnet sind, hat er es auch diesmal gehalten:

„Hallo, ich heiß‘ Alex!“

„Hallo Alex, ich bin Thomas.“

Als wir dann in der großen Halle vorne in der ersten Reihe saßen, hat Alex sich umgedreht, um die Menschen kennenzulernen, die direkt hinter uns saßen.

„Hallo, ich heiß‘ Alex! Alles gut?“

Und so lernte er Uli kennen und seinen Sohn Clemens … Er hat seine Sache gut gemacht und sich am Ende des Interviews auch noch anständig verbeugt, wie es sich gehört, bevor wir die Bühne wieder verließen.

Als wir am Ende des Abends die Messehalle verließen, um ins Auto zu steigen, bog er noch mal nach links ab, um sich persönlich von einem Ordner zu verabschieden. Ganz ehrlich: Ich habe keinen Schlenker gemacht, um diesem Mitarbeiter der Messe die Hand zu reichen.

Alex hat mir durch seine selbstverständliche Kontaktaufnahme gezeigt, dass jeder Mensch gleich wichtig ist. Top-Manager oder Ordner, jeder ist einzigartig.

Es hat mich einige Mühe gekostet, Alexander am Samstag Morgen zu überreden, dass wir uns jetzt lieber direkt auf den Heimweg machen. Er wäre so gerne noch einmal zur Messe gefahren – um sich „von allen zu verabschieden“.

Danke, Alex, für diese Lektion.

Alex glücklich zwischen Bassist Luca Genta (links) und Gitarrist Lothar Kosse (rechts)

Thomas Middelhoffs aufrichtige und offene Art, im Interview selbstkritisch aus seinem Leben zu berichten, hat mich übrigens sehr beeindruckt. Hut ab!

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Erstellt am 8. Januar 2019 von

Darauf freue ich mich schon:

Am nächsten Dienstag, 15. Januar 2019, liest Autorin Sabine Zinkernagel aus ihrem Buch „Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse – Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern“.

Besonders ist ihr Leben ohne Frage, und doch geht es in ihrem ebenso unterhaltsamen wie berührenden Buch immer wieder auch um meine eigene Perspektive: Was, wenn’s im Leben anders kommt?

 

 

Die Lebenshilfe Cuxhaven e. V. hat Sabine Zinkernagel nun eingeladen – immerhin die erste öffentliche Veranstaltung des Neufeld Verlages, seit wir hier im Norden leben und arbeiten.

Die Lesung findet um 19.30 Uhr im Kulturbistro KuBi (Wernerstr. 22, 27472 Cuxhaven) statt. Die 5,- EUR Eintritt sind für das Rehabilitationszentrum „Life Gate“ in Beit Jala bei Bethlehem bestimmt.

Sehen wir uns? Ich würde mich freuen!

Erstellt am 7. Januar 2019 von

Yannik und Marina, ein Foto aus dem Wandkalender A little extra 2019 (Foto: Conny Wenk)

 

Manchmal frage ich mich ernsthaft, wer hier eigentlich Förderbedarf hat in unserer Gesellschaft. Wer entwicklungsverzögert ist. Wer in seinem Leben auf Unterstützung und Begleitung angewiesen ist. Ob wir überhaupt etwas vom Leben verstanden haben, wenn in der Gesellschaft gefragt wird, inwiefern „ein Leben lebenswert“ sei. Wir sind offenbar so sehr damit beschäftigt, das „perfekte Baby“ hinzubekommen, dass wir dabei tragischerweise Wesentliches übersehen.

Heute bringt die Süddeutsche Zeitung einen Beitrag „Leben mit Down-Syndrom“, in dem von einer Studie berichtet wird in Bezug auf die Lebensperspektiven von Menschen mit Down-Syndrom. Pflichtbeflissen wird sorgfältig darauf hingewiesen, dass die Angaben „nicht objektiv überprüft“ worden seien, sondern „eher einen Eindruck von der subjektiven Einschätzung betroffener Familien“ liefern würden. Tja, da fragt man sich, was am Ende zählt.

Denn gegen Ende des Beitrags wird es erst richtig spannend – hier weist die Autorin der Süddeutschen Zeitung auf eine andere Studie hin:

 

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, was einige der beteiligten Forscher schon vor Jahren herausfanden. Sie hatten Menschen mit Down-Syndrom gefragt:

Sind Sie glücklich? Mögen Sie sich selbst? Gefällt Ihnen Ihr eigenes Aussehen? Lieben Sie Ihre Familie?

Auf alle Fragen antworteten mindestens 96 Prozent mit „Ja“.

 

Angenommen, nur mal angenommen, man würde diese Frage Menschen mit einer eher unauffälligen Anzahl Chromosomen stellen. Wie hoch wäre wohl die Quote derer, die fröhlich mit „Ja“ antworten? Sind Sie glücklich? Mögen Sie sich selbst? Gefällt Ihnen Ihr eigenes Aussehen? Lieben Sie Ihre Familie?

Klarer kann man es kaum zum Ausdruck bringen, dass wir etwas zu lernen haben von Menschen mit Down-Syndrom. Und zwar eine ganze Menge. Und dann frage ich mich ernsthaft, wer hier eigentlich (siehe oben) …

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.