Rockefeller

Erstellt am 11. Juni 2015 von

Morgen feiert David Rockefeller seinen 100. Geburtstag. Sein Leben begann mitten in Manhattan, wo sich heute das Museum of Modern Art (MoMa) befindet. 1926 war einer seiner Hauslehrer der Franzose André Trocmé.

Rockefellers Vater John D. Rockefeller junior war ein Förderer des Union Theological Seminary und des International House, wo Trocmé (1901-1971) studierte – und seine Frau Magda kennenlernte. Und so hatte der Milliardär eines Tages den Studenten am Telefon:

»Ich bin Mister John D. Rockefeller junior, 54. Straße«, sagte eine Männerstimme, »und ich brauche für meine Söhne einen Französisch-Tutor. Wenn die Sache Sie interessiert, dann vereinbaren Sie doch einen Termin mit Mrs. Rockefeller.«

Trocmé nahm an und wurde Lehrer in der damals reichsten Familie der Welt.

»Junger Mann, ich werde etwas für Sie tun!«, sagte eines Tages der alte Rockefeller, als André das zweifelhafte Vergnügen hatte, Gast in seiner schlossartigen Residenz zu sein. »Ich schenke Ihnen ein Zehn-Cent-Stück. Versprechen Sie mir, dieses Geld zu investieren, sobald Sie wieder in Ihrer Heimat sind! So habe ich auch angefangen, und so bin ich reich geworden.«
André versprach es brav und steckte das Geldstück in die Hosentasche.
Danach bekam er ein Zehn-Cent-Stück für seinen Vater. Auch das steckte er ein.
»Haben Sie Geschwister?«, fragte der 87-Jährige.
»Ja, sieben«, antwortete André.
»Das ist zu viel. Sie treiben mich in den Ruin!« Und tatsächlich blieb es bei den zwanzig Cent.
»Mehr Benzin und höhere Preise, das ist es, was wir brauchen«, waren die Abschiedsworte, die Rockefeller senior seinem Gast mit auf den Weg gab.

Ob David Rockefeller mitbekommen hat, welchen Weg sein Französisch-Lehrer dann ging? Dass er während der Nazi-Herrschaft mit seiner Frau Magda und anderen im kleinen französischen Örtchen Le Chambon entscheidend dazu beitrug, Tausende zu retten?

Gäbe es sie auf Englisch, wir würden ihm ein Exemplar der Biografie dieses außergewöhnlichen Paares überreichen (daraus stammen die hier verwendeten Zitate), die Hanna Schott für den Neufeld Verlag geschrieben hat …

 

 

 


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.