Prinz Seltsam im ZDF

Erstellt am 18. März 2014 von

Am kommenden Freitag – passend zum Welt-Down-Syndrom-Tag – strahlt das ZDF in der Zeit von 9 bis 10.30 Uhr innerhalb des Servicemagazins „Volle Kanne“ einen Beitrag über Familie Schnee aus (der anschließend auch in der Mediathek zu finden ist).

(Achtung, Nachtrag: Der Beitrag wurde kurzfristig verschoben …)

Silke Schnee ist Autorin des erfolgreichen Kinderbuches Die Geschichte von Prinz Seltsam; am Donnerstag um 16.00 Uhr stellt sie – gemeinsam mit Illustratorin Heike Sistig – den zweiten Band Prinz Seltsam und die Schulpiraten auf der lit.kid.COLOGNE vor. (Offenbar sind noch Tickets erhältlich.)

 

Prinz Seltsam und die Schulpiraten

 

Hier etwas mehr über Silke Schnee, über ihre Familie und warum sie gerade diese Bücher schreibt:

Mein Mann ist nicht der König und ich bin keine Königin, aber unsere drei Prinzen gibt es wirklich. Luca, Jona und Noah heißen sie, genau wie in meinen Büchern Die Geschichte von Prinz Seltsam und Prinz Seltsam und die Schulpiraten.

Prinz Noah, der mit dem gewissen Extra lebt und in meinen Geschichten Prinz Seltsam heißt, ist fünf Jahre alt, lacht viel, schmiert sich aber auch die Spaghettisoße in die Haare, schmeißt die Wäsche ins Klo und probiert aus, wie Nacktschnecken aus dem Garten schmecken, die er wohl versehentlich für kriechende Schokoladenwürste gehalten hat.

Unser Alltag als laute, bunte und „besondere“ Familie ist weit davon entfernt, wie im Märchen zu sein. Oft befinden wir uns eher in einem Katastrophenfilm …

Manchmal wünsche ich mir auch, dass die Gesellschaft wie in meinen Büchern ruft: „Noah, er lebe hoch, unser Noah! Ein Sonnenschein, der uns zeigt, wie schön und lebenswert das Leben ist! Der wunderbar tanzen kann, der uns beweist, dass höher, schneller, weiter nicht die wichtigsten Ziele sind. Noah, der uns zu unserem Glück noch gefehlt hat!“

Na ja, wahrscheinlich ist das ein bisschen viel verlangt. Es würde ja schon reichen, wenn Noah mit den Kindern aus unserem Viertel die „normale“ Grundschule besuchen dürfte. Und ich nicht für den Aufbau einer weiterführenden inklusiven Schule in unserer Stadt kämpfen müsste. Wenn ich überhaupt weniger kämpfen müsste. Gegen Vorurteile, Stereotypen, Schubladen – am Ende auch gegen meine Zweifel, ob ich das alles schaffe. Unser Alltag ist also wahrlich kein Märchen.

Und trotzdem sind da all diese Tage, die märchenhaft sind. Tage, an denen Noah die wildesten Tanzchoreografien vorführt und die schönsten Küsse verteilt, an denen unsere drei Prinzen vor Lebensfreude wie übermütige Fohlen durch den Garten jagen und an denen die großartige Nachbarstochter behauptet, Noah sei der süßeste und schlauste kleine Junge der ganzen Straße.

Und dann denke ich: Gibt es etwas Schöneres auf der Welt, als kleine Menschen zu lieben? Etwas Bedeutsameres, als seinem Sohn beizubringen, seine Schuhe selber anzuziehen? Was rührt mein Herz denn tiefer als mit anzusehen, wie mein friedlich schlummerndes Kind sich sein Däumchen in den Mund schiebt? Und dann ist mein Leben ein Märchen.

Silke Schnee


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.