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Erstellt am 8. Mai 2013 von

André und Magda Trocmé in Le Chambon

 

Am 3. Juni 2013 findet im französischen Le Chambon-sur-Lignon die feierliche Eröffnung einer Gedenkstätte statt, die an die Gerechten unter den Völkern erinnert. Dieser kleine Ort war zu Zeiten des Holocaust ein Ort der Menschlichkeit und des Widerstands gegen die nationalsozialistischen Herrscher, wo Tausende gerettet wurden – was bis heute kaum bekannt ist. Im Zentrum standen damals Pfarrer André Trocmé und seine Frau Magda. Dem ganzen Ort wurde 1990 die Medaille „Gerechte unter den Völkern“ verliehen (nachdem Trocmé eine Auszeichnung nur seines Einsatzes abgelehnt hatte).

Am 23. April 2009, dem Yom Hashoah (Holocaust Remembrance Day), sagte US-Präsident Barack Obama über die schier unglaubliche Selbstverständlichkeit, mit der die mutigen Dörfler viel riskierten:

„Nicht ein einziger Jude, der [in die Gegend von Le Chambon-sur-Lignon] kam, wurde abgewiesen oder verraten. Doch es dauerte noch Jahrzehnte, bis die Dorfbewohner von dem erzählten, was sie getan hatten – und auch dann taten sie es nur widerstrebend.“

Nur so ist zu erklären, warum erst jetzt eine Gedenkstätte eröffnet wird, das Leben der Trocmés nicht längst von Hollywood verfilmt wurde. Im Neufeld Verlag erschien die inspirierende und herausfordernde Biografie Von Liebe und Widerstand – Das Leben von Magda & André Trocmé über diese mutigen Retter, die bisher kaum bekannt waren, doch von Historikern längst in einer Reihe mit Gandhi oder Martin Luther King gesehen werden.

Bleibt zu hoffen, dass die Feierlichkeiten Anfang Juni in Le Chambon dazu beitragen, das Beispiel von mutigen Bürgerinnen und Bürgern weiterzuerzählen, die uns auch heute noch inspirieren, dem eigenen Gewissen zu folgen und Zivilcourage zu zeigen. Solche Vorbilder braucht es zu allen Zeiten …

Die Gedenkstätte in Le Chambon wird die einzige ständige Ausstellung sein, die der Erinnerung an die Gerechten gewidmet ist, jenen mutigen Menschen, die den unmenschlichen Gesetzen der Vichy-Regierung und der Besatzung widerstanden.

 

 

 

Erstellt am 25. März 2013 von

Habe gerade den Roman Gedächtnis mit Flügeln von Romain Gary gelesen. Gary (eigentlich Roman Kasev), der für zwei seiner Romane den renommierten Literaturpreis Prix Goncourt erhielt (was nur deswegen überhaupt möglich war, weil man ihn nicht sofort hinter dem Pseudonym Emile Ajar identifizierte), beschreibt darin aus der Sicht des jungen Franzosen Ludovic Fleury die Geschichte einer Liebe. Und er erzählt wunderbar poetisch und mit schier unpassender Leichtigkeit vom französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Herrlich zum Beispiel die Figur des Marcellin Duprat, mit drei Sternen versehener Inhaber des angesehenen Restaurants Clos Joli, der „letzten Bastion des echten Frankreich“. Und wunderbar Ambroise Fleury, der Onkel des Protagonisten, der sich auf die Kreation ausgefallener Papierdrachen versteht und auf seine Weise protestiert und Zeichen setzt. Diese drei repräsentieren die Würde der französischen Nation. In einer Zeit, in der es vernünftig scheint, sich anzupassen, leisten sie auf scheinbar ganz unvernünftige Weise Widerstand.

An ein, zwei Stellen im Buch verweist Gary auf Le Chambon-sur-Lignon und Pfarrer André Trocmé – ein Ort der Menschlichkeit und ein Widerstandsnest, das bis heute kaum bekannt ist und wo Tausende gerettet wurden. Mitten im Krieg zieht etwa der Drachenbauer Ambroise Fleury nach Le Chambon (und überlebt am Ende sogar Auschwitz). Der letzte Satz im Roman lautet:

Ich beende nun diese Geschichte, indem ich noch einmal den Namen des Pfarrers André Trocmé niederschreibe und den von Le Chambon-sur-Lignon, denn besser könnte man es nicht ausdrücken.

Die deutsche Ausgabe, stilvoll übersetzt von Jeanne Pachnicke (Originaltitel: Les Cerfs-volants, Editions Gallimard, Paris 1980), erschien 1989 im Aufbau-Verlag und wurde noch gedruckt vom Grafischen Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden … Inzwischen scheint es das Buch allerdings nur noch antiquarisch zu geben.

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.