Kategorie: Rezensionen

 

Erstellt am 3. November 2014 von

 

 

Sontje

 

Einfach Sontje

Fotos von Maria Irl und Charlotte Sattler

Texte von Michaela Hilgner

Gebunden, 36 Seiten

Deutsches Down-Syndrom InfoCenter, Lauf 2014

 

Vor einer Woche wurde diese druckfrische Herbst-Neuerscheinung in Nürnberg der Öffentlichkeit vorgestellt – und ein frisches Buch ist es wirklich.

In unserem Bücherschrank steht noch immer das Buch Albin Jonathan – Unser Bruder mit Down-Syndrom, das vor 20 Jahren herausgegeben wurde. Die Idee war damals, Geschwisterkindern, Familien und Kindergärten kindgerecht zu vermitteln, wie das Leben mit einem Bruder oder einer Schwester mit Down-Syndrom so aussehen kann. Manchmal ist es anders, aber oft ist der Familienalltag so wie in anderen Familien auch. Die kurzen Texte werden dabei illustriert durch Fotos aus dem realen Familienalltag.

Wir haben dieses Buch sehr geliebt und ich war ganz schön beeindruckt, als ich Albin Jonathan vor einigen Jahren persönlich begegnet bin – ein junger Mann, der seinen Weg geht!

Nun hat das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter in Lauf nach etlichen Monaten Vorlauf ein aktuelles Buch herausgegeben, nämlich Einfach Sontje. Die Idee ist dieselbe:

Es ist schön, eine kleine Schwester zu haben. Und wie ist es, wenn sie das Down-Syndrom hat? Auch schön – das weiß Antonia ganz genau!

Die große Schwester erzählt in diesem Kinderbuch über den Alltag von Sontje und ihrer großen Familie. Ein Alltag, der bunt, manchmal anstrengend und vor allem glücklich ist.

Sontje und die gesamte Familie Biermann-Steinhausen – vielleicht kennen manche ihre Bilder bereits von Conny Wenks Wandkalender A little extra oder auch dem Buch Außergewöhnlich – haben einige Monate lang Einblick gewährt in ihren Alltag. Und es ist ein sehr schönes, einladendes und gewinnendes Buch herausgekommen.

Im Nachwort schreibt Cora Halder:

Einfach Sontje kann Fragen beantworten, Vorurteile aus dem Weg räumen und Verständnis wecken. Deshalb soll das Buch überall, wo Kinder mit Down-Syndrom leben, lernen und spielen, angeschaut und (vor)gelesen werden.

Stimmt. Herzliche Empfehlung also auch von hier aus, und Glückwunsch zu diesem Buch!

Erstellt am 19. August 2014 von

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Sandra Roth

Lotta Wundertüte

Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl

Gebunden mit Schutzumschlag, 272 Seiten

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013

 

Ein absolut lesenswertes Buch – allen empfohlen, die drinstecken oder mal reinschauen wollen in ein Leben mit einem behinderten Kind, wo plötzlich die Welt Kopf steht. Wo nichts mehr so ist, wie man es vorher geplant hat. Wo Planen oft gar nicht mehr möglich ist. Lotta, die “Wundertüte”, ist ins Leben getreten und man weiß nun mal nie, was in einer Wundertüte steckt.

Sandra Roth, Jahrgang 1977, ist freie Autorin u. a. für DIE ZEIT oder Brigitte. Lotta Wundertüte ist ihr erstes Buch, und darin erzählt sie authentisch und liebevoll von den ersten drei Jahren mit Lotta. Es ist wunderbar geschrieben und hat mich tief berührt.

Sandra Roth beschreibt ehrlich den Kampf mit sich selbst, das Ringen als Ehepaar, die Auseinandersetzungen mit und gegen Ärzte und deren Meinungen. Dazu die vielen Fragen mit großer Tragweite: Wie werden wir dem Bruder gerecht? Müssen wir endlich annehmen, dass sie sich vermutlich nie allein wird fortbewegen können – oder geben wir damit zu früh auf? Wie viel Therapie ist zu viel, wie viel zu wenig?

Und mittendrin: das Mädchen Lotta, “zickig, zäh, süß und schwerbehindert”.

Das Buch nimmt uns mit zu unzähligen Krankenhausaufenthalten – und es gibt tiefe Einblicke etwa in Sinn und Unsinn von Pränataldiagnostik oder auch Inklusion. Wir lesen vom kräftezehrenden Bemühen um Hilfsmittel sowie einen Kindergartenplatz – nachdem die Politik den heilpädagogischen Kindergarten in Köln mal eben für überflüssig erklärt hat … Und die Autorin erzählt von ihrem Wunsch, dass die Menschen auf der Straße Lotta in die Augen schauen und nicht auf ihren schiefen Hals.

Danke, liebe Sandra Roth, für soviel Offenheit und Mut! Und wer jetzt unbedingt noch wissen will, was Lotta eigentlich genau hat – dem sei gesagt: Lotta hat … eine phantastische Familie!

