Erben des Schweigens: Gedenktag am 20. Juni

Erstellt am 9. Juni 2015 von

Am 20. Juni findet erstmals ein Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung statt.

Im August 2014 hat die Bundesregierung – am Ende einer offenbar emotionalen Debatte – beschlossen, jährlich am Weltflüchtlingstag der Opfer von Flucht und Vertreibung zu gedenken. Während uns täglich dramatische Meldungen von Flüchtlingen erreichen, soll ab diesem Jahr immer am 20. Juni in besonderer Weise an die deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen in der Folge des Zweiten Weltkrieges erinnert werden.

„Flucht und Vertreibung bedeuten für die Betroffenen großes Leid“, so die Bundesregierung. „Flüchtlinge werden ermordet, vergewaltigt und seelisch verletzt, gewachsene Kulturräume zerstört. Allein 2013 waren nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht; viele als Flüchtlinge im Ausland, der größere Teil als Vertriebene im eigenen Land.“

Am Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung soll nun der weltweiten Opfer von Flucht und Vertreibung und insbesondere der deutschen Vertriebenen gedacht werden. Hierdurch will die Bundesregierung deutlich machen, „dass der Wille und die Kraft zu Versöhnung und Neuanfang, der gemeinsame Aufbau und Zusammenhalt in der Gesellschaft das Fundament bilden, auf dem Deutschland heute Menschen aus 190 Nationen eine Heimat bietet“.

 

Die Autorin Sabine Dittrich aus Hof beschäftigt sich in ihrem Roman Erben des Schweigens intensiv mit genau diesem Thema. Auf unterhaltsame Weise und in eine zarte Romanze eingebettet, liefern sie eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte: deutsch-jüdische und deutsch-tschechische Vergangenheiten, Krieg und Vertreibung. Im Anhang ihres Romans schreibt sie:

 

„Menschen in Gute und Böse, in richtig und falsch Handelnde einzuteilen, ist weitgehend unmöglich. Verfolgte wurden später zu Verfolgern. Manche schafften es, sich zu jeder Zeit auf ,die richtige‘ Seite zu stellen, andere waren immer zur falschen Zeit am falschen Ort und damit die großen Verlierer.

Viele Kinder und Enkel der Kriegsgeneration, die Erben des Schweigens, beginnen, das Schweigen ihrer Vorfahren zu hinterfragen. Machen sich auf die Suche nach Wahrheit, erkennen Unrecht an und wollen versöhnen.

Es steckt die Ahnung dahinter, dass ein vereintes Europa auf unsicheren Beinen steht, solange das Gift historischer Verletzun­gen weiter wirken kann. Unwissen und Schweigen schafft neuen Ressentiments Nährboden.“

 

Erben des Schweigens

 

Die Frankenpost bescheinigt Sabine Dittrich:

 

„Die Autorin legt ein Werk vor, das deutsche, tschechische und jüdische Geschichte aus dem vorigen Jahrhundert so zusammenbringt, dass bedeutende historische Zusammenhänge am Schicksal zweier Familien deutlich werden.“

 

Erben des Schweigens ist somit eine aktuelle Geschichte, die die Frage aufwirft, wie Beziehungen gelingen können und wie die Verstrickung in Schuld überwunden werden kann. Nicht nur am 20. Juni …


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    Bei Gott bin ich willkommen.

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