Schlagwort-Archiv: Reich Gottes

 

Erstellt am 25. August 2014 von

Und wieder geht es weiter mit unserer Serie mit Auszügen aus dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe aus der Feder des schwedischen Autors Anders-Petter Sjödin. Im zweiten Teil des Buches geht es konkret um geistliche Übungen – zunächst stellt Sjödin fünf grundlegende Übungen vor. Anschließend schildert er sehr knapp 20 weitere Übungen und Lebenshaltungen.

Heute folgt also ein Auszug aus Kapitel 10 („Fünf grundlegende geistliche Übungen“):

 

"Eins der besten Bücher ..."

 

 

1. Abgeschiedenheit – die positive Einsamkeit

»Am nächsten Morgen verließ Jesus lange vor Sonnenaufgang die Stadt und zog sich an eine abgelegene Stelle zurück. Dort betete er.« Mk 1,35

Bei der Abgeschiedenheit handelt es sich um eine Übung der Enthaltsamkeit, die auf eine positive, selbst gewählte Einsamkeit abzielt, in der wir uns – für einen Tag – von menschlichen Beziehungen zurückziehen, um Gott Raum zu geben.

Die Abgeschiedenheit ist eine der grundlegenden geistlichen Übungen. Der Priester und Psychologe Henri J. M. Nouwen war der Meinung, dass es »ohne Abgeschiedenheit so gut wie unmöglich ist, ein geistliches Leben zu leben«.

Jesus ist das beste Beispiel für den verwandelnden Einfluss, den ein Lebensstil, in dem es Stunden der positiven Einsamkeit gibt, auf unsere Seele hat. Der Evangelist Lukas notiert neun Mal, dass Jesus sich auf einen Berg, in die Wildnis oder in einen Garten zurückzog. Jesus suchte Orte auf, an denen er mit sich allein sein und mit seinem Vater reden konnte.
Die Abgeschiedenheit ist vom »Sein« geprägt, statt vom »Tun«. Im Prinzip tun Sie in Ihrer Abgeschiedenheit – nichts. Sie steigen auf einen Berg oder gehen an den Strand oder an irgendeinen anderen Ort, an dem Sie einsam sein können. Sie enthalten sich für eine Weile von allem, was Sie gefangen nimmt, vor allem von Ihrer Abhängigkeit von der Akzeptanz und Bestärkung durch andere Menschen. Sie sind allein mit Gott, der nicht verlangt, dass Sie ihm imponieren sollen.

Im Licht der Ewigkeit sehen Sie dann alles, was Sie stresst, beunruhigt und gefangen nimmt. Die Abgeschiedenheit schenkt Ihnen Klarheit, Sinn, Ziel und Stärke.
In der Abgeschiedenheit wird man mit seiner eigenen Seele konfrontiert, seiner inneren Leere, seiner Unnatürlichkeit und seinen Masken. Man erkennt, wer man wirklich ist, was erschreckend sein kann, aber auch befreiend. Aus Angst vor der Einsamkeit füllen wir unser Leben mit Aktivitäten, Lärm und Eile an. Denken Sie daran, dass Jesus mit Ihnen in diese Einsamkeit geht und dass er Sie so liebt, wie Sie sind.

Selbst kurze Augenblicke der Abgeschiedenheit können die Möglichkeit zur Reflexion, Kontemplation und zum Kontakt mit Gott bieten: Eine Mittagspause in einem schönen Park, allein in einer Kirche sitzen, blinzelnd einen Sonnenuntergang betrachten oder auf einem Sofa vor dem Feuer sitzen. Die Abgeschiedenheit wird durch Schweigen verstärkt, aber man kann sie auch mit einem aufgeschlagenen Buch in einem Café in der Anonymität einer großen Stadt erreichen. Abgeschiedenheit lässt sich gut mit der Meditation über die Bibel, dem Fasten, dem Gebet oder einer geistlichen Lesung kombinieren. Aber es ist wichtig, dass die Abgeschiedenheit nicht in Arbeit ausartet und zu einem neuen Projekt wird.

