Es ist normal, verschieden zu sein!

Erstellt am 12. Februar 2015 von
Dieser wunderschöne, wahre und doch so notwendige Satz war offenbar – das wusste ich noch gar nicht – der Titel einer Ansprache des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bei der Eröffnungsveranstaltung der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte am 1. Juli 1993 im Gustav-Heinemann-Haus in Bonn.
Nun hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kürzlich unter dem Titel „Es ist normal, verschieden zu sein. Inklusion leben in Kirche und Gesellschaft“ eine neue Orientierungshilfe veröffentlicht. Sie reflektiert die sozial- und bildungspolitischen Herausforderungen durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und deren Konsequenzen besonders für die evangelische Kirche und ihre Diakonie.

 

Es ist normal verschieden zu sein von

 

„Mit dem Wort Inklusion wird ein Paradigmenwechsel markiert. Es geht nicht mehr um die Integration einer kleinen abweichenden Minderheitsgruppe in die ‚normale‘ Mehrheit. Vielmehr soll die Gemeinschaft so gestaltet werden, dass niemand aufgrund seiner Andersartigkeit herausfällt oder ausgegrenzt wird“, stellt  der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, im Vorwort der Orientierungshilfe fest.

„Mit dieser Orientierungshilfe möchte der Rat der EKD Menschen in Kirche und Diakonie, aber auch politische Verantwortungsträger und persönlich Betroffene ermutigen, sich in den Diskurs um eine inklusive Weiterentwicklung des Gemeinwesens einzubringen“, so der Ratsvorsitzende. „Mut und Kreativität sind dabei genauso gefragt wie Professionalität und ein sensibler Umgang mit Vielfalt.“

Das Dokument umfasst fünf Kapitel, die

  • Inklusion als einen Paradigmenwechsel beschreiben,
  • theologische Orientierungen zur Inklusion vermitteln,
  • grundlegende Aufgaben von Inklusion benennen,
  • Aufgaben von Inklusion in verschiedenen Handlungsfeldern konkretisieren,
  • Chancen von Inklusion für Kirche und Gemeinde aufzeigen.

Mit ihrer Orientierungshilfe wendet sich die EKD an alle, die sich in Kirche und Diakonie, Politik und Gesellschaft, Bildung und Erziehung oder familiär und persönlich mit den Fragen der Inklusion auseinandersetzen. Sie wurde von einer vom Rat der EKD eingesetzten Kommission erarbeitet, der Experten aus Kirche, Diakonie, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft angehörten.

Der Band Es ist normal, verschieden zu sein. Inklusion leben in Kirche und Gesellschaft ist erschienen im Gütersloher Verlagshaus, hat 192 Seiten und kann zum Preis von 7,99 € über den Buchhandel bezogen werden. Sie steht auch online zum Herunterladen bereit.

Beim Reinlesen fand ich etwa den Abschnitt über Pränataldiagnostik treffend und gut – ein eindeutiges Werben für das Leben und eine Ermutigung für (werdende) Eltern. Sogar der Welt-Down-Syndrom-Tag (der ja am 21.3. wieder bevorsteht) wird erwähnt. Schön!


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.