Carolin Neufeld

Erstellt am 1. August 2014 von

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Birte Müller

Willis Welt

Der nicht mehr ganz normale Wahnsinn

Gebunden mit Schutzumschlag, 228 Seiten

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2014

 

Bei Birte Müller herrscht seit der Geburt von Willi – heute 6 Jahre alt – der nicht mehr ganz normale Wahnsinn. Willi hat das Down-Syndrom und dazu noch ein paar andere Symptome obendrauf. Seine Schwester Olivia ist vier und hat das Normal-Syndrom, der Vater Matthias ist autoverrückter Familienstatist und die Autorin ist von Beruf Bilderbuchautorin – und die Mutter in der Familie. Das klingt nach einer spannenden Mischung – und das ist es auch.

Birte Müller erzählt von einem Leben, in dem sie in der „Extremnormalität“ gefangen ist. Dabei schreibt sie sehr ehrlich und packend, macht sich erbarmungslos auch mal über sich selbst lustig und ist zum Glück nicht immer politisch korrekt – zum Beispiel, wenn sie sich Gedanken darüber macht, ob das eigene Kind wohl auch mal „so bescheuert aussehen wird wie das behinderte Kind, das man als Jugendlicher kannte“, oder ganz frech die Frage stellt, ob man Männer mit dem Auto-Gen nicht vielleicht auch durch die Pränataldiagnostik hätte rechtzeitig aussortieren können.

Ein wunderbar selbstironisches Buch über den ganz normalen Familienwahnsinn – genauso tragikomisch wie das Leben selbst.

 Katja Arnold

Erstellt am 30. Juni 2014 von

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Margot Käßmann (Herausgeberin)

Gott will Taten sehen

Christlicher Widerstand gegen Hitler – Ein Lesebuch

Ausgewählt, eingeleitet und kommentiert von Margot Käßmann und Anke Silomon

Gebunden, 479 Seiten, mit 48 Abbildungen

C. H. Beck, München 2013

 

Von Margot Käßmann liegen viele Bücher vor, und man darf gewiss weiterhin mit einer regen publizistischen Tätigkeit der EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 rechnen.

Das muss allerdings nicht bedeuten, dass die veröffentlichten Bücher weniger gehaltvoll wären – ganz im Gegenteil, Margot Käßmann liefert Wertvolles und Wesentliches. So geht es mir auch mit diesem Buch, das nun schon einige Monate auf meinem Tisch lag.

Nach wie vor und inzwischen seit Jahrzehnten bewegt mich das „Dritte Reich“ sehr: Wie konnte es dazu kommen, dass Menschen zu derart unmenschlichem Verhalten bereit waren? Was für eine grausame Dynamik war damals entstanden, dass Millionen Deutsche offenbar den „gesunden Menschenverstand“ ausblendeten und sich dermaßen vereinnahmen ließen von Ideen, die man nur als menschenverachtend bezeichnen kann?

Und warum sind zumindest die Christen und Kirchen nicht geschlossen und mutig und eindeutig aufgestanden, um dem Bösen (ich glaube, so kann man das durchaus nennen) Einhalt zu gebieten? Rolf Hochhuths Drama Der Stellvertreter habe ich gleich zwei mal gelesen und erschüttert aus der Hand gelegt. Das Schicksal Jochen Kleppers und seiner Familie hat mich nachhaltig bewegt (und so ist im Neufeld Verlag eine Klepper-Biografie von Markus Baum erschienen). Und auch Hanna Schotts Biografie von André und Magda Trocmé, einem Pfarrerehepaar, das in Frankreich im Zentrum eines Widerstandsnestes agierte und entscheidend dazu beitrug, Tausende vor dem Zugriff der Nazis und ihrer willigen Helfershelfer zu bewahren, gehört in diesen Kontext. Letzten Sommer las ich Götz Alys Studie Die Belasteten – „Euthanasie“ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte; aber dazu an dieser Stelle später mehr.

Klar, diese Fragen werden wohl bleiben, und so fiel dieses „Lesebuch“ bei mir auf fruchtbaren Boden. „Ein Buch zum Lesen und Erinnern, damit wir uns heute fragen, wo unsere Widerstandskraft gefordert ist“, beschreibt Margot Käßmann das Anliegen dieses Werkes.

Und diese Wirkung entfaltet das Buch tatsächlich. Chronologisch sortiert und jeweils mit einer kurzen Einführung in den jeweiligen Zeitabschnitt versehen, stellen die Historikerin Anke Silomon und Margot Käßmann hier mutige Frauen und Männer vor. Von vielen hatte ich bereits gehört; es sind aber eben auch Menschen dabei, deren Engagement noch nicht so bekannt ist.

Knapp gehaltene Kurzbiografien werden meist ergänzt durch Originalzeugnisse – Briefe, Tagebücher etc. Und die sind bewegend. Mir ist neu bewusst geworden, dass die meisten dieser mutigen Zeitzeugen kaum vierzig Jahre alt wurden. Dass es viel mehr Menschen gab, die einen klaren Blick für das Unrecht hatten und viel riskierten, um sich für das Recht einzusetzen. Und dass es leider mindestens genau so viele Denunzianten gab. Wie oft heißt es am Ende einer Vita: „xy wurde von einer Nachbarin denunziert …“

Natürlich, Dietrich Bonhoeffer, der Kreisauer Kreis, Jochen Klepper, Reinhold Schneider oder auch Ehepaar Trocmé sind in diesem Lesebuch vertreten. Was mich besonders bewegt hat:

