Weitersagen!? Interview mit Bruxy Cavey

Erstellt am 10. Januar 2020 von

Im Bienenberg-Magazin erschien kürzlich ein Interview mit Bruxy Cavey, Pastor von „The Meeting House“ – das wir hier mit freundlicher Genehmigung wiedergeben:

Bruxy Cavey wird an der Tagung „Weitersagen“ (vom 19. bis 21. Juni 2020 auf dem Bienenberg, Liestal bei Basel) erzählen, wie er die gute Nachricht von Jesus und seiner Botschaft vom Reich Gottes in einfachen Worten zusammenfasst.

Riki Neufeld und Eric Braun konnten ihm dazu ein paar Fragen stellen, wie sie das in ihrer Kirche „The Meeting House“ konkret tun und welche Rolle ihre friedenskirchlich-täuferische Identität dabei spielt.

Als „Meeting House“ nennt ihr euch „Kirche für Menschen, die nicht in die Kirche gehen“. Wie versteht ihr das, und wie sieht das konkret aus?

Im „Meeting House“ verstehen wir uns als eine Gemeinschaft, die miteinander auf Mission ist. Unser Motto („Kirche für Menschen, die nicht in die Kirche gehen“) spiegelt unseren Fokus wider: wir wollen Raum schaffen für geistlich Neugierige, für Menschen, die kommen und Fragen stellen. Wir gehen über eine Offenheit für Fragen hinaus und ermutigen unsere Besucher, sich mit dem Gehörten auseinander zu setzen: jeden Sonntag führen wir live Q&A (Frage & Antwort) als Feedback auf die Predigt durch und laden wöchentlich zu Diskussionen über die Sonntagspredigt in privaten Häusern ein (diese kleinen Gemeinschaften nennen wir unsere „Hauskirchen“).

Was war euch bei der Gründung der Gemeinde wichtig und in welche Richtung haben sich die Dinge in den folgenden Jahren entwickelt?

Zu lernen, wie man die gute Nachricht von Jesus am besten in unserer Kultur vermittelt, war schon immer eine treibende Kraft für uns. Dieses Lernen geht immer weiter. Wir sind „lebenslang“ Lernende, weil sich unsere Kultur ständig verändert. Und weil es immer mehr über Jesus zu entdecken gibt!

Ihr versteht euch als Teil der täuferischen Tradition. Welche Aspekte dieser Tradition sind für euch besonders wichtig, und in welchen Bereichen geht ihr bewusst andere Wege?

Wir sind stark bewegt und ermutigt von der radikalen Zentralität Jesu in der täuferischen Tradition. Die Täufer sind nicht nur eine Friedensbewegung, eine Genügsamkeits-Bewegung oder eine Barmherzigkeits-Bewegung. Wir kümmern uns um Frieden, Einfachheit und Barmherzigkeit, weil wir eine Jesus-Bewegung sind, und Jesus führt uns auf dem Weg des Friedens, der Einfachheit und des Mitgefühls. Als Täufer öffnen wir unsere Bibel, um Jesus zu begegnen. Dann lehrt und begleitet uns Jesus dabei, unsere eigenen Bibeln zu lesen, von der ersten bis zur letzten Seite. Einige täuferische Bewegungen entwickelten in Nordamerika aus nachvollziehbaren Umständen bestimmte gesetzliche und separatistische Tendenzen, für die wir um Vergebung bitten. Wir wollen die Welt um uns herum und den Rest des Leibes Christi wieder mit der frohen Botschaft von Jesus und seinem Königreich zusammenbringen.

„Jesus Collective“ ist eine neue Initiative – worum geht es dabei?

Wir wurden von Hunderten von Pastoren und Gemeindeleitenden aus der ganzen Welt kontaktiert, die uns sagten, dass Gott bei ihnen etwas bewegt und sie ihren Fokus erneut auf Jesus als Mittelpunkt des Glaubens setzen. Diese Leiterinnen und Leiter suchen eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, in der sie Fragen bearbeiten können, wo sie ermutigt werden, und wo ihre Fähigkeiten weiterentwickelt werden. Wir hoffen, dass das „Jesus Collective“ dazu beitragen kann, diese Menschen zusammenzubringen und auszurüsten für ein Jesus-zentriertes Denken und Leben.

Wie teilt ihr als Gemeinde die gute Nachricht mit Menschen, die wenig oder gar nichts mit der Kirche zu tun haben?

Wir beginnen mit Jesus. Und wir beginnen mit Jesus als Lehrer. Jesus hat nie Leute abgewiesen oder abgelehnt, die sich ihm zunächst als Lehrer zugewandt haben. Tatsächlich bezeichnete sich Jesus unter anderem als „der Lehrer“ (z. B. Markus 14,14). Viele Nichtchristen sind bereit, diesen ersten Schritt in Richtung Jesus als inspirierender Lehrer zu gehen. Wir helfen einfach den Menschen, eine lernende Haltung gegenüber Jesus einzunehmen. Dann kann Jesus selbst sie lehren, dass er mehr als ein Lehrer ist.

„Jesus als Lehrer“ – wie sieht das konkret und in der Praxis eurer Kirche aus? Geht ihr auf die Straße und sprecht Unbekannte auf ihren Glauben an, oder macht ihr große evangelistische Veranstaltungen?

Jesus als Lehrer – dieser Ansatz spiegelt wider, wie wir unsere Gemeindeleute für Gespräche mit ihren Freunden und Familie schulen. Es ist auch der Ansatz unseres (Re-)Union-Kurses, den wir in Gruppen oder in Zweiergesprächen mit Freunden anbieten (Anmerkung: Reunion lautet der englische Originaltitel von Bruxy Caveys Buch Jesus. Punkt. Gute Nachricht für Suchende, Heilige und Sünder). Obwohl ich persönlich jahrelang Straßen- und Haus-zu-Haus-Evangelisation gemacht habe, neigen wir nicht dazu, diese Ansätze heute im „Meeting House“ anzuwenden.

Wir werden von dir dazu an der Tagung im Juni noch mehr erfahren. Vielen Dank für das Gespräch!


Bruxy Caveys Buch Jesus. Punkt. Gute Nachricht für Suchende, Heilige und Sünder ist 2019 im Neufeld Verlag erschienen.


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.