Schlagwort-Archiv: Armut

 

Erstellt am 13. Oktober 2016 von

Bis Weihnachten dauert es zwar noch eine ganze Weile, doch seit Anfang Oktober läuft bereits die Saison von „Weihnachten im Schuhkarton“. Bereits zum 21. Mal werden hunderttausende bunt verpackte und mit Geschenken gefüllte Schuhkartons dadurch zu notleidenden Kindern in Osteuropa gebracht. Spielzeug, Kleidung, Süßigkeiten und auch Selbstgemachtes sollen den Kindern, die oftmals noch nie im Leben ein Geschenk bekommen haben, Liebe greifbar machen.

 

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Mit LKW, Zügen und sogar auf Kamelen und Eseln legen die Kartons etliche Kilometer zurück, bis sie die Empfängerkinder erreichen. Der Moment der Freude, wenn ein Kind sein Päckchen öffnet, ist jedoch nicht alles – die eigentliche Reise beginnt erst genau hier. Das erlebte auch die mittlerweile 17-jährige Viorika in der Republik Moldau:

„Das Leben Zuhause war hart. Uns fehlten viele lebensnotwendige Dinge. Ich fühlte mich nutzlos. Ich hatte das Gefühl, niemand auf der Welt braucht mich. Eines Tages wurde ich von einer Kirche zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Sie war voll mit Kindern. Wir spielten Spiele und es gab ein besonderes Programm. Im Anschluss daran gab man uns Schuhkarton-Geschenke. Es war mein allererstes Geschenk, das ich bekam und ich war so aufgeregt zu sehen, was sich darin befand. Ich war wirklich glücklich. Diese Päckchen helfen den Kindern hier. Sie können ihr Leben verändern, sowie auch meines verändert wurde.“

 

Ein liebevoll gepackter Schuhkarton schenkt den Kindern in ihrer Situation Hoffnung und drückt Zuneigung aus. Aus einem ersten Kontakt entwickeln sich häufig individuelle Beziehungen, die den Familien Halt und Kraft geben.

 

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Auch in diesem Jahr ruft Geschenke der Hoffnung e.V. als Träger der Organisation wieder Menschen im deutschsprachigen Raum dazu auf, sich bei der weltweit größten Geschenkaktion für Kinder in Not durch Päckchenpacken, Geldspenden und ehrenamtliche Mitarbeit zu beteiligen. Die Päckchenspenden können bis zum 15. November bei zahlreichen Sammelstellen abgegeben werden.

Eine tolle Idee, wie ich finde! Viel Freude also beim Mitpacken …

Erstellt am 29. Januar 2016 von

Das Schweizer Paar Anika und Daniel Meyer hat mehrere Jahre mit den christlichen Organisationen Jugend mit einer Mission und Mercy Ships in Sierra Leone und Irak mit behinderten Kindern gearbeitet. Seit 2007 leben sie in Südafrika, und dort haben sie das Projekt Timion begonnen.

Daniel Meyer:

Timion (griechisch) heißt wertvoll. Und genau das sind unsere zerebralgelähmten Kinder, auch wenn sie von vielen Leuten als wertlos oder mangelhaft abgewertet werden!

In einer Holzwerkstatt produzieren drei Männer – einer davon war zuvor als Straßenkind auf sich gestellt – Hilfsmittel für behinderte Kinder. Unterstützt werden sie von Freiwilligen aus Europa, die für einige Monate mitarbeiten.

 

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Bis jetzt konnten auf diese Weise bereits über 1.000 zerebralgelähmte Kinder mit Hilfsmitteln versorgt werden. Zwei  Therapeutinnen und eine Seelsorgerin machen tägliche Hausbesuche in den Townships. Neben der praktischen Hilfe unterstützen sie die Mütter aber auch psychologisch und seelsorgerlich: Viele Mütter sind überfordert oder depressiv, weil das „Paket“ von Behinderung, Armut und Einsamkeit einfach zuviel für sie ist, so Daniel Meyer.