  • Die ausführliche Einführung von Margot Käßmann, im Bewusstsein einer großen ökumenischen Weite und immerhin mit dem Hinweis auf die konsequente Kriegsdienstverweigerung etwa der Zeugen Jehovas (mir ist von keinem Mennoniten bekannt, der verweigert hätte – dabei wurde das Wort aus Apostelgeschichte 5,29 „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, das diesem Buch vorangestellt ist, in der Geschichte der Täuferbewegung von Anfang durchaus radikal mit Leben gefüllt …), auch wenn sie sich bei der Auswahl der Lebenszeugnisse auf die Basis der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen beschränkt hat.
  • Das Zeugnis etwa von Edith Stein – wie viele andere hat sie von der Möglichkeit, sich persönlich in Sicherheit zu bringen, keinen Gebrauch gemacht.
  • Der mutige Pfarrer Paul Robert Schneider.
  • Frauen wie Marion Yorck von Wartenburg (überhaupt haben die Herausgeberinnen zurecht darauf geachtet, dass mit diesem Buch auch Frauen entdeckt werden).
  • Die Predigt des katholischen Bischofs von Münster Clemens August von Galens gegen die Euthanasie (die übrigens bei Hitlers Regime deutlich Wirkung zeigte, wie Götz Aly in seinem oben erwähnten Buch beschreibt).
  • Das Wirken des Gefängnispfarrers Harald Poelchau.
  • Alfred Delps ernüchternde Schilderung der Verfahren vor dem Volksgerichtshof.
  • Kurt Gersteins erschütternder Bericht aus dem Zentrum der Todesmaschinerie (Gerstein ist ja auch eine der Hauptfiguren in Rolf Hochhuths Drama).
  • Der Vortrag Martin Niemöllers vom Juli 1946, der am Ende des Buches fast vollständig abgedruckt ist und in dem er über persönliche Verantwortung spricht, angesichts einer Haltung: „Das geht mich nichts an!“.

Es bleibt erschütternd, was damals geschah. Und es bleibt die absolut berechtigte Mahnung, mit offenen Augen und wachem Herzen durchs Leben zu gehen und mutig zu handeln, wo es notwendig ist.

Danke an die Herausgeberinnen für dieses Buch, das erzählt und dokumentiert und eben auch inspiriert, verantwortlich im Heute zu leben. Die Frauen und Männer, deren Lebenszeugnisse nun in dieser Art Geschichte des christlichen Widerstands noch einmal vor uns liegen, ließen sich von ihrem Glauben leiten, waren geprägt von einer klaren Vorstellung, was Verantwortung vor Gott heißt. Sie können uns anspornen, uns nicht einlullen zu lassen von Wohlstand und Konsum, Zeitvertreib und Unterhaltung. Denn Not gibt es auch heute mehr als genug.

Erstellt am 4. April 2014 von

Er ist evangelischer Pfarrer, Wirtschaftsmediator und psychologischer Berater für Führungskräfte. Vor allem aber ist Wolfgang Vorländer ein Mensch, der mit offenen Augen durch die Welt geht und sich eine frische Kreativität bewahrt hat.

Ob das damit zu tun hat, dass er nicht nur mit Führungskräften zu tun hat, sondern auch regelmäßig in einen Kindergarten geht? Verschmitzt hat er einmal festgestellt, dass die Fragen der Kinder sich gar nicht mal soooooo sehr von denen der „großen“ Kinder unterscheiden …

Im Neufeld Verlag ist sein Buch Weisheit für Vielbeschäftigte erschienen, das m. E. ganz besondere Momente enthält. Dabei hat Wolfgang Vorländer schon eine Reihe von Titeln geschrieben, die in unterschiedlichen Verlagen erschienen sind.

So ist im Gütersloher Verlagshaus dieses Frühjahr ein kleines Bändchen mit dem Titel Schnee auf Gottes Händen – Begegnungen mit dem großen Unbekannten herausgekommen (192 Seiten im Kleinformat, gebunden, mit stilvollem Einband, 17,99 EUR).

 

Schnee auf Gottes Haenden von Wolfgang Vorlaender

 

In dreißig kurzen Kapiteln beschreibt der Autor, wie ihm Gott (rein äußerlich ein Mann mittleren Alters) im Alltag über den Weg läuft. Die Gelegenheit, endlich einmal loszuwerden, welche Fragen ihm schon länger auf der Seele liegen, lässt er natürlich nicht aus.

Wolfgang Vorländer sind in diesem kreativen Rahmen wunderschöne Höhepunkte gelungen; hier nur ein paar Kostproben:

„Ich erkannte ihn sofort, weiß aber nicht, wieso eigentlich.“

„Glück ist nicht dort, wo man es leicht hat …“

Oder die Vorstellung, wenn im Himmel dereinst all die Theologen, Professoren und, ja, sogar die Verleger, aufeinander „zugehen müssen, jeder auf den, den er am meisten abgelehnt, kritisiert, lächerlich gemacht, verworfen und bekämpft hat.“

Durch seine ungewöhnliche Erzählperspektive entlarvt der Autor uns mit leichter Hand: Natürlich haben wir alle unsere Bilder von Gott. Stellen uns vor, wie er ist und was er sagt. Was er fühlt und wie er denkt.

