Kategorie: Rezensionen

 

Erstellt am 20. August 2019 von

Über Buchbesprechungen freuen wir uns als Verlag natürlich. Fast immer jedenfalls. Am meisten gefallen uns dabei Rezensionen, in denen jemand sich intensiv mit einem Buch auseinandersetzt und seine persönliche Bewertung schildert.

Kürzlich erschien eine solche Buchbesprechung von Hans-Georg Wigge auf jesus.de. In seiner Kurzzusammenfassung schreibt er über das Buch Prinz Seltsam und die Schulpiraten:

Ein brillant durchdachtes Kinderbuch für Erstleser und Vorleser, die eine Welt schaffen möchten, wie Jesus sie meint. Dieses Buch baut Vorurteile gegenüber Behinderung gekonnt ab.

Jetzt in Fibelschrift für Erstleser!

Weil uns seine Rezension so gut gefällt – und weil er auf eigene Art erzählt, worum es in diesem Buch geht -, bringen wir hier den gesamten Text (die Hervorhebungen sind von uns):

In diesem spannenden Buch für Erstleser, erschienen im Neufeld Verlag, wird dessen Motto „Stell dir eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!“ wunderbar umgesetzt. Liebevoll gestaltete, farbenfrohe Zeichnungen lassen auch beim dritten Lesen Neues entdecken. Poetische, kindgerechte Texte begleiten die Bilder.

Anhand von „Klischeeschulschiffen“ wird die Grundidee der Inklusion einfallsreich auf den Weg gebracht. Die Schule findet nicht in Gebäuden statt, sondern auf diesen Schiffen. Das bietet Raum für wunderbare Abenteuer mit den obligatorischen Piraten. Mädchen jedoch gibt es nur auf dem rosa Mädchenschiff, Jungen auf dem besonders coolen Jungenschiff, Sehbehinderte auf Schiffen mit besonders hohem Geländer, Gehbehinderte auf einem Schiff ohne Treppen usw.

Protagonist mit Down-Syndrom

Prinz Seltsam wird frisch eingeschult. Er wird dem Schiff für die Langsamen zugeordnet, lebt im Augenblick, ist sanftmütig, liebenswert und spiegelt die Spontanität der besonderen Blümlein Gottes mit Down-Syndrom wieder. Er mutiert innerhalb der Geschichte aufgrund seiner unorthodoxen Methoden zum unerwarteten Helden. So führt er alle Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung ad absurdum und beweist: Eingeschränkt ist nur der Mensch, der eingeschränkt wird. Die individuellen Gaben jedes einzelnen Kindes in der Geschichte führen letztendlich zu einer Gemeinschaft, die nur noch mit einem großen Schiff unterwegs ist. Diese Gemeinschaft macht stark und gewinnt. Jeder ist anders begabt, aber alle Begabungen sind wichtig.

Die Geschichte ist ein Plädoyer, Behinderungen nicht als Schwäche zu betrachten. Der Tenor lautet, dass der richtige Umgang damit zu völlig neuen, kreativen Lösungsansätzen führt. Ihnen steht die vom Leistungsdruck zum Tunnelblick erzogene Gesellschaft entgegen. 90 Prozent der Eltern, welche die vorgeburtliche Diagnose Down-Syndrom bekommen, entscheiden sich mittlerweile gegen das Kind (Zeit online vom 11.4.19).

Buch baut Vorurteile ab

Dieses Buch ist ein großartiger Beitrag zu einer Welt, in der jeder willkommen sein sollte. Es lehrt Kinder, sich für eine Gesellschaft zu engagieren, die von der Vereinzelung zur Gemeinschaft, vom Egoismus zur Solidarität und von der Ausgrenzung zu wahrer Inklusion führt. Die von Menschen gezogenen Grenzen zwischen angeblich normalen und angeblich behinderten Gotteskindern werden mit jeder Seite des Buches niedriger, bis sie zum Ende verschwinden. Anders wird nicht als falsch, sondern als bereichernd definiert.

Sollte die Intention des Buches fruchten, lernen Große wie Kleine: Die Sonne scheint für alle, der Himmel ist für alle blau und in Gottes Buch des Lebens stehen die aus menschlicher Sicht vermeintlichen Randgruppen obenan, vielleicht sogar fett gedruckt.

