Stimmt: Es ist nicht immer einfach

Erstellt am 19. September 2016 von

Vor wenigen Tagen ist ein neues Buch von Doro May erschienen. Das Leben ist schön, von einfach war nicht die Rede – Meine besondere Tochter ist erwachsen lautet der Titel dieses persönlichen Erfahrungsberichtes.

Als ich kürzlich die ersten druckfrischen Exemplare davon beim Down-Sportlerfestival in Magdeburg dabei hatte, war das Interesse groß. Vielleicht liegt es daran, dass manche Eltern nicht immer nur „Erfolgsgeschichten“ lesen, sondern auch mal wieder getröstet werden möchten: Der Alltag mit einem behinderten Kind ist nicht leicht.

 

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Wenn wir ehrlich sind (und ich glaube, das ist immer der beste Weg!), gehört beides zusammen: Ja, es steckt eine ordentliche Portion Schmerz darin, und für viele unzählige Situationen gibt es kaum Standardlösungen, sondern Eltern sind enorm gefordert, und zwar über einen langen Zeitraum.

Und genauso gilt, dass dieses besondere Leben unsere eigene Identität verändert, unsere Sichtweise prägt und unsere Wahrnehmung schärft. In den allermeisten Fällen schauen Eltern behinderter Kinder mir ins Gesicht und sagen, dass sie daran gewachsen sind, dadurch gelernt haben, beschenkt wurden. Von „easy“ ist selten die Rede …

 

Es ist Samstag. Ich sitze in einem blauen Kleinbus. Links neben mir brummt Tina, meine besondere Tochter, so laut wie der Motor.

Rechts kaut ein junger Mann auf einem verknoteten Unikum herum. Hinter mir unterhalten sich Holger und Jürgen in Gebärdensprache mit Andreas, dem Mann auf dem Beifahrersitz. Den Höhepunkt dieser ungewöhnlichen Fuhre bildet Jan. Jan sieht richtig gut aus. Er ist taubstumm. Jan ist unser Fahrer.

Wo bin ich hier hineingeraten? In eine Wohngruppe, die einen Ausflug unternimmt.

Es ist Sommer und alle haben gute Laune. Ich bin die einzige, die keine erkennbare Behinderung hat. Und ich fühle mich sauwohl

 

Doro May erzählt in ihrem Buch also vom Leben im Wohnheim, von stressigen Arztterminen und überraschenden Glücksmomenten. Sie lässt sich anstecken von der „authentischen Gelassenheit“ einer Reittherapeutin und bricht eine Lanze für die Geschwister behinderter Kinder. Ihre Tochter Tina ist 27,  hat Down-Syndrom und ist Autistin.

Natürlich ist es peinlich, wenn Tina im Restaurant mal eben den Tisch abräumt oder sich beim Picknick auszieht. Und ganz sicher ist das Leben mit einem behinderten Kind ein Abenteuer. Schön ist es trotzdem!

 

Vor einigen Jahren erschien ein erstes Buch von Doro May über Tina: Meine besondere Tochter – Liebe zu einem Kind mit Behinderung (Sankt Ulrich Verlag, Augsburg, jetzt erhältlich im Paulinus Verlag, Trier).


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.