Schlagwort-Archiv: Uwe Heimowski

 

Erstellt am 24. Juli 2014 von

Bundestag ist wie Heilsarmee – nur ein bisschen anders. Zumindest gilt das so für Frank Heinrich.

Er ist der erste Heilsarmeeoffizier, der als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag einzog. Dort engagiert sich der gelernte Sozialarbeiter und Theologe genauso, wie er sich zuvor für die Menschen am Rand der Gesellschaft eingesetzt hat. Ganz im Sinn der Heilsarmee: die Liebe greifbar und spürbar leben.

Frank Heinrich verfolgt dieses Ziel noch immer, nur an anderer Stelle. Jetzt heißt es für ihn Koalition statt Kleiderkammer, Parlament statt Predigt, Sitzungen statt Suppenküche.

Gemeinsam mit seinem Freund und Weggefährten Uwe Heimowski (Neufeld-Autor fast der ersten Stunde) hat Frank Heinrich das Buch Mission: Verantwortung – Von der Heilsarmee in den Bundestag veröffentlicht.

Hier ein kleines Gespräch der beiden über dieses Projekt:

 

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Frank, warum hast du eigentlich dieses Buch geschrieben?

Weil ich die Frage aus dem Untertitel – warum bist du von der Heilsarmee in den Bundestag gewechselt? – fast wöchentlich gestellt bekam und immer noch bekomme. Mit diesem Buch kann ich die Vorgeschichte und den Zusammenhang deutlich machen: Mein Einsatz für Menschenrechte, der mich erst zur Heilsarmee und dann in den Bundestag geführt hat. Es ist ein und dieselbe Berufung an zwei verschiedenen Orten.

Außerdem treffe ich sehr viele Menschen, es gibt immer wieder Gespräche. Mit dem Buch kann ich ihnen ein Stück meiner Geschichte mitgeben und sie damit ermutigen.

Was sind die Hauptinhalte, worum geht es in deinem Buch?

Ich möchte Leuten Mut machen, sich mit allem, was sie haben und können, in der Gesellschaft zu engagieren. Sei es in der Kirchgemeinde, einem Sportverein oder in der Politik. Die Heilsarmee will immer bei den Menschen sein, nicht bei sich selber. Dafür werbe ich, indem ich beispielhaft meine Geschichte erzähle: Reisen hinter den Eisernen Vorhang mit meinem Vater, die zwölf Jahre in Chemnitz, die konkrete Arbeit im Bundestag. Wechselseitige Berührungsängste zwischen Kirche und Politik abzubauen, ist ein zweites Motiv.

Welche Erfahrungen hast du bisher mit „Mission: Verantwortung“ gemacht, gab es Rückmeldungen?

Ja, es gab eine Reihe von Presseberichten und Rezensionen in verschiedenen Zeitschriften, die durchgehend sehr wohlwollend geschrieben waren. Und dann gibt es viele persönliche Feedbacks: Jemand sagte, ich habe ihm ein neues Fenster geöffnet, Vorurteile abgebaut und Verständnis für die Politik erzeugt. Häufig höre ich das Wort „glaubwürdig“ – ein großes Kompliment und eine große Verantwortung für mein Wirken als Politiker zugleich.

Du hast bisher zwei Bücher geschrieben: „Lieben, was das Zeug hält“ und „Mission: Verantwortung“. Große Begriffe. Kommt da immer noch der Prediger durch, der eine Botschaft zu verkündigen hat?

(Lacht) Im ersten Buch ganz bestimmt. Das Thema Liebe für Menschen, die eigentlich gar nicht liebenswert sind, oder besser gesagt: die nicht so aussehen, habe ich jahrelang in meinem eigenen Leben durchbuchstabiert. Meine Erfahrungen und Einsichten wollte ich an andere weitergeben.

Beim zweiten würde ich mich freuen, wenn es den einen oder anderen motiviert, sich einzumischen. Wenn meine Geschichte eine Ermutigung dazu ist, super! Aber als Predigt, oder gar Moralpredigt, ist es nicht gemeint.

