Heimowskis Mutmacher: Wenn der Fußball kaputt ist

Erstellt am 9. Juni 2016 von

Fußball spielen war einfach das Größte. Das kleine 150-Seelen-Dörflein, in dem ich aufgewachsen bin, hatte immerhin einen Bolzplatz. Hier trafen wir uns nach der Schule. Eine Handvoll Jungen (Mädchen spielten damals noch nicht Fußball), kaum genug, um anständige Mannschaften zu bilden. Doch wir waren mit Eifer bei der Sache. Irgendwo musste man den Frust über die schlechten Noten und nervigen Lehrer ja loswerden.

Wir droschen auf das runde Leder ein, immer wieder verfing sich ein Ball im angrenzenden Heckenrosenstrauch. Entsprechend hoch war der Verbrauch an Fußbällen. Und Lederbälle waren teuer. Echt teuer. Entsprechend groß war der Katzenjammer, wenn kein Ball mehr zum Kicken blieb.

Nun war es mal wieder soweit: Alle Bälle zerschossen, der nächste Geburtstag in weiter Ferne. Aber halt, hatte nicht Pauli noch einen Fußball? Alle Augen fixierten den jungen Mann. „Ja, ich habe einen. Aber den hole ich nicht. Weil: Wenn der auch noch kaputt geht, haben wir ja gar keinen Ball mehr. Und womit sollen wir dann spielen?“ Sprach‘s und ging nach Hause.

 

Ich musste später oft an diese vertrackte Logik denken. Sie ist so absurd. Und so alltäglich. Wie oft scheuen wir den Einsatz unserer Zeit, unseres Geldes, unserer Begabungen? Man könnte sie ja später noch brauchen. Und dabei merken wir nicht, dass wir die Gelegenheit verpassen, heute den Tag zu leben, das Leben zu gestalten, aktiv mit dabei zu sein.

Uwe Heimowski


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    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.