Das Projekt Timion freut sich auch in Zukunft über Freiwillige – kurze oder längere Zeit, mit beruflicher Kompetenz oder ungelernt, alt oder jung – und natürlich über finanzielle Unterstützung.

www.timion.org

Erstellt am 16. Juli 2015 von

Gestern Abend habe ich die Autobiographie von Leymah R. Gwobee zu Ende gelesen: Wir sind die Macht – Die bewegende Autobiographie der Friedensnobelpreisträgerin (Klett-Cotta, Stuttgart 2012 – leider vergriffen). Im Klappentext zum Buch heißt es:

 

Leymah R. Gbowee ist der Kopf und das Herz der afrikanischen Frauenfriedensbewegung. In entwaffnender Offenheit erzählt die Friedensnobelpreisträgerin, wie sie zur Frauen- und Friedensaktivistin wurde: Als der 14 Jahre währende Bürgerkrieg in Liberia ausbricht, will die 17-Jährige Kinderärztin werden. Stattdessen schlittert sie im Bürgerkriegschaos in eine von sexueller Gewalt geprägte Beziehung und hat sechs Jahre später vier Kinder, keine Ausbildung und keine Ziele mehr.

Über ein Praktikum als Streetworkerin mit Kindersoldaten erwacht sie endlich aus ihrer Lethargie und nimmt ihr Leben selbst in die Hand. Nun wird sie im Wortsinn zur Powerfrau, die sich und andere die Befreiung aus den Gewaltstrukturen lehrt und die Beteiligung von Frauen am politischen Leben einfordert.

 

Mit Erfolg, und es ist bewegend zu lesen, wie die Frauen Liberias die Initiative ergreifen. Dahinter steht die gereifte Überzeugung: Ohne uns Frauen gibt es keinen Frieden. Und da ihr uns nicht beteiligt, beteiligen wir uns eben von uns aus.

Sie haben alles riskiert, und für ihr Land enorm viel gewonnen.  „Leymah R. Gbowee führte Liberia aus der Dunkelheit heraus“, meint Ellen Johnson Sirleaf, die Präsidentin von Liberia, die den Friedensnobelpreis gemeinsam mit Leymah Gwobee erhielt.

 

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Leymah Gwobee wurde 1972 in der liberianischen Hauptstadt Monrovia geboren und mich hat beim Lesen ihres Buches immer wieder bewegt, wie unterschiedlich die Welten sind, in denen wir uns zeitgleich bewegen.

Spannend fand ich natürlich auch, inwiefern sie sich von der Forschungsarbeit und Erfahrung der täuferisch-mennonitischen Bewegung in Sachen Konflikttransformation inspirieren ließ. Einer ihrer Mentoren empfahl ihr dringend, sich in entsprechende Bücher zu vertiefen:

 

Ich las Die Politik Jesu, ein Buch, in dem Jesus als Revolutionär dargestellt wird, der gegen Ungerechtigkeit kämpft und den Ohnmächtigen eine Stimme gibt.

Ich las Martin Luther King und Mahatma Gandhi und den kenianischen Autor und Konfliktexperten Hizkias Assefa, der die These vertritt, dass die Versöhnung des Opfers mit dem Täter der einzige Weg ist, einen Konflikt – gerade und vor allem in heutigen Bürgerkriegssituationen – wirklich zu lösen. Andernfalls, so Assefa, bleiben beide auf Dauer aneinander gefesselt, der eine lechzt nach Abbitte oder Rache, der andere fürchtet Vergeltung.

 

Später, nach einer gehörigen Portion existentieller Erfahrung in Konfliktbewältigung, forderte eine Freundin und Wegbegleiterin Leymah Gwobee auf, mehr zu lesen.

 

Ich kaufte mir jede Menge Bücher über Konfliktbewältigungstheorien: The Journey Toward Reconciliation und The Little Book of Conflict Transformation, beide von John Paul Lederach.