 

Frank Heinrichs Bücher kann man überall kaufen oder bestellen, wo es Bücher gibt.

Beide sind auch als E-Book erhältlich – direkt im E-Book-Shop des Neufeld Verlages, aber auch bei allen gängingen Anbietern:

 

 

Erstellt am 10. Dezember 2013 von

Regelmäßige Blog-Leserinnen und -Leser wissen, dass wir an dieser Stelle monatlich einen Gast-Beitrag von Uwe Heimowski bringen – Pastor und Autor aus Gera. Für heute hat er uns einen Weihnachtssegen geschickt:

 

Möge der Engel dir verkünden,

was deine Seele so schnell vergisst:

Der Retter der Welt ist geboren,

und du bist es nicht.

 

Uwe Heimowski

Erstellt am 13. November 2013 von

Wenn es in einer auflagenstarken Zeitschrift eine Rubrik gäbe: „Die großen ungelösten Lebensfragen“ – ich würde mich hinreißen lassen, die mich seit Jahren quälende Frage zu stellen: „Wie kann man eigentlich morgens vor dem ersten Kaffee schon wach genug sein, um überhaupt die Kaffeemaschine zu bedienen?“

Für alle, die gerade nicht schmunzeln: Es sollte ein Scherz sein, zumindest ein Versuch … Ein Scherz, und ein bisschen Wahrheit, wie oft bei Scherzen, sollte darin mitschwingen. Manchmal steckt ja in den banalsten Situationen und blödesten Sprüchen noch ein Körnchen Erkenntnis.
Wenn ich erst durch den Kaffee wach werde, wie kann ich dann wach genug sein, um Kaffee zu kochen? Wie gesagt, das ist banal. Heben wir es mal auf zwei „höhere“ Ebenen.

Theologisch: Wie kann ich die „Gottlosigkeit“ einer Gesellschaft beklagen, wenn ich doch theologisch davon überzeugt bin, dass niemand zum Glauben kommen kann, ohne dass Gott selbst sich ihm offenbart?
Ethisch: Wie kann man vom Leben oder von Situationen oder von Menschen etwas erwarten, wenn wir von Voraussetzungen leben, die wir nicht selbst schaffen können? Es gibt dafür einen Fachbegriff, das sogenannte „Böckenförde-Diktum“. Ernst-Wolfgang Böckenförde, Richter am Bundesverfassungsgericht, hat festgehalten, dass wir alle – auch die Justiz – von solchen Voraussetzungen leben, die wir nicht schaffen oder garantieren können.

Das Leben verdanke ich meinen Eltern. Die freiheitliche und rechtsstaatliche Demokratie verdanke ich unseren Vorfahren. Den Glauben verdanke ich Gott. Und nun, auf diesem Fundament, ist es an mir, für mein Leben Verantwortung zu übernehmen – und für andere wiederum gute Startbedingen zu schaffen. Moral, Rechtsbewusstsein und Religion setzen voraus, dass Menschen verantwortliche Wesen sind. Verantwortung setzt voraus, dass Menschen zuerst angesprochen werden vom Leben oder von Gott und dann darauf eine Antwort geben müssen, also ver-antwortlich sind.
Bildlich gesprochen: Den ersten Kaffee haben mir längst andere gekocht.

Uwe Heimowski

Erstellt am 7. Oktober 2013 von

Ich berichte an dieser Stelle ja nicht nur über Neufeld-Bücher und Aktivitäten „unserer“ Autoren, sondern lasse gerne den Blick kreisen in Bezug auf die Themen, die uns so am Herzen liegen (zum Beispiel Bücher!). Nach unserer Verlegerrunde („Was ist Ihr wichtigstes Buch in diesem Frühjahr?“) haben wir diesmal Autorinnen und Autoren gebeten, sich an einer kleinen Umfrage zu beteiligen.

