(Rechts)Ratgeber für Menschen mit Behinderung

Erstellt am 9. Januar 2015 von

Vielleicht geht es anderen Eltern da ja anders – aber wir waren zu Beginn so mit unseren Kids beschäftigt, dass wir gar nicht auf die Idee gekommen sind, uns mal ausführlich schlau zu machen, was es an Förderung und Unterstützung für Familien mit behinderten Kindern gibt. Leider setzt sich ja selten jemand mit einem hin, um darauf hinzuweisen, welche Möglichkeiten man überhaupt hat.

  • Bis wir unseren ersten Behindertenausweis beantragt haben, hat es also ein wenig gedauert …
  • Erst spät haben wir mitbekommen, dass Fahrten mit dem privaten PKW steuerlich absetzbar sind, bis 3.000 oder sogar 15.000 Kilometer im Jahr (z. B. Merkzeichen „H“).
  • Das Thema Behindertentestament liegt noch vor uns, und ich bin froh, dass unsere Schule demnächst wieder einen Infoabend dazu anbietet – da braucht es ja offenbar wirklich erfahrene Fachleute.

Glücklicherweise gibt es in Deutschland vielfältige Förderungen, und es lohnt sich durchaus, sich damit mal zu beschäftigen – auch wenn man seine Nase sonst nicht so wahnsinnig gerne in solche Texte steckt.

Im Bundesministerium für Arbeit und Soziales gibt es kostenlos den Ratgeber für Menschen mit Behinderung. Auf meinem Schreibtisch liegt aktuell die Ausgabe 2014, und Aktualität ist bei sich immer wieder mal ändernder Rechtslage ja durchaus sinnvoll. (Mit anderen Worten: Durch die leichte Anhebung der Pflegesätze ab 2015 ist dieses Buch teils schon überholt …) Den Großteil dieses fast 700 Seiten starken Buches machen denn auch tatsächlich Gesetzestexte aus (Sozialgesetzbuch, UN-Behindertenrechtskonvention etc.).

Betsellen kann man sich den Ratgeber per E-Mail an publikationen@bundesregierung.de oder online unter www.bmas.de.

 

Ein anderes Buch mit ähnlichem Charakter liegt auf meinem Schreibtisch: Recht und Förderung für mein behindertes Kind – Elternratgeber für alle Lebensphasen – alles zu Sozialleistungen, Betreuung und Behindertentestament.

 

9783423507455

 

Verfasst wurde dieser Ratgeber von Jürgen Greß, der offenbar jahrelange Erfahrungen in der Beratung von Menschen mit Behinderung hat.

Dieser Rechtsberater informiert über Sozialleistungen und Rechte, die Eltern mit behinderten Kindern zustehen. Er behandelt Fragen zu ausgewählten Lebenssituationen mit einem behinderten Kind (z. B. Geburt, Schulbesuch, Ausbildung, Volljährigkeit und Auszug aus dem Elternhaus). Und Greß stellt die Voraussetzungen für Sozialleistungen (wie Sozialhilfe, Grundsicherung, Kranken- und Pflegeversicherung, Kindergeld etc.) ausführlich dar. Schließlich bietet dieser Ratgeber auch Informationen zu gesetzlicher Betreuung und den Möglichkeiten des Erbrechts, um behinderte Kinder über den Tod der Eltern hinaus abzusichern.

Mir liegt leider nicht die aktuelle zweite Auflage vor, sondern die erste (März 2009). Die zweite Auflage wurde wohl komplett überarbeitet (Rechtsprechung bis November 2013). Schwerpunkte dieser Neuauflage sind:

  • Leistungen der Grundsicherung
  • Pflegeversicherungsreform 2012
  • Änderungen beim Kindergeldbezug
  • Schulbegleitung/Integrationsassistenz, Schulgeld, Inklusion
  • UN-Behindertenrechtskonvention
  • Schwerbehindertenausweis
  • Neue Rechtsprechung zum „Behindertentestament“, Erbrechtsreform 2010

Ich meine: Ein Buch zu diesem Thema sollten Eltern behinderter Kinder sich anschaffen und dann mindestens einmal durchblättern. Von so mancher Entdeckung dürften sie nämlich profitieren. Und hier und da werden sie dann ohnehin das Gespräch mit Fachleuten suchen.


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.