Schlagwort-Archiv: Führungskräfte

 

Erstellt am 28. Januar 2015 von

Wieviele Bücher kommen im US-amerikanischen christlichen Buchmarkt wohl jährlich neu auf den Markt? 2006 waren es etwa 5.900, schrieb Al Hsu von InterVarsity Press, aber ob es heutzutage deutlich mehr oder etwas weniger sind – ich weiß es nicht. Ganz sicher kann man davon ausgehen, dass der Markt größer ist als der deutschsprachige. Der Wettbewerb um Auszeichnungen ist zugleich härter. Um so bedeutsamer ist es folglich, wenn ein Buchtitel aus der Masse herausragt, wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

Dallas Willards Jünger leben mittendrin (erschien im Sommer 2014 auf deutsch, Originaltitel: Living in Christ’s Presence) hat diesbezüglich im vergangenen Jahr richtiggehend abgeräumt.

 

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Das renommierte Leadership Journal zeichnete dieses Werk von Dallas Willard (der ja im Mai 2013 verstarb) und John Ortberg als Best Book for Church Leaders (The Leader’s Inner Life) aus. Hier weitere Preise, die dieses Buch abräumte:

Logos Bookstores‘ 2014 Best Book in Spirituality

2014 Readers‘ Choice Award Winner

A Special Award of Merit, from Byron Borger, Hearts and Minds Bookstore

 

Auch Willards erfolgreiches Buch Jünger wird man unterwegs – Jesus-Nachfolge als Lebensstil (das wir gerade in der dritten Auflage drucken …), erhielt bereits 2007 den Christianity Today Book Award in der Kategorie „Christliches Leben“ (Originaltitel: The Great Omission: Reclaiming Jesus‘ Essential Teachings on Discipleship).

Erstellt am 25. August 2014 von

Und wieder geht es weiter mit unserer Serie mit Auszügen aus dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe aus der Feder des schwedischen Autors Anders-Petter Sjödin. Im zweiten Teil des Buches geht es konkret um geistliche Übungen – zunächst stellt Sjödin fünf grundlegende Übungen vor. Anschließend schildert er sehr knapp 20 weitere Übungen und Lebenshaltungen.

Heute folgt also ein Auszug aus Kapitel 10 („Fünf grundlegende geistliche Übungen“):

 

"Eins der besten Bücher ..."

 

 

1. Abgeschiedenheit – die positive Einsamkeit

»Am nächsten Morgen verließ Jesus lange vor Sonnenaufgang die Stadt und zog sich an eine abgelegene Stelle zurück. Dort betete er.« Mk 1,35

Bei der Abgeschiedenheit handelt es sich um eine Übung der Enthaltsamkeit, die auf eine positive, selbst gewählte Einsamkeit abzielt, in der wir uns – für einen Tag – von menschlichen Beziehungen zurückziehen, um Gott Raum zu geben.

Die Abgeschiedenheit ist eine der grundlegenden geistlichen Übungen. Der Priester und Psychologe Henri J. M. Nouwen war der Meinung, dass es »ohne Abgeschiedenheit so gut wie unmöglich ist, ein geistliches Leben zu leben«.

Jesus ist das beste Beispiel für den verwandelnden Einfluss, den ein Lebensstil, in dem es Stunden der positiven Einsamkeit gibt, auf unsere Seele hat. Der Evangelist Lukas notiert neun Mal, dass Jesus sich auf einen Berg, in die Wildnis oder in einen Garten zurückzog. Jesus suchte Orte auf, an denen er mit sich allein sein und mit seinem Vater reden konnte.
Die Abgeschiedenheit ist vom »Sein« geprägt, statt vom »Tun«. Im Prinzip tun Sie in Ihrer Abgeschiedenheit – nichts. Sie steigen auf einen Berg oder gehen an den Strand oder an irgendeinen anderen Ort, an dem Sie einsam sein können. Sie enthalten sich für eine Weile von allem, was Sie gefangen nimmt, vor allem von Ihrer Abhängigkeit von der Akzeptanz und Bestärkung durch andere Menschen. Sie sind allein mit Gott, der nicht verlangt, dass Sie ihm imponieren sollen.