Dazu einige Stellen aus der Bibel: Mt 4,1; 11,28; 14,13.23; 17,1; 26,36; Mk 1,35; 6,31.46; Lk 4,1.42; 5,16; 6,12; 9,28; 22,39.

! Zum Nachdenken: Nicht unverantwortlich einfach »abhauen«, sondern die Umgebung darauf vorbereiten, indem man entsprechende Vorkehrungen trifft, um anderen unsere Abwesenheit erträglich zu machen. Wenn Sie sowieso einen Hang zur Introvertiertheit besitzen, sollten Sie sich eher mit aktiven Übungen vertraut machen. Extrovertierten Menschen kann es schwerfallen, »nichts« zu tun, sie fangen dann an, die Abgeschiedenheit mit neuen Aktivitäten auszufüllen, die schließlich zu einer neuen »Arbeit« werden. Abgeschiedenheit ist eine Einstellung des Herzens. Rein technisch kann man Abgeschiedenheit auch in einer Stadt erleben, aber man kann zehn Jahre lang als Einsiedler in der Wüste leben, ohne je Abgeschiedenheit zu erfahren. Die Abgeschiedenheit ist eine fundamentale geistliche Übung, auf der viele andere Übungen aufbauen.

 

(Dieser Auszug entstammt dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe von Anders-Petter Sjödin, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2012, Seite 198f.)

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Erstellt am 20. August 2014 von

Dallas Willard gilt schon lange als weiser Impulsgeber, wenn es um Themen wie geistliches Leben (das würde ihm vermutlich schon wieder viel zu fromm und künstlich klingen) und Christsein im Alltag geht. Sein Buch Jünger wird man unterwegs – Jesus-Nachfolge als Lebensstil ist bereits in der 2. Auflage erhältlich und macht Mut dazu, sich Jesus in allen Lebensbereichen anzuvertrauen.

Willard (1935–2013) war „eigentlich“ Philosophie-Professor in Los Angeles, übersetzte den Philosophen und Mathematiker Edmund Husserl aus dem Deutschen. Doch Dallas Willard war auch ordinierter Baptisten-Pastor. Und seine populär geschriebenen geistlichen Bücher prägen unzählige Menschen, darunter Autoren wie Gordon MacDonald, Brennan Manning, Richard Foster oder Henri Nouwen.

Nun ist vor wenigen Tagen ein weiteres Willard-Buch im Neufeld Verlag erschienen: Jünger leben mittendrin.

 

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„Ich schreibe ,Dallas Willard für Dummies‘“, meinte John Ortberg einmal. „Er hat mich beeinflusst wie niemand sonst.“ Dieses Buch mit Kapiteln von Dallas Willard und John Ortberg basiert auf einer Konferenz, die die beiden im Februar 2013 gemeinsam bestritten – kurz bevor Dallas Willard (auf dem Konferenzfoto unten rechts) starb.

 

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Auch wenn auf dem Umschlag nur Dallas Willard als Autor zu erkennen ist, sind drei der sieben Kapitel in diesem Buch von John Ortberg. Im Anschluss an die Kapitel (also die ursprünglichen Vorträge) sind auch noch Gespräche zwischen Ortberg und Willard oder auch Rückfragen aus dem Publikum enthalten.

Bei besagter Konferenz ging es um das Herzensanliegen des außergewöhnlichen Bestseller-Autors Dallas Willard: Jesus Christus nachfolgen. Im Alltag erleben, dass das Reich Gottes bereits Wirklichkeit ist. Und dass Jesus unser Meister ist. In allen Fragen.

Als ich das Buch im Vorfeld gelesen haben, bin ich an vielen Stellen hängen geblieben – immer mehr Leserinnen und Leser auch in Deutschland haben erkannt, dass Dallas Willard enorm Hilfreiches zu sagen hat und manche Wahrheit formuliert, die ich so noch kaum anderswo gelesen oder gehört habe.

