Uwe Heimowski im Porträt der OTZ

Erstellt am 26. Mai 2015 von

In der Ostthüringer Zeitung erschien vergangene Woche ein Porträt meines Freundes, des Neufeld-Autors und Blog-Kolumnisten Uwe Heimowski (auf dem Bild mit seiner Frau Christine) – das wir hier gerne wiedergeben:

 

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Geraer Uwe Heimowski hat ein großes Herz für Randgruppen

Gesichter im Geraer Stadtrat: Menschen brauchen Chancen. Das hat Uwe Heimowski auch am eigenen Leib erfahren. Durch den Glauben gestärkt, möchte er sich als Pastor und Stadtrat für andere einsetzen.

Gera. Uwe Heimowski ist in Gera ein bekanntes Gesicht. Als Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde und seit vergangenem Jahr auch als Mitglied des Geraer Stadtrates. In regelmäßigen Abständen stellt er sich selbst die Frage, ob diese beiden Aufgaben zusammenpassen. Und beantwortet sie bisher stets mit „Ja, denn es geht mir bei all meinem Tun immer um Menschen!“ Und wie könne man an besseren Rahmenbedingungen für Menschen mitarbeiten, wenn nicht als Ansprechpartner einer christlichen Gemeinde und als Stadtrat!?

Der 50-Jährige strippt sein Leben auf wie eine Kette. Eine Lebensstation öffnete den Weg für eine andere, jede hat mit ihrer vorigen zu tun. Das Jahr 1986 war der Grundstein für den Menschen, der Heimowski heute ist. Ein junger, alkohol- und spielsüchtiger Mann fand nach einem einschneidenden Erlebnis zum Glauben und ins Leben zurück. Viele Monate Therapie folgten und schließlich die Entscheidung, etwas aus dem eigenen Leben zu machen. Heimowski ließ sich zum Erzieher ausbilden, absolvierte seinen Zivildienst bei der Heilsarmee unter anderem im Bereich Obdachlosenberatung, studierte Theologie in Hamburg, Basel und Halle und hängte eine Zusatzausbildung zu Religionslehre an. Der Aufbau einer Gruppe für suchtkranke Jugendliche im Jugendheim Bad Köstritz 1999 „war dann wie eine Berufung“.

 

Suchtkranken und Obdachlosen verbunden

Damals sei er in Kontakt zur evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Gera gekommen. „Und seit damals liegen mir Randgruppen wie Suchtkranke und Obdachlose am Herzen“, meint er. Auch zu Flüchtlingen hat er eine ganz persönliche Verbindung, denn seine Mutter flüchtete einst aus Litauen nach Deutschland. „Gera bedeutet seitdem für uns ein großes Willkommen“, sagt er. Seine Haltung, sich in die Gesellschaft einzumischen und für andere Menschen da zu sein, verortet er also stets in seiner ganz persönlichen Geschichte.

Glaube sei etwas, was er gern teile, sagt er – und man glaubt es ihm sofort. Seine Predigten, Worte zum Sonntag in der Ostthüringer Zeitung, seine Beiträge in Zeitschriften und nicht zuletzt seine zahlreichen Bücher sprechen eine deutliche Sprache. Auch in diesem Jahr sollen noch zwei Bücher und ein Adventskalender folgen. Das Schreiben ist für Uwe Heimowski dabei nicht etwas für Mußestunden, eher tägliches Handwerkszeug und die Möglichkeit, Themen weiter zu spinnen. Für die erste Publikation schrieb er sein Leben mit der Suchtkrankheit auf. Mittlerweile geht es oft um Mutmach-Geschichten und spannende Biografien.

 

Das Gefühl anderen helfen zu können

Ausgleich zum vollgestopften Terminkalender sucht er eher beim unverzichtbaren Saunagang und natürlich bei seiner Frau Christine und den fünf gemeinsamen Kindern. „Die Familie darf bei allem nicht zu kurz kommen“, findet Heimowski, der mit der Schweizerin seit 1995 verheiratet ist. Sie trage glücklicherweise seine Entscheidung mit, sich politischmehr zu engagieren und im Stadtrat für die Menschen Gutes zu tun.

Auch wenn er den zeitlichen Umfang der Stadtratstätigkeit – mit Posten im Ausschuss für Soziales und Gesundheit, im Aufsichtsrat der Geraer Heimbetriebsgesellschaft und im Beirat des Jobcenters – etwas unterschätzt habe, mache ihm die Arbeit viel Spaß. „Das Gefühl, dass man etwas bewegen und vorwärtsbringen kann, ist das Schönste“, findet er, wünscht sich davon im Geraer Stadtrat aber noch mehr. Die momentane Situation der Stadt wertet er als Chance, die Belange Geras einmal neu zu sortieren. Die Debatten, die dafür geführt werden, findet er wichtig.

Zwischen seinem Christsein und dem politischen Gestaltungswillen habe es die größte Schnittmenge mit der CDU gegeben, deshalb sei er der Partei 2012 beigetreten und sitze nun für sie im Stadtrat. Bei der CDU aufgehoben, fühle er sich auch beim aktuell intensiv diskutierten Thema Flüchtlinge. Asyl sei ein nicht verhandelbares Grundrecht, trotzdem müsse man das Thema Zuwanderung und Asylrechtsverweigerung diskutieren dürfen, meint er. Das habe nichts damit zu tun, dass man mit allen Menschen, die in der Stadt ankämen, menschenwürdig umgehen müsse. Wie die Stadtverwaltung es bisher geschafft habe, die Flüchtlinge zu betreuen und zu integrieren, findet er toll.

Sein persönlicher politischer Standpunkt habe mit dem Leben der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde G26, in der er als Pastor tätig sei, nichts zu tun, betont er „Unser Gemeindeleben ist bunt und lebendig. 100 bis 150 Menschen besuchen die Gottesdienste, darunter viele junge Familien“, freut er sich, dass seine Gemeinde den Grundsatz lebt, Kirche müsse offen für alle Menschen sein.

 Christine Schimmel


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