Da tun die immer wieder überraschenden Gesprächsverläufe gut, in denen wir freilich ganz kräftig herausgefordert werden bei so mancher theologischen Aussage. Und bei der auffällig menschlichen Darstellung Gottes.

Wolfgang Vorländer stellt also lustvoll so einiges in Frage. In Schubladen mag auch der Autor sich freilich nicht stecken lassen, schon gar nicht in eine mit der Aufschrift „evangelikal“.

Wie so manches Vorländer-Buch enthält auch dieser Band – der sich leicht und unterhaltsam liest – eine gesunde Portion Lebenseinsicht, Weisheit und wohltuende Gelassenheit.

Was also habe ich für ein Bild von Gott? Und könnte es sein, dass Gott doch ganz anders ist? Meine eigenen Vorstellungen sanft in Frage zu stellen, dabei helfen Vorländers „Miniaturen“. Ganz nebenbei. Wer weiß, vielleicht bereitet es Gott auch ein gewisses Vergnügen, so manche unserer Überzeugungen zu hinterfragen? Am Ende wächst bei mir jedenfalls die Neugier, Gott noch mehr kennenzulernen.

Erstellt am 7. Oktober 2013 von

Ich berichte an dieser Stelle ja nicht nur über Neufeld-Bücher und Aktivitäten „unserer“ Autoren, sondern lasse gerne den Blick kreisen in Bezug auf die Themen, die uns so am Herzen liegen (zum Beispiel Bücher!). Nach unserer Verlegerrunde („Was ist Ihr wichtigstes Buch in diesem Frühjahr?“) haben wir diesmal Autorinnen und Autoren gebeten, sich an einer kleinen Umfrage zu beteiligen.

Heute also – passend zur Frankfurter Buchmesse, die morgen Abend eröffnet wird – eine erste Ausbeute der Antworten zum Stichwort: „Dieses Buch hat mein Leben verändert“. Ich war richtig gespannt auf die Reaktionen – und als leidenschaftlicher Leser, der das Glück hat, sich sogar beruflich mit Büchern zu beschäftigen, die hoffentlich im Leben der Leserinnen und Leser Spuren hinterlassen, finde ich diese Umfrage natürlich äußerst spannend!

Thomas Härry

Nur ein einziges Mal in meinem bisherigen Leben habe ich ein Buch nicht bloß gelesen, sondern es laut gelesen und dabei Tonaufnahmen gemacht, die ich mir anschließend über eine längere Zeit hinweg im Auto oder zuhause anhörte. Das Buch: Klaus Bockmühl: „Hören auf den Gott, der redet“ (später neu erschienen im Band „Leben mit dem Gott, der redet“). Ich las das Buch als knapp Dreißigjähriger. Nach einigen Seiten war mir klar: „Dieses Buch solltest du nicht nur lesen, du solltest es verinnerlichen; es dir verabreichen wir ein Stärkungsmittel oder gute Medizin“. So kam es zu den Aufnahmen – und damit zu einem „handgestrickten“ Hörbuch.
Verändert hat mich dieses Buch, weil es die Sehnsucht in mir genährt hat, Gott hören zu können. Bockmühl gräbt sich nicht nur durch Bibel und Geschichte, er gibt auch gute und praktische Hinweise für heute. Sein Buch ist mir bis heute eine starke Motivation, still zu halten, auf Gottes Reden zu hören und mein Leben danach zu gestalten. Eine Perle!

Titus Müller

„Blue Like Jazz“ von Donald Miller hat mein Leben verändert (genauso wie der Nachfolger „A Million Miles in a Thousand Years“). Donald Miller stellt sich den Fragen, denen ich viel zu oft ausweiche, und sucht unvoreingenommen nach Antworten, nicht für mich, sondern für sich. Dass ich ihm als Leser dabei folgen darf, ist ein großer Gewinn für mein Herz. Er steckt mich an mit seiner Weite, seiner sanften Zielstrebigkeit und seinem Mut, im Leben und im Glauben tiefen Sinn zu finden.

Hanna Schott

„Verändert“ wäre wohl zu viel gesagt, aber geprägt haben mich – vor allem in der ersten Hälfte meines Lebens – zwei Bücher. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer war das erste Buch, das ich mir von eigenem Geld gekauft habe. Ich war lange krank gewesen und durfte dann in die Stadt, um mir einen Wunsch zu erfüllen. Meine Wahl fiel auf dieses damals noch recht neue Buch, und das führte mich aus unserem kleinen Städtchen in eine Welt voller Überraschungen, in der sich aber alles auf wunderbare Weise zusammenfügt: Jim heißt Jim, weil er „genauso aussieht“, der Riese ist nur ein Scheinriese, das „Ende der Welt“ ist gar nicht das Ende, und die Klügste ist eine winzige chinesische Prinzessin. Schau genau hin: Was ist so, und was scheint nur so?, fragte mich dieses Buch, aber nicht belehrend, sondern mit einem Humor, der mich auch als Erwachsene noch anspricht.
Als Azubi im Buchhandel dann leistete ich mir (wieder vom wenigen eigenen Geld und gut überlegt) einen echten „Schinken“: Eberhard Bethges Bonhoeffer-Biografie. 1.100 Seiten, die mir zeigten, dass auch in der finstersten Zeit der deutschen Geschichte nichts „alternativlos“ war. Es gab die Möglichkeit, sich zu entscheiden, Zivilcourage zu zeigen, Gottvertrauen zu wagen. Bonhoeffer war kein geborener Held, sondern ein abwägender Intellektueller, der zu anderen Zeiten vermutlich in der Gelehrtenstube alt geworden wäre.
Genau hinschauen und gründlich nachdenken ist wichtig, irgendwann zum Tun durchdringen entscheidend. Jim und Dietrich begleiten mich.