Ganz herzlichen Dank an den Rezensenten Hans-Georg Wigge für seine liebevollen Worte!

Erstellt am 16. Juli 2019 von

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur empfiehlt monatlich ein Klima-, ein Umwelt- und ein Natur-Buch. Für den Monat August 2019 hat die Jury nun das Buch Klimahelden – Von Goldsammlerinnen und Meeresputzern als „Klima-Buchtipp“ gewählt.

In ihrer Empfehlung heißt es:

„Das Buch erzählt spannende, anregende und wahre Geschichten von Kindern, die sich für Klimaschutz und die Rettung der Welt einsetzen. Klimahelden hat das Potential zum Buch der Fridays for FutureBewegung zu werden! Nicht nur für Kinder, sondern vor allem für Erwachsene!“

Das Buch Klimahelden für Kinder ab acht Jahren erschien im Februar 2019 und ist inzwischen in der zweiten Auflage lieferbar.

Als Verlag freuen wir uns sehr über die überaus positive Resonanz auf dieses Buch und gratulieren der Autorin Hanna Schott sowie dem Illustrator Volker Konrad zu diesem Gütesiegel!

Erstellt am 25. September 2018 von

Als Verleger freut man sich natürlich immer über positive Rezensionen – auch wenn kritische Äußerungen durchaus hilfreich sein können und immerhin davon zeugen, dass der Rezensent oder die Rezensentin das Buch überhaupt gelesen haben.

Diese Tage erreichte uns eine der ersten Besprechungen des Eltern-Ratgebers Stärke fürs Leben entwickeln – So meistern Sie den Alltag mit einem behinderten Kind.

Und weil sie so viel von dem zur Sprache bringt, was uns bei der Herausgabe dieses Buches am Herzen lag, freue ich mich ganz besonders.

Das Autorenpaar, Sylvia und Alfred Sobel, ist in den letzten Jahren (!) so manche extra-Meile gegangen, damit der Ratgeber genau so entstehen konnte. Dafür noch einmal ein herzliches Dankeschön nach Berlin!

 

 

 

Hier also gerne die Rezension im vollen Wortlaut – aus lauter Freude 🙂 :

 

Das Buch richtet sich an Eltern von „besonderen“ Kindern und begleitet die Eltern von der Diagnose einer Erkrankung oder Behinderung entlang des Lebens- und Entwicklungsweges des Kindes bis zum Erwachsenwerden. Es ist aber weit mehr als ein Elternbuch und ist lesenswert für alle Menschen, die eine niederschmetternde Diagnose zu verkraften haben. Aus der Erfahrung heraus, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Schwierigkeiten und Schicksalsschläge reagieren können, arbeitet das Buch die Gründe dafür heraus und zeigt Wege auf, die zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit führen können – unter Einbeziehung des Partners, der Familie, von Freunden, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.

Eine besondere Stärke des Buchs ist der modulare Aufbau; man muss es also nicht von vorn bis hinten durcharbeiten, sondern kann überall einsteigen und sich Anregungen holen. Dabei helfen sich wiederholende Überschriften wie „Gut zu wissen“, „Verbreiteter Irrtum“ und prägnante inhaltliche Zusammenfassungen wie „Persönliche Stärke erfahren“ und „Kurz und knapp“. Wer etwas tiefer in sich hineinhören möchte, findet am Ende jedes Kapitels einen „Text für stille Momente“ als Denkanstoß.

Das Buch ist aus einer christlichen Grundhaltung heraus geschrieben, die aber nur im siebten Kapitel „Auf die Lebenseinstellung kommt es an“ als Beispiel für gelebte Spiritualität ausgebreitet wird. Der Tenor bleibt immer wohltuend unaufdringlich und lässt Raum für andere Grundüberzeugungen.

In diesem Buch ist vieles so beschrieben, wie ich es selbst erlebt habe. Die Autoren beschreiben treffend die Lage und Gefühlswelt von Menschen in einer Ausnahmesituation. Sie geben – ohne erhobenen Zeigefinger – wertvolle Tipps, wie man mit dieser besonderen Situation umgehen und zu einem „normalen“, erfüllten Leben zurückfinden kann. Ein wertvoller Ratgeber.

