Schlagwort-Archiv: Gemeinde

 

Erstellt am 24. Juli 2015 von

Das „Perspektivforum Behinderung“ und der Arbeitskreis „Kinder in Kirche und Gesellschaft“ der Deutschen Evangelischen Allianz planen eine gemeinsame Tagung vom 7. bis 10. April 2016 in Bad Blankenburg.

Die Tagung soll das Thema Inklusion für Kinder gezielt voran bringen: 
Gemeinden sensibilisieren, Menschen mit Handicap kennenzulernen und entsprechende Begleitung und Hilfen für Kinder wie Mitarbeitende anzubieten. Mit Hilfe eines Fragebogens (der nun ausgewertet wird) versuchen die Veranstalter vorab zu ermitteln, wie Kindern mit Behinderung in Gemeinden begegnet wird und welche Wünsche und Bedürfnisse Mitarbeitende haben.

Das Programm wird also noch vorbereitet, aber fest steht bereits: Am Freitag Abend wird Samuel Koch davon erzählen, wie es ist, wenn man ganz plötzlich mit Einschränkungen klar kommen muss. Neufeld-Autor Roland Walter berichtet aus seinem Leben – er ist von Geburt an spastisch gelähmt. Und ich darf anschließend ein wenig aus der Sicht von Eltern besonderer Kinder plaudern …

Als Verlag freuen wir uns sehr über diese Veranstaltung – wir haben nämlich den Eindruck, dass auch in Kirchen und Gemeinden noch weitgehend unentdeckt ist, was uns mit großer Leidenschaft erfüllt: Menschen mit Behinderung haben uns etwas zu sagen und zu geben …

Wer eine Einladung zur Tagung möchte, kann sich per E-Mail an Jutta Georg wenden: Jutta.Georg(at)gmx.net.

Erstellt am 6. Juli 2015 von

Vom 9. bis 12. Oktober 2015 findet in Wien eine Tagung des Europäischen Netzwerks Behinderung (European Disability Network, EDN) zusammen mit dem Arbeitskreis der Österreichischen Evangelischen Allianz „Christ und Behinderung“ statt. Ziel der Tagung mit dem Titel „All inclusive?“ ist es, gemeinsam eine Vision zu entwickeln, wie es in Kirchen und Gemeinden in Österreich mit der Inklusion von Menschen mit Behinderung vorangehen kann.

Dabei sollen Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen eingebunden sein, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie
Inklusion in Österreichs Gemeinden verbessert werden kann.

Als Verlag freuen wir uns natürlich sehr über diese Initiative – denn wir haben den Eindruck, dass Kirchen sich nicht automatisch leidenschaftlich für Inklusion stark machen. Unser Anliegen lässt sich ganz einfach auf den Punkt bringen: Menschen mit Behinderung haben uns etwas zu sagen und zu geben.

Diese Tagung kann ein wichtiger Baustein sein, mehr davon zu entdecken. Den Einladungsflyer gibt es auf Deutsch, Englisch und Russisch.

Erstellt am 29. Juni 2015 von

Was hat der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow mit der Täuferbewegung zu tun?

Gut, die Täuferbewegung zählt zum „Linken Flügel der Reformation“.  Aber sonst …? Ich kenne Herrn Ramelow nicht. Aber die Täufer sind mir relativ vertraut: Eine Bewegung, die in der Zeit der Reformation entstand, die Bibel mutig neu ernst nehmen wollte und das Establishment in Kirche und Gesellschaft folgenschwer in Frage stellte. „Was würde Jesus tun?“ scheint so eine Art Leitfrage gewesen zu sein.

Wolfgang Krauß, mit dem wir auch als Verlag sehr verbunden sind – unter anderem übersetzte er zwei Bücher von John Howard Yoder -, wies uns kürzlich auf eine Ausstellungseröffnung in Thüringen hin.

Wer sich mit der Reformations- oder Luther-Dekade beschäftigt, kann schon mal ins Staunen kommen: Gab es denn neben Martin Luther (nichts gegen diesen Mann …) nicht auch noch andere Männer und Frauen; gab es hier und da nicht noch weitere Aufbrüche mit ehrenwertem Anliegen?

