Neue Welten entdecken – im Buchladen um die Ecke

Erstellt am 7. März 2014 von

Die christliche Wochenzeitschrift ideaSpektrum hat zur bevorstehenden Leipziger Buchmesse wieder eine Spezialausgabe mit dem Titel „Lesen, hören & sehen“ herausgegeben. Das Editorial auf Seite 3 kommt dieses Mal aus dem Neufeld Verlag – ein leidenschaftliches Plädoyer für christliche Buchhandlungen. Hier ist es:

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist spannend, unseren Sohn Alexander (12, mit Down-Syndrom) dabei zu begleiten, lesen zu lernen. Da wird zwar aus „Tante“ schon mal „Dante“ und die Begeisterung ist riesig, wenn der Fußballprofi des FC Bayern plötzlich in diesem Text auftaucht … Aber man kann förmlich beobachten, wie Alexander durchs Lesen ganz neue Welten entdeckt.

Bücher ersetzen natürlich weder Menschen noch Beziehungen. Aber sie können uns durchaus Impulse geben, uns herausfordern, konfrontieren und dadurch weiterbringen auf unserem Weg mit Jesus. Es fasziniert mich, dass Gott ganz offensichtlich bedrucktes Papier gebraucht, um Menschen zu begegnen. Und das schon ziemlich lange …

Zugleich scheint vielen dieses großartige Potenzial christlicher Literatur gar nicht mehr so recht bewusst zu sein. Andere zweifeln daran, ob „heute denn überhaupt noch gelesen wird“. Es wird! Und gemeinsam können wir viel dafür tun, damit Leserinnen und Leser sich auf Entdeckungsreisen begeben und dabei wahre Schätze heben.

Liebe Pastoren und Pfarrerinnen, Kirchenvorsteher und Gemeindeleitungsteams: Hört nicht auf, Bücher für das Reich Gottes zu nutzen! Wir alle wissen: Es gibt hervorragendes Material, das sich für Predigt- und Gottesdienstserien eignet. Bücher können der Vertiefung geistlicher Wahrheiten in Kleingruppen, Hauskreisen dienen, sie können Impulsgeber für inhaltliche Prozesse in Gemeindegesprächen sein. Sie können Leitungsteams inspirieren und herausfordern. Bücher dienen als Leitfaden für Glaubenskurse. Autorenlesungen oder Buchvorstellungen können wunderbare Möglichkeiten sein, unseren Glauben zu bezeugen.

Als kompetentes und engagiertes Gegenüber bietet sich übrigens Ihre nächstgelegene christliche Buchhandlung an. Ist Ihnen bewusst, dass diese viel eher ein missionarischer Stützpunkt ist als einfach nur ein Laden? In christlichen Buchhandlungen werden nicht nur Bücher und CDs, Filme und Geschenke verkauft, hier finden wertvolle Gespräche statt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten suchenden Menschen Orientierung. Während sich eine Menge virtuell abspielt und viel Zeit in sozialen Netzwerken verbracht wird, braucht es gerade solche Orte, wo echte Begegnungen mit leibhaftigen Menschen möglich sind.

Natürlich fänden wir alle es schön (und tun einiges dafür), wenn es auch in allgemeinen Buchhandlungen viel mehr christliche Literatur gäbe. Doch die werden niemals das Angebot einer christlichen Buchhandlung ersetzen können.

Auch deshalb gefallen mir Slogans wie „Klick nit fort – kauf vor Ort“ oder „Kauf bei mir – ich bin von hier“: Es macht Sinn, den Einzelhandel in der Region zu stärken. Große Internethändler sind enorm kundenorientiert, und davon können Verlage wie Buchhändler sicher viel lernen. Doch die Steuern in unserer Region zahlen auch die Unternehmen von hier. Gestern erzählte mir eine Frau, dass sie ihre Bücher meistens online bestellt – im Webshop ihrer örtlichen Buchhandlung. Vor Ort zu kaufen, ist tatsächlich ein sehr wirksamer Beitrag, die örtliche Angebotsvielfalt zu erhalten. (Und wer manches gerne digital liest – in Ihrer Buchhandlung können Sie auch E-Books kaufen …)

Als Verlage wollen wir gerne unseren Teil dazu beitragen, die beste Botschaft der Welt sorgfältig, kreativ und mit Leidenschaft durch unsere Bücher weiterzugeben.

Ihr David Neufeld


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.