Andrea Schaller

 

(Die Rezension erschien auf der Website des Vereins Pompe Deutschland e. V., wo sich vor allem von Morbus Pompe betroffene Menschen zusammenschließen. Morbus Pompe ist eine erblich bedingte Stoffwechselkrankheit, die sich vor allem in der Muskulatur bemerkbar macht.)

 

Bleiben Sie auf dem Laufenden und bestellen Sie hier unseren Newsletter!

Erstellt am 26. Oktober 2017 von

So lautet der Buchtitel eines Erziehungsklassikers, der bei uns im Regal steht.

Leben pur – Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Komplexer Behinderung heißt ein Buch, das soeben im Verlag des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen erschienen ist.

Im Kurztext zum Buch heißt es:

 

 

Herausforderndes Verhalten stellt eine Belastung für alle Beteiligten dar: Für Menschen mit Komplexer Behinderung, weil sie sich und andere mit ihrem Verhalten körperlich und/oder emotional schädigen und Gefahr laufen, sich sozial auszugrenzen. Für die Betreuenden, die mit dem Verhalten konfrontiert sind und häufig selbst in Konflikte geraten, weil sie gegen den offensichtlichen Willen ihrer Betreuten handeln oder Grenzen überschreiten müssen. Gefühle von Überforderung können die Folge sein. Und nicht zuletzt leiden weitere Menschen in der unmittelbaren Umgebung, wenn sie sich vor körperlichen Angriffen schützen müssen, Ängste entwickeln oder mit unangenehmen Situationen zurechtkommen müssen, die sie selbst nicht kontrollieren können.

Wie kann man, wie soll man mit Herausforderndem Verhalten umgehen? In der Grundannahme, dass Verhalten immer einen Grund und auch einen Sinn hat – ohne zu vergessen, dass medizinische und psychologisch-psychiatrische Aspekte abgeklärt werden müssen – bietet dieses Buch theoretisches Wissen, Berichte aus der Praxis und Hilfen für den Alltag.

 

Die Herausgeber Gerhard Grunick und Dr. Nicola Maier-Michalitsch haben darin Beiträge von Fachleuten vereint, ergänzt durch einen Bericht einer Mutter, den ich besonders wertvoll finde. In ihrem Artikel „Herausforderndes Verhalten … und was es mit mir macht!“ erzählt sie, wie sich die Sicht auf ihren behinderten Sohn verändert hat.

Der Tenor des Buches lautet: Jedes Verhalten hat einen Grund, und oftmals fordern uns Menschen mit Behinderung durch ihr Verhalten heraus, weil sie keinen anderen Weg finden, um mit uns zu kommunizieren.

Das macht es doppelt schwer, denn als Eltern oder pädagogisch-therapeutische Fachkräfte sind wir natürlich oft gar nicht in der Lage, uns davon dann nicht provozieren zu lassen, sondern hinzuhören und kreativ zu forschen, welche Botschaft uns da gerade erreichen soll – weil wir viel zu angespannt sind, uns keine Zeit nehmen, keine Kraft mehr haben etc. Dabei wäre es gerade wertvoll und oftmals wegweisend, innezuhalten, hinzuhören und mitzufühlen, sich ganz auf unser Gegenüber einzulassen.

In diesem Sinn macht das Buch Mut, genau diese Perspektive im Blick zu behalten, sich nicht so sehr leiten zu lassen von dem, „was die Leute wohl denken“ (und vor allem in der Öffentlichkeit liegt dieser Reflex uns besonders nah), sondern sich immer wieder neu aufeinander einzulassen, sich auf den Weg zu machen und zu lernen.

Dieser Weg kostet viel und fordert uns. Und er ist durchaus verheißungsvoll. Wie heißt es auf S. 129:

 

Letztendlich stellt die emotionale Begleitung von Menschen mit Behinderung eine große Chance für alle Beteiligten dar. Die Chance, den eigenen Gefühlen, also sich selbst, zu begegnen und darüber hinaus Gefühle als einen der besten Ratgeber für ein lebendiges, erfülltes Leben zu nutzen. … Zurückgehaltene Gefühle blockieren das Denkvermögen und die kreativen Fähigkeiten und rauben zum Beispiel den Schlaf.