Margot Käßmann, die EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum, hat selbst engagiert dafür plädiert, zum Beispiel auch die starken Frauen der Reformation zu würdigen. (Im Neufeld Verlag erschien letztes Jahr die Biografie von Argula von Grumbach …) Auf der offiziellen Website habe ich auf Anhieb leider nichts zu diesen Frauen gefunden.

Auch Wolfgang Krauß engagiert sich in Augsburg, aber auch mit einem Horizont, der weit darüber hinaus geht, für eine lebendige Erinnerungskultur – die mehr als nur die ganz prominenten Vertreter der Reformation beinhaltet.

Der Freistaat Thüringen und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) laden nun also zur Eröffnung einer Ausstellung ein, die an die Hinrichtung von sechs Täuferinnen und Täufern am 15. September 1530 beim damaligen Kloster Reinhardsbrunn erinnern soll.

Die Ausstellung trägt den Titel „Gefangen, gelitten, gestorben – Die Täufer in den Widersprüchen der Zeit“. Und zur Eröffnung am Dienstag 7. Juli 2015 (15 Uhr, Thüringer Infozentrum Spiritueller Tourismus Reinhardsbrunn, 99894 Friedrichroda) wird eben auch der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow erwartet.

Wolfgang Krauß schreibt:

Schon zu Beginn des Themenjahres „Reformation und Toleranz“ gab es im Januar 2013 in Waltershausen einen Gedenkgottesdienst und die Enthüllung einer Erinnerungsstele in Reinhardsbrunn. Vor der Kirche St. Blasii in Zella-Mehlis wurde im September 2013 ein Gedenkstein errichtet. Beide Denkmäler werden durch weitere Stationen eines „Pilgerweges der Toleranz“ verbunden.

Die Ausstellung will über die Täuferbewegung in Thüringen informieren, den historischen Kontext erhellen, die theologische und ethische Wirkungsgeschichte erkunden und die Thematik Gewalt und Gewaltlosigkeit bis in die heutige Zeit verfolgen. Zudem gibt sie der Reinhardsbrunner Station des Lutherweges ihr inhaltliches Profil.

 

Wer am nächsten Dienstag also in Reinhardsbrunn dabei ist, kann die Frage vielleicht eher beantworten – was der thüringische Ministerpräsident mit der Täuferbewegung zu tun hat …

Erstellt am 26. Mai 2015 von

In der Ostthüringer Zeitung erschien vergangene Woche ein Porträt meines Freundes, des Neufeld-Autors und Blog-Kolumnisten Uwe Heimowski (auf dem Bild mit seiner Frau Christine) – das wir hier gerne wiedergeben:

 

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Geraer Uwe Heimowski hat ein großes Herz für Randgruppen

Gesichter im Geraer Stadtrat: Menschen brauchen Chancen. Das hat Uwe Heimowski auch am eigenen Leib erfahren. Durch den Glauben gestärkt, möchte er sich als Pastor und Stadtrat für andere einsetzen.

Gera. Uwe Heimowski ist in Gera ein bekanntes Gesicht. Als Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde und seit vergangenem Jahr auch als Mitglied des Geraer Stadtrates. In regelmäßigen Abständen stellt er sich selbst die Frage, ob diese beiden Aufgaben zusammenpassen. Und beantwortet sie bisher stets mit „Ja, denn es geht mir bei all meinem Tun immer um Menschen!“ Und wie könne man an besseren Rahmenbedingungen für Menschen mitarbeiten, wenn nicht als Ansprechpartner einer christlichen Gemeinde und als Stadtrat!?

Der 50-Jährige strippt sein Leben auf wie eine Kette. Eine Lebensstation öffnete den Weg für eine andere, jede hat mit ihrer vorigen zu tun. Das Jahr 1986 war der Grundstein für den Menschen, der Heimowski heute ist. Ein junger, alkohol- und spielsüchtiger Mann fand nach einem einschneidenden Erlebnis zum Glauben und ins Leben zurück. Viele Monate Therapie folgten und schließlich die Entscheidung, etwas aus dem eigenen Leben zu machen. Heimowski ließ sich zum Erzieher ausbilden, absolvierte seinen Zivildienst bei der Heilsarmee unter anderem im Bereich Obdachlosenberatung, studierte Theologie in Hamburg, Basel und Halle und hängte eine Zusatzausbildung zu Religionslehre an. Der Aufbau einer Gruppe für suchtkranke Jugendliche im Jugendheim Bad Köstritz 1999 „war dann wie eine Berufung“.

 

Suchtkranken und Obdachlosen verbunden

Damals sei er in Kontakt zur evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Gera gekommen. „Und seit damals liegen mir Randgruppen wie Suchtkranke und Obdachlose am Herzen“, meint er. Auch zu Flüchtlingen hat er eine ganz persönliche Verbindung, denn seine Mutter flüchtete einst aus Litauen nach Deutschland. „Gera bedeutet seitdem für uns ein großes Willkommen“, sagt er. Seine Haltung, sich in die Gesellschaft einzumischen und für andere Menschen da zu sein, verortet er also stets in seiner ganz persönlichen Geschichte.

Glaube sei etwas, was er gern teile, sagt er – und man glaubt es ihm sofort. Seine Predigten, Worte zum Sonntag in der Ostthüringer Zeitung, seine Beiträge in Zeitschriften und nicht zuletzt seine zahlreichen Bücher sprechen eine deutliche Sprache. Auch in diesem Jahr sollen noch zwei Bücher und ein Adventskalender folgen. Das Schreiben ist für Uwe Heimowski dabei nicht etwas für Mußestunden, eher tägliches Handwerkszeug und die Möglichkeit, Themen weiter zu spinnen. Für die erste Publikation schrieb er sein Leben mit der Suchtkrankheit auf. Mittlerweile geht es oft um Mutmach-Geschichten und spannende Biografien.

 

Das Gefühl anderen helfen zu können

Ausgleich zum vollgestopften Terminkalender sucht er eher beim unverzichtbaren Saunagang und natürlich bei seiner Frau Christine und den fünf gemeinsamen Kindern. „Die Familie darf bei allem nicht zu kurz kommen“, findet Heimowski, der mit der Schweizerin seit 1995 verheiratet ist. Sie trage glücklicherweise seine Entscheidung mit, sich politischmehr zu engagieren und im Stadtrat für die Menschen Gutes zu tun.

Auch wenn er den zeitlichen Umfang der Stadtratstätigkeit – mit Posten im Ausschuss für Soziales und Gesundheit, im Aufsichtsrat der Geraer Heimbetriebsgesellschaft und im Beirat des Jobcenters – etwas unterschätzt habe, mache ihm die Arbeit viel Spaß. „Das Gefühl, dass man etwas bewegen und vorwärtsbringen kann, ist das Schönste“, findet er, wünscht sich davon im Geraer Stadtrat aber noch mehr. Die momentane Situation der Stadt wertet er als Chance, die Belange Geras einmal neu zu sortieren. Die Debatten, die dafür geführt werden, findet er wichtig.

Zwischen seinem Christsein und dem politischen Gestaltungswillen habe es die größte Schnittmenge mit der CDU gegeben, deshalb sei er der Partei 2012 beigetreten und sitze nun für sie im Stadtrat. Bei der CDU aufgehoben, fühle er sich auch beim aktuell intensiv diskutierten Thema Flüchtlinge. Asyl sei ein nicht verhandelbares Grundrecht, trotzdem müsse man das Thema Zuwanderung und Asylrechtsverweigerung diskutieren dürfen, meint er. Das habe nichts damit zu tun, dass man mit allen Menschen, die in der Stadt ankämen, menschenwürdig umgehen müsse. Wie die Stadtverwaltung es bisher geschafft habe, die Flüchtlinge zu betreuen und zu integrieren, findet er toll.

Sein persönlicher politischer Standpunkt habe mit dem Leben der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde G26, in der er als Pastor tätig sei, nichts zu tun, betont er „Unser Gemeindeleben ist bunt und lebendig. 100 bis 150 Menschen besuchen die Gottesdienste, darunter viele junge Familien“, freut er sich, dass seine Gemeinde den Grundsatz lebt, Kirche müsse offen für alle Menschen sein.

 Christine Schimmel

Erstellt am 20. Mai 2015 von

Es ist eine der Herausforderungen unseres Lebens, den Menschen, der so ganz anders ist, zu verstehen. Ihn anzunehmen. Ihn willkommen zu heißen. Es fordert mich wirklich regelrecht heraus, jemanden anzunehmen, der eben nicht so tickt wie ich. Und zugleich ist es wohl ein Lernfeld, das unser Leben tatsächlich enorm bereichern kann – wenn wir entdecken, dass unsere Unterschiedlichkeit und Vielfalt ein Schatz sind.

Auf dem Weg dahin kann ich ein Seminarwochenende mit unseren Autoren Ute und Frank Paul empfehlen. Die beiden haben ja lange Zeit in Argentinien gelebt, wisssen also, was es heißt, fremd zu sein. In ihren Büchern Die Rückkehr der Zikade – Vom Leben am anderen Ende der Welt sowie Begleiten statt Erobern Missionare als Gäste im nordargentinischen Chaco erzählen sie davon.

 

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Vom 16. bis 18. Oktober 2015 findet in Reichelsheim im Odenwald ein Seminarwochenende „Die Fremden verstehen – Kulturelle Vielfalt als Lernfeld und Segen“ statt:

Ein Seminarwochende für alle Jesus-Nachfolger, die sich fragen, wie das Zusammenleben- und arbeiten von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen fruchtbar gelingen kann.

Wie wird es bereichernd und ergänzend? Wie können sich unsere Begegnungen am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Uni, in der Nachbarschaft und in unseren Gemeinden von „fremd“ zu „vertraut“ wandeln? Wie können wir (Vor-)Urteile erkennen und überwinden? Welche Verstehenshilfen und Herausforderungen finden wir in der Bibel?

Diese Tagung beinhaltet Impulse, Gesprächsrunden, Bibelarbeit und interaktive Elemente zum Thema „Kultur“, auch Feiern und vielsprachiges Singen wird nicht zu kurz kommen.

 

Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die an transkultureller Gemeindearbeit, Sozialarbeit, Nachbarschaft interessiert sind; die für ihr berufliches Umfeld Fortbildung zum Thema suchen, sowie an Menschen, die ihre transkulturelle Kompetenz erweitern möchten.

Weitere Infos, auch zur Anmeldung, gibt es hier.

Erstellt am 19. Mai 2015 von

Missionale Theologie – Evangelikale auf dem Weg zur Weltverantwortung, so lautet der Titel des neuen Buches von Dr. Roland Hardmeier. Es ist das dritte Buch in einer Reihe zum Thema „Missional“, die Hardmeier hiermit abschließt. (Siehe auch unser Blogeintrag vom 19. März 2015.)

Der erste Band Kirche ist Mission – auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Missionsverständnis (2009; derzeit nur direkt bei IGW sowie als E-Book erhältlich) wurde mit dem Großen George-W.-Peters-Preis für missiologische Arbeiten ausgezeichnet. Diesem folgte 2012 der zweite Band Geliebte Welt – Auf dem Weg zu einem neuen missionarischen Paradigma. Mit dem dritten Band liegt erstmals eine umfassende Darstellung der Missionalen Theologie – aus evangelikaler Sicht – vor.

 

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Wir haben dem Autor ein paar Fragen gestellt:

 
Herzlichen Glückwunsch, Herr Hardmeier, zum Erscheinen Ihres aktuellen Buches Missionale Theologie – Evangelikale auf dem Weg zur Weltverantwortung! Was würden Sie sagen: An welcher Stelle auf besagtem Weg befindet sich die evangelikale Bewegung derzeit?

Die Evangelikalen haben einen weiten Weg zurückgelegt von dezidierter Weltverneinung zu aktiver Weltgestaltung. Das halte ich für bemerkenswert. Beim Schreiben des Buches war es mir eine Freude, diesen Weg geschichtlich und theologisch nachzuzeichnen.

 

Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „missional“? Ist das schlicht ein moderner Begriff für das, was wir früher „missionarisch“ nannten?

Zum Teil decken sich die Begriffe. Der Begriff „missional“ steht zusätzlich zum bekannten „missionarisch“ für eine ganzheitliche Denkweise. Früher war die Mission der Kirche vor allem die Verkündigung. In der missionalen Theologie wird sie weitergedacht, sie umfasst Wort und Tat, oder anders gesagt: Verkündigung und das Wahrnehmen sozialer Verantwortung.

 

In den vorliegenden nun drei Bänden, in denen Sie sich mit dem ganzen Thema Mission und Missionale Theologie beschäftigen, geht es um ein „ganzheitliches Missionsverständnis“, um einen Paradigmenwechsel. Warum herrscht denn aus Ihrer Sicht überhaupt Veränderungsbedarf?

Weil sich die Welt verändert hat. Bei uns im Westen ist die Kirche nicht mehr im Zentrum der Gesellschaft, sondern nur noch ein „Anbieter“ unter anderen. Die Postmoderne mit ihrer radikalen Pluralität stellt uns vor die Herausforderung, das Evangelium so zu kommunizieren, dass es verstanden wird. Wir sind uns mehr denn je bewusst, dass wir in einer leidenden Welt leben.
Das sind einige der Gründe, warum wir Mission neu denken und althergebrachte Denk- und Verhaltungsmuster hinterfragen müssen. Schon der Apostel Paulus musste, als er das Evangelium mit seinen jüdischen Wurzeln in die Welt der Griechen und Römer trug, neue Wege gehen, damit es von den Zuhörern verstanden werden und im neuen Umfeld heimisch werden konnte.

 

Richten sich Ihre Bücher vor allem an (werdende) Theologen, oder können auch Leserinnen und Leser, die sich ehrenamtlich z. B. im Kirchenvorstand oder in der Gemeindeleitung engagieren, praktischen Nutzen daraus ziehen?

Mein erstes Zielpublikum sind Theologen, Pastoren und Missionare. Aber jede an der Aufgabe der Kirche interessierte Person kann Nutzen daraus ziehen. Die Sprache ist einfach gehalten und theologische Fachbegriffe werden erklärt, so dass der Inhalt sich einem auch ohne theologische Vorbildung gut erschließt.

 

Können Sie noch mal kurz den Unterschied zwischen den drei Büchern deutlich machen?

Kirche ist Mission befasst sich vor allem mit der Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im missionarischen Denken.

Geliebte Welt vertieft die theologische Grundlegung des neuen, missionalen Paradigmas. Beide Bücher zusammen liefern eine solide biblische Begründung für ein ganzheitliches Missionsverständnis.

Missionale Theologie schließlich zeichnet die Entstehung dieser neuen Denkweise geschichtlich nach, so dass manches, was in den ersten beiden Büchern theologisch begründet wird, ein Gesicht bekommt und dadurch fassbarer wird.

 

Wenn jemand nur die Zeit für ein Buch aufbringen kann – welches der drei sollte er dann lesen?

Da würde ich Kirche ist Mission empfehlen: Es ist der ideale Einstiegstext. Und wem es gefallen hat, der findet dann vielleicht auch die Zeit, sich an die Folgebände zu wagen.

Erstellt am 23. März 2015 von

Am Samstag, 21. Februar 2015 konnte man in der ARD-Sendung „Klein gegen groß“ Christoph Schmitter erleben. Gastgeber Kai Pflaume moderierte auch das vierte Duell: Für die 13-jährige Laura war ein Gegner für das „Bibel-Duell“ gesucht worden. Die Herausforderung: Sprichwörter biblischen Ursprungs den exakten Bibelstellen zuordnen.

 

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Christoph Schmitter, Kai Pflaume und Laura (Bild: NDR/Thorsten Jander)

 

Christoph Schmitter, Pastor der CityChurch in Würzburg und Neufeld-Autor (Neunmalweise – LebensMuster zum Nachmachen und Selberglauben), hatte sich beworben und trat schließlich gegen den selbstbewussten Teenager an. Für unseren Blog stand er uns Rede und Antwort:

 

Darfst Du uns verraten, wie viele Leute sich darum beworben hatten, sich dem Wettbewerb mit Laura zu stellen?

Das weiß ich leider auch nicht. Ich vermute, es waren eher nicht so übermäßig viele. Die Bibel ist ja heute nicht mehr unbedingt ein Buch, in dem sich viele Leute auskennen. Eine Mitbewerberin habe ich aber kürzlich getroffen. Zufällig. Die Welt ist klein.

 

War es für Dich selbst eine spontane Reaktion, Dich zu bewerben?

Nein. Die Idee kam gar nicht von mir. Mein erster Gedanke war: No way! Ich kann, wenn es hoch kommt, fünf Bibelstellen auswendig. Da müssen ganz andere Experten ran.

Erst als ich mal drüber geschlafen hatte und mir bewusst wurde, dass man sich dieses Wissen mit ein wenig Fleiß und einem halbwegs funktionierenden Gehirn natürlich auch aneignen kann, habe ich meine Bewerbung abgeschickt.

 

Woher wusste Laura denn dermaßen gut Bescheid in der Bibel?

Sie hatte – wie ich – trainiert. Lauras Familie ist in der Kirche sehr aktiv, aber für diese Leistung musste sie sich natürlich gezielt vorbereiten.

 

Ich selbst hätte keine der Bibelstellen treffsicher nennen können – schon gar nicht in einer solchen Situation. Nachdem Du das Duell so eindeutig und charmant für Dich entscheiden konntest – haben die Leute in Deiner Gemeinde jetzt mehr Respekt vor Dir („Der weiß ja wirklich Bescheid …“)?

Nur so lange, wie sie glauben, ich hätte das einfach aufgrund meiner normalen theologischen Bildung aus dem Ärmel geschüttelt. Dass ich dafür etwa vier Wochen täglich geübt habe, schmälert den Respekt vor der Leistung etwas. Mancher ist aber immerhin froh, dass der eigene Pastor nicht peinlich rüberkam und auch die CityChurch positiv porträtiert worden ist.

 

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Christoph Schmitter auf der Kirchenbank im Studio (Bild: NDR/Thorsten Jander)

 

Auf mich hast Du während der ganzen Sendung einen gelassenen Eindruck gemacht. Kannst Du uns Deinen „Trick“ verraten?

In Wirklichkeit war ich ziemlich durch den Wind vor Aufregung. Nicht wegen der Kameras, sondern aus Sorge vor einem peinlichen Black-Out vor Millionen Zuschauern. Zur sichtlichen Belustigung meiner Familie musste ich in den Stunden vorher darum tatsächlich ein bisschen kämpfen. Auf der Bühne war das dann vorbei.

Und ja – da gibt es wirklich ein paar Tricks, die deiner Souveränität helfen, die Aufregung zu überleben. Sich seiner selbst sicher bleiben – darum geht es. Und mit bewusster Körperhaltung z. B. kann man schon ziemlich viel Einfluss darauf nehmen.

 

In der Sendung hast Du gesagt, die 8.000,- EUR Siegprämie werdet Ihr in ein neues Sofa investieren. Habt Ihr schon eins?

Nein. Bisher war kaum Zeit dafür. Und irgendwie macht ein Sofa kaufen gar nicht so viel Spaß. Teuer und doch nicht schön, ist bisher mein Eindruck. 8.000,- EUR wollen wir natürlich auch nicht dafür ausgeben! Außerdem habe ich nach der Show die Hälfte meiner Gegnerin abgegeben. Nein, habe ich nicht – obwohl sich das mancher Zuschauer gewünscht hätte, glaube ich. Es tat mir dann schon auch etwas leid, dass sie verloren hatte.

 

Stimmt es, dass man Dich einladen kann, wenn man Dich live erleben will – zum Beispiel zu Themen Deines Buches?

Ja. Viele Gemeinden nutzen das Buch für Themenreihen in Kleingruppen und Hauskreisen. Und in diesem Rahmen komme ich gerne für ein Auftaktseminar oder eine Abschlusspredigt oder ähnliches vorbei.

Demnächst gestalte ich die Themeneinheiten bei einer Wochenendfreizeit. Auf http://neunmalweise.de finden sich alle Infos dazu. Man darf mich auch gerne nach dem ein oder anderen Sprichwort fragen – dann habe ich eine Grund, mir diesen Wissensschatz zu behalten.

 

Danke für das Interview!

Erstellt am 19. März 2015 von

Missionale Theologie – Evangelikale auf dem Weg zur Weltverantwortung

So lautet der Titel des neuen Buches von Dr. Roland Hardmeier, das diese Tage aus der Druckerei kam (und in Kürze auch als E-Book erhältlich ist). Es ist das dritte Buch in einer Reihe zum Thema „Missional“, die Hardmeier hiermit nun abschließt.

 

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Missionale Theologie ist mit Schlagwörtern wie „Ganzheitlichkeit“ und „Gesellschaftsrelevanz“ in aller Munde. Doch was ist missionale Theologie? Aus welchen Quellen speist sie sich? In seinem aktuellen Buch beschreibt der Missionswissenschaftler Roland Hardmeier die geschichtlichen Meilensteine und die theologischen Eckpunkte der missionalen Theologie. Er stellt insbesondere die Entwicklung im evangelikalen Bereich dar und berücksichtigt dabei auch Dokumente und Autoren, die bisher auf Deutsch nicht zugänglich waren. Resultat ist eine umfassende und dennoch leicht verständliche Darstellung der missionalen Theologie.

Im ersten Band, Kirche ist Mission – Auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Missionsverständnis (2009, als gedruckte Ausgabe nur noch direkt bei IGW erhältlich, ansonsten seit kurzem als E-Book verfügbar), beschreibt Hardmeier den gegenwärtigen Wandel evangelikaler Missionstheologie hin zur Ganzheitlichkeit des Evangeliums und der Transformation der Welt. Diese radikale Anstiftung bedeutet, dass die Kirche sich neu auf ihre missionarische Aufgabe besinnt und zugleich ihre soziale Verantwortung wahrnimmt – und so zur Heilung der Welt beiträgt.

Der Autor liefert darin eine umfassende biblische Begründung für ein transformatorisches Missionsverständnis. Durch die Aufarbeitung der missiologischen Entwicklungen in der Zwei-Drittel-Welt, die konsequente Einbeziehung des Alten Testaments und den Blick auf Jesus als Mensch und Prophet vermittelt Roland Hardmeier eine für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts relevante Sicht von Kirche und Mission.

Im zweiten Band, Geliebte Welt – Auf dem Weg zu einem neuen missionarischen Paradigma (2012), setzt Hardmeier seine Arbeit fort:

Evangelikale Kirchen befinden sich in einem Paradigmenwechsel: Das koloniale Missionsparadigma mit Europa im Zentrum gehört der Vergangenheit an. Am Horizont kündigt sich ein neues Verständnis von Kirche und Mission an – in dem die Kirche sich mit Leidenschaft in Gottes geliebte Welt senden lässt.

Roland Hardmeier beschreibt diesen Paradigmenwechsel und begründet ihn theologisch. Dabei beleuchtet er auch die biblische Sicht von Gerechtigkeit und Heil sowie die Bedeutung sozialer Verantwortung.

Gemeinsam begründen diese drei Bücher ein missionales Verständnis von der Aufgabe der Kirche in der Welt. Zum druckfrischen dritten Band meint Dr. Bernhard Ott, u. a. Dekan der Akademie für Weltmission, Korntal:

„Vielen Dank für dieses Buch, das in die Hand aller gehört, die sich sachlich und engagiert mit dem Thema Missionale Theologie aus der Perspektive eines evangelikalen Autors befassen wollen – ja noch mehr: die an einer missionalen Lebensgestaltung interessiert sind.“

Herzlichen Glückwunsch an Roland Hardmeier für seine Fleißarbeit …!

Erstellt am 28. Januar 2015 von

Wieviele Bücher kommen im US-amerikanischen christlichen Buchmarkt wohl jährlich neu auf den Markt? 2006 waren es etwa 5.900, schrieb Al Hsu von InterVarsity Press, aber ob es heutzutage deutlich mehr oder etwas weniger sind – ich weiß es nicht. Ganz sicher kann man davon ausgehen, dass der Markt größer ist als der deutschsprachige. Der Wettbewerb um Auszeichnungen ist zugleich härter. Um so bedeutsamer ist es folglich, wenn ein Buchtitel aus der Masse herausragt, wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

Dallas Willards Jünger leben mittendrin (erschien im Sommer 2014 auf deutsch, Originaltitel: Living in Christ’s Presence) hat diesbezüglich im vergangenen Jahr richtiggehend abgeräumt.

 

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Das renommierte Leadership Journal zeichnete dieses Werk von Dallas Willard (der ja im Mai 2013 verstarb) und John Ortberg als Best Book for Church Leaders (The Leader’s Inner Life) aus. Hier weitere Preise, die dieses Buch abräumte:

Logos Bookstores‘ 2014 Best Book in Spirituality

2014 Readers‘ Choice Award Winner

A Special Award of Merit, from Byron Borger, Hearts and Minds Bookstore

 

Auch Willards erfolgreiches Buch Jünger wird man unterwegs – Jesus-Nachfolge als Lebensstil (das wir gerade in der dritten Auflage drucken …), erhielt bereits 2007 den Christianity Today Book Award in der Kategorie „Christliches Leben“ (Originaltitel: The Great Omission: Reclaiming Jesus‘ Essential Teachings on Discipleship).

Erstellt am 16. Januar 2015 von

Kaum hat das neue Jahr begonnen, kribbelt es uns in den Fingern – die ersten Neuheiten erscheinen!

Nachdem Holm Schneiders wunderbares Geschenkbuch Ein Baby im Bauch aus der Druckerei kam, ist diese Woche das Buch Die Rückkehr der Zikade – Vom Leben am anderen Ende der Welt erschienen.

 

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Was für ein reiches Buch! Beim Lesen musste ich hier und da laut loslachen; an anderen Stellen kommen einem die Tränen – Erzählungen vom echten Leben also, und solche Bücher liebe ich.

Ute Paul lebte und arbeitete 17 Jahre lang mit ihrer Familie als Missionarin in Argentinien. In ihrem Buch Die Rückkehr der Zikade beschreibt sie in kurzen Kapiteln die Schätze alltäglicher Begegnungen, die uns oft erst im Nachhinein wertvoll werden. Die Zikade, die nach langer Zeit aus der Erde hervorkrabbelt, um sich bemerkbar zu machen, steht dabei als Bild für Hoffnung.

 

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Mal augenzwinkernd, mal mit großem Ernst, stellt Ute Paul (übrigens eine tolle Erzählerin!) Menschen und ihre Lebensphilosophie vor, die unter sehr einfachen Verhältnissen den Alltag bestehen. Und sie schildert verletzlich auch ihre ganz persönlichen Lernprozesse: Was heißt es, als Familie mit Kindern im fremden Kontext zu leben?

 

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Wer selbst als Fremder im Ausland lebt oder Fremde in Deutschland willkommen heißen möchte, wird durch dieses Buch angesteckt – denn an allen Ecken und Enden schimmert der Reichtum durch, der in einem Leben „in anderen Umständen“ steckt.

 

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In ihrem Buch Begleiten statt Erobern – Missionare als Gäste im nordargentinischen Chaco, das 2010 im Neufeld Verlag erschien, berichten Ute und Frank Paul von der eindrücklichen Geschichte des Equipo Menonita in Nordargentinien. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte gelangten diese Missionare dazu, sich im fremden Land nicht mehr als dominierende Leiter zu verstehen, sondern vielmehr als lernende Begleiter.

In der Rückkehr der Zikade liefert Ute Paul nun reichlich Anschauungsmaterial dafür, was es für die konkreten Beziehungen (Familie, Ehe, Kirche, Team) bedeutet, den Möglichkeiten der Menschen vor Ort und Gottes Geschichte mit ihnen mehr zuzutrauen.

Danke, Ute, dass Du so viel von Deinem und Eurem Leben mit uns teilst!

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.