Im Licht der Ewigkeit sehen Sie dann alles, was Sie stresst, beunruhigt und gefangen nimmt. Die Abgeschiedenheit schenkt Ihnen Klarheit, Sinn, Ziel und Stärke.
In der Abgeschiedenheit wird man mit seiner eigenen Seele konfrontiert, seiner inneren Leere, seiner Unnatürlichkeit und seinen Masken. Man erkennt, wer man wirklich ist, was erschreckend sein kann, aber auch befreiend. Aus Angst vor der Einsamkeit füllen wir unser Leben mit Aktivitäten, Lärm und Eile an. Denken Sie daran, dass Jesus mit Ihnen in diese Einsamkeit geht und dass er Sie so liebt, wie Sie sind.

Selbst kurze Augenblicke der Abgeschiedenheit können die Möglichkeit zur Reflexion, Kontemplation und zum Kontakt mit Gott bieten: Eine Mittagspause in einem schönen Park, allein in einer Kirche sitzen, blinzelnd einen Sonnenuntergang betrachten oder auf einem Sofa vor dem Feuer sitzen. Die Abgeschiedenheit wird durch Schweigen verstärkt, aber man kann sie auch mit einem aufgeschlagenen Buch in einem Café in der Anonymität einer großen Stadt erreichen. Abgeschiedenheit lässt sich gut mit der Meditation über die Bibel, dem Fasten, dem Gebet oder einer geistlichen Lesung kombinieren. Aber es ist wichtig, dass die Abgeschiedenheit nicht in Arbeit ausartet und zu einem neuen Projekt wird.

Dazu einige Stellen aus der Bibel: Mt 4,1; 11,28; 14,13.23; 17,1; 26,36; Mk 1,35; 6,31.46; Lk 4,1.42; 5,16; 6,12; 9,28; 22,39.

! Zum Nachdenken: Nicht unverantwortlich einfach »abhauen«, sondern die Umgebung darauf vorbereiten, indem man entsprechende Vorkehrungen trifft, um anderen unsere Abwesenheit erträglich zu machen. Wenn Sie sowieso einen Hang zur Introvertiertheit besitzen, sollten Sie sich eher mit aktiven Übungen vertraut machen. Extrovertierten Menschen kann es schwerfallen, »nichts« zu tun, sie fangen dann an, die Abgeschiedenheit mit neuen Aktivitäten auszufüllen, die schließlich zu einer neuen »Arbeit« werden. Abgeschiedenheit ist eine Einstellung des Herzens. Rein technisch kann man Abgeschiedenheit auch in einer Stadt erleben, aber man kann zehn Jahre lang als Einsiedler in der Wüste leben, ohne je Abgeschiedenheit zu erfahren. Die Abgeschiedenheit ist eine fundamentale geistliche Übung, auf der viele andere Übungen aufbauen.

 

(Dieser Auszug entstammt dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe von Anders-Petter Sjödin, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2012, Seite 198f.)

Hier geht’s zu Folge 3!

Erstellt am 14. August 2014 von

In der Arche Ravensburg teilen Menschen mit und ohne geistige Behinderung ihr Leben. Mit der Arche sind wir seit Jahren herzlich verbunden – nicht zuletzt durch unsere Zusammenarbeit bei der Herausgabe der Bücher Jean Vaniers sowie seiner Biografie.

Nun sucht die Arche Ravensburg ab September eine(n) Sozialwirt(in).

Aufgaben sind die Weiterentwicklung der Finanzierung im Bereich Pflegesätze und durch Fundraising, insbesondere die Akquise von Spenden und öffentlichen Fördermitteln für ein Sanierungsprojekt. Auch Budgetierung und Controlling des Wirtschaftsplans, Öffentlichkeitsarbeit und Betreuung der Website gehören dazu.

Hier gibt es die ausführliche Stellenausschreibung. „Wirken Sie mit an unserer Vision von einer Gesellschaft, in der jeder dazugehört“, heißt es darin. Passt das nicht ganz wunderbar zum Slogan unseres Verlages: „Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!“?