 

Lederachs Buch The Journey Toward Reconciliation (1999) erschien 2014 in überarbeiteter und ergänzter Form unter dem Titel Reconcile – Conflict Transformation for Ordinary Christians. Auf Deutsch ist es im Januar 2016 im Neufeld Verlag erschienen. Bill und Lynne Hybels schreiben im Vorwort zu diesem Buch:

 

Der Krieg macht vor nichts halt. Er zerstört die Infrastruktur eines ganzen Landes, und selbst kleine Kinder fallen ihm zum Opfer. Wenn uns die betroffenen Menschen in der Welt am Herzen liegen, dann müssen wir uns für den Frieden einsetzen.

Als wir beschlossen, uns näher mit der Kunst des Friedensstiftens zu beschäftigen, stießen wir immer und immer wieder auf einen Namen: John Paul Lederach. Wir begannen also, Lederach zu lesen. Und lasen weiter Lederach. Und lesen ihn noch immer. Und wir raten Ihnen: Lesen Sie Lederach! …

Lederach lädt uns ein, „uns Gott und einander“ zuzuwenden, und er zeigt uns, wie das möglich wird.

Dieses Buch könnte die Welt verändern. Zerrüttete Ehe? Lesen Sie Vom Konflikt zur Versöhnung. Familienstreitigkeiten? Lesen Sie dieses Buch. Gemeindespaltung? Lesen Sie dieses Buch. Kriegführende Länder? Ganz ehrlich, wenn es möglich wäre, die Führer der Welt so lange einzusperren, bis sie Vom Konflikt zur Versöhnung gelesen haben, wäre die Welt von Grund auf verändert. Sie hätte ein bisschen mehr Ähnlichkeit mit dem Reich Gottes.

 

2004 nahm Leymah Gwobee an einem vierwöchigen Kurs an der Eastern Mennonite University (EMU) in Harrisonburg, Virginia, USA, teil. Dort studierte sie bei Hizkias Assefa und Howard Zehr, der das Prinzip der restaurativen Gerechtigkeit entfaltet (im Neufeld Verlag ist sein Buch Fairsöhnt – Restaurative Gerechtigkeit – Wie Opfer und Täter heil werden können erschienen).

Später belegte Leymah Gwobee einen Master-Studiengang in Konflikttransformation an der EMU. Und ihr Sohn Nuku studierte später selbst an der EMU.

Am 31. Oktober 2015 wird Leymah Gwobee bei der Konferenz Stop Armut in Basel dabei sein. Mitträger dieser Tagung ist das Theologische Seminar Bienenberg in Liestal bei Basel, traditionell die Ausbildungsstätte der europäischen Mennoniten, allerdings mit einem Radius weit darüber hinaus. Hier wiederum ist auch das Institut für Konflikttransformation ComPax beheimatet, das hochkarätige Seminare und kompetente Begleitung anbietet.

Und so schließt sich der Kreis …

Erstellt am 3. Januar 2010 von

Weltblick was Christen über Armut denken

Arm und Reich – des einen Glück, des anderen Pech? Kommt es nur darauf an, wo wir geboren wurden? Auch in Deutschland erleben immer mehr Menschen, dass Arm und  Reich“ keine festen Größen sind, sondern sich für einzelne Menschen schnell ändern können.

„Es werden allezeit Arme im Lande sein“

– diese Aussage aus 5. Mose 15 trifft es sehr gut. Aber welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Ignoranz oder aktive Veränderung?
Weltblick bringt die Situation auf den Punkt, denn diese Studie wurde mit über 1.000 Teilnehmern durchgeführt. Dieses Buch wird den Blickwinkel vieler Christen verändern, denn es fördert erstaunliche Ergebnisse zu Tage. In fünf verschiedenen Themengebieten wird sichtbar, wie Christen in Deutschland ticken. Die Studie mündet in „Zehn Wege zur Veränderung“ mit konkreten Tipps und Handlungsvorschlägen.

Ab Februar 2010 im Neufeld Verlag erhältlich:

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.