Zurückgetreten: Bruxy Cavey

Der kanadische Theologe, Autor und Redner Bruxy Cavey ist vor wenigen Tagen von seinem Amt als Pastor der kanadischen Kirche The Meeting House zurückgetreten. Auf seiner Website schreibt Cavey unter der Überschrift „Mein Bekenntnis“ dazu:

„Vor einigen Jahren hatte ich eine außereheliche Affäre. Ich schäme mich, diese Worte zu schreiben, und es tut mir so leid, dass Sie dies lesen müssen. Dieser Ehebruch ist mein größtes Versagen, meine dunkelste Sünde und ich übernehme die volle Verantwortung für mein Verhalten. Ich habe das Vertrauensverhältnis zu meiner Frau, meiner Familie, meiner Gemeindefamilie einschließlich der Frau, mit der ich diese Beziehung hatte, gebrochen. Ich habe unaussprechliches Leid, Schmerz und Verwirrung ins Leben derer gebracht, die ich liebe und die mich lieben.

Das tut mir aufrichtig leid.

Ich war außerdem unverantwortlich in meiner Rolle als geistlicher Leiter und Geistlicher, die sowohl Dynamiken von Macht und Einfluss beinhaltet als auch den Anspruch, mich vorbildlich zu verhalten, was mich doppelt rechenschaftspflichtig macht. Diese Verantwortung übernehme ich, mit tiefem Bedauern für mein Verhalten.

Ich wünschte, ich hätte vor Jahren den Mut gehabt, zu enthüllen, was nun öffentlich bekannt wurde – durch den Mut der Frau, mit der ich in Beziehung war. Obwohl ich vor Gott Buße getan hatte, habe ich das doch als Geheimnis vor anderen behandelt. Meine Feigheit tut mir unendlich leid. Mir wird klar, dass Buße ohne Bekenntnis nicht vollständig ist und Heilung und authentische Beziehung im Licht der Wahrheit verhindert.

Weil ich so leidvoll darin versagt habe, meiner Verantwortung als Pastor nachzukommen, hat die Leitung unserer Gemeinde mich gebeten, zurückzutreten, und dem habe ich entsprochen. Ich bin nicht länger Pastor beim Meeting House. …“

Hier ein Video, in dem die Gemeindeleitung die Situation erklärt. Im Dezember vergangenen Jahres hatte sie eine externe Untersuchung aufgrund der Vorwürfe gegenüber Bruxy Cavey in Auftrag gegeben.

Die auch im deutschsprachigen Raum bekannte Rednerin und Autorin Danielle Strickland ist inzwischen als Pastorin bei The Meeting House zurückgetreten, weil sie nicht einverstanden ist mit der Art und Weise, wie die Gemeindeleitung mit dieser Situation bisher umgegangen ist. Aus Sicht der betroffenen Frau, die deutlich jünger als Cavey ist und sich an Strickland gewandt hatte, handelt es sich nicht um eine außereheliche Beziehung oder eine Affäre, sondern um sexuellen Missbrauch durch einen Geistlichen. Auf der Website Hagar’s Voice wird aktuell eine Stellungnahme der betroffenen Frau veröffentlicht.

Im Neufeld Verlag erschien 2019 Bruxy Caveys Buch „Jesus. Punkt. Gute Nachricht für Suchende, Heilige und Sünder“. Als Verlag bedauern wir das Unrecht und die damit verbundenen Verletzungen sehr. Wir können aus der Ferne zwar nicht beurteilen, ob die außereheliche Beziehung zwischen Bruxy Cavey und der betroffenen Frau einvernehmlich war  – sehen aber, dass Cavey als Seelsorger der Frau, als Pastor und Leiter und als deutlich älterer Mann die größere Verantwortung dafür trägt und deren Vertrauen und Nähe keineswegs hätte ausnutzen dürfen.

Wir glauben, dass Gottes gute Ordnungen das Leben fördern und schützen und dass Sexualität als Geschenk Gottes im sicheren und verantwortungsvollen Rahmen einer verbindlichen Ehebeziehung gelebt werden soll. Ehebruch hat zerstörerische Folgen für alle Beteiligten. Missbrauch hat verheerende Folgen für das Leben des Opfers.

Unrecht muss klar benannt werden, damit Heilung geschehen kann. In erster Linie muss dem Opfer geholfen werden. Doch auch der Täter verdient Hilfe. Wir alle sind unperfekte Menschen, die immer wieder daran scheitern, in Gottes Ordnungen zu leben, und dadurch andere verletzen. Wir alle leben von Gottes Barmherzigkeit und Vergebung. Und wir brauchen vertrauensvolle und barmherzige Gemeinschaften, in denen wir auch unser Scheitern aussprechen können, einander Vergebung zusprechen und uns gegenseitig begleiten auf unseren Wegen. Das wollen wir nicht vergessen.