Gemeinde als Ort der Versöhnung
Friedemann Burkhardt, Experte für Gemeindeentwicklung, ist überzeugt:
Eine Kirche, die bewusst interkulturell lebt, verkörpert einen Wesenszug des Evangeliums. Diese versöhnte Verschiedenheit ist nicht eine Option, sondern eine theologische Notwendigkeit, um die Vielfalt des Leibes Christi sichtbar zu machen.

Erste Leserinnen und Leser seines Buches Zusammen leben in Gottes Haus – Gemeinde interkulturell gestalten bescheinigen ihm denn auch:
- „Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die Gemeindeentwicklung aktiv und zukunftsfähig mitgestalten wollen.“
- „Ein wichtiges Buch zur rechten Zeit. Denn die Integration zugewanderter Menschen in bestehenden Gemeinden gelingt bisher kaum. Aber genau diese Integration wäre dem Evangelium gemäß und wo sie gelingt, blühen Gemeinden auf.“
- „Dieses Buch ist nicht nur visionär, es ist auch praktisch.“
- „Eine inspirierende Anleitung für gelebte Gemeinschaft in Vielfalt.“
Anlass genug also für ein paar Fragen an den Autor.
Sowohl Fach- als auch Praxisbuch
Herr Burkhardt, ist Ihr Buch nun akademisch-theologische Fachliteratur oder ein Tool für Gemeindepraktiker?
Der Knackpunkt ist: Ich habe ein Buchformat entworfen, das es so in der deutschsprachigen Theologie noch nicht gab.
Aus meiner Sicht muss man „wissenschaftlich“ und „Buch für Gemeindepraktiker“ nicht krampfhaft trennen. Im Kontext meiner eigenen Publikationen wird deutlich, dass dieses Buch nicht etwa ein Schlusspunkt ist: Im Anschluss daran habe ich ein Studienbuch sowie eine 40 Tage-Kampagne zum Buchinhalt verfasst.
Mir liegt also viel daran, Forschung und wissenschaftliche Arbeit an die Basis zu bringen.
Warum haben Sie sich in diesem Fall für diesen ganz eigenen Zugang entschieden?
Ehrlich gesagt, nach 30 Jahren als Pastor, 15 Jahren Beratung von Pastoren und Kirchengremien sowie zehn Jahren als Hochschullehrer mache ich mir keine Illusionen mehr, was Kollegen und Studierende lesen – und was sie davon mitnehmen.
Aus meiner Sicht erreicht die übliche theologische Fachliteratur Pastoren oder Laien leider kaum noch. Denn der überwiegende Teil der akademischen Bücher erscheint in einem Gewand und in einer Sprache, die den Zugang zu den Inhalten eher versperren.
Viele Kollegen stimmen somit mit den Füßen ab und lesen einfach keine Bücher mehr.

Aber man kann es auch anders machen …
Genau. Mit dem vorliegenden Buch biete ich ganz bewusst eine Art Buch an, in dem ich den Stoff sehr lesefreundlich präsentiere. Ich habe mich entschieden, einen anderen Weg zu gehen als üblich:
- konzeptionelle Klarheit
- zahlreiche grafische Darstellungen
- ein narrativer, erzählerischer Duktus – zum großen Teil sind das Passagen aus Interviews und Beobachtungen im Rahmen unserer Studien
- am Ende jedes Kapitels die praktisch-theologischen Leitbegriffe sowie die für das Kapitel relevante Literatur (mit genauen Seitenzahlen).
- Beispiele aus der Christentumsgeschichte, um die Kluft zwischen neutestamentlicher Exegese und der praktischen Theologie der Gegenwart zu überbrücken
- sorgfältig erarbeitete Register und Verzeichnisse, die die Orientierung erleichtern
- insbesondere das Glossar (als ausführliches Sachregister oder als kleines Lexikon der Gemeindeentwicklung mit Referenzen/Seitenzahlen)
Stimmt es, dass viele Christinnen und Christen heute mehr über die Bibel lesen als die Bibel selbst?
Das ist zumindest meine Beobachtung. Ich empfinde es als eine große Not, dass Pastoren und Studierende (durchaus auch im konservativen Spektrum) immer weniger in der Bibel lesen. In den Gemeinden ist der Mangel noch größer.
Darum gebe ich in meinen stärker akademisch ausgerichteten Büchern dem Schriftbezug einen wichtigen Stellenwert. Ein sorgfältiges Bibelstellenregister trägt auch in dem vorliegenden Buch dazu bei, dass die Bibel erste und letzte Norm im praktisch-theologischen Arbeiten sein kann.
Wir bedanken uns für das Gespräch!
Hier geht’s direkt zum Buch:
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