Heute also – passend zur Frankfurter Buchmesse, die morgen Abend eröffnet wird – eine erste Ausbeute der Antworten zum Stichwort: „Dieses Buch hat mein Leben verändert“. Ich war richtig gespannt auf die Reaktionen – und als leidenschaftlicher Leser, der das Glück hat, sich sogar beruflich mit Büchern zu beschäftigen, die hoffentlich im Leben der Leserinnen und Leser Spuren hinterlassen, finde ich diese Umfrage natürlich äußerst spannend!

Thomas Härry

Nur ein einziges Mal in meinem bisherigen Leben habe ich ein Buch nicht bloß gelesen, sondern es laut gelesen und dabei Tonaufnahmen gemacht, die ich mir anschließend über eine längere Zeit hinweg im Auto oder zuhause anhörte. Das Buch: Klaus Bockmühl: „Hören auf den Gott, der redet“ (später neu erschienen im Band „Leben mit dem Gott, der redet“). Ich las das Buch als knapp Dreißigjähriger. Nach einigen Seiten war mir klar: „Dieses Buch solltest du nicht nur lesen, du solltest es verinnerlichen; es dir verabreichen wir ein Stärkungsmittel oder gute Medizin“. So kam es zu den Aufnahmen – und damit zu einem „handgestrickten“ Hörbuch.
Verändert hat mich dieses Buch, weil es die Sehnsucht in mir genährt hat, Gott hören zu können. Bockmühl gräbt sich nicht nur durch Bibel und Geschichte, er gibt auch gute und praktische Hinweise für heute. Sein Buch ist mir bis heute eine starke Motivation, still zu halten, auf Gottes Reden zu hören und mein Leben danach zu gestalten. Eine Perle!

Titus Müller

„Blue Like Jazz“ von Donald Miller hat mein Leben verändert (genauso wie der Nachfolger „A Million Miles in a Thousand Years“). Donald Miller stellt sich den Fragen, denen ich viel zu oft ausweiche, und sucht unvoreingenommen nach Antworten, nicht für mich, sondern für sich. Dass ich ihm als Leser dabei folgen darf, ist ein großer Gewinn für mein Herz. Er steckt mich an mit seiner Weite, seiner sanften Zielstrebigkeit und seinem Mut, im Leben und im Glauben tiefen Sinn zu finden.

Hanna Schott

„Verändert“ wäre wohl zu viel gesagt, aber geprägt haben mich – vor allem in der ersten Hälfte meines Lebens – zwei Bücher. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer war das erste Buch, das ich mir von eigenem Geld gekauft habe. Ich war lange krank gewesen und durfte dann in die Stadt, um mir einen Wunsch zu erfüllen. Meine Wahl fiel auf dieses damals noch recht neue Buch, und das führte mich aus unserem kleinen Städtchen in eine Welt voller Überraschungen, in der sich aber alles auf wunderbare Weise zusammenfügt: Jim heißt Jim, weil er „genauso aussieht“, der Riese ist nur ein Scheinriese, das „Ende der Welt“ ist gar nicht das Ende, und die Klügste ist eine winzige chinesische Prinzessin. Schau genau hin: Was ist so, und was scheint nur so?, fragte mich dieses Buch, aber nicht belehrend, sondern mit einem Humor, der mich auch als Erwachsene noch anspricht.
Als Azubi im Buchhandel dann leistete ich mir (wieder vom wenigen eigenen Geld und gut überlegt) einen echten „Schinken“: Eberhard Bethges Bonhoeffer-Biografie. 1.100 Seiten, die mir zeigten, dass auch in der finstersten Zeit der deutschen Geschichte nichts „alternativlos“ war. Es gab die Möglichkeit, sich zu entscheiden, Zivilcourage zu zeigen, Gottvertrauen zu wagen. Bonhoeffer war kein geborener Held, sondern ein abwägender Intellektueller, der zu anderen Zeiten vermutlich in der Gelehrtenstube alt geworden wäre.
Genau hinschauen und gründlich nachdenken ist wichtig, irgendwann zum Tun durchdringen entscheidend. Jim und Dietrich begleiten mich.