Erstellt am 24. Juli 2014 von

Bundestag ist wie Heilsarmee – nur ein bisschen anders. Zumindest gilt das so für Frank Heinrich.

Er ist der erste Heilsarmeeoffizier, der als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag einzog. Dort engagiert sich der gelernte Sozialarbeiter und Theologe genauso, wie er sich zuvor für die Menschen am Rand der Gesellschaft eingesetzt hat. Ganz im Sinn der Heilsarmee: die Liebe greifbar und spürbar leben.

Frank Heinrich verfolgt dieses Ziel noch immer, nur an anderer Stelle. Jetzt heißt es für ihn Koalition statt Kleiderkammer, Parlament statt Predigt, Sitzungen statt Suppenküche.

Gemeinsam mit seinem Freund und Weggefährten Uwe Heimowski (Neufeld-Autor fast der ersten Stunde) hat Frank Heinrich das Buch Mission: Verantwortung – Von der Heilsarmee in den Bundestag veröffentlicht.

Hier ein kleines Gespräch der beiden über dieses Projekt:

 

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Frank, warum hast du eigentlich dieses Buch geschrieben?

Weil ich die Frage aus dem Untertitel – warum bist du von der Heilsarmee in den Bundestag gewechselt? – fast wöchentlich gestellt bekam und immer noch bekomme. Mit diesem Buch kann ich die Vorgeschichte und den Zusammenhang deutlich machen: Mein Einsatz für Menschenrechte, der mich erst zur Heilsarmee und dann in den Bundestag geführt hat. Es ist ein und dieselbe Berufung an zwei verschiedenen Orten.

Außerdem treffe ich sehr viele Menschen, es gibt immer wieder Gespräche. Mit dem Buch kann ich ihnen ein Stück meiner Geschichte mitgeben und sie damit ermutigen.

Was sind die Hauptinhalte, worum geht es in deinem Buch?

Ich möchte Leuten Mut machen, sich mit allem, was sie haben und können, in der Gesellschaft zu engagieren. Sei es in der Kirchgemeinde, einem Sportverein oder in der Politik. Die Heilsarmee will immer bei den Menschen sein, nicht bei sich selber. Dafür werbe ich, indem ich beispielhaft meine Geschichte erzähle: Reisen hinter den Eisernen Vorhang mit meinem Vater, die zwölf Jahre in Chemnitz, die konkrete Arbeit im Bundestag. Wechselseitige Berührungsängste zwischen Kirche und Politik abzubauen, ist ein zweites Motiv.

Welche Erfahrungen hast du bisher mit „Mission: Verantwortung“ gemacht, gab es Rückmeldungen?

Ja, es gab eine Reihe von Presseberichten und Rezensionen in verschiedenen Zeitschriften, die durchgehend sehr wohlwollend geschrieben waren. Und dann gibt es viele persönliche Feedbacks: Jemand sagte, ich habe ihm ein neues Fenster geöffnet, Vorurteile abgebaut und Verständnis für die Politik erzeugt. Häufig höre ich das Wort „glaubwürdig“ – ein großes Kompliment und eine große Verantwortung für mein Wirken als Politiker zugleich.

Du hast bisher zwei Bücher geschrieben: „Lieben, was das Zeug hält“ und „Mission: Verantwortung“. Große Begriffe. Kommt da immer noch der Prediger durch, der eine Botschaft zu verkündigen hat?

(Lacht) Im ersten Buch ganz bestimmt. Das Thema Liebe für Menschen, die eigentlich gar nicht liebenswert sind, oder besser gesagt: die nicht so aussehen, habe ich jahrelang in meinem eigenen Leben durchbuchstabiert. Meine Erfahrungen und Einsichten wollte ich an andere weitergeben.

Beim zweiten würde ich mich freuen, wenn es den einen oder anderen motiviert, sich einzumischen. Wenn meine Geschichte eine Ermutigung dazu ist, super! Aber als Predigt, oder gar Moralpredigt, ist es nicht gemeint.