Ulrich Eggers

Was der Schwede Magnus Malm in seinem Best- und Longseller Gott braucht keine Helden schreibt, hat schon viele christliche Hauptamtliche oder engagierte Gemeindemenschen berührt, verändert, herausgefordert: Gott ist nicht interessiert an meiner Arbeit, er ist interessiert an mir. Gott will nicht meine Leistung, er will mich. Das zu lesen – auf dem Hintergrund der eigenen Lebenserfahrung des Autors und seines Burnouts und kranken Leistungsdenkens –, hat befreiende Wirkung. Und Korrektur-Kraft für viele Jahre – ein Buch zum immer wieder lesen, denn man fällt gerne wieder in alte Leistungsmuster: Tust du was, dann bist du was. Bei Gott eben nicht. Liebe und Gnade richtet sich auf mich persönlich. Mich will er, dieser unglaubliche, großartige, liebevolle Gott. Und: Malm tut das, was ich für alle Bücher extrem wichtig finde: Sich selbst mit seiner Lebenserfahrung ehrlich einbringen. Das macht Bücher für mich besonders lesenswert.

Andreas Malessa

Uff. Ein hoher Anspruch. Es hat mein Denken und meinen Glauben verändert, es hat mein Leben indirekt und hintergründig geprägt: Helmut Thielickes „Zu Gast auf einem schönen Stern“, die 450-Seiten-Autobiographie eines der wirkungsvollsten evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts. 1984 als Hardcover bei Hoffmann & Campe, 2007 als Taschenbuch beim Brunnen-Verlag erschienen.
Ein Ethiker und Philosoph, dem die Nazis das Reden und Reisen verboten, der nach dem II. Weltkrieg die Tübinger Universität wieder aufbaute, der mit heißem frommen Herzen und humorvoll kühlem Kopf zwischen Pietisten und linken Intellektuellen vermittelte, der in den 68ern im Hamburger Michel so predigte, dass 2500 Studenten gebannt zuhörten.
Ich hatte das Glück, bei ihm 1976 ein Seminar zu politischer Ethik zu belegen (wie sich 25 Jahre später herausstellte: zusammen mit einer angehenden RAF-Terroristin …) und ihn in meinem ersten Fernsehfilm zu porträtieren. Insofern hat nicht allein „das Buch“, sondern auch der Autor „mein Leben verändert“. Warum ? Weil Helmut Thielicke erschütternden Ernst (z. B. die Karfreitags-Predigt 1947) mit selbstironischem Augenzwinkern („Pathetisches und Kurioses“) verbinden konnte. Weil ihn weder die Verzweiflung über Gottes Tatenlosigkeit im Leid noch die Ehrfurcht vor Gottes Erhabenheit im Heiligen davon abbrachten, sein Leben, die Kirche und die Gesellschaft dankbar, lebenszugewandt und menschenfreundlich mit dem Evangelium von Jesus Christus zu konfrontieren.
Gottes Regenbogen-Verheißung „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte“ aus Genesis 8,22 verband Helmut Thielicke lakonisch-weise mit dem programmatischen Wilhelm-Raabe-Zitat „So schönes Wetter – und ich noch dabei!“
Dafür werde ich ihm – und diesem Buch – immer dankbar sein.

Uwe Heimowski

Es fiel mir zufällig in die Hände. Beim Räumen einer Wohnung durfte ich es mitnehmen. Ich war wenige Jahre vorher aus einer Sucht heraus zum Glauben gekommen. Mein Glaube zu dieser Zeit war sehr eng – ohne diesen Halt wäre ich mit meiner Biographie damals kaum lebenstüchtig geworden. Nun stellte sich mir die Frage nach meiner Berufung. Ich hatte Erzieher gelernt, nun spürte ich, dass Gott mich in einen geistlichen Dienst führt. Wo sollte ich meine Ausbildung machen? Eine Uni kam nicht in Frage, in meinen Kreisen war sie als „liberal“ verschrieen. Doch nun fand ich dieses Buch, die Lebensgeschichte eines lutherischen Theologen, eines Professors für Ethik: Helmuth Thielicke, „Zu Gast auf einem schönen Stern. Erinnerungen“. Ich begann zu lesen, und das Buch zog mich in seinen Bann: dieser Mann liebte Jesus – und hatte eine unvorstellbare Weite in seiner Ethik oder im interreligiösen Dialog. Das kannte ich nicht. Es stellte mein Bild der Universitätstheologie auf den Kopf. Wie konnte einer so klar Christ sein – und zugleich so weit denken? Ich las alles von Thielicke, besonders seine Ethik und seine Predigtbändchen faszinierten mich. Und dann, wenig später, begann ich ebenfalls ein Theologiestudium an der Uni Hamburg. Es wurden unbeschreiblich gute sechseinhalb Jahre. Ich habe so viel gelernt, es hat meinen Horizont erheblich geweitet – und meinem Glauben nicht geschadet, im Gegenteil. Später wurde ich Pastor, unterrichte Sozial- und Wirtschaftsethik, arbeite heute für einen Abgeordneten im Bereich Menschenrechte. Ohne Helmut Thielickes Buch wäre das alles nicht geschehen.