Ulrich Eggers

Was der Schwede Magnus Malm in seinem Best- und Longseller Gott braucht keine Helden schreibt, hat schon viele christliche Hauptamtliche oder engagierte Gemeindemenschen berührt, verändert, herausgefordert: Gott ist nicht interessiert an meiner Arbeit, er ist interessiert an mir. Gott will nicht meine Leistung, er will mich. Das zu lesen – auf dem Hintergrund der eigenen Lebenserfahrung des Autors und seines Burnouts und kranken Leistungsdenkens –, hat befreiende Wirkung. Und Korrektur-Kraft für viele Jahre – ein Buch zum immer wieder lesen, denn man fällt gerne wieder in alte Leistungsmuster: Tust du was, dann bist du was. Bei Gott eben nicht. Liebe und Gnade richtet sich auf mich persönlich. Mich will er, dieser unglaubliche, großartige, liebevolle Gott. Und: Malm tut das, was ich für alle Bücher extrem wichtig finde: Sich selbst mit seiner Lebenserfahrung ehrlich einbringen. Das macht Bücher für mich besonders lesenswert.

Andreas Malessa

Uff. Ein hoher Anspruch. Es hat mein Denken und meinen Glauben verändert, es hat mein Leben indirekt und hintergründig geprägt: Helmut Thielickes „Zu Gast auf einem schönen Stern“, die 450-Seiten-Autobiographie eines der wirkungsvollsten evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts. 1984 als Hardcover bei Hoffmann & Campe, 2007 als Taschenbuch beim Brunnen-Verlag erschienen.
Ein Ethiker und Philosoph, dem die Nazis das Reden und Reisen verboten, der nach dem II. Weltkrieg die Tübinger Universität wieder aufbaute, der mit heißem frommen Herzen und humorvoll kühlem Kopf zwischen Pietisten und linken Intellektuellen vermittelte, der in den 68ern im Hamburger Michel so predigte, dass 2500 Studenten gebannt zuhörten.
Ich hatte das Glück, bei ihm 1976 ein Seminar zu politischer Ethik zu belegen (wie sich 25 Jahre später herausstellte: zusammen mit einer angehenden RAF-Terroristin …) und ihn in meinem ersten Fernsehfilm zu porträtieren. Insofern hat nicht allein „das Buch“, sondern auch der Autor „mein Leben verändert“. Warum ? Weil Helmut Thielicke erschütternden Ernst (z. B. die Karfreitags-Predigt 1947) mit selbstironischem Augenzwinkern („Pathetisches und Kurioses“) verbinden konnte. Weil ihn weder die Verzweiflung über Gottes Tatenlosigkeit im Leid noch die Ehrfurcht vor Gottes Erhabenheit im Heiligen davon abbrachten, sein Leben, die Kirche und die Gesellschaft dankbar, lebenszugewandt und menschenfreundlich mit dem Evangelium von Jesus Christus zu konfrontieren.
Gottes Regenbogen-Verheißung „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte“ aus Genesis 8,22 verband Helmut Thielicke lakonisch-weise mit dem programmatischen Wilhelm-Raabe-Zitat „So schönes Wetter – und ich noch dabei!“
Dafür werde ich ihm – und diesem Buch – immer dankbar sein.