 

Frank Heinrichs Bücher kann man überall kaufen oder bestellen, wo es Bücher gibt.

Beide sind auch als E-Book erhältlich – direkt im E-Book-Shop des Neufeld Verlages, aber auch bei allen gängingen Anbietern:

 

 

Erstellt am 15. Juli 2014 von

Kürzlich druckten mehrere Zeitungen ein Porträt über George Boateng, den Dritten im Bunde der drei Boateng-Brüder Jérôme und Kevin-Prince.

George ist der älteste der drei, und während seine Brüder als Fußballer Karriere machten und Jerome nun sogar den Weltmeister-Titel aus Brasilien mit nach Hause tragen darf, beschreitet er einen Weg als Rapper. Sein Debütalbum ist offenbar gerade in Arbeit – unter dem Künstlernamen Trisomie soll es im Herbst erscheinen.

Familien, in denen das Wort „Trisomie“ häufiger mal verwendet wird, werden da natürlich hellhörig. Und tatsächlich: Dieses George Boateng hat offenbar einen Sohn mit Down-Syndrom: Jamal (6). Der hat ihn anscheinend inspiriert:

„Ich mach ja die Musik nicht, um zu zeigen, was für ein cooler Kerl ich bin, sondern damit die Leute auch mal anfangen nachzudenken – etwa über das Schicksal und die Herausforderungen im Leben.“

Wir sind gespannt und wünschen Familie Boateng auf ihrem Weg alles Gute!

Erstellt am 14. Juli 2014 von

Ein Ehe-Wochenende der besonderen Art gibt es vom 15. bis 17.8.2014 wieder im Hotel Scesaplana in Graubünden/Schweiz: Dazu laden nämlich Daniel Zindel & Käthi Zindel-Weber ein, Autoren des Buches Lieben, leiten, leben – Das Ehebuch für Führungskräfte.

Mit „Führungskräften“ sind nun nicht nur Konzernmanager und Professorinnen gemeint, sondern jede Art von Konstellation, wo mindestens ein Partner ein gewisses Maß an beruflicher Verantwortung trägt. Denn diese Verantwortung bringt auch für eine Ehe ein gewisses Maß an extra-Druck mit sich.

Zindel-Webers wissen, wovon sie reden: Daniel Zindel ist Pfarrer, war einige Jahre im Gemeindedienst und leitet die Stiftung Gott hilft mit einigen hundert Mitarbeitenden im Schweizer Kanton Graubünden. Seine Frau Käthi Zindel-Weber leitet eine Erziehungs- und Lebensberatungsstelle unter dem Dach dieser Stiftung.

Gemeinsam haben sie ein ehrliches und inspirierendes Buch verfasst, das sich an Paare wendet, die Verantwortung tragen – nicht nur im Topmanagement:

  • für Pfarrer und Pastoren
  • für Familienfrauen, die gerade den Anruf bekommen haben: „Schatz, es wird später; fangt doch mit dem Essen schon mal an!“;
  • für Geschäftsleute, die sich soeben mit schlechtem Gewissen vom Abendessen abgemeldet haben.

Mich fasziniert bei Zindels immer wieder die Mischung aus praktischen Impulsen und tiefen Inspirationen; verbunden mit der steten Einladung, Gott mit ins Boot zu nehmen.

Weitere Informationen zum Ehe-Wochenende in Graubünden gibt es direkt hier.

Im Schweizer Fernsehen erzählten Daniel Zindel und Käthi Zindel-Weber erst kürzlich in der Sendung „Ehe man sich scheidet“ davon, was ihnen selbst im Laufe ihrer Ehe wichtig wurde und geholfen hat, glücklich miteinander zu sein.

In der SRF-Mediathek kann man sich die Sendung noch anschauen. Und das Covermotiv des Buches mit den beiden Fingerabdrücken scheint ziemlich genau zu dem inhaltlichen Ansatz zu passen, den die beiden vertreten …

 

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Erstellt am 11. Juli 2014 von

Hier geht’s zu Folge 3!

