Schlagwort-Archiv: Gesellschaft

 

Erstellt am 13. Mai 2015 von

Und wieder wurde ein Neufeld-Autor ausgezeichnet: Howard Zehr ist Preisträger des „2015 Ireland Distinguished Visiting Scholar Award“. Diese Auszeichung wird von der US-amerikanischen University of Alabama at Birmingham verliehen.

Zehr gilt als Pionier auf dem Gebiet der Restaurativen Gerechtigkeit, im Neufeld Verlag erschien sein Buch Fairsöhnt: Restaurative Gerechtigkeit – Wie Opfer und Täter heil werden können.

 

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Seine praktische Arbeit und akademische Schriften haben die Wahrnehmung von Kriminalität und Verbrechen gründlich verändert. Howard Zehr hat das Verständnis der Kriminologen dafür geöffnet, dass die kriminelle Tat nicht primär eine Verletzung des Staates, sondern eine Verletzung des Opfers und der Gemeinschaft ist und dass die Bedürfnisse von Opfern und Tätern Vorrang genießen sollen.

Was heute unter dem Begriff Täter-Opfer-Ausgleich immer bekannter wird und auch in der Justiz zunehmend angewandt wird, geht u. a. zurück auf die Arbeit Howard Zehrs.

Herzlichen Glückwunsch, Howard Zehr!

Erstellt am 30. Juli 2014 von

Die Erziehung der Kinder gehört in den Verantwortungsbereich der Eltern, findet Neufeld-Autor Dr. Holm Schneider. In seinem Gastbeitrag für unseren Blog nimmt der Professor für Kinderheilkunde am Universitätsklinikum Erlangen verwundert Stellung zur aktuellen Diskussion um das Betreuungsgeld:

 

In vielen Medien war am Wochenende von einer Studie der Uni Dortmund die Rede, die erwiesen habe, dass das Betreuungsgeld insbesondere Eltern mit Migrationshintergrund und aus „bildungsfernen“ Schichten dazu verleite, ihre Kinder nicht in die Kinderkrippe zu schicken. Neues Pulver also für die aktuelle Verfassungsklage der Stadt Hamburg gegen das als „Herdprämie“ geschmähte Betreuungsgeld? Nicht zu lesen war, dass die Studie aus dem Jahr 2013 stammt – aus der Zeit vor Einführung des Betreuungsgeldes. Im Rahmen dieser Studie wurde perspektivisch nach den Wünschen von Eltern gefragt, wenn sie denn die Wahl hätten.

Natürlich ist das Betreuungsgeld für Eltern mit geringem Einkommen attraktiver als für Wohlhabende. Das heißt jedoch nicht, dass solche Eltern ihren Kindern Krippenbetreuung verwehren würden, nur um selber den eher symbolischen Betrag von bisher 100 € zu kassieren. Man geniert sich nicht, ihnen genau das zu unterstellen. Nein, die allermeisten Mütter und Väter – auch nichtdeutsche Eltern ohne Abitur – sind durchaus in der Lage, ihre ein- und zweijährigen Kinder selbst zu erziehen, und viele wollen das auch. Manche wehren sich bewusst gegen die vielfältigen Versuche politischer Akteure, die Erziehung von Kindern aus der Elternhand zu nehmen: ob bei Gendervorgaben, einer bestimmten Form des Sexualkundeunterrichts oder der Verordnung von Ganztageseinrichtungen ab dem ersten Lebensjahr.

Nicht weniger schlimm an der aktuellen Diskussion ist, dass die eigentlichen Bedürfnisse der Kinder völlig unbeachtet bleiben.Da wird mit dem alten Peer-Steinbrück-Zitat von einer „bildungspolitischen Katastrophe“ das Selbstvertrauen junger Eltern untergraben, die gerade in ihre Elternrolle hineinwachsen, und Carola Reimann, stellvertretende SPD-Vorsitzende, behauptet munter, das Betreuungsgeld führe dazu, „dass Kindern Entwicklungschancen vorenthalten“ würden.

Als Kinderarzt und Vater von 6 Kindern ist mir unbegreiflich, wie die gesicherte Erkenntnis, dass Kleinkinder vor allem eine liebevolle und vertraute Bezugsperson brauchen, am besten ihre eigene Mutter, so unter den Tisch fallen kann. Als ehemalige DDR-Bürger nehmen meine Frau und ich verblüfft zur Kenntnis, wie viele Politiker nach 25 Jahren wieder bereit sind, Systemfehler des Sozialismus („Staat vor Familie – jederzeit!“) zu wiederholen. Und als politisch Interessierte fragen wir uns, warum der SPD-Führung nichts Besseres eingefallen ist, als eine angestaubte Studie mit einer anderen Fragestellung für ideologische Stimmungsmache auszuschlachten.

Die Erziehung der Kinder gehört in den Verantwortungsbereich der Eltern. Weder Kinderkrippen noch Kindergärten oder Schulen sind dafür zuständig und sie dürfen auch nicht zuständig gemacht werden. Wo im Elternhaus Werte gelten, manchmal so etwas wie Liebe spürbar ist, wo zur Übernahme von Verantwortung ermutigt und Selbständigkeit gefördert wird, dort gelingt Bildung jenseits tagespolitischer Vorgaben – gern auch in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit externen Bildungseinrichtungen.

Vielleicht braucht es aber tatsächlich akademische Studien, um von Lehrern und Erziehern zu erfahren, wie viele Kinder heute so auffällig sind, dass sie sich kaum in einen Gruppenverband eingliedern lassen, und wie oft deshalb Psychopharmaka verordnet werden. Vielleicht müssen Studien klären, ob dies nicht auch daran liegt, dass keine Ausbildung der kleinen Persönlichkeit im sicheren Familienverband möglich war – um irgendwann wiederzuentdecken, wo Erwachsene Kindern ansprechende und sinnstiftende Lebensentwürfe vorleben: in einer intakten Familie.

 

Holm Schneider

Erstellt am 26. September 2013 von

46/47 ist ein Kurzfilm zum Thema Down-Syndrom und Inklusion. Er wurde im vergangenen Jahr auf internationalen Filmfestivals gezeigt und hat in New York den Preis „Excellence in Cinematography Award“ gewonnen. Die deutsche Filmbewertungsstelle vergab das „Prädikat wertvoll“.
46/47 erzählt die Welt einmal „anders herum“: Alle Menschen haben Down-Syndrom, auffällig sind alle Menschen, die nur 46 Chromosomen haben. Zum Beispiel Daniel. Er ist anders. Ihm fehlt etwas. Er hat nur 46 Chromosomen, wo es doch eigentlich 47 sein sollten … Was ist es für ein Gefühl, „anders“ zu sein? Und was ist überhaupt „normal“?
Die Idee finde ich gut; die Umsetzung hätte mich noch mehr überzeugt und würde womöglich ingesamt einen gewinnenderen Eindruck bei den Zuschauern hinterlassen, wenn der Film etwas mehr Leichtigkeit atmen würde. Was ja beim Thema Down-Syndrom nicht all zu schwer ist …
Der Kurzfilm 46/47 (8:23 Minuten, das ist wirklich kurz …) entstand unter Mitwirkung von 27 Darstellern und vielen Helfern – mit und ohne Down-Syndrom. Er wurde bereits 2011 gedreht und ist auch als DVD erhältlich (9,95 Euro zzgl. Versand, Bestellungen an Stephan.Becker@b8-film.de. Preise für Verleih- und Vorführrechte: info@heinze-dietschreit.de).

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.