Uwe Heimowski

Es fiel mir zufällig in die Hände. Beim Räumen einer Wohnung durfte ich es mitnehmen. Ich war wenige Jahre vorher aus einer Sucht heraus zum Glauben gekommen. Mein Glaube zu dieser Zeit war sehr eng – ohne diesen Halt wäre ich mit meiner Biographie damals kaum lebenstüchtig geworden. Nun stellte sich mir die Frage nach meiner Berufung. Ich hatte Erzieher gelernt, nun spürte ich, dass Gott mich in einen geistlichen Dienst führt. Wo sollte ich meine Ausbildung machen? Eine Uni kam nicht in Frage, in meinen Kreisen war sie als „liberal“ verschrieen. Doch nun fand ich dieses Buch, die Lebensgeschichte eines lutherischen Theologen, eines Professors für Ethik: Helmuth Thielicke, „Zu Gast auf einem schönen Stern. Erinnerungen“. Ich begann zu lesen, und das Buch zog mich in seinen Bann: dieser Mann liebte Jesus – und hatte eine unvorstellbare Weite in seiner Ethik oder im interreligiösen Dialog. Das kannte ich nicht. Es stellte mein Bild der Universitätstheologie auf den Kopf. Wie konnte einer so klar Christ sein – und zugleich so weit denken? Ich las alles von Thielicke, besonders seine Ethik und seine Predigtbändchen faszinierten mich. Und dann, wenig später, begann ich ebenfalls ein Theologiestudium an der Uni Hamburg. Es wurden unbeschreiblich gute sechseinhalb Jahre. Ich habe so viel gelernt, es hat meinen Horizont erheblich geweitet – und meinem Glauben nicht geschadet, im Gegenteil. Später wurde ich Pastor, unterrichte Sozial- und Wirtschaftsethik, arbeite heute für einen Abgeordneten im Bereich Menschenrechte. Ohne Helmut Thielickes Buch wäre das alles nicht geschehen.

Erstellt am 20. September 2013 von

Uwe Heimowski, Pastor und Autor (zum Beispiel im Neufeld Verlag), war kürzlich zu Gast im ERF Fernsehen. In der Sendereise „Inspiriert“ hat Moderator Stefan Loß sich auf die Suche begeben, was den „Mutmacher“ Uwe Heimowski inspiriert. Diese Tage ist er freilich voll mit der bevorstehenden Bundestagswahl beschäftigt – er ist in Teilzeit nämlich Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich. Der auch Neufeld-Autor ist. Gemeinsam haben die beiden ja kürzlich das Buch Mission: Verantwortung – Von der Heilsarmee in den Bundestag veröffentlicht.
Was hat Frank Heinrich bewogen, aufs politische Parkett zu wechseln? Wie viel Christsein verträgt die Politik überhaupt? Und wieviel Politik verträgt das Christsein? Im Gespräch mit seinem Freund und Weggefährten Uwe Heimowski steht Frank Heinrich offen Rede und Antwort.
Die Inspiriert-Sendung kann man sich übrigens hier online anschauen.

Erstellt am 15. Mai 2013 von

Autorenlesung

 

Am nächsten Mittwoch, 22. Mai 2013, präsentieren Frank Heinrich und Uwe Heimowski ihr druckfrisches gemeinsames Buch in Chemnitz: Mission: Verantwortung – Von der Heilsarmee in den Bundestag.

Bundestag ist wie Heilsarmee – nur ein bisschen anders. Zumindest gilt das so für Frank Heinrich. Er ist der erste Heilsarmeeoffizier, der als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag einzog. Dort engagiert sich der gelernte Sozialarbeiter und Theologe genauso, wie er sich zuvor für die Menschen am Rand der Gesellschaft eingesetzt hat. Ganz im Sinn der Heilsarmee: die Liebe greifbar und spürbar leben. Frank Heinrich verfolgt dieses Ziel noch immer, nur an anderer Stelle. Jetzt heißt es für ihn Koalition statt Kleiderkammer, Parlament statt Predigt, Sitzungen statt Suppenküche.

Was hat Frank Heinrich bewogen, aufs politische Parkett zu wechseln? Wie viel Christsein verträgt die Politik überhaupt? Und wieviel Politik verträgt das Christsein? Im Gespräch mit seinem Freund und Weggefährten Uwe Heimowski steht Frank Heinrich offen Rede und Antwort.

Da ist von prägenden Erfahrungen in der Kindheit die Rede, von Freunden und Verrätern im Ostblock, von Führungen und Fügungen. Dieses Buch ist eine authentische Begegnung mit Frank Heinrich, dem Christ und Politiker. Gleichzeitig bietet es Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen der politischen Arbeit. Ein Buch, das zur verantwortlichen Lebensgestaltung herausfordert.