Erstellt am 24. Juli 2013 von

Bereits 2011 erschien im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht der Band: kreuzundquer mit Handicap – Ein Konfirmandenkurs gemeinsam mit geistig behinderten Jugendlichen (24,99 EUR).

 

kreuzundquer mit Handicap

 

Die Kieler Pastorin Rebecca Lenz hat diesen Kurs aus der eigenen Praxis entwickelt und bietet neben Grundsätzlichem konkretes Material für etwa 40 Unterrichtseinheiten. Das kann man für den Konfirmandenunterricht oder – etwa in Freikirchen – den biblischen Unterricht verwenden. Dabei ist das Konzept stark auf Gruppen fokussiert, wo nur Jugendliche mit geistiger Behinderung teilnehmen. Gemischte Gruppen im Sinne der Inklusion werden zwar hier und da angesprochen, stehen aber nicht im Mittelpunkt.

Wäre zu wünschen, dass nicht nur die abschließende Feier, sondern auch der Unterricht weit mehr als bisher üblich in gemischten Gruppen stattfindet.

Erstellt am 9. April 2013 von

Hier auf unserem Verlags-Blog berichten wir ja nicht nur über Aktuelles aus dem Neufeld Verlag, sondern lassen gerne auch immer mal wieder den Blick schweifen.

Heute präsentieren wir das Ergebnis einer kleinen Umfrage unter Verlegerinnen und Verlegern christlicher Verlage (herzlichen Dank fürs Mitmachen!):

Was ist Ihr wichtigstes Buch in diesem Frühjahr?

 

Dr. Dominik Klenk, Brunnen Verlag, Basel:

Unser wichtigstes Buch: Roland Hardmeier, Himmelstöchter – Warum die Stärke der Frau in der Kirche gebraucht wird. Und warum das biblisch ist.

Roland Hardmeier sagt uns in einem theologisch fundierten Buch, warum die Stärke der Frauen in der Kirche unbedingt gebraucht wird.

Er hilft uns damit, genauer hinzuschauen und den roten Faden in der Bibel ernst zu nehmen, der zeigt, warum die Gaben der Frau in der Gemeinde erwünscht sind.

Er geht auch den wenigen missverständlichen und frauenkritischen Bibelstellen nicht aus dem Weg, sondern beantwortet sie mit der Bibel.

Das Buch zeigt uns, dass Gott Frauen in gleicher Weise achtet, begabt, beruft und sendet wie Männer – nur anders. Dieses Buch fördert die Hoffnung, dass unsere Kirchengemeinden nicht nur quadratisch, praktisch, gut, sondern auch atmosphärisch ansprechend, farbenfroh und kommunikativ etwas leichter werden.

 

Anne-Ruth Meiß, Verlag der Francke-Buchhandlung, Marburg:

Für mich persönlich ist Mitbewohner gesucht von Melissa C. Feurer das Frühjahrshighlight bei Francke, ein Buch für junge Erwachsene. Darin erzählt die junge Autorin von einer Studenten-WG, in die eines Tages Johnny einzieht. Was keiner weiß: Johnny ist sterbenskrank. Er hat keine Verwandten mehr und so zieht er in diese WG, weil er sich danach sehnt, dass auch sein Leben Spuren hinterlässt, dass es Menschen gibt, die nach seinem Tod um ihn trauern. Als die Mitbewohner hinter sein Geheimnis kommen, reagieren sie sehr unterschiedlich, sehr unerwartet. Am Ende ist es nicht nur Johnny, dessen Leben eine neue Richtung einschlägt.

Mit viel Einfühlungsvermögen erzählt Melissa C. Feurer eine zu Herzen gehende Geschichte, in der sie mutig die Frage nach dem Tod stellt und überzeugende Antworten gibt. Ein ganz wunderbarer evangelistischer Roman für junge Menschen, der mitreißend erzählt ist und so ganz ohne Klischees auskommt.

 

Ralf Markmeier, Gerth Medien und Adeo Verlag, Asslar:

Unser wichtigstes Buch im Frühjahr ist für mich Jürgen Mettes Biografie Alles außer Mikado. Leben trotz Parkinson. Es ist ein radikal ehrliches, trostreiches und ermutigendes Buch, das trotz der Schwere des Themas durchzogen ist mit Jürgens feinsinnigem Humor. Es zeigt sein Ringen mit Gott, zu dem er jedoch nie sein Vertrauen verloren hat. Es ist eine Freude, wie viele positive Reaktionen dieses Zeugnis auslöst – und das nicht nur im christlichen Markt. Am 12. April 2013, einen Tag nach dem Welt-Parkinson-Tag, ist Jürgen Mette zu Gast im Kölner Treff (WDR).

Mehr Informationen über Buch und Autor sowie einen Trailer gibt es hier.