Heute geht es weiter mit unserer kleinen Serie mit Auszügen aus dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe aus der Feder des schwedischen Autors Anders-Petter Sjödin.

 

"Eins der besten Bücher ..."

 

(Immer noch) Kapitel 2: Heilige Verwandlung

Afrikanische Transformation

Lassen Sie mich von einigen afrikanischen Freunden erzählen. Anfang der neunziger Jahre reiste ich zusammen mit drei afrikanischen Pfarrern aus Tansania zu einer Konferenz nach Brighton in England. Die Vermieterin, die sich bereit erklärt hatte, Gäste aufzunehmen, stand in ihrer Tür und musterte die Gesichter der drei Afrikaner. Dann sah sie mich an, sagte: »Sorry, wir nehmen keine Afrikaner auf« – und schloss die Tür. Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Ich brachte kein einziges Wort raus. Und ich schämte mich. Betson Kikoti durchbrach die Stille: »Das macht nichts, Sjodini, wir finden schon etwas anderes!«

Auf dem Weg ins Zentrum stieg ein betrunkener und lärmender Mann in den Bus. Die anderen Passagiere sahen verstohlen aus den Fenstern des Busses, um seinen Blick nicht erwidern zu müssen. Plötzlich rutschte Kikoti aus seinem Sitz und auf den Boden – um die Schuhe des Mannes zuzubinden. Er hatte gesehen, dass die Schuhbänder an beiden Schuhen des Mannes nicht zugebunden waren. Noch ein Schritt und der Mann wäre auf eines von ihnen getreten und hingefallen. Kikoti sagte kein Wort, er kniete nur auf den Boden und diente dem unbekannten Mann. Ich weiß nicht, ob dieser Mann wirklich mitbekam, was da geschah, aber für den Rest der Reise setzte er sich still und verwundert hin.

Kikoti war erst einmal im Ausland gewesen, zehn Jahre zuvor. Auf einer Chorreise nach Schweden war er nach Byvallen in Hälsingland gekommen. Während eines Fürbittgottesdienstes hatte er unerwartet angefangen zu weinen, berührt von der schönen Atmosphäre in dieser fremden Umgebung. Er hatte sich sanft nach vorne, zur Altarschranke, geführt gefühlt, wie von einer unsichtbaren Kraft. Dort war er auf seine Knie gefallen. Pfarrer Henrik Markgren hatte seine großen Hände auf seinen Kopf gelegt und etwas auf Schwedisch gesagt. Das Einzige, was Kikoti hatte verstehen können, war der Name »Jesus«. Etwas geschah. Kikoti wurde von Gottes Geist erfüllt. Woge auf Woge strömte Gottes Herrlichkeit über ihn und durch ihn hindurch. Er selbst beschreibt das als den Beginn eines neuen Lebens als Jünger Jesu.

Zehn Jahre später ging er erneut auf die Knie, in einem Bus in England, und band die Schuhriemen eines unbekannten, betrunkenen Mannes. In dieser Nacht schliefen wir alle vier in einem kleinen Hotelzimmer. Drei afrikanische Pfarrer in einem kleinen Doppelbett und ich lag auf dem Boden am Fußende des Bettes.

Am nächsten Tag trafen wir neue Gastfamilien, die Afrikaner aufnahmen. Kikotis neue katholische Gastfamilie erzählte ihm bereits am ersten Abend von der größten Sorge in ihrem Leben: John, der Sohn, saß im Gefängnis und verweigerte seiner Familie den Besuch. Jetzt wollten sie, dass Kikoti ihn besuchen sollte.

Kikoti war vor Schreck wie gelähmt. Er hatte in Tansania einmal ein Gefängnis besucht und das hatte seinem Namen alle Ehre gemacht: Eisengitter, Lehmfußböden, schwere Gewichte an den Knöcheln und Strafarbeit. Außerdem sprach er nur wenig Englisch. Aber er konnte seiner Gastfamilie diesen Wunsch nicht abschlagen. Außerdem, so dachte er – hatte Jesus nicht gesagt: »Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht« (Mt 25,36)?

