Archiv vom Juli, 2015

 

Erstellt am 15. Juli 2015 von

Unser Kolumnist Uwe Heimowski ist ein rühriger Initiator von kreativen Projekten. Am Montag ging eine besondere Aktion in Gera zu Ende – hier ein Bericht von der russisch-amerikanisch-deutschen Partnerwoche in der G26:

 

Mehr als eine Woche, vom 3. bis 13. Juli, sprudelte es in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde G26 Leben in bunter Vielfalt durch den Besuch aus den beiden Partnergemeinden. Die 12 russischen Gäste aus Rostov am Don und die 22 amerikanischen Gäste aus Virginia versprühten bei herrlichem Sommerwetter sichtbar und hörbar ihre Lebensfreude in der Innenstadt und im Hofwiesenpark.

Evgeniy Korolev, der zuletzt vor zwei Jahren in Gera war, kam ins Schwärmen, wie schön die Stadt geworden sei. Ein großes Ziel dieser Partnerwoche war der dreitägige Arbeitseinsatz im Tierpark Gera unter dem Motto „Arbeiten für den Frieden“. Etwa 50 Menschen konnten unter der fachkundigen Anleitung des Tierparkpersonals Wege ausbessern, Zäune reparieren und Gehege streichen. Der Tierpfleger Steffen Horn freute sich besonders über den Neuanstrich der Anlage für die Yaks, die kaum wiederzuerkennen war.

 

Tierpark_Foto Robert Jinks_low

 

Ermöglicht wurde das gesamte Projekt besonders durch die Geld- und Materialspenden verschiedener Unternehmer. Der Leiter des Tierparks, Ulrich Fischer, bedankte sich für die wertvolle Unterstützung, die alle Erwartungen seines Teams weit übertroffen hatte. Dennoch ging es nicht nur um die Arbeitsleistung.

Wenn russische und amerikanische Gäste gemeinsam ihre deutschen Freunde unterstützen, ist dies ein nicht zu übersehendes Zeichen für den Frieden. Dies konnten die zahlreichen Besuchergruppen im Tierpark hautnah miterleben. Eine KiTa-Gruppe beispielsweise sang spontan ein russisches Lied für die jungen Frauen aus Rostov, die gerade den Zaun moosgrün lackierten. Doch auch außerhalb des Waldzoos kam es zu vielen Begegnungen, so zwischen dem aus Kenia stammenden Amerikaner James Njoroge und einer Kassiererin im Supermarkt in Lusan. Sie hatte ihn angesprochen, da sie Mittwoch früh sein Bild in der Zeitung gesehen hatte. Sein leidenschaftlicher Appell an die Menschheit beeindruckte: „Wenn die Welt erkennen würde, dass die Macht der Liebe größer ist als die Liebe zur Macht, dann wäre vielleicht Frieden.“

Gewürdigt wurde der Einsatz insbesondere beim öffentlichen Empfang im Rathaus am Freitagabend, zu dem die Oberbürgermeisterin Frau Dr. Viola Hahn eingeladen hatte. Sie dankte den Gästen für ihren großartigen Einsatz und zog sich zum Schluss das überreichte T-Shirt mit dreisprachigem Aufdruck „Arbeiten für den Frieden“ über. Vertreter des Stadtrates, der Verwaltung und der Kirchen sowie zahlreiche Bürger freuten sich besonders über die russischen und englischen Lieder der beiden Gästechöre.

Musikalisch wurde die Woche am Samstag fortgesetzt, als die Gruppe singend entlang der Gerschen Meile, vom Kornmarktfest ausgehend über den Marktplatz zur Piazza zog, am Nachmittag zum Mohrenplatz und in den Hofwiesenpark. Gemeindereferent Uwe Heimowski kam ins Schwärmen über die offene und freundliche Atmosphäre, die überall in der Stadt zu spüren war. Die Idee gemeinsam mit dem Verein Ja- für Gera auf die Straße zu gehen kam von Volker Tauchert, der dafür gesorgt hatte, dass die Gruppe von verschiedenen Gastronomen entlang der Route mit kleinen Erfrischungen versorgt wurde.

Natürlich blieb noch viel Zeit zum besseren Kennenlernen zwischen Gästen und Gastgebern. Der Jugendreferent der G26, Micha Steppan, organisierte Volleyball im Hofwiesenpark mit jungen Leuten aus Gera, Russland, USA und Syrien. „Beim gemeinsamen Spielen, Erzählen und Lachen gibt es keine Grenzen mehr“, so Steppan über die internationalen Freundschaften.

Ein Besuch im Bundestag, ein Ausflug zur Wartburg und nach Eisenach, eine Stadtführung durch Gera sowie Thüringer Mutzbraten im Garten der Klosterruine in Cronschwitz/Wünschendorf ergänzten das Wochenprogramm kulturell. Ein besonderer Gewinn für alle Seiten war die Unterbringung der 34 Gäste in Privatquartieren, die der Gemeindereferent Stefan Taubmann übernommen hatte: „Ich bin stolz auf unser motiviertes Helferteam in der G26, die täglich so viele Gäste bewirtet haben. Und ich freue mich über den persönlichen Austausch, der in der Freizeit zustande kam und über alle Sprachbarrieren hinweg die Qualität der Begegnungen vertieft hat.“

 

Juli 2015

 

Abschließender Höhepunkt der Partnerwoche war das Internationale Sommerfest in der G26 am Sonntag. Umwerfend war die Resonanz, als nach dem Gottesdienst die mehr als 250 Gäste aus mindestens 18 Nationen ein farbenfrohes Fest erlebten. Besonderer Anziehungspunkt war die Jurte, ein asiatisches Nomadenzelt, in der Olga Lange und Tatjana Gorochov vom Interkulturellen Verein Tee anboten und über russische und asiatische Traditionen erzählten. Das Sommerfest wurde durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert. Es setzte den Startpunkt für das Projekt „Begegnung mit dem Fremden“, das das Anliegen dieser Partnerwoche in den nächsten Monaten weitertragen wird. So sollen eine Filmdokumentation und eine Fotoausstellung entstehen, die die wunderbaren Begegnungen dieser Woche nochmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen werden.

Stefan Taubmann

(Fotoimpressionen zur gesamten Woche gibt es hier.)

Erstellt am 10. Juli 2015 von

 „Stunde des Höchsten“ lautet der Titel eines Fernsehgottesdienstes, der seit 2009 von „den Zieglerschen“ produziert und seitdem Woche für Woche auf Bibel TV zu sehen ist. „Die Zieglerschen“ sind eines der größten diakonischen Unternehmen Baden-Württembergs; die Zentrale befindet sich in dem kleinen Ort Wilhelmsdorf am Bodensee.

Der Fernsehgottesdienst „Stunde des Höchsten“ zeichnet sich aus durch:

  • einen Ort (Kapelle auf dem Höchsten, einem Berg in der Nähe des Bodensees),
  • einen Prediger (Pfarrer Heiko Bräuning),
  • kein Publikum bei der Aufzeichnung
  • sowie Sendezeiten, die nicht mit den üblichen Gottesdienstzeiten der Kirchengemeinde kollidieren.

Und er wird simultan auch in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

Gastgeber Pfarrer Heiko Bräuning lädt jeweils Künstler ein, die sich musikalisch einbringen – und er interviewt Talkgäste. Unser Lieblingsthema „Außergewöhnliche Menschen – Menschen mit Behinderung“ spielt naturgemäß immer wieder eine Rolle bei der „Stunde des Höchsten“. Und so kommt es, dass ich zu dem Gottesdienst, der am kommenden Sonntag, 12. Juli 2015 ausgestrahlt wird, als Gast eingeladen wurde. Ein paar Minuten über uns als Verlag, unsere Familie …

 

Bereits gesendete Gottesdienste (ohne DGS) findet man in der Online-Mediathek, auch in der Bibel TV Mediathek sind aktuelle Sendungen zu sehen. Gottesdienste in Deutscher Gebärdensprache gibt es auf dem SdH-Youtube-Kanal. Außerdem kann man über die Bibel-TV-Webseite www.bibeltv.de/livestream „Stunde des Höchsten“ als Livestream zu den regulären Sendezeiten anschauen, auch über den kostenlosen Livestreamservice www.zattoo.com.

Die Sendezeiten auf Bibel TV: Sonntag, 9.15 Uhr SdH (DGS) und 14.00 Uhr; Donnerstag, 1.30 Uhr SdH (DGS), Freitag 6.00 Uhr, Samstag, 12.00 Uhr.

Erstellt am 7. Juli 2015 von

Anlässlich des 80. Todestags von Eberhard Ar­nold (1883-1935) am 22. November erinnert eine Tagung an einen der ungewöhnlichsten evangelischen Theologen des letzten Jahrhunderts:

Er suchte die Praxis der Bergpredigt und fand sie in völliger Gemeinschaft. Er entdeckte in der Bergpre­digt Jesu den Schlüssel zu der Beantwortung aller Fragen des Lebens. Seine Auslegung der Bergpre­digt und seine Überzeugung, dass Nachfolge nur in Gemeinschaft gelebt werden kann, sind heute ebenso provokant, wie sie es in den 1920er Jahren in Deutschland waren.

 

Eberhard Arnold

 

ERF-Journalist Markus Baum hat den Weg Eberhard Arnolds in seiner spannenden Biografie Eberhard Arnold – Ein Leben im Geist der Bergpredigt nachgezeichnet:

Ohne Berührungsängste pflegte der Zeitgenosse und Gesprächspartner von Karl Barth, Martin Buber und Leonhard Ragaz den lebendigen Austausch mit der Jugendbewegung wie mit der christlichen Studentenarbeit, mit der Evangelischen Allianz wie mit dem religiösen Sozialismus.

Er hielt evangelistische Vorträge, setzte sich publizierend mit der Gedankenwelt seiner Zeit auseinander und gründete die Bruderhof-Bewegung, die sich bis heute auf ihn beruft.

Und er rang leidenschaftlich darum, Jesus kompromisslos zu folgen.

 

Vom 20. bis 22. November 2015 lädt die Sannerz-Gemeinschaft nun nach Fulda ein. Die vorgesehenen Beiträge unter der Überschrift „Bergpredigt leben“ klingen sind hochkarätig:

  • „Haben die ersten Christen Jesus verstanden? Gewaltverzicht, Nächstenliebe, Naherwartung“ Prof. Dr. Gerhard Lohfink (dessen Buch Wie hat Jesus Gemeinde gewollt? mir noch als Geheimtipp im Ohr klingt …)
  • „Bergpredigt und Widerstand. Die Bruderhofgemeinschaft von 1933-1937“ Prof. Dr. Thomas Nauerth
  • „Bergpredigt leben in Gemeinschaft“ Lore Weber, Basisgemeinde Wulfshagenerhütten

Weitere Infos, auch zur Anmeldung, gibt es hier.

Erstellt am 6. Juli 2015 von

Für uns im Team ist es natürlich immer spannend, zu beobachten, wie sich unsere mit Herzblut gemachten Bücher am Markt bewähren. Jetzt stehen die Zahlen für das 2. Quartal 2015 fest – hier sind also unsere zehn meistverkauften Titel von April bis Juni 2015:

 

1. Holm Schneider, Ein Baby im Bauch (erschienen 2015, 2. Auflage in Vorbereitung)

 

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2. Sabine Dittrich, Im Schatten der Verschwörung (erschienen 2015)

3. Silke Schnee/Heike Sistig, Die Geschichte von Prinz Seltsam (erschienen 2011, 4. Auflage 2015)

4. Josef Ben-Eliezer, Meine Flucht nach Hause (erschienen 2015)

 

5. Dallas Willard, Jünger wird man unterwegs – Jesus-Nachfolge als Lebensstil (erschienen 2011, 3. Auflage 2015)

 

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6. Hildi Hari-Wäfler, Bibel, Blech und Gottvertrauen – Ein Leben mit der Heilsarmee (erschienen 2012)

 

7. Franziska Dalinger, Vollmilchschokolade und Todesrosen (erschienen 2011, 3. Auflage 2013)

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8. Roland Walter, König Roland – Im Rollstuhl durchs Universum (erschienen 2012)

 

9. Sabine Dittrich, Erben des Schweigens (erschienen 2013, 2. Auflage in Vorbereitung)

 

Erben des Schweigens

 

10. Conny Wenk, Außergewöhnlich (erschienen 2013, 2. Auflage 2015 in Vorbereitung)

Erstellt am 6. Juli 2015 von

Vom 9. bis 12. Oktober 2015 findet in Wien eine Tagung des Europäischen Netzwerks Behinderung (European Disability Network, EDN) zusammen mit dem Arbeitskreis der Österreichischen Evangelischen Allianz „Christ und Behinderung“ statt. Ziel der Tagung mit dem Titel „All inclusive?“ ist es, gemeinsam eine Vision zu entwickeln, wie es in Kirchen und Gemeinden in Österreich mit der Inklusion von Menschen mit Behinderung vorangehen kann.

Dabei sollen Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen eingebunden sein, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie
Inklusion in Österreichs Gemeinden verbessert werden kann.

Als Verlag freuen wir uns natürlich sehr über diese Initiative – denn wir haben den Eindruck, dass Kirchen sich nicht automatisch leidenschaftlich für Inklusion stark machen. Unser Anliegen lässt sich ganz einfach auf den Punkt bringen: Menschen mit Behinderung haben uns etwas zu sagen und zu geben.

Diese Tagung kann ein wichtiger Baustein sein, mehr davon zu entdecken. Den Einladungsflyer gibt es auf Deutsch, Englisch und Russisch.

Erstellt am 1. Juli 2015 von

Diese Entwicklung treibt nicht nur mir die Sorgenfalten ins Gesicht:

Deutlich über 90 Prozent aller Kinder mit Down-Syndrom werden in Deutschland abgetrieben, wenn das Down-Syndrom bereits während der Schwangerschaft diagnostiziert (und manchmal auch nur vermutet) wird.

Ich fürchte, die meisten Eltern wissen dabei gar nicht viel über das Down-Syndrom, kennen nicht einen Menschen mit DS, entscheiden sich aufgrund von Bildern und Vorstellungen, die nicht unbedingt realistisch sein müssen.

Gerade deshalb freue ich mich so über die Fotografien von Conny Wenk, ihre Bücher und den Kalender A little extra (die 2016er Ausgabe ist gerade in der Druckerei …) – die uns charmant neue Bilder in den Kopf zaubern.

Hier zum Lächeln mal wieder eine kleine Kostprobe – Maximilian vom aktuellen Kalenderblatt:

 

Wenk_Kalender2015-8_low

 

Es ist kaum eine schlimmere Diskriminierung denkbar als die, einer Bevölkerungsgruppe mit einem vorgeburtlichen Gentest, der auf Selektion gerichtet ist, ihr Lebensrecht abzusprechen. Menschen mit Down-Syndrom verdienen die gleiche Achtung und haben das gleiche Lebensrecht wie alle anderen Menschen. Sie sind genauso liebenswert und wertvoll und bereichern ihre Familien und unsere ganze Gesellschaft.

Eine vorgeburtliche Diagnostik, die allein darauf abzielt, die Geburt dieser Menschen durch Abtreibung zu verhindern, ist deshalb skandalös.

 

So schreibt der Landesverband Baden-Württemberg der Christdemokraten für das Leben und lädt zu einer friedlichen Kundgebung am Dienstag, 14. Juli 2015 um 15.30 Uhr vor dem Firmengebäude der Fa. LifeCodexx, Jakob-Stadler-Platz 6 in Konstanz ein. In der Einladung heißt es weiter:

 

Die Firma LifeCodexx hat ihren Test inzwischen bereits vieltausendfach verkauft und einen Millionengewinn aus der oft erst veranlassten Sorge von Müttern gemacht. Über die Folgen für Kinder mit Down-Syndrom, die damit im Mutterleib aufgespürt werden, spricht man nicht so gern: Mehr als 95 Prozent werden nämlich abgetrieben.

Vor kurzem wurde ein Verfahren auf den Weg gebracht, den PraenaTest zur Kassenleistung zu machen. Ca. 20 Krankenkassen haben schon die Kosten des Tests übernommen. Unsere Befürchtung einer flächendeckenden Rasterfahndung nach Menschen mit Down-Syndrom scheint schneller wahr zu werden als angenommen. Ein eugenischer Feldzug ist in vollem Gange.

 

Neufeld-Autor Prof. Dr. Holm Schneider aus Erlangen wird wie im letzten Jahr dabei sein, und mit Michaela Schatz wird sich auch eine junge Frau mit Down-Syndrom mit einem Wortbeitrag beteiligen.

Josef Dichgans, Landesvorsitzender der CDL, wünscht sich, dass viele weitere Menschen mit Down-Syndrom in Konstanz dabei sind. Denn ihr Engagement sozusagen in eigener Sache werde von der Öffentlichkeit und den Medien ganz anders wahrgenommen. Kundgebungen seien ein wirksames Mittel, um Veränderungen herbeizuführen.

Ich glaube auch: Es gibt nichts Kraftvolleres, als Menschen mit Down-Syndrom zu erleben.

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.