Dawkins & das Down-Syndrom

Erstellt am 26. August 2014 von

In den letzten Tagen sprach sich die Empfehlung des britischen Wissenschaftlers Richard Dawkins herum, Kinder mit Down-Syndrom abzutreiben (was – das muss man auch zur Kenntnis nehmen – in den allermeisten Fällen tatsächlich geschieht; in Deutschland geht man von weit über 90 % aus) – und sorgte für lebendige Diskussionen.

Dawkins ist Zoologe und Biologe und gilt als einer der bekanntesten Vertreter eines „Neuen Atheismus“. Hier ein kleiner Auszug aus seiner Stellungnahme:

 

„I personally would go further and say that, if your morality is based, as mine is, on a desire to increase the sum of happiness and reduce suffering, the decision to deliberately give birth to a Down baby, when you have the choice to abort it early in the pregnancy, might actually be immoral from the point of view of the child’s own welfare. I agree that that personal opinion is contentious and needs to be argued further, possibly to be withdrawn. In any case, you would probably be condemning yourself as a mother (or yourselves as a couple) to a lifetime of caring for an adult with the needs of a child. Your child would probably have a short life expectancy but, if she did outlive you, you would have the worry of who would care for her after you are gone. No wonder most people choose abortion when offered the choice. Having said that, the choice would be entirely yours and I would never dream of trying to impose my views on you or anyone else.“

 

Hier geht es zur Seite von Herrn Dawkins, wo auch der Kontext der Debatte deutlicher wird. Und dass man sehr wohl anderer Meinung sein kann.

Zum Beispiel was Down-Syndrom mit Glück und Leiden zu tun hat. Oder dass die Lebenserwartung von Menschen mit Down-Syndrom heutzutage längst nicht mehr so gering eingeschätzt wird wie vor Jahrzehnten. Oder dass auch Menschen mit Unterstützungsbedarf in Zeiten der Inklusion nicht Zeit ihres Lebens abhängig sind von der „Betreuung“ der Eltern, sondern durchaus ein selbständigeres Leben führen, als gemeinhin so angenommen wird. Oder, viel grundsätzlicher, worauf sich unser Recht auf Leben und Selbstbestimmung gründet. Und inwiefern darin auch das Recht enthalten ist, über das Leben anderer zu entscheiden …

Dr. Dominik Klenk, Verleger  und Geschäftsführer von ‚fontis, dem Brunnen Verlag Basel, hat Dawkins‘ jüngste Äußerungen zum Anlass für einen Kommentar genommen: „Nützlichkeit ist keine Himmelsrichtung“ …


Kommentare sind geschlossen.

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.