Heimowskis Mutmacher: Burnout

Erstellt am 11. November 2014 von

Elia ist fertig. Erschöpft, müde, ausgebrannt. Er fürchtet um Leib und Leben. Burnout ist ein modernes Wort. Aber ein altes Phänomen.

Einer der ältesten Texte dazu findet sich in der Bibel, in den Königsbüchern des Alten Testamentes. Dort wird vom Propheten Elia berichtet. Im 19. Kapitel findet sich die Geschichte von Elias Burnout. Er hat sich mit dem mächtigen König Ahab und dessen machtbesessener und intriganter Gattin Isebel angelegt. Elia hat in Israel den heidnischen Baalskult angeprangert, dem die beiden neben ihrem jüdischen Glauben huldigten. Er hat sich auf dem Berg Karmel eine Schlacht mit den Priestern des Baal geliefert. Er hat im Namen Gottes einen Sieg davon getragen, über 400 Feinde kamen ums Leben.

Doch bald darauf erfasst ihn Panik, als der König davon erfährt und ihm tobend nach dem Leben trachtet.

Elia türmt. Dabei macht er den größten Fehler, den man in einer Depression machen kann: er kann keinen Menschen mehr sehen. Deshalb er lässt seinen Diener zurück und flüchtet allein in die Wüste. Doch alleine aus der Depression heraus zu kommen, ist fast nicht möglich.

Zum Glück lässt Gott ihn nicht im Stich.

Und so wird das, was in dieser Geschichte weiter geschieht, zum Prototyp gelungener Seelsorge:

Erstmal lässt Gott Elia ausschlafen, Kraft tanken, den Akku füllen. Dann schickt Gott einen Boten zu Elia. Zuwendung ist der Weg aus der Einsamkeit und eine ganz wichtige Brücke zurück ins gesunde Leben. Der Bote weckt Elia. Zuviel Schlaf macht genauso wenig gesund wie Schlafmangel. Dann gibt der Bote Elia etwas zu essen – manch eine betrübte Seele vergisst ihren Körper, doch im Heilungsprozess gehören Leib und Seele zusammen. Der Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes, lehrt uns das Neue Testament, und streicht damit die Bedeutung des Körpers besonders heraus. Nach dem Mahl schläft Elia wieder ein. Dann bekommt er ein weiteres Mal ein Essen angeboten.

Und dann will er wieder schlafen. Doch bevor er sich ein drittes Mal hinlegen kann, fragt der Engel: „Was willst du hier?“

Wie gesagt: ein Musterbeispiel gelungener Seelsorge. Schlaf und Essen sind wichtig. Aber sie sind nicht alles. Nun geht es um die Aufarbeitung. Um eine klare Analyse. Ohne Anklage, ohne Vorwurf. Ganz nüchtern und ehrlich stellt der Bote die richtigen Fragen: Gibt es Gründe für meinen Zustand? Wo bin ich weggelaufen, ausgewichen? Was will ich eigentlich? Welche Weichen müssen neu gestellt werden? Wer gesund werden will, darf diesen Fragen nicht ausweichen.

In Elias Fall stellt sich heraus, dass er Unterstützung braucht. Er macht zu viel alleine.

Als letztes bekommt Elia einen neuen Auftrag. Einen Sinn.

Er wird sich mit Elisa einen Mitarbeiter und Nachfolger suchen. Und dann gemeinsam und verändert weiter machen.

Uwe Heimowski


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    Bei Gott bin ich willkommen.

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