Als Verlag sind wir ja geradezu elektrisiert von der Tatsache, dass Gott offensichtlich sogar Bücher gebraucht, um Menschen zu berühren. Und wenn wir unseren Slogan betrachten:

 

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

 

dann meinen wir damit ja auch, dass bei Gott jeder willkommen ist. Ich fürchte nur, dass selbst viele Christen das (noch) gar nicht so erfahren und für sich annehmen. Auch hier bringt Dallas Willard wunderbare Impulse:

 

Jesus sagt, „Nehmt mein Joch“. Schafft euch das Joch der offiziellen Religion vom Hals. (Seite 16)

Das Großartige an Jesus war seine Fähigkeit, einen Bezug zur Realität herzustellen. (Seite 25)

Der Bewährungstest für das religiöse Leben ist das Leben. (Seite 25)

Wenn es nur darum geht, dass Gott unser Denken inspiziert und feststellt, dass wir genau den richtigen Dingen zugestimmt haben, dann sind wir vermutlich auf dem Holzweg. (Seite 32)

Sünden zu vergeben heißt für Gott, dass er eine Sorge weniger hat. Er tut es gerne. (Seite 32)

Frag dich einmal, warum Gott nicht im Garten geblieben ist. Er hat vorbeigeschaut. (Seite 35)

Das sanfte Joch besteht darin, deine und meine Projekte auf die Seite zu legen und uns um Gottes Projekte zu kümmern. (Seite 37)

Wir tun unser Bestes, aber wir verlassen uns nicht auf unser Bestes. Wenn wir unser Vertrauen auf unser Bestes legen, dann denken wir, die Lösung lautet, härter zu arbeiten, und das kann nie die Lösung sein, besonders nicht für Menschen, die in leitender Position für Christus arbeiten. (Seite 38)

 

Na, haben Sie Appetit bekommen? Wenn das keine inspirierende Lektüre für die nächsten Wochen ist! Weitere Zitate folgen demnächst an dieser Stelle …

Erstellt am 3. Juli 2014 von

„Selten habe ich ein derart gutes Buch zum Thema Nachfolge gelesen.“ „Ein außerordentlich stilles Buch der Innerlichkeit und Reflexion, das horcht und nachspürt und der Seele Raum gibt. Und gleichzeitig freudige Begeisterung weckt – über Gott und seine Absichten mit uns.“ „… eines der besten Bücher, die momentan auf dem Markt sind!“

Bei solchen Leserstimmen kann man durchaus hellhörig werden – die Rede ist von dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe aus der Feder des schwedischen Autors Anders-Petter Sjödin.

 

"Eins der besten Bücher ..."

 

An dieser Stelle starten wir also eine kleine Serie mit Auszügen aus seinem Buch. Zur Inspiration und zum Vergnügen. Zur Ermutigung. Und natürlich auch als Appetitanreger.

 

Kapitel 2: Heilige Verwandlung

Der mehrfache Millionär Silvio Berlusconi ist vielleicht der bekannteste Mann im heutigen Italien. Sein Papa Luigi legte die Grundlage für diesen Reichtum – in Zusammenarbeit mit der sizilianischen Mafia. Jahrzehnte hat Berlusconi die Medien, die Politik und die Finanzwelt Italiens kontrolliert. Außerdem gehört ihm einer der größten Fußballklubs Italiens, der AC Mailand. Am bekanntes­ten ist er jedoch als Frauenheld und Playboy. Auf einem Flug nach Rom saß ich neben einer älteren italienischen Lehrerin. Sie war mit Breitseiten gegen ihren Premierminister nicht gerade sparsam. Obwohl Berlusconi ein großer Teil der italienischen Medienindustrie gehört, weiß wohl niemand, ob man ihn in 100 Jahren noch kennen wird, geschweige denn in 800 Jahren.

Giovanni di Bernadone hieß ein anderer Italiener, der eine große Ähnlichkeit mit Berlusconi aufwies. Er war der verwöhnte Sohn eines italienischen Geschäftsmannes und einer französischen Dame aus der Oberschicht. Er war arrogant, vergnügungssüchtig und auf Frauen fixiert. Sein Jugendtraum war es, ein »Promi« in der Unter­haltungsindustrie seiner Zeit zu werden.