 

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Die Alpha-Buchhandlung Chemnitz lädt zur Lesung und Buchvorstellung um 19.30 Uhr in der Freien evangelischen Gemeinde Chemnitz. Herzlich willkommen!

 

Erstellt am 9. April 2013 von

Der Tag war lang gewesen. Auch die Abendveranstaltung zog sich schon eine Weile hin. Doch noch immer riss der Strom der Grußworte nicht ab.

Der nächste Redner ging ans Pult. Er zog einen roten Luftballon aus der Tasche und blies ihn mit vier, fünf gewaltigen Atemstößen zu einer beachtlichen Größe auf. Langsam nahm er die Arme auseinander, der Ballon klemmte zwischen Daumen und Zeigefinder der linken Hand.

„Wissen Sie, wovor ich als Kind am meisten Angst hatte?“

Er führte seine Hände etwas näher zusammen. Ein leichtes Raunen ging durch das Auditorium, die gesamte Aufmerksamkeit war wieder erwacht.

„Richtig, nichts konnte mich mehr erschrecken, als wenn jemand einen Luftballon knallen ließ. Und um ehrlich zu sein, bis heute macht es mir Angst. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen.“

Mit einem Ruck bewegte er die Hände zueinander. Einige Zuhörer hielten sich die Ohren zu. Doch der Redner stoppte mitten in der Bewegung, hob langsam seine Arme, öffnete theatralisch die Hand und schon flatterte der Luftballon in Schlangenlinien über die Bühne, bis alle Luft aus ihm entwichen war.

„Wenn es mir solche Angst macht“,

fuhr der Mann fort,

„warum sollte ich den Luftballon dann jetzt zerknallen? Warum sollte ich mir selber etwas Übles tun – und Sie alle erschrecken? Ist es nicht merkwürdig, dass wir manchmal den anderen Menschen genau das zufügen, was wir selber nicht mögen? Warum sollte ich das tun? Und ist es nicht ebenso merkwürdig, dass Sie alle es mir zugetraut haben, obwohl ich doch ausdrücklich gesagt habe, dass ich es schrecklich finde, wenn ein Luftballon zerplatzt?“

Er machte eine längere Pause. Betretene Stille erfüllt den Raum.

„Fürchte dich nicht“ – das lesen wir 365 mal in der Bibel. Immer wieder, wenn ein Engel oder Gott selbst den Menschen begegnet. Merkwürdig, dass das nötig ist. Wir nennen Gott den „lieben Gott“, sprechen ihm Eigenschaften wie Güte und Gnade und Barmherzigkeit zu. Und doch haben wir Angst. Als wäre unser Vertrauen ein kleiner roter Luftballon, der mit einem einzigen Schlag zum Platzen gebracht wird. Was bringen wir alles mit, was hat uns alles geprägt? Woher kommt diese Angst? Egal! Lassen wir es flattern – denn eins ist klar: Gott hat nicht vor, uns zu erschrecken. Wie auch immer es um unser Vertrauen bestellt ist. Gottes Botschaft heißt: Fürchte dich nicht.

Uwe Heimowski

 

Erstellt am 12. März 2013 von

Die Kinder spielen Familie. Melissa ist die Mama, Florian der Papa. Talitha und Savina sind Zwillinge. Livia ist die kleine Schwester. Sie möchte aber auch ein Zwilling sein.

„Nein“, protestieren die Großen, „wir haben es zuerst gesagt.“

Livia ist traurig, aber dann hat sie die rettende Idee. Sie ruft begeistert: „Wir können doch zu dritt Zwillinge sein!“

So süß. So geschickt. Natürlich weiß sie noch nicht, dass es neben Zwillingen auch Drillinge gibt. Aber der eigentliche Gedanke gefällt mir:

Sie bricht die Exklusivität auf. Ich will mit dabei sein. Warum sollte eure Definition das verhindern? Warum sollten nur zwei dazugehören? Ich will auch.