 

Wie wahr!

2017, 174 Seiten, ISBN 978-3-945771-08-2,
17,40 Euro, Düsseldorf, verlag selbstbestimmtes leben

 

Erstellt am 23. Dezember 2016 von

… ist auch eine Reise zu sich selbst, meint Silke Bauerfeind.

Sie ist Mutter eines nicht sprechenden Sohnes mit Autismus. Ihre Website „Ellas Blog“ hat sich zu einer gefragten Anlaufstelle für Eltern autistischer Kinder entwickelt. Dabei lässt sie auch andere zu Wort kommen, Autisten oder Eltern geben ihre Erfahrungen weiter.

 

ella

 

Vor wenigen Monaten hat Silke Bauerfeind „das Buch zu Ellas Blog“ herausgegeben, und es trägt genau diesen Titel:

Ein Kind mit Autismus zu begleiten, ist auch eine Reise zu sich selbst

Books on Demand, Norderstedt, 360 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-7412-2458-4, 18,90 EUR

 

24 Rezensionen bei einem bekannten Online-Händler sprechen schon fast für sich. Kompetent und einfühlsam, weil sie weiß, wovon sie schreibt, hat die Autorin eine Fülle von Artikeln zusammengestellt. Im Kurztext zum Buch heißt es:

Authentisch und lebendig berichtet die Autorin aus ihrem Familienleben und dem eigenen Er-Leben und trägt zudem Erlebnisse, Gedanken, Gefühle und Tipps von Familien mit autistischen Kindern zusammen.

So vermittelt sie Kenntnisse über das Autismus-Spektrum, die direkt aus dem Alltag der Familien gegriffen sind. Darüber hinaus stellt sie Checklisten und Anregungen zur Verfügung.

 

Sie nimmt auch die Situation von Eltern intensiv in den Blick:

Wie verändern sich familiäre Bindungen und Freundschaften? Wie fühlen sich Eltern von der Öffentlichkeit akzeptiert? Was kann man tun, um gesund zu bleiben? Wie verändern sich Wertvorstellungen, Träume und Lebenswege? Welche Chancen birgt ein Leben mit autistischem Kind?

Eltern, Geschwister und Bezugspersonen werden Erzählungen und Informationen, sowie viel Verständnis finden. Fachleuten und allen anderen Interessierten ermöglicht das Buch einen intensiven Einblick in das Zusammenleben von Eltern und autistischen Kindern.

 

„Es ist mein bisher persönlichstes Buch“, so die Bloggerin. „Aber erst die vielfältigen Erfahrungen anderer Familien, die einfließen durften, machen es für mich so wertvoll.“

Tatsächlich will Silke Bauerfeind damit kein weiteres Fachbuch vorlegen, sondern widmet sich vor allem der Elternperspektive, angereichert mit vielen Erfahrungen.

Mich hat dieses Buch berührt – und es stimmt, das besondere Leben mit einem autistischen Kind ist tatsächlich eine Reise zu sich selbst. Die birgt so manches Abenteuer und oft genug kommt sie einem wie ein Weg ins Ungewisse vor. Danke an Silke Bauerfeind!

Erstellt am 22. Dezember 2016 von

Auch wenn Jesus Klartext gesprochen und vor allem Geschichten erzählt hat – biblische Texte sind nicht immer einfach zu verstehen. Selbst wer regelmäßig Gottesdienste besucht, hat damit oft Probleme.

Wie schwer mag es dann für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder solche, die (noch) nicht gut Deutsch sprechen, sein?

In Zusammenarbeit zwischen dem Katholischen Bibelwerk e.V., dem Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg und den Thuiner Franziskanerinnen entsteht seit drei Jahren für jedes Sonntagsevangelium eine Übertragung in Leichte Sprache. Dabei werden die Texte theologisch und auf ihre Verständlichkeit hin geprüft.

 

kun03_32194_1

 

Die starke Nachfrage hat dazu geführt, dass es die Evangelien des Lesejahrs A jetzt in Buchform gibt – rechtzeitig zum neuen liturgischen Lesejahr. Die Gestaltung mit einem leicht lesbaren Schriftbild lädt dazu ein, es im Gottesdienst zu verwenden.

