Neu von Daniel Zindel: Wenn der eigene Sohn …

Erstellt am 9. April 2014 von

Daniel Zindel, mit dem wir seit einigen Jahren eng verbunden sind, schreibt im Dossier der Zeitschrift Lebendig („Magazin für Lebensaspekte und Glauben“, Ausgabe 0213):

 

„Um 12 Uhr (Mitternacht) bin ich zuhause, abgemacht.“ So verabschiedet sich unser Sohn zur Klassenparty. Um halb drei (morgens) erwache ich. Ich höre jemanden schwankend die Treppe hochsteigen. Die WC-Brille wird hochgeklappt. Und dann übergibt sich einer, mehrmals.

Ich bin wütend und enttäuscht. Am meisten schmerzt mich der Vertrauensbruch. Und ich sorge mich: Wenn das so anfängt, wohin führt das noch?! Am meisten ärgert mich, dass man mich für dumm verkaufen will.

Ich steige aus dem Bett. Ich laufe die Treppe hoch: Das lasse ich mir nicht bieten, jetzt gibt’s ein Donnerwetter!

Plötzlich vernehme ich in mir den Impuls: „Sei barmherzig.“ Für einen Moment sammle ich mich vor dem WC.

Dann stehe ich hinter meinem Sohn. Er kniet vor der Schüssel. Ich fahre ihm durch sein schweißnasses Haar und sage ihm: „Schlaf gut. Heute Nacht hast du viel gelernt.“

Jene kreative Intervention, die einer barmherzigen Haltung und nicht meinen Affekten entsprungen ist, hat – wie es sich im Nachgespräch herausstellte – viel bewirkt.

 

Zindel ist Vater von vier erwachsenen Kindern. Er ist Theologe, Leiter der Stiftung Gott hilft in Graubünden und nebenberuflich Eheseelsorger und Autor. Soeben ist sein Buch Gestillt – Nachtgespräche mit David in einer Neuausgabe im Neufeld Verlag erschienen (nachdem wir bereits Geistesgenwärtig führen – Spritualität und Management sowie Lieben, leiten, leben – Das Ehebuch für Führungskräfte herausgegeben haben).

 

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Und das, was in dem kurzen Text oben durchscheint, schätze ich auch in diesem Buch: Ehrlichkeit. Und Offenheit. Barmherzigkeit. Und die Bereitschaft, sich zu verändern. Neue Wege einzuschlagen. Für Gestillt – Nachtgespräche mit David (die erste Auflage, die noch im stiftungseigenen Scesaplana Verlag erschienen ist, war erfolgreich ausverkauft) hat Daniel Zindel eine kreative Idee umgesetzt:

 

Reinhold, ein junger Marketingplaner mit Führungsverantwortung, hat Probleme beim Einschlafen. Da entdeckt er in nächtlicher Stunde – beim zweiten Bierchen nach einem frustrierenden Arbeitstag – die Möglichkeit, in Briefkontakt mit König David zu treten. Er erzählt von seinem Arbeitsalltag, aber auch von seinen eskalierenden Eheproblemen.

Die Nachtgespräche verändern Reinhold. Er lernt von David, dass weder Macht, Reichtum noch Sex seinen inneren Mangel ausfüllen können – und wie seine tiefsten Bedürfnisse gestillt werden.

 

Als ich dieses Buch hier und da live vorgestellt und dabei die ersten zwei, drei Briefe vorgelesen habe, lachten die Zuhörer gleich herzhaft mit. Und haben freilich sofort erkannt, dass es auch ein ganz bewegendes Buch ist. Es geht um die Beziehung von Reinhold und seiner Frau. Um Erwartungen. Um seine Rolle als Vater. Zindel reflektiert geschickt und unterhaltsam darüber, wie wir mittendrin im stressigen und bewegten Alltag mit Gott in Beziehung sein können. Und darüber, wie wir unserer Seele Gutes tun können.

Ein Freund schrieb mir kürzlich:

 

… dieses Wochenende das Buch gelesen. Gerne gebe ich zu, dass ich es fast nicht aus der Hand legen konnte. Nur die Tiefe der Gedanken hat mich zu Pausen bewogen, um es in mich aufnehmen zu können. Ich bin begeistert! …

 

Herzliche Empfehlung also für diese Frühjahrs-NeuerscheinungGestillt – Nachtgespräche mit David ist auch als E-Book erhältlich.


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.