Lotta Wundertüte

Erstellt am 19. August 2014 von

9783462307276_5

 

Sandra Roth

Lotta Wundertüte

Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl

Gebunden mit Schutzumschlag, 272 Seiten

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013

 

Ein absolut lesenswertes Buch – allen empfohlen, die drinstecken oder mal reinschauen wollen in ein Leben mit einem behinderten Kind, wo plötzlich die Welt Kopf steht. Wo nichts mehr so ist, wie man es vorher geplant hat. Wo Planen oft gar nicht mehr möglich ist. Lotta, die “Wundertüte”, ist ins Leben getreten und man weiß nun mal nie, was in einer Wundertüte steckt.

Sandra Roth, Jahrgang 1977, ist freie Autorin u. a. für DIE ZEIT oder Brigitte. Lotta Wundertüte ist ihr erstes Buch, und darin erzählt sie authentisch und liebevoll von den ersten drei Jahren mit Lotta. Es ist wunderbar geschrieben und hat mich tief berührt.

Sandra Roth beschreibt ehrlich den Kampf mit sich selbst, das Ringen als Ehepaar, die Auseinandersetzungen mit und gegen Ärzte und deren Meinungen. Dazu die vielen Fragen mit großer Tragweite: Wie werden wir dem Bruder gerecht? Müssen wir endlich annehmen, dass sie sich vermutlich nie allein wird fortbewegen können – oder geben wir damit zu früh auf? Wie viel Therapie ist zu viel, wie viel zu wenig?

Und mittendrin: das Mädchen Lotta, “zickig, zäh, süß und schwerbehindert”.

Das Buch nimmt uns mit zu unzähligen Krankenhausaufenthalten – und es gibt tiefe Einblicke etwa in Sinn und Unsinn von Pränataldiagnostik oder auch Inklusion. Wir lesen vom kräftezehrenden Bemühen um Hilfsmittel sowie einen Kindergartenplatz – nachdem die Politik den heilpädagogischen Kindergarten in Köln mal eben für überflüssig erklärt hat … Und die Autorin erzählt von ihrem Wunsch, dass die Menschen auf der Straße Lotta in die Augen schauen und nicht auf ihren schiefen Hals.

Danke, liebe Sandra Roth, für soviel Offenheit und Mut! Und wer jetzt unbedingt noch wissen will, was Lotta eigentlich genau hat – dem sei gesagt: Lotta hat … eine phantastische Familie!

Carolin Neufeld


Kommentare sind geschlossen.

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.