Lektorinnen und Lektoren sowie Gottesdienstverantwortliche finden außerdem zu jedem Text Erläuterungen zur Übertragung sowie Vorschläge für die Katechese.

Für Dieter Bauer, einem der Initiatoren des Projekts im Katholischen Bibelwerk e.V., ist das Evangelium in Leichter Sprache ein wichtiges Inklusionsprojekt, um Menschen mit Lernbehinderungen einen Zugang zur Bibel in der Liturgie zu ermöglichen.

Was ist Leichte Sprache?

Als Leichte Sprache wird eine barrierefreie Sprache bezeichnet. Sie hat einfache, klare Sätze, ein übersichtliches Schriftbild, klare Gliederung und erklärende Bilder. Das Ziel der Leichten Sprache ist Textverständlichkeit.

 

Und was heißt eigentlich „Evangelien der Sonn- und Festtage im Lesejahr A“? Wikipedia hilft uns auf die Sprünge:

Die Leseordnung der katholischen Kirche legt die biblischen Textstellen fest, die im Gottesdienst gelesen werden. So werden die wichtigsten Textstellen der Bibel in einem dreijährlichen Turnus vorgetragen. Jedes Jahr ist einem der drei Evangelisten Matthäus (Lesejahr A), Markus (Lesejahr B) und Lukas (Lesejahr C) gewidmet, das heißt, es wird also vorwiegend daraus gelesen.

 

Ich habe bei uns im Gottesdienst neulich gleich mal einen Abschnitt aus dieser Bibel-Ausgabe verwendet – und finde, das sind sehr schöne Texte. Es schadet schließlich nicht, wenn jeder versteht, was man da so liest …

 

Bibel in Leichter Sprache
Evangelien der Sonn- und Festtage im Lesejahr A
ISBN 978-3-460-32194-6
EUR 39,90 · ca. 352 Seiten, gebunden

Erstellt am 28. April 2016 von

„Hoppla … was ist das denn – Jesus im Rollstuhl? Das geht doch nicht. Obwohl … vor Gott sind alle Menschen gleich“, schrieb das Magazin „Caput“ über das Motiv „Gnadenstuhl“ aus dem Bildband Holy Arrangements – Heilige Inszenierungen (Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2015).

Foto-Künstler Andreas Maria Kahn wählte für seinen Bildband als Medium die Akt-Fotografie. Inspiriert von alten Meistern wie Da Vinci, Michelangelo, Caravaggio interpretiert Kahn biblische Szenen und Personen neu. Auch wenn viele Heilige in Öl auf Leinwand bereits vor Jahrhunderten ebenfalls nackt dargestellt wurden und heute kaum Protest hervorrufen, dürften diese Aufnahmen manchen durchaus provozieren.

 

Holy-Buch-Ebay

 

Besonders ist allerdings – und deswegen haben wir dieses Buch überhaupt auf den Tisch bekommen –, dass Jesus in diesem Bildband von dem spastisch gelähmten Performancekünstler Roland Walter dargestellt wird. O-Ton Roland Walter:

„Jesus im Rollstuhl. Für viele unvorstellbar. Dabei kam Jesus zu uns auf die Erde, um sich mit dir und mir auf eine Stufe zu stellen. Von daher habe ich mich gefreut, als mich Andreas Maria Kahn gefragt hat, ob ich Jesus darstellen möchte.“

Erstellt am 14. September 2015 von

Inzwischen arbeiten bereits einige Kirchen und Gemeinden mit dem Buch Neunmalweise – Lebensmuster zum Nachmachen und Selberglauben (auch als E-Book erhältlich) von Christoph Schmitter, wenn es darum geht, Menschen im christlichen Glauben zu begleiten.

Im Sommer war das Buch kurzzeitig vergriffen; nun liegt es in der zweiten Auflage vor und kann wieder bestellt werden.

Die neun LebensMuster, die Schmitter sehr kreativ erläutert, helfen dabei, dass Christsein kein Lippenbekenntnis oder eine Sonntagsgewohnheit bleibt. Zu jedem Kapitel hat der Autor sogar ein witziges Filmchen gedreht. Diese Filme und Material für Kleingruppen findet man hier.

Seit einiger Zeit bietet Christoph Schmitter auch ein Neunmalweise-Seminar für Gemeinden an.

neufeld-verlag_neunmalweise_schmitter_cover_rgb

 

Hier einige Stimmen aus der Praxis:

„Das Seminar zu den Beziehungen in unserem Leben hat unsere Sofagruppenleiter persönlich und in der Leiterschaft weitergebracht. Christoph Schmitter referiert authentisch, lebensnah, kreativ, bewegend und zum Nachdenken anregend. Die Selbsterarbeitung bringt das eigene Beziehungsnetzwerk ans Licht. 90 wertvolle Minuten, die man nicht so schnell vergisst.“

Konstantin von Abendroth, Pastor Berlinprojekt

„Einige Gemeinden und Gründungsinitiativen haben Neunmalweise bereits genutzt. Es wird in Hauskreisen gelesen und in Predigtreihen umgesetzt. Das Buch eignet sich auch für Menschen, die mit Christsein wenig anfangen können.“

Sascha Rützenhoff, Leiter der FeG-Inlandmission

„In unserer Gemeinde haben inzwischen zwei Hauskeise das Buch Neunmalweise gelesen. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Hauskreisteilnehmer, die gerade durch den Alphakurs zum Glauben gekommen waren, haben es begeistert gelesen. Das Buch hat ihnen geholfen, den Glauben zu vertiefen, zu festigen und viele Fragen zum gelebten Glauben zu beantworten. Daher planen wir, Neunmalweise ab jetzt kontinuierlich als ,Betakurs‘ im Anschluss an die Alphakurse anzubieten.“

Joachim Hipfel, Pastor FeG Saarbrücken

„Wir mögen Geschichten und können uns Bilder besser merken als Regeln. Diese einfachen Wahrheiten nutzt Neunmalweise und der Ansatz gefällt – also haben wir in der CityChurch München eine Reihe für unsere Gottesdienste und Kleingruppen daraus gemacht. Uns war schnell klar: eine absolute Stärke liegt in den einfachen Bildern. Die vergisst niemand und man kann sie direkt auf den Alltag anwenden – auch dank der guten Materialien auf der Homepage.“

Benjamin Koch, bis 2013 Pastor CityChurch München

„Christsein ist unterwegs sein. Neunmalweise ist ein toller Wegbegleiter. Ich finde es gut, zentrale Lebensthemen herauszugreifen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Präsentiert wird das Ganze sehr lebensnah und unterhaltsam und doch praktisch und tiefgehend. Ich habe eine Predigtreihe draus gemacht und sie einmal im Monat gepredigt. Öfter macht m. E. keinen Sinn, da die Kapitel echte Denk- und Arbeitsanregungen sind. Toll auch das Arbeitsmaterial (Gruppenentwürfe in dreierlei Intensität und Videoclips). Uneingeschränkte Empfehlung!!!“

Tobias Radtke, Pastor FeG Elberfeld

Erstellt am 30. Juni 2015 von

835038b

 

Simone & Bernhard Guido mit Kathrin Schadt

Tim lebt!

Wie uns ein Junge, den es nicht geben sollte, die Augen geöffnet hat

Gebunden mit Schutzumschlag, 16 S. Bildteil, 272 Seiten

adeo, Aßlar 2015

Im Verlagstext zu diesem Buch heißt es:

„Als wir damals an seinem Bettchen standen und er uns mit seinen blauen Augen anschaute, stand unsere Entscheidung eigentlich gleich fest: Wir nehmen ihn auf. Und wir haben es nie bereut. Er hat unser Leben reich gemacht, trotz aller Probleme.