Springen wir in der Zeit ein Stück weiter nach vorne, treffen wir auf einen zutiefst verwandelten Menschen. Eines Tages ritt Giovanni durch ein Tor. Seine Augen erblickten etwas, das er einmal mehr verachtet hatte als alles andere: einen Aussätzigen, einen Leprakran­ken.

Es ist schwer für uns, das Entsetzliche dieser Krankheit zu ver­stehen. Bakterien greifen das Nervensystem an, das Gefühl verschwindet nach und nach und der Körper fängt an, zu verfaulen. Allmählich fallen Körperteile ab: Zehen, Finger, Augen, Ohren oder Nase. Das erste Mal, dass ich einen Aussätzigen zu Gesicht bekam, war in einem Zug in Indien. Ich war 17 Jahre alt und er hatte auch ungefähr mein Alter. Er bettelte um Geld. Nach dieser makabren Begegnung saß ich eine ganze Weile verstört da. Ein großes schwar­zes Loch tat sich dort auf, wo eigentlich die Nase hätte sitzen sollen. Sein Gesicht ähnelte eher einem Totenschädel.

Am Ende ist ein Leprakranker in einer Welt ohne Sinnesemp­findungen gefangen. Am schmerzhaftesten sind jedoch das Ausgeschlossensein und die Entfremdung. Die einzige Empfindung, die am Ende übrig bleibt, ist die Sehnsucht nach Gemeinschaft. Im Lauf der Geschichte wurden Leprakranke in Reservaten isoliert, es war ihnen verboten, in die Nähe gesunder Menschen zu kommen. Sie waren die »Unberührbaren«. Zur Zeit Jesu gab es genaue Vorschrif­ten, wie nahe ein Aussätziger einem Gesunden kommen durfte. Ein Mensch mit Aussatz durfte nie mehr seine Kinder, seine Frau oder andere Menschen berühren. Welches Erstaunen, als Jesus nicht nur respektvoll mit ihnen sprach, sondern sie auch voller Zärtlichkeit berührte. Vielleicht das erste Mal seit Jahren, dass sie überhaupt jemand berührte?

Inspiriert von Jesus, floh Giovanni nicht vor dem Leprakranken, wie so viele Male vorher. Mit der Liebe Jesu, die in sein verwandeltes Herz strömte, stieg er vom Pferd, ging in die Knie und küsste die bleiche Hand des Kranken.

Er küsste sie! Ist das zu verstehen?

Der Leprakranke war schon äußerst erstaunt darüber, dass er ihm Geld gab. Aber damit hörte es nicht auf. Er ritt dann in ein abge­sperrtes Gebiet für Leprakranke, das außerhalb der Stadt lag, und bat alle dort um Vergebung für sein früheres Verhalten. Er gab ihnen Geld und hörte nicht auf, den einen oder anderen unter ihnen zu küssen.

Dieser reiche Playboy ist eher unter dem Namen Franziskus von Assisi bekannt, oder als heiliger Franziskus. Sein radikaler Glaube an Jesus Christus inspirierte ihn nicht nur, er verwandelte ihn. Das, was da für andere nicht sichtbar in der Seele dieses italienischen Jetsetters geschah, sollte eine ganze Welt beeinflussen. Im Alter von 23 Jahren hatte er die Stimme Jesu in der Kapelle San Damiano gehört: »Franziskus, geh und baue meine Kirche auf, die gerade dabei ist zusammenzustürzen, wie du siehst!« Es war der Beginn einer der größten Bewegungen in der Geschichte der Kirche. 800 Jahre später ist er immer noch inspirierend und herausfordernd, durch seine ansteckende Liebe zu Gott, den Menschen und der Schöpfung. Paulus sagt: »Gott will, dass ihr heilig seid.« (1. Thess 4,3)

 

(Dieser Auszug entstammt dem Buch Verwandelt in Gottes Nähe von Anders-Petter Sjödin, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2012, Seite 39ff.)

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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.