Jean Vanier (10. September 1928 bis 7. Mai 2019), ein frankokanadischer Philosophiedozent und früherer Marineoffizier, entschloss sich 1964, zwei Männer mit geistiger Behinderung in sein Haus in Trosly-Breuil/Frankreich aufzunehmen und eine Lebensgemeinschaft mit ihnen zu gründen. Damit legte er den Grundstein für das Wachstum der Arche.

Schnell breitete sich diese Idee des partnerschaftlichen Zusammenlebens von Menschen mit und ohne geistige Behinderung weltweit aus. Jean Vanier leitete die Internationale Föderation der Arche bis 1975. Er wirkte vor allem durch seine Bücher und viele Vorträge. Vanier war ein Mann, dessen Charisma im Laufe seines Lebens viele Menschen beeindruckt und inspiriert hat.

2008 erschien im Neufeld Verlag eine Biografie über Jean Vanier.

2020 gab die Internationale Arche die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung bekannt: Sie offenbarte, dass Jean Vanier wichtige Aspekte seines Lebens verborgen gehalten hatte. Er hatte mit einigen erwachsenen, nicht behinderten Frauen sexuelle Beziehungen aufgenommen, über die er im Rahmen geistlicher Begleitung einen starken psychischen Einfluss ausübte. Diese Erfahrungen sexueller Übergriffe haben einige der Frauen zutiefst verwundet.

Artikel dieses Autors: