Zum Welt-Down-Syndrom-Tag

Erstellt am 21. März 2013 von

Ich bin glücklich!

 

21. März – heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag! Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) haben ja bekanntlich mehr, das 21. Chromosom ist nämlich dreifach vorhanden; und so bietet sich dieses Datum geradezu an.

Wir haben ja zwei Söhne mit Down-Syndrom (siehe oben, danke, Conny Wenk, für das Foto!) und ich möchte mit niemandem tauschen – es ist wirklich ein Glück, in ihr Lachen zu schauen, sich mit hinein nehmen zu lassen in ihre eigene Welt und ihr eigenes Empfinden; zu lernen, den Augenblick für sich zu nehmen und nicht all zu viele Gedanken an gestern oder morgen zu verschwenden. Das scheint mir eine richtig gesunde Haltung zu sein.

Mit vielen Eltern von Kindern mit Behinderung verbindet uns die Erfahrung, dass zwar manches im Leben anders und einiges nicht unbedingt leicht ist. Aber wir erkennen dankbar, dass unser Leben an Tiefe gewinnt. Und dass wir reicher sind. Menschen mit Behinderung zeigen uns oft, sie verkörpern es geradezu, was unser Menschsein im Wesentlichen ausmacht. Ich würde sagen: Dass wir geliebt sind, und zwar ganz unabhängig von dem, was wir in den Augen anderer so „leisten“ oder „darstellen“. Dass wir einzigartig sind und der Welt ohne uns etwas fehlen würde. Und dass jeder von uns etwas geben kann – zum Beispiel Wertschätzung, Respekt und Liebe.

Im krassen Gegensatz dazu steht die Praxis der Pränataldiagnostik – die im Wesentlichen nur noch wenig mit Schwangerschaftsvorsorge zu tun hat, sondern, wenn wir ehrlich sind, nach Menschen mit bestimmten Merkmalen fahndet. Mit welchem Ergebnis?

Gestern hatten wir Besuch von einem Redakteur unserer Lokalzeitung. Er meinte sich zu erinnern, früher viel mehr Menschen mit Down-Syndrom begegnet zu sein. Wir reden viel von Integration und von Inklusion, und das ist auch gut so. Aber tragischerweise kommen viele Kinder mit Behinderung gar nicht erst lebend zur Welt.

Menschen liegen uns am Herzen. Auch Menschen mit Down-Syndrom. Ihr Dasein macht mich reicher, nicht ärmer. Sie sind keine Last, sondern wecken in mir die Lebenslust. Und jedes Leben ist ein Geschenk.

Der heutige Tag trägt hoffentlich dazu bei, dass viele Menschen einen neuen Blick dafür gewinnen, dass ein Chromosom mehr oder weniger nicht wirklich das Problem ist. Sondern viel eher meine Sicht auf das Leben.

Ich jedenfalls bin glücklich!

 


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  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel ist voll von Geschichten und Bildern darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er eine Menge Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

    Für uns hat unser Slogan eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern.

  • Dennoch ist unsere Welt weit davon entfernt, Menschen mit Behinderung grundsätzlich willkommen zu heißen – vielen wird nicht mal gestattet, überhaupt zur Welt zu kommen. Und von gelebter Inklusion, dem echten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap in allen Bereichen unseres Alltags, sind wir auch noch ein gutes Stück entfernt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.