Wer bin ich?

Erstellt am 31. Januar 2012 von

 

Viele von Euch mögen Dietrich Bonhoeffers bekanntes Gedicht unter dieser Überschrift kennen. Die Frage, wer wir sind, scheint uns fast unser Leben lang zu beschäftigen. Und es ist ja tröstlich, dass wir uns verändern. Alle sieben Jahre sind wir ein anderer Mensch, meinte neulich mal jemand zu mir.

Roland Walter aus Berlin hat auch zu Papier gebracht, was ihm durch den Sinn geht, wenn er sich fragt: Wer bin ich? Er kam 1963 mit einer spastischen Lähmung zur Welt:

Wer bin ich?

Die Menschen nennen mich behindert, und sie haben recht, das bin ich auch. Gott nennt mich seine gute Schöpfung, und er hat recht, das bin ich auch.

Die Menschen nennen mein Leben kostspielig, und sie haben recht, das ist es auch. Gott sagt, mein Leben ist wertvoll, und er hat recht, das ist es auch.

Die Menschen nennen mich unproduktiv, und sie haben recht, das bin ich auch. Gott sagt, ich bin ein Brückenbauer zwischen Behinderten und Nichtbehinderten, und er hat recht, das bin ich auch.

Die Menschen nennen mein Aussehen abstoßend, und sie haben recht, das ist es auch. Gott sagt, mein Lachen ist schön, und er hat recht, das ist es auch.

„Ich finde es toll, dass unser König sein Königreich gerade mit uns Schwachen baut. Menschen wie Roland Walter haben uns da viel zu sagen, finde ich“, so Dr. Thomas Baumann, Lektor im Neufeld Verlag. Roland Walter ist ein König der Lebensfreude, und das Bild oben unterstreicht das eindrücklich. Soeben ist seine Autobiografie erschienen – und wir sind stolz, dass wir als Verlag mit Roland Walter zusammenarbeiten dürfen. (In einem YouTube-Film berichtet Roland Walter ein wenig aus seinem Leben, und ERF Fernsehen strahlte vor einiger Zeit eine halbstündige Sendung über und mit ihm aus.)

Immer wieder stelle ich fest: Menschen mit sichtbaren Behinderungen (meine Einschränkungen und Begrenzungen sehen nur wenige auf den ersten Blick) haben enorm viel zu sagen, was das Menschsein betrifft. Wie es ist, sich dessen bewusst zu sein, dass wir Menschen einander brauchen. Und was es bedeutet, dass wir alle Gottes geliebte Kinder sind. „Alter, krass!“ würde unser Alexander (10, mit Down-Syndrom) jetzt vielleicht sagen. Hat er sich gerade angewöhnt …



 

Kommentare

  1. Dieses Buch hat mich zutiefst berührt!

    Vor 30 Jahren habe ich selbst Roller – Latscher – Rüstzeiten in Mecklenburg organisiert. Vieles von den was Roland beschreibt kann ich aus eigenem Erleben bestätigen. Auch ich kenne 18 jährige Rollstuhlfahrer die ins Altersheim Rostock Evershagen abgeschoben wurden, auch ich kenne Eltern in Schwerin die ihren behinderten Sohn immer aud den Balkon schoben, wenn Besuch kam.

    Sehr gut was Roland aus seinem Leben gemacht hat. Sehr gut, dass er es geschafft hat zum König zu werden und anderen Hoffnung gibt!

    http://buecherveraendernleben.npage.eu/

 

  • Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder willkommen ist!

    Das wär’s, oder? Am Ende sehnen wir alle uns danach, willkommen zu sein. Die gute Nachricht: Bei Gott bin ich willkommen. Und zwar so, wie ich bin. Die Bibel birgt zahlreiche Geschichten und Bilder darüber, dass Gott uns mit offenen Armen erwartet. Und dass er nur Gutes mit uns im Sinn hat.

    Als Verlag möchten wir dazu beitragen, dass Menschen genau das erleben:

    Bei Gott bin ich willkommen.

  • Unser Slogan hat noch eine zweite Bedeutung: Wir haben ein Faible für außergewöhnliche Menschen, für Menschen mit Handicap. Denn wir erleben, dass sie unser Leben, unsere Gesellschaft bereichern. Dass sie uns etwas zu sagen und zu geben haben.

    Deswegen setzen wir uns dafür ein, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.