Und so ganz nebenbei entlarvt sie noch ihre Schwestern. Hinter dem netten Zwillingsspiel steckt doch noch etwas anderes: wir sind unter uns. Du gehörst nicht dazu. Wir schließen dich aus.

Sie haben es nicht zu ausdrücklich formuliert, aber ich kenne doch meine Pappenheimer. Und so ungewöhnlich wäre dieses Zickengehabe nicht. Da sind meine Mädels wie alle anderen auch. Wie alle anderen Mädels? Nein, wie alle anderen Menschen.

Wir neigen dazu, exklusive Zirkel zu bilden. Ganz schnell entwickeln Gruppen ihre eigenen Muster, ihre Sprache, Statussymbole und Kleidung. Eigene Werte, eigene Verwerfungen. Wir wissen, wer dazu gehört und wer nicht. Wir wissen, wen wir dazu nehmen wollen und wen nicht. Da unterscheidet sich der Fanclub eines Fußballvereins kaum von politischen Parteien oder einer kirchlichen Gruppe. Wir igeln uns ein und zeigen Stacheln. Bewusst oder unbewusst. Und häufig mit guten Gründen: denn Zwillinge sind ja nun mal nur zwei.

Gottes Idee ist das nicht. Es gibt keinen getrennten Himmel für Alte und Junge, für Schwarze und Weiße, für Männer und Frauen, für Reiche und Arme, für Kluge und Dumme. Einzelkinder, Zwillinge oder Drillinge – alle Kinder Gottes sitzen an einem Tisch mit ihrem Vater. Grund genug, das jetzt schon zu üben.

Uwe Heimowski

Erstellt am 12. Februar 2013 von

Auf dem Weg zum Kindergarten liegt frischer Schnee, es ist glatt. Livia nimmt meine Hand, macht die Augen zu und schlittert vorwärts. „Schau mal, Papa!“ Nach ein paar Metern öffnet sie die Augen: „Jetzt ist wieder hell.“ Ich: „Haste denn gar keine Angst, wenn du die Augen zumachst?“ Livia: „Nein … (lacht)! Ich bin doch an deiner Hand, Papa.“

… lernen wir Gott zu vertrauen.

Uwe Heimowski

 

Erstellt am 6. Februar 2013 von

Nach den erfolgreichen zwei ersten Bänden Ich bin dafür! – 44 Mutmacher für den Alltag und Weiter so! 44 neue Mutmacher für den Alltag ist soeben ein dritter Band aus der Feder von Uwe Heimowski erschienen: Verliebt ins Leben – 44 frische Mutmacher (Brunnen Verlag, Gießen). Uwe Heimowski, ein guter Freund von uns, hat nicht nur ein bewegtes Leben, sondern ist beruflich nach wie vor sehr vielseitig unterwegs: als Pastor, als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten (nämlich Neufeld-Autor Frank Heinrich …), als Referent, Berater und eben auch als Autor. Auch an dieser Stelle schreibt er ja seit einiger Zeit regelmäßig. Zu diesem druckfrischen Büchlein meint er:

Ich bin verliebt in dieses Leben! Es ist aufregend, spannend, lebenswert, herausfordernd, erfüllend. Das lerne ich gerade auch von Menschen, denen es nicht immer gut geht. Es sind die kleinen Momente, die das Leben groß machen. Die geschenkten Momente, in denen die Wirklichkeit hinter unserer alltäglichen Realität aufscheint.

Uwe Heimowski – ein Meister der Formulierkunst und ein Geschichtenerzähler – öffnet mit seinen 44 Mutmachern den Blick für das Besondere im Alltäglichen, für Gottes Spuren in unserem Leben, für die Schönheit des Augenblicks: poetisch, nachdenklich, humorvoll, ermutigend. Herzliche Empfehlung also, dieses Buch eignet sich auch zum Verschenken und Vorlesen!

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.