 

Thomas Häußner, Echter Verlag, Würzburg:

Susanne Krahe und Eberhard Fincke, Organspende – ein Akte der Nächstenliebe
In den bisherigen Diskussionen zum Thema Organspende wird meist als selbstverständlich und als common sense vorausgesetzt, dass Organe spenden und empfangen an sich gut und nicht hinterfragbar sei. Neben dem medizinischen wird oftmals nur noch ein wirtschaftlicher Aspekt in die Diskussion gebracht. Muss aber in diese Diskussion nicht die Frage eingebracht werden, welches Menschenbild in die Entscheidungsfindung pro und contra Organtransplantation einfließt, und stellt sich für religiöse Menschen nicht auch die Frage nach dem Gottesbild? Die Diskussion in diesem Buch wird von zwei Menschen geführt, die als Betroffene selbst vor diesen Fragen stehen und standen und ganz unterschiedliche Entscheidungen getroffen haben. Somit wirft das Buch neue, vielleicht bislang zu wenig beachtete Aspekte auf die Diskussion um die Organspende.

 

Nicolas Koch, Brendow Verlag, Moers:

„Was ist unser wichtigster Titel im aktuellen Programm?“ So lautet die Aufgabenstellung für diesen Text. Puh! Gute Frage. Nach was soll ich da gehen? Verkaufszahlen? Bekanntester Autor? Persönliche Vorliebe? Ich habe mich mal für Letzteres entschieden. Ein Titel hat es mir diesmal persönlich besonders angetan, deshalb möchte ich Super, Mann! von Fabian Vogt vorstellen.
Mannsein ist in den letzten Jahren ja immer komplizierter geworden. Wusste man vor 30 Jahren noch ziemlich genau, was und wie ein Mann zu sein hat (im Beruf, als Vater, in der Gemeinde), ist heute alles viel unschärfer geworden. Die Palette der An- und damit der Herausforderungen ist sehr breit: Wir müssen liebevolle Ehemänner, fürsorgliche Väter, nette Kollegen, authentische und mitreißende Glaubende, strebsam-erfolgreiche Arbeitnehmer und vieles mehr sein. Ganz schön anstrengend manchmal, hier überall seinen Kerl zu stehen.

Fabian Vogt schreibt in seinem Buch Briefe an all diese Männerrollen. In ihnen betrachtet und reflektiert er die verschiedenen Lebensbereiche, macht sich daran, Zerrbilder geradezurücken und falsche Erwartungen aufzudecken. Besonders wichtig ist ihm der Blick auf die vielen Möglichkeiten und Freiräume, die in den einzelnen Bereichen liegen: Wir sind stark. Wir können nicht alles – aber vieles. Und wenn wir die richtigen Prioritäten setzen, schaffen wir das auch.

Ich mag die befreiende Wirkung, die seine Texte haben! Erst mal fühlt man sich verstanden: Oh, ich bin nicht der Einzige, der mit all den Ansprüchen, die an ihn gestellt werden, zu kämpfen hat. Dann sind sie einfach witzig zu lesen. Und vor allem machen sie Mut, vernünftige Prioritäten zu setzen und einfach  loszulegen.

 

SCM R. Brockhaus Verlag, Witten:

Unser wichtigster Titel im Frühjahr ist das Buch Kreiszieher von Mark Batterson.

Der Kreiszieher ist ein mitreißendes, neues Buch zum Thema Gebet, in dem es darum geht, Gott wirklich alles zuzutrauen, ihn also nicht zu klein zu machen. Wir hoffen, dass dadurch viele Leute neu entdecken, dass wenn wir Gott alles zutrauen, anhaltend beten und ein wenig Geduld haben, alles möglich ist.

Umfassende Infos zu Buch gibt es auf der Website www.kreiszieher.de.

 

Kerstin Hack, Down to Earth, Berlin:

Unser wichtigster Titel im Frühjahr ist: Ziele erreichen. Wie persönliche Veränderung wirklich gelingt von Christoph Schalk.

Der Grund, warum mir als Verlegerin dieses Quadro (Trainings-Power-Buch) so wichtig ist: Viele Menschen wollen sich verändern und Ziele erreichen – egal ob es Gewichtsreduktion ist oder Verhaltensänderung. Doch sie bleiben oft auf halbem Weg stecken und geben frustriert auf. Oft liegt das daran, dass das Bewusste („der Kopf“) nicht mit dem Unbewussten („dem Bauch“) zusammenspielen. Die Schweizerin Maja Storch hat das wissenschaftlich untersucht und das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM) entwickelt, das dabei hilft, Ziele zu entwickeln und zu erreichen, die stimmig und mit hoher, tief verankerter Motivation erreichbar sind.

Christoph Schalk erklärt in diesem Quadro das Modell und zeigt gleich, wie es in Bezug auf ein eigenes Ziel umgesetzt werden kann. Ich bin glücklich über diesen Titel und hoffe, dass er vielen Menschen dabei hilft, sich die richtigen Ziele zu setzen und sie auch zu erreichen.