Mit zitternden Knien und stockendem Atem wurde er durch eine Reihe von Schleusen im Stadtgefängnis von Brighton geführt. Schließlich stand er vor Johns Zellentür. »Sie haben 15 Minuten«, sagte der Aufseher zu ihm. In der Tür stand ein groß gewachsener Mann mit langen zerzausten Haaren. Er sah Kikoti herausfordernd an: »Was wollen Sie?«, zischte er. Zaghaft fing Kikoti an zu erklären, dass er bei Johns Eltern wohnte, dass er wusste, dass John in die Sonntagsschule gegangen und in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen war.

Während er sprach, merkte er, dass sowohl seine Autorität als auch seine Liebe zu John zunahmen. Plötzlich fragte John: »Was wollen Sie, was soll ich tun?« Kikoti antwortete: »Ich weiß, dass du weißt, wer Jesus ist. Bete um Vergebung für deine Sünden und lade ihn ein, in dein Herz zu kommen!« Mit einem Rums fiel John auf seine Knie. Damit waren sie ungefähr gleich groß, Kikoti ist nämlich ein Sitzriese. Kikoti tat dasselbe, was der Pfarrer in Hälsingland getan hatte, er legte seine Hände auf Johns Kopf und betete für ihn. Gottes Herrlichkeit und Frieden füllten die karge Gefängniszelle und ein kaputtes Herz.

Pfarrer Betson Kikoti inspiriert heute – und das sage ich ohne Übertreibung – Tausende Menschen in ganz Ostafrika, ein Jesus gemäßes Leben zu führen, das einzige Leben, das lebenswert ist. Kikoti war über den rassistischen Kommentar der Vermieterin nicht verbittert, er wies den betrunkenen Mann im Bus oder John in seiner Zelle nicht zurecht, sondern er ließ das Leben Jesu durch sich hindurchfließen. Ein solches nicht auf Konfrontationskurs gehendes und von Liebe erfülltes Leben weckt die Sehnsucht.

 

(Dieser Auszug entstammt dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe von Anders-Petter Sjödin, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2012, Seite 44ff.)

Hier geht’s zu Folge 1!

Erstellt am 10. Juli 2014 von

Sie sind Gottes weise Strategen und kühne Eroberer. Um sein Reich zu bauen, setzten sie ihr Leben aufs Spiel. Das ist ihre Berufung, dazu sind sie bevollmächtigt: die Apostel.

Doch es ist still geworden um die Männer und Frauen, die seit dem Tag, als Jesus seine ersten Jünger berief, ihren wichtigen Beitrag zur Ausbreitung des Reiches Gottes geleistet haben. Denn der fünffältige Dienst (Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer) ist in vielen Gemeinden zum einfältigen Dienst verkümmert.

Übrig geblieben sind überforderte Hirten, einsame Lehrer oder mutlose Evangelisten. Aber wer baut heute die Brücke der Gemeinde zur Welt, in der sie als Licht lebt? Wer bringt in einer Zeit zunehmender Säkularisierung die Christen zusammen, um gemeinsam neues Land für Gott einzunehmen?

Stefan Vatter ist überzeugt: Wir müssen den apostolischen Dienst neu entdecken. Wir brauchen Menschen, die ihre apostolische Begabung und Berufung von Gott begreifen und annehmen. Und wir brauchen Gemeinden, die sich für den apostolischen Dienst öffnen.

Darüber hat er ein Buch geschrieben – was heißt „geschrieben“: er hat monatelang daran gearbeitet! Letzten Endes ist es nicht nur eine Fleißarbeit über den biblischen Befund und die Erfahrungen aus der Kirchengeschichte; sondern auch die persönlich durchlebte jahrzehntelange Beschäftigung mit dem apostolischen Dienst. Nächsten Donnerstag nun kommt Stefan Vatters Buch aus der Druckerei:

 

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Finden, fördern, freisetzen – Die Gabe des apostolischen Dienstes handelt davon, was die Bibel über den apostolischen Dienst lehrt, was den Dienst der Apostel durch die Jahrhunderte auszeichnete und wieso Apostel keine neuen Herren der Gemeinde sind. Es ist gut recherchiert, biblisch fundiert und weckt neu die Sehnsucht nach Gottes Wirken unter uns. Und es ist übersichtlich und abwechslungsreich konzipiert, angereichert durch Abbildungen, Tabellen und Skizzen. Ein Buch für alle Christen, die verstehen und erleben wollen, wie Gott auch heute noch seine Gemeinde und sein Reich bauen möchte.