Tim war nicht gewollt, seine Mutter hat ihn in der 25. Schwangerschaftswoche abtreiben lassen, weil er das Down-Syndrom hat. Aber er wollte nicht sterben. Stundenlang lag er unversorgt im Kreißsaal und wurde schließlich nach einem Schichtwechsel gerettet. Sein Gehirn hat dabei schweren Schaden genommen, außerdem ist er Autist. Als ,Oldenburger Baby‘ hat er Medizingeschichte geschrieben und wurde zum Symbol einer Debatte um späte Schwangerschaftsabbrüche und ihre rechtlichen und ethischen Konsequenzen.“

Simone und Bernhard Guido

 

Ein Buch, das nicht verurteilt, aber Menschen wachrüttelt in einer Zeit, in der der medizinische „Fortschritt“ immer mehr und immer früher einschreitet – ins Wunder Leben.

Eine Familie, ein Ehepaar, das sich einlässt auf ein anderes Leben. Das dafür unheimlich viel Kraft aufwendet, und sich doch reich beschenkt fühlt. Das anders lebt, tiefer atmet, einer inneren Berufung folgt …

Und ein junger Mann, der kämpft. Von der ersten Minute an. Für das Leben – für sein Leben. Und nebenbei für einen anderen Blick der Gesellschaft auf „lebenswertes Leben“.

Danke, Familie Guido, danke, Tim! Danke, Gott, für diese Familie – und jedes Leben!

Carolin Neufeld

Erstellt am 12. Februar 2015 von
Dieser wunderschöne, wahre und doch so notwendige Satz war offenbar – das wusste ich noch gar nicht – der Titel einer Ansprache des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bei der Eröffnungsveranstaltung der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte am 1. Juli 1993 im Gustav-Heinemann-Haus in Bonn.
Nun hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kürzlich unter dem Titel „Es ist normal, verschieden zu sein. Inklusion leben in Kirche und Gesellschaft“ eine neue Orientierungshilfe veröffentlicht. Sie reflektiert die sozial- und bildungspolitischen Herausforderungen durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und deren Konsequenzen besonders für die evangelische Kirche und ihre Diakonie.

 

Es ist normal verschieden zu sein von

 

„Mit dem Wort Inklusion wird ein Paradigmenwechsel markiert. Es geht nicht mehr um die Integration einer kleinen abweichenden Minderheitsgruppe in die ‚normale‘ Mehrheit. Vielmehr soll die Gemeinschaft so gestaltet werden, dass niemand aufgrund seiner Andersartigkeit herausfällt oder ausgegrenzt wird“, stellt  der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, im Vorwort der Orientierungshilfe fest.

„Mit dieser Orientierungshilfe möchte der Rat der EKD Menschen in Kirche und Diakonie, aber auch politische Verantwortungsträger und persönlich Betroffene ermutigen, sich in den Diskurs um eine inklusive Weiterentwicklung des Gemeinwesens einzubringen“, so der Ratsvorsitzende. „Mut und Kreativität sind dabei genauso gefragt wie Professionalität und ein sensibler Umgang mit Vielfalt.“

Das Dokument umfasst fünf Kapitel, die

  • Inklusion als einen Paradigmenwechsel beschreiben,
  • theologische Orientierungen zur Inklusion vermitteln,
  • grundlegende Aufgaben von Inklusion benennen,
  • Aufgaben von Inklusion in verschiedenen Handlungsfeldern konkretisieren,
  • Chancen von Inklusion für Kirche und Gemeinde aufzeigen.

Mit ihrer Orientierungshilfe wendet sich die EKD an alle, die sich in Kirche und Diakonie, Politik und Gesellschaft, Bildung und Erziehung oder familiär und persönlich mit den Fragen der Inklusion auseinandersetzen. Sie wurde von einer vom Rat der EKD eingesetzten Kommission erarbeitet, der Experten aus Kirche, Diakonie, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft angehörten.

Der Band Es ist normal, verschieden zu sein. Inklusion leben in Kirche und Gesellschaft ist erschienen im Gütersloher Verlagshaus, hat 192 Seiten und kann zum Preis von 7,99 € über den Buchhandel bezogen werden. Sie steht auch online zum Herunterladen bereit.

Beim Reinlesen fand ich etwa den Abschnitt über Pränataldiagnostik treffend und gut – ein eindeutiges Werben für das Leben und eine Ermutigung für (werdende) Eltern. Sogar der Welt-Down-Syndrom-Tag (der ja am 21.3. wieder bevorsteht) wird erwähnt. Schön!

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.