 

Andreas Claus, cap-music/cap-books, Haiterbach:

Valerie Lill: Mein geliebtes Kind – 365 Himmelsbriefe

Dieses Buch ist mir aus verschiedenen Gründen wichtig: Es ist uns als Verlag ganz kurzfristig in die Arme geflogen (365 Himmelsbriefe …), wir haben einen Tag überlegt und dann kraftvoll entschieden: Wir spucken in die Hände und machen es – auch wenn die Neuheiten schon alle ausgeplant sind und „man“ ein Andachtsbuch nicht erst im Januar bringen kann. Es gibt einfach Bücher, die will man machen! Wenn man dann das Privileg hat, so zu entscheiden, ist das etwas Besonderes.
Und es ist ein Buch, dessen Texte nicht geplant für ein Buch geschrieben wurden, sondern die entstanden sind in einer intensiven Lebensengstelle der Autorin, aus dem Umgang mit Gott und dem täglichen Erleben heraus. Trost, Hoffnung, Wertschätzung. Wenn dann der Impuls kommt, das sollten auch andere Menschen lesen können, dann hat so ein Buch einen großen Wert. Es trägt eine persönliche Note und ist doch ganz für den Leser da. Es ist zeitnah und doch zeitlos. Es ist ist fiktiv und doch real.

 

Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach:

Empfehlen möchten wir unser neues Buch von Pater Anselm Grün: Achtsam sprechen – kraftvoll schweigen. Für eine neue Gesprächskultur.

Denn dem allgemein beklagten Verfall der Gesprächkultur setzt Pater Anselm in diesem Buch biblisch und psychologisch fundierte Überlegungen zum Thema Gespräch und Sprache entgegen. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Achtsamkeit für die Sprache und eine hohe Sensibilität für die Macht und die Wirkung von Worten. Daraus entwickelt er einen neuen, spirituellen Ansatz, um zu einem echten Gespräch zurückzukehren.

Erstellt am 25. März 2013 von

Habe gerade den Roman Gedächtnis mit Flügeln von Romain Gary gelesen. Gary (eigentlich Roman Kasev), der für zwei seiner Romane den renommierten Literaturpreis Prix Goncourt erhielt (was nur deswegen überhaupt möglich war, weil man ihn nicht sofort hinter dem Pseudonym Emile Ajar identifizierte), beschreibt darin aus der Sicht des jungen Franzosen Ludovic Fleury die Geschichte einer Liebe. Und er erzählt wunderbar poetisch und mit schier unpassender Leichtigkeit vom französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Herrlich zum Beispiel die Figur des Marcellin Duprat, mit drei Sternen versehener Inhaber des angesehenen Restaurants Clos Joli, der „letzten Bastion des echten Frankreich“. Und wunderbar Ambroise Fleury, der Onkel des Protagonisten, der sich auf die Kreation ausgefallener Papierdrachen versteht und auf seine Weise protestiert und Zeichen setzt. Diese drei repräsentieren die Würde der französischen Nation. In einer Zeit, in der es vernünftig scheint, sich anzupassen, leisten sie auf scheinbar ganz unvernünftige Weise Widerstand.

An ein, zwei Stellen im Buch verweist Gary auf Le Chambon-sur-Lignon und Pfarrer André Trocmé – ein Ort der Menschlichkeit und ein Widerstandsnest, das bis heute kaum bekannt ist und wo Tausende gerettet wurden. Mitten im Krieg zieht etwa der Drachenbauer Ambroise Fleury nach Le Chambon (und überlebt am Ende sogar Auschwitz). Der letzte Satz im Roman lautet:

Ich beende nun diese Geschichte, indem ich noch einmal den Namen des Pfarrers André Trocmé niederschreibe und den von Le Chambon-sur-Lignon, denn besser könnte man es nicht ausdrücken.

Die deutsche Ausgabe, stilvoll übersetzt von Jeanne Pachnicke (Originaltitel: Les Cerfs-volants, Editions Gallimard, Paris 1980), erschien 1989 im Aufbau-Verlag und wurde noch gedruckt vom Grafischen Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden … Inzwischen scheint es das Buch allerdings nur noch antiquarisch zu geben.

Erstellt am 6. Februar 2013 von

Nach den erfolgreichen zwei ersten Bänden Ich bin dafür! – 44 Mutmacher für den Alltag und Weiter so! 44 neue Mutmacher für den Alltag ist soeben ein dritter Band aus der Feder von Uwe Heimowski erschienen: Verliebt ins Leben – 44 frische Mutmacher (Brunnen Verlag, Gießen). Uwe Heimowski, ein guter Freund von uns, hat nicht nur ein bewegtes Leben, sondern ist beruflich nach wie vor sehr vielseitig unterwegs: als Pastor, als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten (nämlich Neufeld-Autor Frank Heinrich …), als Referent, Berater und eben auch als Autor. Auch an dieser Stelle schreibt er ja seit einiger Zeit regelmäßig. Zu diesem druckfrischen Büchlein meint er:

Ich bin verliebt in dieses Leben! Es ist aufregend, spannend, lebenswert, herausfordernd, erfüllend. Das lerne ich gerade auch von Menschen, denen es nicht immer gut geht. Es sind die kleinen Momente, die das Leben groß machen. Die geschenkten Momente, in denen die Wirklichkeit hinter unserer alltäglichen Realität aufscheint.

Uwe Heimowski – ein Meister der Formulierkunst und ein Geschichtenerzähler – öffnet mit seinen 44 Mutmachern den Blick für das Besondere im Alltäglichen, für Gottes Spuren in unserem Leben, für die Schönheit des Augenblicks: poetisch, nachdenklich, humorvoll, ermutigend. Herzliche Empfehlung also, dieses Buch eignet sich auch zum Verschenken und Vorlesen!

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.