Schon jetzt können Sie via Leseprobe reinlesen.

Erste Stimmen zu diesem Buch – von Johannes Hartl und Horst Afflerbach, Johannes Reimer und Horst Stricker, Heinrich Christian Rust und Christoph Stiba und Keith Warrington und … finden sich hier.

Außerdem hat Stefan Vatter noch informatives Zusatzmaterial zu diesem Buch zusammengestellt, das man sich hier downloaden kann.

Stefan Vatter, geboren 1965, verheiratet, zwei Töchter, war nach seinem Studium der Theologie in Krelingen, Basel und Südafrika zwanzig Jahre Hauptpastor einer Baptistengemeinde in Kempten im Allgäu.

Er ist Vorsitzender der Geistlichen-Gemeinde-Erneuerung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland sowie Vorsitzender der Initiative Gebet Allgäu e. V. Stefan Vatter berät (auch unter dem Motto finden, fördern, freisetzen) bundesweit Kirchengemeinden und Unternehmen, ist Autor und Redner bei Seminaren und Konferenzen. Mit seiner Familie lebt er in Kempten.

Erstellt am 9. Juli 2014 von

Vom 14. bis 17. Juli 2014 findet an der Universität Wien der 4. IASSIDD Europa Kongress unter dem Leitthema „Pathways to Inclusion“ statt.

Die Veranstalter erwarten  800 Gäste aus dem In- und Ausland, darunter Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und natürlich Menschen mit Behinderung. Der Kongress widmet sich dem Thema Intellektuelle Behinderung mit dem Themenschwerpunkt Inklusion. Neben traditionellen wissenschaftlichen Präsentationen soll es auch eine Reihe inklusiver Beiträge von Selbstvertretern und Forschern geben.

Ausführliche Informationen rund um den Kongress gibt es hier.

Erstellt am 30. Mai 2014 von

„Dein Reich komme! Da bricht was auf …“ So lautet das Motto des Deutschland-Treffens der GGE, der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evanglischen Kirche, das noch bis Sonntag in Chemnitz stattfindet.

Morgen früh, am Samstag, 31. Mai 2014, ist dann auch Dr. Heinrich Christian Rust mit einem Referat vertreten: „Das Reich Gotes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft: Die transformierende Kraft Gottes“.

 

Heinrich Christian Rust

 

Heiner Rust ist Pastor in Braunschweig und geschätzter Referent und Autor. Im Neufeld Verlag ist aktuell sein Buch Geist Gottes – Quelle des Lebens: Grundlagen einer missionalen Pneumatologie lieferbar (wir stehen kurz vor der zweiten Auflage).

 

Geist Gottes - Quelle des Lebens

 

Darin bietet der Autor eine gut verständliche Orientierung und fordert heraus, das umfassende Wirken des Heiligen Geistes in dieser Welt, in der Kirche und in jedem einzelnen Menschen neu wahrzunehmen.

Jürgen Moltmann meint dazu:

„Ein faszinierendes, sehr persönlich geschriebenes und gut lesbares Buch. Lebensberichte und theologisches Denken des Heiligen Geistes wechseln ab. Man liest immer weiter, denn man spürt das Fließen des Geistes in Gefühlen und Gedanken. Es handelt sich um die beste deutsche Einführung in die Mitte pfingstlicher und charismatischer Bewegungen, die dem Christentum neue Zukunft erschließen. Der Verfasser bewegt sich auf der Höhe der internationalen theologischen Entdeckung und Diskussionen über Person und Wirken des Geistes Gottes. Eine missionale Pneumatologie, die sich keine Gemeinde und kein Theologe entgehen lassen sollten.“

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.